Mondkakuts Filmarchiv (79)
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
A
Across the Universe (2007)
Cast: Evan Rachel Wood, Jim Sturgess, Joe Anderson
Director: Julie Taymor
Writer: Ian La Frenais, Dick Clement
Runtime: 131 minutes
Genre: romance, drama, musical
Meine Wertung: 8/10
"Words are flowing out/Like endless rain into a paper cup/They slither while they pass/They slip away across the universe"
Wer hätte gedacht, dass nur aus den Liedern einer einzigen Band eine ganze lange, wundervolle und komplexe Geschichte entstehen kann? Von der Musik inspiriert, die Charaktere den Texten entnommen, die Stimmung der Töne visuell wiedergegeben, genau das hat Julie Taymor in ihrem Film Across the Universe getan: sie hat sich 200 Beatles-Songs angehört, ausgewählt und dazu ein Drehbuch geschrieben, dass sie voller Farben, Gefühle, Kunst, Zeitgeist der 60er, samt deren Veränderung und Leben verfilmt hat. Schon wenn man nur einen kleinen Bezug zu den Beatles hat, vermag der Film einen davon zu tragen, jedes Lied und dessen filmische Umsetzung lösen neue Freude und manchmal auch Mitgefühl aus. Die Schauspieler, die zum Großteil keine professionellen Sänger sind, legen durchaus gesangliche Meisterleistungen hin und hauchen ihren aus der Musik geformten Figuren Leben ein: da wären z.B. Jude (Jim Sturgess), Lucy (Evan Rachel Wood) und Prudence (T.V. Carpio). Across the Universe vermittelt einfach ein wundervolles Lebensgefühl, ist schön und lustig und tragisch und besteht zudem auch noch aus wunderschöner Musik!
___________________________________________________________________________
The Air I Breathe (2007)
Cast: Sarah Michelle Gellar, Kevin Bacon, Brendan Fraser
Director: Jieho Lee
Writer: Bob DeRosa, Jieho Lee
Runtime: 97 minutes
Genre: romance, drama, crime
Meine Wertung: 7/10
Episoden-Filme sind eine schwierige Sache, denn sie können mit der Verstricktheit ihrer Akteure, ihrer meist unchronologischen Erzählweise wunderbare Geschichten erzählen, oder aber auch voll in die Hose gehen, weil nix so richtig zu passen scheint. The air I breathe gehört glücklicherweise zur ersten Kategorie. Es werden vier elementare Emotionen in Form von menschlichen Figuren miteinander verwoben, verglichen und untrennbar gemacht: Happiness (gut wie immer: Forest Whitaker, 8 Blickwinkel), Pleasure (überraschend anders: Brendan Fraser, Inkheart), Sorrow (erst wie immer, dann wundervoll ernst und tragisch: Sarah Michelle Gellar (Buffy, Cruel Intentions) und Love (unauffällig: Kevin Bacon, Mystic River). Happiness setzt sein Leben in einer Pferdewette ein, Pleasure ist ein Killer mit Zukunftsvisionen, Sorrow ist ein Popsternchen, das an einen Gangsterboss gerät und Love ist Arzt und versucht seiner unerreichbaren großen Liebe das Leben zu retten. Diese Menschen begegnen sich mehr oder weniger bewusst, jedoch immer folgenreich. Auch die anderen hervorragenden Schauspieler wie Andy Garcia, Julie Delpy und Emile Hirsch lassen den Film zu einer aufregenden und bewegenden Mischung aus Drama und Action werden. Zwischendurch bekommt man sogar unglaublich schöne und eindringliche Bilder zu sehen, wenn z.B. Sorrow im Morgengrauen auf dem Dach des Krankenhauses steht, wird eine wundervolle ruhige und doch so emotionale Stimmung erschaffen.
