Oscarfilme “Bester Film” 1970 – 1979
Nun kommen wir zu den Preisträgern der 70-er, die endlich weniger Musicals und mehr echte Klassiker bereithalten auf die ich mich wirklich gefreut habe.
Die Oscarverleihung 1970 hat mit "Asphalt Cowboy (1969)" einen durchaus interessanten Preisträger. Die Geschichte des Joe Buck (Jon Voight), der mit nichts, als der Kunst der Liebe und einer Cowboymontur, versucht in New York sein Glück zu machen, ist keine typische "vom Tellerwäscher zum Millionär" Story. Ehrlich gesagt ist sie alles andere als typisch, wer dreht schon einen Film über einen Stricher. Angekommen in New York lernt er Rizzo, genial gespielt von Dustin Hoffman, kennen, der ihm auf den harten Straßen zu überleben hilft. Der Film, der durchaus interessante Ansätze hat, der aber mit teils verstörenden Rückblenden und ungeschönter Sexualität nichts für die entspannte Freitagabendunterhaltung ist, schnappt für mich völlig unverdient "Butch Cassidy and the Sundance Kid" die begehrte Trophäe weg. Butch and Sundance wäre wirklich ein verdienter Gewinner gewesen, nicht nur, weil er wohl eins der besten Filmenden aller Zeiten besitzt, sondern auch, weil er zu den Meilensteinen der Filmgeschichte zählt.
Midnight Cowboy (1969)
Cast: Dustin Hoffman, Jon Voight, Sylvia Miles
Director: John Schlesinger
Writer: James Leo Herlihy, Waldo Salt
Runtime: 113 minutes
Genre: drama
Patton ist ein klassischer Hollywoodkriegsfilm, wenn auch einer der besseren, der auf historischen Begebenheiten basiert und von General George S. Patton Wirken im 2. Weltkrieg handelt. Der strahlende, wenn auch starrköpfige, Held wird wirklich überzeugend von George C. Scott verkörpert. Für diese Performance erhielt er auch den Oscar als Hauptdarsteller, diesen lehnte er aber als erster Darsteller überhaupt ab. Die Eingangszene in der man nur den General und die überlebensgroße amerikanische Flagge sieht, ist wohl eine der berühmtesten Eingangsszenen überhaupt und zeigt die Richtung in die der Film geht. Hier wird der Krieg noch als edler Zweikampf zwischen klugen Köpfen gepriesen, vor allem durch die Geschichtsverbundenheit Pattons, der wohl auch zu Hannibals Zeiten ein guter General gewesen wäre, entsteht dieser Eindruck. Man könnte fast denken seine Soldaten ziehen nicht mit dem Panzer sondern mit dem Schlachtross in den Krieg. Aber von der allgegenwärtigen Glorifizierung mal abgesehen, ist es ein wirklich guter Kriegsfilm.
Patton (1970)
Cast: George C. Scott, Karl Malden, Stephen Young
Director: Franklin J. Schaffner
Writer: Edmund H. North, Francis Ford Coppola
Runtime: 170 minutes
Genre: war, drama, biography
Kommen wir nun zu "French Connection" oder dt. "Brennpunkt Broklyn", der im Kriminalgenre durchaus Maßstäbe setzte. Gene Hackman als knallharter Polizist, der Dirty Harry Typ war damals wohl schwer in Mode, ermittelt im New Yorker Drogensumpf. Der durchaus spannende, wenn auch von Klischees geprägte, Film wartet am Ende mit einer wirklich legendären Verfolgungsjagd auf. Diese wurde in den folgenden Jahren oft kopiert aber nie erreicht, wie man so schön sagt. Das offenen Ende war wie geschaffen für eine Fortsetzung, sodass French Connection II nahezu vorprogrammiert war.
