Waters – Die Nachfolger von Port O’Brien
Zu einem der traurigsten Momente gehört es, wenn sich eine Lieblingsband auflöst, wenn es definitiv wird, das kein weiteres Album oder Konzert mehr kommen wird. Umso schöner ist es, wenn der Geist der alten Band in ein neues Projekt gerettet wird und somit weiterlebt, mit seiner neuen Band Waters, die das Nachfolgeprojekt von Port O'Brien ist, gelingt dies Van Pierszalowski. Der ein bisschen an Kurt Cobain erinnerte Frontsänger sammelt ein mal mehr talentierte Musiker um sich und wagt einen weiteren musikalischen Neuanfang. Es durfte wohl als kein gutes Zeichen gewertet werden, das die letztjährige Europatournee Port O'Briens nicht in der Stammbesetzung stattfand, traurige Gewissheit erlangte man als Sie im Mai 2011 auf ihrer Facebookseite das Ende der Band bekannt gaben, doch da jedes Ende auch ein Anfang ist, war dies der Beginn von Waters.
Auch wenn das Tempo der Songs schneller und die Stimmung etwas chaotischer geworden ist, so fühlt man sich als Port O'Brien Fan in den Waterssongs auf dem großartigen Debutalbum Out in the Light sofort zu Hause und wird so, zumindest ein bisschen, mit der Trennung Port O'Briens versöhnt. Die irgendwo zwischen Nirvana und Coldplay anzusiedelnden Songs nehmen einen einmal mehr mit auf eine musikalische Reise, die von energiegeladenen Rocksongs bis melancholische Singer/Songwriter Balladen alles zu bieten hat was eine moderne Alternative Band ausmacht. Allein der erste Song "For the One" ist ein richtiges Meisterwerk, das mit jedem Hören an Größe gewinnt und das ganze Potential aufzeigt, was in dieser Band steckt, grandioser schnörkelloser Rock getragen von der ausdrucksvollen Stimme Van Pierszalowskis. Natürlich ist Waters nicht Port O'Brien, doch bleiben altbekannte Thematiken wie das Meer, als verbindendes Element zwischen den Bands erhalten, ganz nach dem Motto: "Alles anders und doch gleich". Wer das Album hören will kann dies nach Anmeldung bei Simfy kostenfrei tun oder es einfach bei Amazon erwerben
um so die Band unterstützen, damit nicht eine weitere gute Band zum Scheitern verurteilt ist.
Wer noch mehr Infos zu Waters haben will sollte hier alles bekommen:
Das Hermes-Prinzip – Die Wohlstandsschere in Aktion
Das sich Arm und Reich immer weiter voneinander entfernen hat schon Marx vorausgesehen, sodass es eigentlich niemanden wundern sollte, das Kapitalismus und Soziale Verantwortung nicht Hand in Hand gehen. Ob nun Appple mehr liquide Mittel zur Verfügung hat als die USA und 5% der Amerikaner 50% des amerikanischen Geldes unter sich aufteilen oder die Börse innerhalb von Minuten Billionen vernichtet, das sind doch nur unvermeidliche Auswüchse, die im Prinzip des Kapitalismus begründet liegen. An das Mär der sozialen Marktwirtschaft kann ein vernunftbegabtes Wesen doch eigentlich gar nicht mehr glauben.
„Börsenpanik vernichtet 2,5 Billionen Dollar“ Warum hab ich eigentlich noch nie gelesen: „Börsenblase erzeugt 2,5 Billionen Fantasiedollar“ (via @zeitweise)
Ein weites Beispiel findet sich nun in einer sehenswerten ARD-Reportage über Hermes, welche man sich in der ARD-Mediathek ansehen kann. Das es Jobs gibt die schlechter bezahlt werden als andere ist klar und das das Geld vom Management bis zur arbeitenden Bevölkerung innerhalb eines Unternehmens von oben nach unten abnimmt ist auch, wenn auch nur teilweise, nachvollziehbar. Doch das ein Unternehmen als Top Arbeitgeber 2011 ausgezeichnet wird, die einem Paketzusteller 60 Cent, in Worten sechzig Cent, pro ausgelieferten Paket bezahlt, dann finde ich das eine Frechheit. Wohlgemerkt ausgeliefert, wenn das Paket nicht zugestellt werden konnte, dann gibt es keinen Cent und die Kosten für Auto und Benzin trägt ebenfalls der Fahrer. Dieses ausgeklügelte System der 100%-igen Otto Tochter, das durch Satelliten-Lager und Sub-Unternehmer die Verantwortung komplett auf den Fahrer abwälzt, greift leider immer mehr um sich. Da die Fahrer aber nicht Kranken- oder Rentenversichert sind, weil er es sich schlichtweg nicht leisten kann, schadet dieses Modell aber nicht nur dem einzelnen Fahrer, sondern auch dem Staat, gibt es doch so immer weniger die in die Sozialkassen einzahlen, bis diese irgendwann leer sind.