___________________________________________________________________________
Alle Anderen (2009)
Cast: Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Hans-Jochen Wagner
Director: Maren Ade
Writer: Maren Ade
Runtime: 119 minutes
Genre: romance, drama
___________________________________________________________________________
B
The Bank Job (2008)
Cast: Jason Statham, Saffron Burrows, Stephen Campbell Moore
Director: Roger Donaldson
Writer: Dick Clement, Ian La Frenais
Runtime: 110 minutes
Genre: thriller, crime
Meine Wertung: 6/10
Sagen wir es mal so: ich hatte mehr erwartet. Ich dachte Bank Job wäre ein zack/zack - Film à la Crank oder wie bei Guy Ritchie, zu dem der Stoff durchaus gepasst hätte, aber wahrscheinlich hab ich mich da von Jason Statham und dem Trailer täuschen lassen. Alles in allem war es trotzdem spannend und gut umgesetzt, gut besetzt und gut inszeniert. Gut halt - mehr nicht. Vor allem hat mir der fehlende Knall beim sogenannten Höhepunkt gefehlt, es löste sich alles plötzlich viel zu einfach und schnell auf. Dies Ende mag aber der Tatsache geschuldet sein, dass der Film eine wahre Geschichte nach erzählt, die sich nun mal so zugetragen hat. Diesen Punkt beachtend, kann man Bank Job als souveränen Krimi mit interessanter Story bezeichnen.
___________________________________________________________________________
Bedtime Stories (2008)
Cast: Adam Sandler, Keri Russell, Guy Pearce
Director: Adam Shankman
Writer: Tim Herlihy, Matt Lopez
Runtime: 95 minutes
Genre: fantasy, family, comedy
Meine Wertung: 3/10
Sah der Trailer noch ganz witzig aus, so war der Film ziemlich öde. Ich mag zwar Adam Sandler, aber wo kein Ansatz einer guten Rolle vorhanden ist, kann auch nicht mehr viel gemacht werden. Die Grundidee ist zwar gar nicht mal schlecht - die Gutenachtgeschichten werden am nächsten Tag immer wahr, jedenfalls der Teil, den die Kinder hinzuerfinden - aber es fehlt an so einigem: an originellem Witz und guten Ideen und von manchem gibt es einfach zu viel: abgelatschte Witze, stumpfe vorhersehbare Charaktere und eine ebenso berechenbare Geschichte. Schade drum. Das einzig wirklich Lustige war das (computeranimierte) Meerschweinchen Glubschi, das mit seinen übernatürlich großen Augen und seinem stark ausgeprägten Charakter als einziges die Lacher auf seiner Seite hatte.
___________________________________________________________________________
The Big Lebowski (1998)
Cast: Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi
Director: Joel Coen, Ethan Coen
Writer: Joel Coen, Ethan Coen
Runtime: 117 minutes
Genre: comedy, mystery, crime
Meine Wertung: 7/10
Zwei Worte: armes Schwein. So cool und lässig Alt-Hippie Jeff "der Dude" Lebowski auch wirkt, bei so viel Scheiße, die auf ihn einprallt, kommen alle Unsicherheit, Angst und auch das Gute in ihm zum Vorschein. Jeff Bridges übernimmt also die Rolle des Coolen, der einem eigentlich nur Leid tun kann. Dafür hat John Goodman den Part des Typen, dem man die ganze Zeit nur in die Fresse schlagen will - ärgerlich, dass es keiner tut. Julianne Moore ist wie immer herrlich, sie spielt die Maude Lebowski so eindringlich brilliant wie nur sie das kann. Weiter gibt es in einem Coen-Brothers Film natürlich massenweise skurrile Charaktere mit schrägen Ambitionen die mit herrlich viel Wortwitz und Situationskomik umgesetzt werden. Auf wundervolle Weise heben sich die verschiedenen "Traum"sequenzen hervor, z.B. wenn der Dude eins auf den Kiefer bekommen hat oder per knallhartem White Russian lahmgelegt wird. Insgesamt wurden meine Erwartungen aber leider nicht erfüllt, da sie wahrscheinlich vorher reichlich hoch gespielt wurden. Trotzdem ein klasse Film!