The French Connection (1971)
Cast: Gene Hackman, Fernando Rey, Roy Scheider
Director: William Friedkin
Writer: Edward M. Keyes, Howard Hawks
Runtime: 104 minutes
Genre: thriller, drama, crime
Nun kommen wir zum Pate, einem unumstrittenen und unerreichten Film der Filmgeschichte. Kaum ein Gangsterfilm hat wohl so viele Maßstäbe gesetzt wie dieser. Eine grandiose Performance von Marlon Brando, der sich die Wangen mit Taschentüchern ausstopfte um den markanten Tonfall zu erreichen. Eine unglaubliche Storrydichte, ist es ja die Verfilmung eines Romans von Mario Puzo, der auf einem nicht verfilmten Drehbuch basiert. Eine grandiose Filmmusik von Nino Rota. Und zahlreiche andere Superlativen könnte man über diesen Film erzählen. Definitiv ein Film, den man gesehen haben sollte.
The Godfather (1972)
Cast: Marlon Brando, Al Pacino, James Caan
Director: Francis Ford Coppola
Writer: Francis Ford Coppola, Mario Puzo
Runtime: 175 minutes
Genre: thriller, drama
Kommen wir nun von den Gangstern zu den Gaunern und Trickbetrügern. Robert Redford und Paul Newman unter der Regie von George Roy Hill, das gab es doch schon mal? Richtig und zwar bei Butch Cassidy und Sundance Kid (1969), einem mindestens genauso guten Film und weil das damals schon glänzend funktioniert hat, funktioniert es auch diesmal wieder prächtig. "Der Clou" handelt von zwei Trickbetrüger die einen gemeinsamen Freund rächen wollen und dazu einen Trick im Trick im Trick durchführen. Der Film überrascht einen auf Grund des unerwarteten Ende vor allem beim ersten mal, macht aber auch beim vierten und fünften mal noch Spaß. Der Film hat alles was man für einen guten Ganovenfilm braucht, sympathische Charaktere, eine ausgeklügelte Story, ein paar Bösewichte und viel Witz. Wer bei Inception die Übersicht verloren hat ist hier definitiv falsch, alle anderen können fleißig mitfiebern.
The Sting (1973)
Cast: Paul Newman, Robert Redford, Robert Shaw
Director: George Roy Hill
Writer: David S. Ward
Runtime: 129 minutes
Genre: crime, comedy
"Der Pate 2" muss leider ohne Marlon Brando auskommen, kann dafür aber mit Robert de Niro aufwarten. Generell lebt er aber natürlich von allem was im ersten Teil aufgebaut wurde und hat es so recht schwer eigene Akzente zu setzen. Davon abgesehen aknüpft er aber ziemlich nahtlos an den ersten Teil an und setzt die Saga gelungen fort.
The Godfather: Part II (1974)
Cast: Al Pacino, Robert Duvall, Diane Keaton
Director: Francis Ford Coppola
Writer: Francis Ford Coppola, Mario Puzo
Runtime: 200 minutes
Genre: thriller, drama
Weiter im Klassikerprogramm, mit "Einer flog übers Kuckucksnest" reiht sich ein weiterer wirklich grandioser Film in die Reihe der guten Filme der 70-er ein. An Hand des eigentlich gesunden Jack Nicholson, der in die Nervenheilanstalt eingeliefert wird, wird das damalige System in Frage gestellt. Was ist für die Gesellschaft normal, was ist Wahn, wie geht man mit Leuten um, die sich nicht unterordnen wollen? Der Film der wahrlich mehr als genug Denkanstöße liefert wurde zum Teil mit echten Patienten gedreht wurde und besticht durch seine Authentizität. Jack Nicholson liefert eine wirklich grandiose schauspielerische Leistung ab und wird, wie auch seine Gegenspielerin die "böse" Oberschwester Louise Fletcher, zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnet.