Oscarfilme “Bester Film” 1960 – 1969
Mitunter ist es anstrengend sich durch die Oscarjahre zu kämpfen, die 60-er zählen mit seinen zahlreichen Musicals nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmzeiten, aber der Reihe nach. Da ich nicht jedem Film einen eigenen Blogeintrag widmen werde, wird es Zusammenfassungen von ca. 10 Jahren geben, deswegen reiche ich die zwei fehlenden Filme der 50-er jetzt noch nach.
"Die Brücke am Kwai" (1957) war ein beeindruckender und spannender Film über britische Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg, die in einem japanischen Arbeitslager inhaftiert waren und eine Brücke bauten, die sie später wieder sprengen sollten, zumindest war das in meiner Erinnerung so. Der Inhalt des Antikriegsfilms blieb zwar der Gleiche, aber leider war er in Wahrheit wesentlich langatmiger und weit weniger spannend als in meiner Erinnerung, auch wenn es in der 2. Hälfte des 2 Stunden Films etwas besser wurde, doch wirklich überzeugen konnte mich der Film diesmal nicht.
The Bridge on the River Kwai (1957)
Cast: William Holden, Jack Hawkins, Alec Guinness
Director: David Lean
Writer: Carl Foreman, Michael Wilson
Runtime: 161 minutes
Genre: war, drama, adventure
"Gigi" (1958), der den Oscar im Jahre 1959 gewann, war dagegen besser als erwartet. Musicals haben es bei mir traditionell etwas schwerer, umso geringer sind meine Erwartung, ich mag einfach keine Musicals. Der Film ist eine Mischung aus Familienfilm und Musical, der im Paris um 1900 spielt und das Erwachsenwerden der jungen Gigi thematisiert. Ohne groß sentimental involviert zu werden, plätschert der Film so dahin und hat weder richtige Höhe-, noch richtige Tiefpunkte. Der Film vergisst einfach den Zuschauer mitzunehmen, und die locker leichte Grundstimmung, auch wenn die Pariser Welt um 1900 hübsch dargestellt ist, überträgt sich nicht auf den Zuschauer.
Gigi (1958)
Cast: Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan
Director: Vincente Minnelli, Charles Walters
Writer: Colette, Alan Jay Lerner
Runtime: 116 minutes
Genre: romance, musical, comedy
Damit wären wir bei in den 60-ern mit seinen Historien- und Monumentalfilmen sowie zahlreichen Musicals angelangt, ein Zeitalter, was mir nicht ganz so liegt.
Kleine wahre Lügen – Eine Ode an die Freundschaft
Kleine wahre Lügen ist eine Ode an die Freundschaft, dreht sich doch der ganze Film um dieses Thema. Am Anfang steht ein Unfall einer der zentralen Figuren des Freundeskreises, der diesen vor die Wahl stellt, entweder in den alljährlichen Strandurlaub zu fahren oder am Krankenbett des Freundes zu bleiben. Sie entscheiden sich für den Urlaub.
So unbelastet steht der Urlaub unter keinem guten Stern und die Nerven liegen bei dem einen oder anderen durchaus blank, sodass auch mal mit der Axt die Wand zerschlagen wird. Doch der französische Film, der äußerst unfranzösisch daherkommt, bietet wesentlich mehr, als diese plumpe Rahmenhandlung vermuten lässt. Die Schauspieler, allen voran Marion Cotillard, liefern eine großartige Leistung und die Charaktere sind allesamt sehr gut gezeichnet, was auch an den witzigen Dialogen liegt. So fühlt man durchaus mit, wenn zwei Protagonisten 600 km nach Paris fahren, um ihre jeweilige Liebe zurückzuholen und einer davon vom Fenstersims seine schlafenden Ex-Freundin betrachtet und sich bewusst wird, dass er es so richtig verbockt hat. Doch trotzt dieser und noch anderer Dramen, hat der Film einen heiteren Grundton und ist durchaus witzig, wobei es meist die normalen Alltagssituation sind, die einen zum Lachen bringen. Der Soundtrack ist ein sehr stimmiger, auch wenn die meisten Lieder so klingen, als wären genau diese schon in zig anderen Soundtracks aufgetaucht, was aber einen gewissen Wiedererkennungswert liefert und das ändert auch nichts an der guten Qualität der Songs.