___________________________________________________________________________
Gentlemen Prefer Blondes (1953)
Cast: Jane Russell, Marilyn Monroe, Charles Coburn
Director: Howard Hawks
Writer: Anita Loos, Joseph Fields
Runtime: 91 minutes
Genre: romance, musical, drama
Meine Wertung: 4/10
Glücklicherweise bin ich bei meiner gestrigen Marilyn-Monroe-Session chronologisch vorgegangen, denn so habe ich den schlechtesten, eben diesen Blondinen bevorzugt, zuerst gesehen, alles Weitere konnte ja nur besser werden. Die "Story" lässt sich kurz zusammenfassen: zwei Showgirl-Freundinnen, die eine naiv und besessen von Geld und Diamanten (Monroe), die andere tough und weniger interessiert an Reichtum (Russell) machen eine Reise nach Paris, mit vielen Männern, von denen sie begehrt werden, zahlreichen Gesangseinlagen (es ist ja schließlich ein klassischer Musikfilm der 50er Jahre, wobei ich da schon bessere gesehen habe) und viel Lärm um nichts. Alles ist schrecklich plagiativ, vorhersehbar und anstrengend. Jane Russell hat zwar die bessere Rolle, kann aber meiner Meinung nach keine herausragende Leistung zeigen und Marilyn ist mal wieder gestraft mit der naiven Kindfrau, die aber genau weiß, wie sie die Männer um den Finger wickeln kann. Eins muss man ihr lassen, die Rolle beherrscht sie. Doch macht es mich bekanntermaßen nur traurig und wütend, dass Mrs Monroe auch heute noch nur darauf reduziert wird. Natürlich hat die Komödie auch hier und da ihre Witze und beinhaltet ein paar kultige Auftritte z.B. á la "Diamonds are the girl's best friend", welche dem Film hier und da noch einen Punkt verpassen können.
____________________________________________________________________________
Bride Wars (2009)
Cast: Kate Hudson, Anne Hathaway, Bryan Greenberg
Director: Gary Winick
Writer: June Raphael, Casey Wilson
Runtime: 94 minutes
Genre: romance, comedy
Meine Wertung: 4/10
Netter, kurzweiliger Spaß. Naja, hätte lustiger sein können. Beim Thema kitschige Hochzeitsträume bin ich ja schnell dabei, und wenn dann auch noch die bezaubernde Anne Hathaway mitmacht... - sie war auch bezaubernd und die Träume auch kitschig, aber leider war alles ganz schön vorhersehbar, aufgedreht und wenig originell. In klassischen (und guten) Komödien finden sich meist mehr Verwicklungen als nur der eine Handlungshaupstrang, hier war aber alles etwas zu einfach gestrickt: Beste Freundinnen verloben sich zu gleichen Zeit, wollen beide eine Junihochzeit im Plaza, Termine werden vertauscht, es kriegen beide den gleichen Termin und die Feindschaft beginnt - aha! :/ Zumindest macht es mir immerwieder Spaß, Manhatten in Filmen beobachten zu können, genauso wie die abgedrehte Upper Class Society im selbigen, mal ganz abgesehen von der wunderschönen Anne, die ich den ganzen Tag hätte anstarren können...denn Männer waren in diesem Film nur Beiwerk - und ich möchte nicht behaupten "hübsches"!
___________________________________________________________________________
Bus Stop (1956)
Cast: Marilyn Monroe, Don Murray, Arthur O'Connell
Director: Joshua Logan
Writer: George Axelrod, William Inge
Runtime: 96 minutes
Genre: comedy, romance, drama
Meine Wertung: 6/10
Mit Bus Stop habe ich den Monroe-Abend beendet und eine kontinuierliche Steigerung wird sichtbar. In Bus Stop ist so Einiges besser: die Story gibt mehr her, die Schauspieler sind klasse, Marilyn darf durchaus fast ein bisschen Charakter und Stärke zeigen und auch vom szenischen Aufbau und der Regieleistung her hat der Film mehr zu bieten. Der völlig überdrehte und durchgeknallte Rodeoreiter Bo Decker (Don Murray, für die Rolle auch Oscarnominiert) kommt von einer einsamen Ranch und hatte noch nie etwas mit Frauen zu tun. In der großen Stadt setzt er sich ausgerechnet Cherie in den Kopf, eine Sängerin in einer Spelunke, die auf Hollywood hofft. Mit seiner naiven, ungestümen, beherrschenden Art löst Bo so einige Katastrophen aus, die in einem von mir zwar erwartenden, aber nichtsdestotrotz blöden und unerwünschten Ende münden. Und hier liegt die große Schwäche des Films, er scheint sich nicht ganz entscheiden zu können, ob er nun Komödie, Drama oder reiner Liebesfilm sein will, wobei ihm meiner Meinung nach Drama am besten gestanden hätte - wenn es denn wenigstens eine Tragikkomödie wäre. Damit wurde viel verschenkt, vielleicht auch hier und da eine Oscarnominierung mehr. Ich habe auch gelesen, dass wohl vor allem viele ernstere Szenen dem Schnitt zum Opfer gefallen sind, so auch einige längere Monologe und Dialoge von Marilyn, die dadurch den Oscar aus ihren Händen verschwinden sah.