One Flew Over the Cuckoo's Nest (1975)
Cast: Jack Nicholson, Louise Fletcher, William Redfield
Director: Milos Forman
Writer: Dale Wasserman, Ken Kesey
Runtime: 133 minutes
Genre: drama
Mit "Rocky" schrieb sich Sylvester Stallone die Rolle seines Lebens quasi selbst auf den Leib. Ein abgehalfterter Boxer, der zum Boxweltmeister wird, die Neuverfilmung des American Dream traf definitiv den Nerv der Zeit. Eine gute Mileustudie, die mit durchaus witzigen Dialogen, und einigen fliegenden Fäusten punkten kann, aber mit etwas viel Pathos beladen ist. Nichtsdestotrotz ein solides Sportlerdrama, wobei man auf einige Fortsetzungen durchaus hätte verzichten können.
Rocky (1976)
Cast: Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young
Director: John G. Avildsen
Writer: Sylvester Stallone
Runtime: 119 minutes
Genre: sport, romance, drama
Nun zum "Stadtneurotiker" von und wie soll es anders sein mit Woody Allen. Ich möchte voran schicken, dass ich generell kein Freund von nervigen Erzählern aus dem Off bin, nervigen überspannten Frauenzimmern kann ich auch nichts abgewinnen und ich mag eher selten Woody Allen Filme. Von daher hatte es der Film von Anfang an etwas schwer und bestätigte leider nur meine Erwartung. Wer Woody Allen Filme mag, wird auch diesen mögen, wer nicht, wird auch diesen nicht mögen.
Annie Hall (1977)
Cast: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts
Director: Woody Allen
Writer: Marshall Brickman, Woody Allen
Runtime: 93 minutes
Genre: romance, comedy
Beim letzten Film der Dekade "Die durch die Hölle gehen (1978)" spielt Robert de Niro großartig zusammen mit Christopher Walken und anderen Stars in diesem wirklich eindrücklichen Antikriegsfilm. An Hand der Freunde die sich in den Vietnamkrieg aufmachen um das Abenteuer Krieg hautnah zu erleben, wird das Lebensgefühl der damaligen Zeit, die Kriegsbegeisterung sowie die darauf folgende Desillusionierung, gut eingefangen. Ein Film der zwar nicht ganz an Apocalypse Now herankommt, der aber durchaus seine Momente hat.
The Deer Hunter (1978)
Cast: Robert De Niro, John Cazale, John Savage
Director: Michael Cimino
Writer: Quinn K. Redeker, Deric Washburn
Runtime: 182 minutes
Genre: war, drama
Damit wären die 70-er abgeschlossen, endlich ein paar wirkliche Klassiker, die auch heute nichts von ihrer Klasse verloren haben und deren Auswirkungen noch heute deutlich zu sehen sind. Wer die Übersicht über alle Oscarfilme sehen will, der sei an meinen ersten Beitrag verwiesen, die Punkte werden dort auch ab und zu aktualisiert.
| Jahr | Deutscher Titel | Originaltitel | Regisseur | IMDB | SP |
| 1970 | Asphalt-Cowboy | Midnight Cowboy | J. Schlesinger | 8.0 | 4 |
| 1971 | Patton - Rebell in Uniform | Patton | F. J. Schaffner | 8.0 | 7 |
| 1972 | Brennpunkt Brooklyn | The French Connection | W. Friedkin | 7.9 | 8 |
| 1973 | Der Pate | The Godfather | F.F. Coppola | 9.2 | 9 |
| 1974 | Der Clou | The Sting | G. R. Hill | 8.4 | 9 |
| 1975 | Der Pate - Teil 2 | The Godfather Part 2 | F. F. Coppola | 9.0 | 7 |
| 1976 | Einer flog über das Kuckucksnest | One Flew over the Cuckoo's Nest | M. Forman | 8.8 | 9 |
| 1977 | Rocky | Rocky | J. G. Avildsen | 8.1 | 6 |
| 1978 | Der Stadtneurotiker | Annie Hall | W. Allen | 8.2 | 3 |
| 1979 | Die durch die Hölle gehen | The Deer Hunter | M. Cimino | 8.2 | 7 |
*SP = SchlatterPunkte
(Bild: Leo Reynolds via Flicker)
Blogschau: Groundhogs Day – der Maskierte meets Kloß und Spinne