Fazit: Ein sehr sehenswerter Film, der von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt alles dabei hat, was man für einen guten Film braucht. Kleine Wahre Lügen Webseite
Efterklang: An Island – Bezahl was du willst Download und DVD Vorbestellung
Endlich ist es so weit, wie erhofft haben Efterklang ihren Film "An Island" zum Download freigegeben. Man kann entweder für den Film einen beliebigen Betrag Spenden und ihn Film downloaden oder eine DVD Deluxe Edition für 33,50€ (inkl. Versand) vorbestellen, die erst ab September verfügbar ist und auf 5000 Stück limitiert ist. Einziger Haken, man braucht eine Kreditkarte.
Für alle die bis jetzt noch nichts von dem Projekt gehört haben "An Island" ist ein wirklich bezaubernder Musikfilm der Band Efterklang, der in Zusammenarbeit mit Vincent Moon entstand. Im Grunde ist es ein 50 minütiges Musikvideo, ist es doch die Vertonung des Albums Magic Chairs, die scheinbar keine große Handlung, aber doch einen großen Zusammenhang hat: Die Musik. Sie steht im Zentrum und steckt in jedem Detail, egal ob das Geräusch eines Regentropfen oder einer Feder eingefangen wird, egal ob Efterklang mit anderen Musikern ein Lied in einer kleinen Scheune oder in einer Aula singen, die Musik ist das zentrale Element das diesen Film trägt. Vincent Moon findet genau die richtigen Bilder, die die melancholisch elektronische Musik untermalen und nicht stören. Es ist keine Dokumentation einer Tour mit geheimen Einblicken in den Tourbus oder die Künstlergarderobe, es gibt kein Gekünstel, keine Show, keine Affektiertheit. So rein wie die Musik, so natürlich sind die Bilder und diese audiovisuelle Authentizität zeichnet "An Island" aus. Das perfekte Zusammenspiel aus Ton und Bild nimmt einen mit auf eine Reise in die Kindheit der Band auf der zauberhaften dänischen Insel Als und es erscheint einem wie im Traum. Der Anfangs sehr experimentelle Film findet spät, aber dann doch noch ins Konkrete und sollte so auch nicht so experimentierfreudige Zuschauer ansprechen und sie motivieren durchzuhalten.
Also unbedingt den Trailer gucken und das Projekt unterstützen, ich habe mir soeben die Deluxe DVD Version bestellt und kann es kaum erwarten sie in den Händen zu halten, währenddessen lade ich erst mal die digitale Version herunter und höre das Album. Nähere Informationen zu den einzelnen Versionen sowie mehr Infos gibt es unter dem Trailer und auf ihrer Website.
An Island on Deluxe DVD and Download
Posted on May 23, 2011 by RasmusToday Efterklang and Vincent Moon has made An Island available for download and revealed details about the deluxe DVD release of the film. Via this website you can now either choose your own price for the Digital Download or you can pre-order the deluxe DVD package.
The deluxe package is limited to 5,000 custom-made, eco-friendly, numbered, letterpress printed deluxe covers with a DVD disc full of bonus material. When ordering this DVD package you will receive instant access to the Digital Download of An Island.
As part of the deluxe DVD package a new Efterklang EP 'Live at Roskilde Festival 2010' will also be included (digitally). The EP will only be made available this way.
The Digital Download and DVD Package will only be available via http://anisland.cc/home/
All the specifications for the DVD can be found below the film poster.
AN ISLAND SPECIFICATIONS – DOWNLOAD AND DVD
Digital Download Package:
An Island (48 minutes, English subtitles) in high resolution quality (1.7 GB mov file) + the audio from the film as a 320kbps mp3 file.Deluxe DVD + Bonus EP + Digital Download Package:
DVD specifications: The DVD is region free and made to play on every DVD player on the market.On the DVD you will find the following:
- An Island (48 minutes – English, Spanish and Japanese subtitles)
- two maybe three deleted performances that did not make it to the final cut of An Island
- the 33 minute long Vincent Moon film TemporaryCopenhagen featuring: Murder, Slaraffenland, Efterklang, Choir of Young Believers, Chimes & Bells + more
- one or maybe two older Efterklang Take-Away Show(s) by Vincent Moon.The DVD packaging is designed by Hvass&Hannibal in close collaboration with Stumptown Printers:
- handmade production on Heidelberg Letterpress machines from the 1950s
- limited Edition of 5000 numbered copies.