___________________________________________________________________________
C
Le premier jour du reste de ta vie (2008)
Cast: Jacques Gamblin, Zabou Breitman, Déborah François
Director: Rémi Bezançon
Writer: Rémi Bezançon
Runtime: 114 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 8/10
"Manchmal glaube ich, wir sind keine Familie, sondern ein biologisches Experiment." (Al Bundy)
Meiner Meinung nach drückt dieses (überraschend intelligente) Zitat Al Bundys das Zusammenleben vieler Familien aus. Menschen, die unter normalen Umständen sich niemals anfreunden und schon gar nicht zusammen wohnen würden, werden in eine soziale Institution gesteckt, der sie meist zeitlebens nicht mehr entfliehen können. Die Problematik der ganzen Sache, die schönen, die schlimmen, die nervigen, die witzigen Seiten wurden schon oft thematisiert, ob in Buch, Film oder auf andere Art und Weise, jedoch ist mir selten eine derartig geniale Darstellung unter die Augen gekommen. C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben vereint alle Auf und Abs, die einer Familie widerfahren, in dem fünf "Schlüsseltage" innerhalb von 12 Jahren aus dem Leben der Familie Duval herausgegriffen werden. Dabei passiert Tragisches, Alltägliches und Witziges zugleich. Die Mitglieder der fünfköpfigen Familie wachsen und lernen, schlagen sich qualvoll miteinander rum, aber wissen doch immer genau, dass sie sich eigentlich lieben und ohne einander nicht können. Die gut pointierte Geschichte, die französische Leichtigkeit und intellektuelle Tiefe beherbergt, wird zusätzlich von einem klasse Soundtrack unterlegt, der die überraschend richtigen Töne zu den normalen und skurrilen Situationen des Lebens hergibt.
___________________________________________________________________________
Charlie Bartlett (2007)
Cast: Anton Yelchin, Robert Downey Jr., Hope Davis
Director: Jon Poll
Writer: Gustin Nash
Runtime: 97 minutes
Genre: drama, comedy
Meine Wertung: 7/10
Charlie ist ein bisschen anders. Nicht verrückt oder so, nein, eher äußerst innovativ, auch nicht bösartig, sondern mehr herzensgut. Gewiss auch nicht deprimiert oder verklemmt, denn er strotzt nur so von unerschütterlicher Fröhlichkeit. Aber ganz normal kann man wahrscheinlich nicht sein, wenn man aus einem äußerst reichen Elternhaus kommt, der Vater wegen Steuerhinterziehung im Knast sitzt und die Mutter (Hope Davis) nur unter Drogen steht, jedoch keineswegs ein Wrack ist, sondern vielmehr von einer Wolke der Zufriedenheit und inneren Ruhe umschwebt wird und trotzdem noch außerordentlich liebenswerte Fürsorge an den Tag legen kann. Und Charlie (Anton Yelchin, Alpha Dog) selbst will eigentlich nur helfen und Freunde finden, als Mittel zum Zweck hat er seine einfallsreichen Geschäftsideen. Deswegen aber von massenweisen Privatschulen geflogen, muss er sich nun den Bedürfnissen der Schüler an einer High School anpassen, was ihm schnell gelingt, in dem er zum Hobbypsychologen der verzweifelten Teenager wird. In diesem Film geht alles herrlich drunter und drüber, er beweist viel Kreativität und Herzlichkeit und jeder der Charaktere, selbst der grummlige Direktor Gardner (herrlich: Robert Downey Jr.), wachsen einen untrennbar ans Herz. Hier wurde ein großes Stück Lebensmut, ein wenig Moral und viel Witz verpackt! Charlie Bartlett ist so wie Igby hätte sein können.