Da meine Millionen von Lesern natürlich mehr als gespannt sind von mir kulinarische Köstlichkeiten aus der Welt des Internets mitgeteilt zu bekommen, gibt es heute etwas mal wieder was aus dem Bereich "auch andere Leute haben interessante Sachen zu sagen" aka Blogschau. Man nehme eine Prise IT, einen gehäuften Löffel Filmwissenschaft, eine Handvoll Autofahrerflame, nehme noch ein wenig subjektive Weltsicht und füge etwas Ironie hinzu, fertig ist der Groundhog Blog. In eine Mischung aus dem Maskierten und Kloß und Spinne schreibt er, wie jeder andere Blogger auch, über Sachen die die Welt nicht interessiert, aber das wenigstens in einer subtil ironischen Art. Ein Mann der über sich selbst sagt, dass er "von tibetanischen Crackmönchen in Sachsen ausgesetzt" wurde und wenn man ihm zum Thema welche Hautcreme er benutzt, antwortet:
Nivea Creme ohne Konservierungsstoffe. Nivea Creme ist die unübertroffene
Hautpflege für jeden Hauttyp. Reichhaltigen Pflegesubstanzen und hautverwandtes, rückfettendes Eucerit versorgen die Haut mit allem, was sie braucht, um rein, frisch, und gepflegt zu bleiben.Im Prinzip nehm ich jedoch sehr selten und unregelmässig Hautcreme zu mir
kann so verkehrt nicht sein. Mit unglaublicher Weitsicht stellt er fest, das es Winter ist, in dem
Der schreckhafte Fahrzeugführer mit Hang zur Zeitlupenfahrt
neigt und gibt Tipps, wie man mit einem normalen Biorhythmus erreicht:
Da ich nun schon seit 4 Tagen nicht damit klar komme meinen Biorhythmus dem der normalen Bevölkerung in meiner Zeitzone anzupassen, verwandelt sich mein Schlafmangel in einen kreativen Zustand der geistigen Matschigkeit.
Wer regelmäßiger Leser meiner nicht so regelmäßig erscheinenden Oscarfilme ist, und einen kleinen Einblick über die Oscarnomminierten für 2011 haben will, ist bei seinem neusten Werk an der richtigen Adresse. In mühevoller Kleinstarbeit hat sich Groundhog stundenlang vor die Glotze gehangen und sich einem nach dem anderen Kandidaten reingezogen. Gefesselt an den Stuhl, nicht immer vor Spannung, sondern einfach, damit er nicht wegrennt gibt er einen guten Überblick über das Oscarfilmjahr 2011:
Es riecht nach rotem Teppich und Popcorn, die Oscars stehen wieder vor der Tür und das möchte ich zum Anlass nehmen euch meine Meinung zu den Kandidaten in der Kategorie Bester Film zu Präsentieren.
Bei so viel Vorschusslorbeeren, bleibt nur zu hoffen, das es immer wieder den ein oder anderen qualitativ hochwertigen Blogpost geben wird, und der Blog nicht so bald in den ungeahnten Weiten des Internets versinken wird.
Oscarfilme “Bester Film” 1960 – 1969
Mitunter ist es anstrengend sich durch die Oscarjahre zu kämpfen, die 60-er zählen mit seinen zahlreichen Musicals nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmzeiten, aber der Reihe nach. Da ich nicht jedem Film einen eigenen Blogeintrag widmen werde, wird es Zusammenfassungen von ca. 10 Jahren geben, deswegen reiche ich die zwei fehlenden Filme der 50-er jetzt noch nach.
"Die Brücke am Kwai" (1957) war ein beeindruckender und spannender Film über britische Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg, die in einem japanischen Arbeitslager inhaftiert waren und eine Brücke bauten, die sie später wieder sprengen sollten, zumindest war das in meiner Erinnerung so. Der Inhalt des Antikriegsfilms blieb zwar der Gleiche, aber leider war er in Wahrheit wesentlich langatmiger und weit weniger spannend als in meiner Erinnerung, auch wenn es in der 2. Hälfte des 2 Stunden Films etwas besser wurde, doch wirklich überzeugen konnte mich der Film diesmal nicht.
