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Serienschau: The Night Manager

tnmThe Night Manager hat alles was eine gute Serie ausmacht. Sex, Guns and Rock’n Roll. Es geht um Waffendealer, Geheimagenten und verschmähte Frauen. Und trotzdem ist The Night Manager keine Actionserie die von Explosionen und dumpfen Sprüchen lebt. Es ist viel mehr wie einer dieser guten alten Agentenfilm, vielleicht etwas langsam, aber die Spannung ist fast immer greifbar. Man könnte fast sagen James Bond meets Mad Men meets Lord of War und das in acht Akten.
Die gelungene Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré erzählt in schönen Bildern an traumhaften Orten davon, wie Tom Hiddelstone in die Welt der Reichen und Schönen eintaucht und vor der Wahl steht, seinen Prinzipien treu zu bleiben oder ein unbeschwertes, wenn auch unmoralisches, Leben in Saus und Braus zu führen. Seine Mission, als britischer Geheimagent die Machenschaften des Waffenhändlers Hugh Laurie zu entlarve, sein Vertrauen zu gewinnen und Beweise für seine Verurteilung zu beschaffen, stellt ihn dabei immer wieder vor folgenschwere Entscheidungen. Die Mini-Serie lebt dabei vor allem von der großartigen Leistung Tom Hiddlestons, der Hugh Laurie dabei locker in den Schatten stellt. Sollte demnächst die Diskussion um den nächsten James Bond Darsteller wieder aufkommen, hiermit hat Tom Hiddelstone eine beeindruckende Bewerbung abgegeben. Wer möchte, kann sich die Serie auf Amazon Prime ansehen.

Meine Wertung: 8/10 (1.Staffel)

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Serienschau: Mr. Robot

mIn Zeiten von Digitalisierung, NSA-Skandal und Anonymus, sollte man meinen, dass das Thema „Internet“ mittlerweile vollkommen ausgelutscht ist. Doch vielleicht ist grade dadurch, dass die Digitialisierung unaufhaltsam voranschreitet, das Thema nach wie vor präsent. Und so gibt es immer wieder neue Bücher, Filme und Serien die sich um dieses Thema drehen. Eine besonders gelungene davon ist Mr. Robot.

In der Serie geht es um den IT-Security Experten Elliot Alderson (Sam Melik), der bei seiner Arbeit mit dem, sehr an Anonymous erinnernden, Hackerkollektiv Fsociety in Kontakt kommt. Während er Anfangs Jagd auf die Hacker macht, muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er beim Kampf Fsocietys gegen den Konzern Evilcorp steht. Wie so oft ist es dabei ein schmaler Grat zwischen Genie und Wahnsinn und so leicht sich Elliot mit Computern tut, umso schwerer fällt ihm das „normale“ Leben. Und so verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Realität und Wahn, sodass man irgendwann kaum noch sagen kann, was real ist und was nicht. Dabei erzeugt die Serie eine unheimlich packende Atmosphäre, die einen stellenweise nicht los lässt und vollständig einsaugt, sodass Binge watching eigentlich Pflicht ist.

Die Serie wird in eindrucksvollen Bildern erzählt, mit stimmiger Musik unterlegt und vor allem Sam Melik glänzt in der Hauptrolle. Mr. Robot schafft es, sich wirklich authentisch mit dem Hackermilieu zu beschäftigen und gibt einen kleinen Einblick in den Wahnsinn der IT. Während IT-affine bei anderen Serien lediglich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können, wenn der dicke, verpickelte, Kaffeetrinkende „Hacker“ wie wild auf seiner Tastatur rumhämmert und nach 2 Sekunden die Firewall gehackt hat, können Sie sich bei Mr. Robot entspannt zurücklehnen. Hier scheint sich, zur Abwechslung mal, wirklich jemand mit der Thematik beschäftigt zu haben.

Mr. Robot ist eine rundum gelungen Serie, deren Zielgruppe natürlich die Digital Natives sind, doch Mr. Robot ist auch für Nicht-Nerds interessant, die aber ein gewisses Computerwissen mitbringen sollten, um die Serie auch voll zu genießen. Wer die Serie gucken will, kann bei Amazon Prime Video vorbeischauen, dort gibt es die 1. Staffel momentan im Stream.

Meine Wertung: 9/10 (1.Staffel)

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Serienschau: Bloodline

nbIn letzter Zeit hört man immer wieder, dass Serien die neuen Filme sind. Waren Serienproduktionen früher von der Komplexität, Ausstattung und eigentlich allem, einfach nicht mit „richtigen“ Filmen zu vergleichen, hat sich das, nicht nur durch Netflix und Amazon, mittlerweile geändert und es werden bei Serien, fast schon höhere Gagen als beim Filmen gezahlt. Und auch die Art der Serienerzählung hat sich geändert, der Zuschauer erhält immer seltener Woche für Woche eine neue Geschichte, sondern in immer mehr Fällen eine durchgehende Geschichte, vergleichbar mit einem mehrteiligen Film.

Dazu beigetragen hat natürlich auch eine neue Form des Serienguckens. Während das traditionelle Serienformat die Erzählung zerstückelt, in dem man Woche für Woche eine Folge ausstrahlt, hat man beim Online Streaming die Möglichkeit ganze Staffeln an einem Tag durchzugucken, neudeutsch heißt das Bingewatching. Dementsprechend kann man natürlich wesentlich komplexeren Geschichten erzählen und Spannungsbögen über mehrere Episoden ziehen. Netflix ist hier sicherlich ein Vorreiter, der seine selbst produzierten Serien (House of CardsMarco Polo, Daredevil) beim Staffelstart komplett ins Netz stellt und so bei Hardcoreserienjunkies für schlaflose Nächte sorgt.