___________________________________________________________________________
Cidade de Deus (2002)
Cast: Edson Oliveira, Douglas Silva, Alice Braga
Director: Kátia Lund, Fernando Meirelles
Writer: Bráulio Mantovani, Paulo Lins
Runtime: 130 minutes
Genre: thriller, drama, crime
Meine Wertung: 9/10
Wow. Mal wieder ein Meisterwerk entdeckt. Was heißt "entdeckt", denn kennen tu ich es schon länger und habe schon viel Gutes darüber gehört - aber dass es mich so beeindrucken würde... City of God hält einen Spiegel vor - vor eine Welt, in der wir alle leben und die wir doch so oft ignorieren. Es ist eine (wahre!) Geschichte über Gewalt und das Aufwachsen mit ihr, über die Möglichkeiten des Lebens und für welche man sich entscheidet, über Drogen und Macht, über das Zurechtkommen oder gar Überleben in einer solchen Gesellschaft. Doch obwohl der Film so viel Tod und Grausamkeit beinhaltet strotzt er nur so vor überschäumenden Leben. Er schockiert, wühlt auf, aber er deprimiert nicht oder lässt alles Schöne am Leben hinter den dunklen Wolken der Zuständen in der Ciudade de Deus verschwinden. Ohne Kitsch, ohne Pathos bleiben Lebensfreude, Träume und Hoffnung erhalten. Umso beeindruckender wird das Ganze, wenn bewusst wird, dass es sich fast ausschließlich um Laienschauspieler handelt, die vielleicht gerade durch ihre Nähe zu der der dargestellten Realität, nicht weit von ihr entfernt spielen können. Erst kürzlich kam mir die Frage unter die Augen, ob Slumdog Millionaire oder City of God besser wäre, doch sind die beiden gar nicht zu vergleichen, auch wenn beide eine Art Gesellschaftsstudie ganz bestimmter Unterschichtsmilieus sind, so ist der Ansatz ein ganz anderer: Slumdog erzählt mit etwas (gut portionierten) Pathos von Schicksal und Liebe und stellt eine nahezu übernatürliche Geschichte dar, City of God ist Realität - und doch können beide ein unglaublich gutes Gefühl von Leben vermitteln.
___________________________________________________________________________
The Colour of Magic (2008)
Cast: David Jason, Sean Astin, Tim Curry
Director: Vadim Jean
Writer: Terry Pratchett, Vadim Jean
Runtime: n/a
Genre: fantasy, comedy
Meine Wertung: 7/10
Natürlich sind Terry Pratchetts zahlreiche Bücher Fantasy pur und das ist nicht jedermanns Sache (meine eigentlich auch nicht), jedoch bestechen Pratchetts Werke durch viel Humor und Ironie sowie durch ein enormes Hintergrundwissen der Weltgeschichte, der Mythologie und auch der Naturwissenschaften. Die Scheibenweltfangemeinde hat schon länger eine Verfilmung des abstrusen Stoffs erwartet, was mit der britischen Fernsehproduktion von 2008 nun geschehen ist. The Color of Magic beinhaltet zwei Bücher ( "Das Licht der Fantasie" und "Die Farbe der Magie") und ist selbst auch ein Zweiteiler. Wie immer hat man bei der Lektüre natürlich seine ganz eigenen Vorstellungen entwickelt, jedoch konnte der Film durch die aufwendige Darstellung der Scheibenwelt und ihrer eigenartigen Orte überzeugen. Auch die Charaktere sind nah dran und meist genauso liebenswert und verrückt wie im Buch. Die Geschichte ist spannend und lustig, die Umsetzung hervorragend und es sind auch einige große Schauspieler an dem Projekt beteiligt, so z.B. Sean Astin (Sam aus Herr der Ringe I, II, III) als Zweiblum und grandios diabloisch Tim Curry (Frank-N-Furter aus der Rocky Horror Picture Show) als Erzkanzler Trymon. Weitere Pratchett-Verfilmungen müssen nun bestimmt nicht mehr lange auf sich warten lassen.