The Bridge on the River Kwai (1957)
Cast: William Holden, Jack Hawkins, Alec Guinness
Director: David Lean
Writer: Carl Foreman, Michael Wilson
Runtime: 161 minutes
Genre: war, drama, adventure
"Gigi" (1958), der den Oscar im Jahre 1959 gewann, war dagegen besser als erwartet. Musicals haben es bei mir traditionell etwas schwerer, umso geringer sind meine Erwartung, ich mag einfach keine Musicals. Der Film ist eine Mischung aus Familienfilm und Musical, der im Paris um 1900 spielt und das Erwachsenwerden der jungen Gigi thematisiert. Ohne groß sentimental involviert zu werden, plätschert der Film so dahin und hat weder richtige Höhe-, noch richtige Tiefpunkte. Der Film vergisst einfach den Zuschauer mitzunehmen, und die locker leichte Grundstimmung, auch wenn die Pariser Welt um 1900 hübsch dargestellt ist, überträgt sich nicht auf den Zuschauer.
Gigi (1958)
Cast: Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan
Director: Vincente Minnelli, Charles Walters
Writer: Colette, Alan Jay Lerner
Runtime: 116 minutes
Genre: romance, musical, comedy
Damit wären wir bei in den 60-ern mit seinen Historien- und Monumentalfilmen sowie zahlreichen Musicals angelangt, ein Zeitalter, was mir nicht ganz so liegt.
Oscarfilme von Gestern im Heute sehen
Vor einiger Zeit habe ich mir, mit einer guten Freundin, vorgenommen alle Oscarfilme, die in der Kategorie "Bester Film" gewonnen haben, zu gucken. Sicher sind einige Klassiker wie Psycho, Es war einmal in Amerika oder Spiel mir das Lied vom Tod überhaupt nicht mit einem Oscar ausgezeichnet worden, doch das soll uns an dieser Stelle nicht beschäftigen. Aber da dieser Filmpreis seit nun mehr 82 Jahren vergeben wird, sind auch ohne fehlende Meisterwerke einige zusammengekommen.
Die Filme querbeet zu gucken verbat sich schon allein deshalb, um die technische Entwicklung besser nachvollziehen zu können, darum werden die Filme natürlich in chronologischer Reihenfolge geguckt. Es gab mal eine sehr gute, weil kompakte, Übersicht auf IMDB über alle Gewinner, aber auch die wurde im Zuge des neuen Designs wegrationalisiert. Auf der Suche nach einer neuen Liste stolperte ich über diesen Blogeintrag, der von dieser wirklich genialen Liste schrieb, die man sich downloaden und an die Wand hängen kann, und wenn man noch diese Liste (
) mit einbezieht, sollte man eigentlich alles gesehen haben. Allerdings war mir damit nicht wirklich geholfen und ich nahm die Liste von hier, hier und hier und hab sie etwas bearbeitet, die Liste findet sich am Ende des Beitrags wieder. Es gibt kleine Abweichung in der Zählweise, manche fangen mit 1928, andere mit 1929 ich nehme 1929, da dies das erste Jahr war in dem der Oscar verliehen wurde.
Ziel war es eigentlich schon alle Filme zu gucken, doch der technischen Umsetzung geschuldet, haben wir mit den Filmen ab 1951 angefangen, sind aber aus Gründen nur bis 1956 gekommen, damit dieses Projekt nicht ganz einschläft, habe ich nun vor es wieder aufzunehmen und in unregelmäßigen Abständen darüber zu bloggen. Die ersten Filme werde ich bloß kurz aus dem Gedächtnis zusammenfassen, bei den anderen wird es dann vielleicht etwas ausführlicher, zum Glück habe ich letztens das Buch"Die Oscar Filme" geschenkt bekommen, das mir sicher dabei helfen wird.