Mit Bloodline hat Netflix nun eine weiter sehenswerte Serie produziert. Eine Familiengeschichte, die damit beginnt, dass das schwarze Schaf der Familie nach Hause kommt und eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen in Gang setzt. Als Kulisse dienen die Florida Keys in denen die Familie Rayburn ein malerisches Feriendomizil besitzt. Eigentlich sieht alles paradiesisch aus weiße Strände, Blaues Meer, aber natürlich trügt der erste Schein. Die Familie verbindet ein dunkles Ereignis aus der Vergangenheit, das im Laufe der Serie durch Rückblenden erzählt wird. Und wie das so ist mit Sachen aus der Vergangenheit die am liebsten alle vergessen würden, es wird nie darüber gesprochen, alle fühlen sich schuldig und am Ende eskaliert es. Aber, wer will auch schon eine Serie über eine glückliche Familie an idyllischen Stränden sehen? Denn genau von diesem Gegensatz, zwischen malerischer Kulisse und zerrissenem Familienglück, lebt die Serie. Es gelingt ihr eine ähnlich dichte Atmosphäre wie bei True Detective zu schaffen, bei der man das Gefühl hat, das die Hitze, die über den Florida Keys liegt, nicht am Bildschirmrand aufhört. Man wird hineingezogen in einen Mix aus Krimi, Thriller und Familiendrama, bei dem die Katastrophe vorprogrammiert, weil unausweichlich, scheint. Aber gut, ich möchte hier nicht zu viel verraten, außer, dass Bloodline in eindrucksvollen Bildern eine spannende Geschichte erzählt, bei der man mehr als einmal mit seinen Sympathien zwischen den Charakteren hin und her schwankt.

Meine Wertung: 8/10 (1.Staffel)

Bloodline (2015–)
Bloodline poster Rating: 8.2/10 (28,547 votes)
Director: N/A
Writer: Glenn Kessler, Todd A. Kessler, Daniel Zelman
Stars: Kyle Chandler, Linda Cardellini, Norbert Leo Butz, Jacinda Barrett
Runtime: 60 min
Rated: TV-MA
Genre: Drama, Thriller
Released: 20 Mar 2015
Plot: A family of adult siblings find that their past secrets and scars are revealed when their black sheep of a brother returns home.

Einer der wenigen Wermutstropfen, wenn man denn unbedingt ein Haar in der Suppe suchen will, ist, das es eine schwedische Serie gibt, die eine ziemlich ähnliche Thematik hat, diese heißt Blutsbande (orig.: Tjockare än vatten, eng.: Thicker Than Water). Gut bei den Amerikanern gibt es 4 Geschwister, bei den Schweden nur 3. Aber beide haben ein Familenhotel, ein Erbe um das es sich zu streiten lohnt, verlorene Söhne, schreckliche Mütter und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit. Leider findet man zu den Ähnlichkeiten der beiden Serien im Netz nicht viel. Ich gehe davon aus, dass die meisten Amerikaner nicht mal wissen, dass es Schweden überhaupt gibt und so ist auch nicht mit Sicherheit zu sagen, wer hier von wem sich hat inspirieren lassen. Doch zumindest die Daten der Erstausstrahlung (Bloodline: 20.03.2015, Blutsbande: 27.01.2014) legen Nahe, das die amerikanischen Serienschöpfer die schwedische Serie als Vorlage genommen haben. Das wäre ja auch nicht das erste Mal, siehe z.B. Homeland, dass eine Neuauflage der israelischen Serie Hatufim ist, und es bedeutet ja auch nicht, das die Kopie deswegen künstlerisch weniger wertvoll ist, oft ist diese ja sogar besser als das Original. Aber es bleibt ein fader Beigeschmack, der die Begeisterung etwas trübt, vor allem weil es nirgendwo einen Verweis auf das vermeintliche Original gibt.

Thicker Than Water (2014–)
Thicker Than Water poster Rating: 7.3/10 (597 votes)
Director: N/A
Writer: Henrik Jansson-Schweizer
Stars: Björn Bengtsson, Aliette Opheim, Joel Spira, Jessica Grabowsky
Runtime: 58 min
Rated: N/A
Genre: Drama
Released: 27 Jan 2014
Plot: A mother sends postcards to her estranged son and daughter inviting them back to the guest house they grew up in. She gives each of her children one piece of advice and leaves them to ponder the meaning.

weiterführende Links:

Amazon im Auftrag des Ministerium für Wahrheit

Letzten Freitag hat Amazon zwei E-Books von den Kindle-Geräten seiner Kunden gelöscht, da diese wohl illegalen Ursprungs seien sollen. Ironischerweise handelte es sich dabei um zwei Bücher von Georg Orwell und zwar „Animal Farm“ (Farm der Tiere) und „1984„.

1984-was-not-supposed-to-be-an-instruction-manual

Leider geschah so ein Löschvorgang wohl nicht zum ersten Mal, schon bei Harry Potter und der Halbblutprinz soll dieser angewandt worden sein, allerdings steht nicht einmal in den AGBs etwas von diesem Löschvorgang und gewährt dem Kunden eigentlich unbegrenztes Nutzungsrecht. Es mutet doch irgendwie ironisch an, das ausgerechnet 1984 von den Geräten entfernt wurde, in Zukunft will Amazon aber keinen Gebrauch mehr von dieser Funktion machen, wer’s glaubt…

Hier die SVZ Gruppe zum Bild.

via Golem