___________________________________________________________________________
D
The Darjeeling Limited (2007)
Cast: Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwartzman
Director: Wes Anderson
Writer: Jason Schwartzman, Roman Coppola
Runtime: 91 minutes
Genre: drama, comedy, adventure
Meine Wertung: 9/10
Wes Anderson ist ein Meister, das weiß ich nun spätestens seit Darjeeling Limited! Es hat einfach alles gestimmt: eine kuriose Geschichte, perfekte Schauspieler, wundervolle Kulissen, herrlicher Wortwitz und allein die Grundstimmung des Films vermochte zu amüsieren. Drei verfremdete Brüder auf einer spirituellen Reise durch Indien, angeführt durch Francis (herrlich: Owen Wilson, den gesamten Film über mit einbandagierten Gesicht), eher widerwillig begleitet von Jack, der immer noch unter der Trennung von seiner Freundin leidet (Jason Schwartzman und Natalie Portman, deren Geschichte im Kurzfilm Hotel Chevalier gezeigt wird) und vom Dritten im Bunde: Peter, der ständig Kopfschmerzen hat, weil er nicht die Brille des verstorbenen Vaters mit zu hoher Sehstärke ablegen will (der Mann mit dem herrlich traurigen Gesicht: Adrien Brody). Diese Reise steckt voller Charme und kurioser Dialoge, immer unterlegt von entweder indischer Musik oder Peter Sarstedt. Ich weiß gar nicht, wie ich das noch beschreiben soll - muss man einfach selbst gesehen haben.
___________________________________________________________________________
The Departed (2006)
Cast: Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson
Director: Martin Scorsese
Writer: William Monahan, Siu Fai Mak
Runtime: 152 minutes
Genre: thriller, drama, crime
Meine Wertung: 9/10
Ein Scorsese-Meisterwerk! Auch nach dem dritten Mal sehen kann ich nicht anders als begeistert sein. Es ist einfach herrlich mitanzusehen, wie naturgewaltige Männer aufeinander prallen, sich gegenseitig nur verarschen und dabei viel riskieren. Es wimmelt nur so von Verrätern, Maulwürfen, Ratten oder wie auch immer man sie nennen mag und jeder von ihnen wird unter dem immensen Druck immer gewiefter; die einen gehen jedoch daran zu Grunde, die anderen werden enorm zerstörerisch. Wer von den genialen Ausnahmeschauspielern (Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Whalberg, Alec Baldwin, Martin Sheen) wer ist, soll nicht verraten werden, denn gerade die für manche der Schauspieler untypische Rollenverteilung holt noch mehr Besonderes aus den Charakteren heraus. Nur Jack Nicholson ist in seiner ganz eigenen Paraderolle zu sehen: ein abgewichstes Arschloch, diabolisch wie nur er das kann!
___________________________________________________________________________
The Kite Runner (2007)
Cast: Khalid Abdalla, Atossa Leoni, Shaun Toub
Director: Marc Forster
Writer: Khaled Hosseini, David Benioff
Runtime: 122 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 7/10
War mal wieder bei der Cinebook und hab mal wieder ein Buch gewonnen!