- printed with vegetable based inks on heavyweight recycled paperboard
- 5 deluxe photo cards on recycled paperboard
- extensive booklet on recycled paperBONUS EP specifications:
Efterklang – 'Live at Roskilde Festival 2010' is exclusively available as part of this An Island package. The live EP holds 5 songs performed by Efterklang in a unique 11-piece formation made especially for this Roskilde Festival concert, which was recorded by Danish National Radio (DR). The bonus EP will be available as a 320kbps MP3 via a download code delivered together with the An Island DVD.
Oscarfilme von Gestern im Heute sehen
Vor einiger Zeit habe ich mir, mit einer guten Freundin, vorgenommen alle Oscarfilme, die in der Kategorie "Bester Film" gewonnen haben, zu gucken. Sicher sind einige Klassiker wie Psycho, Es war einmal in Amerika oder Spiel mir das Lied vom Tod überhaupt nicht mit einem Oscar ausgezeichnet worden, doch das soll uns an dieser Stelle nicht beschäftigen. Aber da dieser Filmpreis seit nun mehr 82 Jahren vergeben wird, sind auch ohne fehlende Meisterwerke einige zusammengekommen.
Die Filme querbeet zu gucken verbat sich schon allein deshalb, um die technische Entwicklung besser nachvollziehen zu können, darum werden die Filme natürlich in chronologischer Reihenfolge geguckt. Es gab mal eine sehr gute, weil kompakte, Übersicht auf IMDB über alle Gewinner, aber auch die wurde im Zuge des neuen Designs wegrationalisiert. Auf der Suche nach einer neuen Liste stolperte ich über diesen Blogeintrag, der von dieser wirklich genialen Liste schrieb, die man sich downloaden und an die Wand hängen kann, und wenn man noch diese Liste (
) mit einbezieht, sollte man eigentlich alles gesehen haben. Allerdings war mir damit nicht wirklich geholfen und ich nahm die Liste von hier, hier und hier und hab sie etwas bearbeitet, die Liste findet sich am Ende des Beitrags wieder. Es gibt kleine Abweichung in der Zählweise, manche fangen mit 1928, andere mit 1929 ich nehme 1929, da dies das erste Jahr war in dem der Oscar verliehen wurde.
Ziel war es eigentlich schon alle Filme zu gucken, doch der technischen Umsetzung geschuldet, haben wir mit den Filmen ab 1951 angefangen, sind aber aus Gründen nur bis 1956 gekommen, damit dieses Projekt nicht ganz einschläft, habe ich nun vor es wieder aufzunehmen und in unregelmäßigen Abständen darüber zu bloggen. Die ersten Filme werde ich bloß kurz aus dem Gedächtnis zusammenfassen, bei den anderen wird es dann vielleicht etwas ausführlicher, zum Glück habe ich letztens das Buch"Die Oscar Filme" geschenkt bekommen, das mir sicher dabei helfen wird.
Angefangen haben wir also mit dem Jahr 1951 und "Alles über Eva", ein nicht ganz so dramatisches Drama mit 50er Jahre wohlfühl Atmosphäre, Bette Davis und einer Marylin Monroe in einer ihrer üblichen Blödchenrollen, bei der man sich wirklich fragt, wie sie es geschafft hat, so eine Ikone zu werden. Gefolgt wurde der Film von "Ein Amerikaner in Paris", ein typisches Musical mit viel Gesang und Tanz (beides nicht mein Fall), mit Gene Kelly in der Hauptrolle, der gerne mal zu Gershwins Musik eine 15 minütige Balletteinlage gibt, ich glaube man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat, außer man steht halt auf Musical. Weiter ging es mit "Die größte Schau der Welt" ein Familienfilm mit Charlton Heston und Betty Hutton, der sich wohl als Ziel genommen hatte, sämtliche Attraktionen des Circus in langen 152 Minuten ausführlich zu würdigen, auch kein Film den man nochmal sehen muss. Somit wären wir schon beim Jahr 1954 mit "Verdammt in alle Ewigkeit" angekommen, der wohl einen der legendärsten Filmküsse Hollywoods zu bieten hat. Der Film hat wirklich alles was man sich von einem Kriegsfilm mit Starbesetzung (Burt Lancaster, Deborah Kerr und Frank Sinatra) erwartet, echte Männerfreundschaften, packende (Faust-)Kämpfe, pathetische Ansprachen, lustige Saufgelage und natürlich Romantik, wahrlich ein Meisterwerk. Nun kommen wir zu Marlon Brando, der die Hauptrolle in "Die Faust im Nacken" als typischen Einzelgänger spielt, der am Ende doch für die gute Sache einsteht. Der äußerst authentische Film hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Mit "Marty" endete erst einmal unsere Filmguckerei, ein Film in dem es Ernest Borgnine schafft seine üblichen Nebenrollen hinter sich zu lassen und überzeugend die Hauptrolle in einer, bis dato Hollywood unüblichen, Liebesgeschichte zu spielen, allerdings kommt der Film im Großen und Ganzen doch etwas bieder daher.