Angefangen haben wir also mit dem Jahr 1951 und "Alles über Eva", ein nicht ganz so dramatisches Drama mit 50er Jahre wohlfühl Atmosphäre, Bette Davis und einer Marylin Monroe in einer ihrer üblichen Blödchenrollen, bei der man sich wirklich fragt, wie sie es geschafft hat, so eine Ikone zu werden. Gefolgt wurde der Film von "Ein Amerikaner in Paris", ein typisches Musical mit viel Gesang und Tanz (beides nicht mein Fall), mit Gene Kelly in der Hauptrolle, der gerne mal zu Gershwins Musik eine 15 minütige Balletteinlage gibt, ich glaube man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat, außer man steht halt auf Musical. Weiter ging es mit "Die größte Schau der Welt" ein Familienfilm mit Charlton Heston und Betty Hutton, der sich wohl als Ziel genommen hatte, sämtliche Attraktionen des Circus in langen 152 Minuten ausführlich zu würdigen, auch kein Film den man nochmal sehen muss. Somit wären wir schon beim Jahr 1954 mit "Verdammt in alle Ewigkeit" angekommen, der wohl einen der legendärsten Filmküsse Hollywoods zu bieten hat. Der Film hat wirklich alles was man sich von einem Kriegsfilm mit Starbesetzung (Burt Lancaster, Deborah Kerr und Frank Sinatra) erwartet, echte Männerfreundschaften, packende (Faust-)Kämpfe, pathetische Ansprachen, lustige Saufgelage und natürlich Romantik, wahrlich ein Meisterwerk. Nun kommen wir zu Marlon Brando, der die Hauptrolle in "Die Faust im Nacken" als typischen Einzelgänger spielt, der am Ende doch für die gute Sache einsteht. Der äußerst authentische Film hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Mit "Marty" endete erst einmal unsere Filmguckerei, ein Film in dem es Ernest Borgnine schafft seine üblichen Nebenrollen hinter sich zu lassen und überzeugend die Hauptrolle in einer, bis dato Hollywood unüblichen, Liebesgeschichte zu spielen, allerdings kommt der Film im Großen und Ganzen doch etwas bieder daher.
Mit "In 80 Tagen um die Welt" knüpfe ich nun wieder an und versuche länger durchzuhalten, der Film beginnt mit dem Rückblick in 35mm auf eine frühere Verfilmung und zoomt dann erst auf die tatsächliche Filmgröße, was vorallem für die damalige Zeit einen beeindruckenden Effekt erzielt. Der Film der mit zahlreichen Stars gespickt ist (David Niven, Shirley MacLaine, Marlene Dietrich, Charles Coburn, Buster Keaton, Frank Sinatra, Peter Lorre) nimmt einen mit auf eine atemberaubende Reise quer um den Globus. Mitunter hat man fast das Gefühl in den 182 Minuten von den opulenten Bildern und den Ereignissen überrollt zu werden, doch schafft es der Film, im letzten Moment, wieder locker, leicht und fröhlich daher zukommen und ist somit ein schöner Reise-Abenteuerfilm, auch wenn er natürlich unheimlich von Jules Verne Vorlage profitiert.
Damit erreiche ich das Ende dieser Abschweifung und kann nur sagen, das es insgesamt im immer-schneller-immer-lauter-Zeitalter wahrlich eine Wohltat ist, sich ab und zu etwas zurückzulehnen und in vergangene Zeiten einzutauchen. Man nahm sich in den Filmen früher einfach viel mehr Zeit, allein ein 5 minütiger Vorspann, geschweige denn ein klassischer Aufbau mit Ouvertüre, Intermezzo und Finale, ist heutzutage ja undenkbar und würde die MTV-Generation wahrscheinlich einschläfern.
Hugh Jackman goes Broadway
Also wenn es einen Oscar für die Beste Oscarmoderation geben würde, Hugh Jackman hätte ihn sich dieses Jahr verdient. Ich habe leider die Oscarverleihung nicht verfolgen können, allerdings reichen einem die ersten paar Minuten um zu sehen wie brilliant Hugh Jackman im Musicalstil durch die besten Filme führte und die Oscars eröffnete.