Mit "In 80 Tagen um die Welt" knüpfe ich nun wieder an und versuche länger durchzuhalten, der Film beginnt mit dem Rückblick in 35mm auf eine frühere Verfilmung und zoomt dann erst auf die tatsächliche Filmgröße, was vorallem für die damalige Zeit einen beeindruckenden Effekt erzielt. Der Film der mit zahlreichen Stars gespickt ist (David Niven, Shirley MacLaine, Marlene Dietrich, Charles Coburn, Buster Keaton, Frank Sinatra, Peter Lorre) nimmt einen mit auf eine atemberaubende Reise quer um den Globus. Mitunter hat man fast das Gefühl in den 182 Minuten von den opulenten Bildern und den Ereignissen überrollt zu werden, doch schafft es der Film, im letzten Moment, wieder locker, leicht und fröhlich daher zukommen und ist somit ein schöner Reise-Abenteuerfilm, auch wenn er natürlich unheimlich von Jules Verne Vorlage profitiert.
Damit erreiche ich das Ende dieser Abschweifung und kann nur sagen, das es insgesamt im immer-schneller-immer-lauter-Zeitalter wahrlich eine Wohltat ist, sich ab und zu etwas zurückzulehnen und in vergangene Zeiten einzutauchen. Man nahm sich in den Filmen früher einfach viel mehr Zeit, allein ein 5 minütiger Vorspann, geschweige denn ein klassischer Aufbau mit Ouvertüre, Intermezzo und Finale, ist heutzutage ja undenkbar und würde die MTV-Generation wahrscheinlich einschläfern.
Digitaler Tempowechsel
Früher habe ich einfach drauf los geschrieben, habe Videos der Woche, Bilder oder Gutscheine gepostet, doch das will ich momentan nicht tun. Denn ich stelle mir immer öfter die Frage, ob es sich wirklich lohnt über eine Sache zu schreiben und ob das wirklich jemanden interessiert. Ich finde, dass sich diese Frage heutzutage viel zu wenig Leute stellen. Abgesehen vom täglichen Spam, an den man sich schon gewöhnt hat, bleibt man in Zeiten des digitalen Überinformationszeitalters von nervigen Statusmeldungen seiner "digitalen" Freunde auf Facebook, Studivz, [dein soziales Netzwerk hier] oder Twitter nicht verschont. Das das meiste von dem, was da in das weltweite Netz (auch www genannt) hinaus geschickt wird, eigentlich gar keinen interessiert, ist dabei Nebensache. Musste man früher noch einen Leserbrief an eine Zeitung schreiben um Gehör zu finden, ist die Hemmschwelle um seine Meinung kundzutun heutzutage faktisch nicht existent. Hinz und Kunz haben ihren eigenen Blog und haben in Sekundenschnelle ihre Meinung zum Thema X/Y veröffentlicht und jeder der will kann twittern, das er sich grade auf dem Klo befindet. Machten sich früher Eltern darüber Gedanken, was ihre Kinder donwloadeten haben sie heute eher Angst vor dem, was sie uploaden, denn noch nie war es so einfach sinnlosen Scheiß mit der Welt zu teilen.
Ich spreche dem sozialen Netz nicht seinen Nutzen oder gar seine Daseinsberechtigung ab, macht es doch einfach Spaß sich mit Freunden über die vergangene Party auszutauschen, Sachen zu liken und miteinander im Kontakt zu bleiben, allein das exzessive unreflektierte Nutzungsverhalten gibt mir zu denken. Natürlich ist niemand gezwungen an dieser digitalen scheinheilo Welt teilzunehmen und hat jederzeit die Möglichkeit sich auszuklinken aus diesem digitalen Stress, doch fällt es in der zunehmenden Digitalisierung der Welt immer schwerer. Jeder hat seine Art um mit diesem Überangebot an Informationen umzugehen, eine radikale gibt es hier nachzulesen, wobei ich nicht finde, dass die Smartphones die Wurzel des Übels sind. Sicher geht es mit einem modernen mobilen Endgerät bedeutend schneller an der digitalen Müllhalde mitzuarbeiten, doch bedient noch immer der Benutzer das Handy und nicht andersherum.
Jedenfalls bleibt festzuhalten, das jeder sein digitales Tempo finden muss und selber für sich entscheiden muss, mit wem er was zu welchem Zeitpunkt teilen will.