Diesmal handelt es sich um Drachenläufer, ein mir vielseits empfohlener Roman und ein ebenbürtiger Film. Beurteilen kann ich bisher nur den Film, dessen Geschichte und Bilder berührend und aufwühlend sind, der den Zustand eines kaputten Landes schildert und teilweise auch anschneidet, wie es dazu kommen konnte. Kabul in den 70ern: Amir, Sohn eines reichen Mannes, und Hassan, Sohn des Dieners sind beste Freunde. Hassan nimmt alles für seinen Freund auf sich, Amir selbst ist eher feige und verrät nach einem erfolgreichen Drachentunier die Freundschaft, woraufhin sich ihre Wege, auch aus politischen Gründen, trennen. Viel Schlimmes geschieht in Afghanistan, womit Amir kaum noch in Berührung kommt in seiner neuen Heimat Amerika, bis er durch tragische Ustände gezwungen wird in das von den Taliban beherrschte Land zurück zu kehren. Ab diesem Punkt nimmt der Film krasse und brutale Züge an, wodurch man den Menschen kaum noch als solchen erkennen kann. Endet die Geschichte mit einem kleinen Sieg, so bleibt jedoch Afghanistan so zerstört und brutal beherrscht weiter bestehen und ermöglicht kein Aufatmen beim Abspann. Es ist ein hervorragender Film, der vor allem durch seine wundervollen Charaktere lebt. Interessant ist vielleicht noch, dass er komplett in China gedreht wurde!
___________________________________________________________________________
The Three Investigators and the Secret of Terror Castle (2009)
Cast: Chancellor Miller, Nick Price , Cameron Monaghan
Director: Florian Baxmeyer
Writer: Aaron Mendelsohn, Philip LaZebnik
Runtime: n/a
Genre: mystery, family, adventure
Meine Wertung: 4/10
Alfred Hitchcocks ??? sind ja eigentlich ziemlich cool. Die Geschichten, die ich vor allem aus Hörspielen und ein paar Büchern kenne, waren immer spannend und witzig. Aber dem Film fehlt es da leider an einigem. Er ist ganz nett anzusehen, mehr aber auch nicht. Meine kleinen Schwester hatte schon ihren Spaß, denn einige spannende Szenen waren natürlich drin und sie ist vor allem auf die hochmoderne Detektivausrüstung abgefahren, Vielleicht bin ich ja doch nicht ganz die Zielgruppe, wobei ich ja aber einige Kinderfilme total klasse finde. Eigenartigerweise fand ich es überhaupt nicht ersichtlich, ob es sich um eine amerikanische, deutsche, britische oder gar südafrikanische Produktion handelt - das war auf eine komische Art und Weise miteinander vermischt. Kommt man eigentlich mal eben mit dem Auto von Südafrika nach Californien?
___________________________________________________________________________
E
Elegy (2008)
Cast: Ben Kingsley, Penélope Cruz, Sonja Bennett
Director: Isabel Coixet
Writer: Nicholas Meyer, Philip Roth
Runtime: 108 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 7/10
...mal wieder ein Buch gewonnen...
Schon das wundervolle Plakat mit den wunderbaren Augen der wunderschönen Penélope Cruz lockt einen in diesen Film. Und Penélope ist auch wirklich ganz bezaubernd, kann ihren Charme und ihre intelligente Schönheit versprühen, nur ihr Temperament (wie in Volver oder Vicky Cristina Barcelona) darf nicht wirklich zum Vorschein kommen, womit aber auch bewiesen wird, dass die Cruz auch ruhige, bedachte, fast schon erhabene Charaktere spielen kann. Ihr gegenüber steht der schlichtweg geniale Ben Kingsley, von dem man sowieso nie weniger als sein hohes Niveau an solider Schauspielkunst erwartet. Es ist schonmal gut, wenn die Protagoniste eines Films derart starke Menschen hinter sich stehen haben, doch selbst die Nebenrollen sind mit Patricia Clarkson, Dennis Hopper und Peter Sarsgaard (Garden State) hervorragend besetzt. Die Personen stimmen also schonmal, fehlt noch die Geschichte, welche durch die ausgezeichnete Romanvorlage von Philip Roth "Das sterbende Tier" einiges verspricht. Ein alternder Professor, der sich zeitlebens nie binden konnte und sich gerne immermal auf Studentinnen einlässt, verliebt sich in eine der eben genannten und beginnt immer mehr an sich zu zweifeln, mit seinem Alter zu hadern und das Leben kompliziert zu machen. Er betet die junge Cubanerin Consuela an und auch sie scheint ihn ernsthaft zu lieben, doch dies kommt im Film leider zu kurz, denn die gegenseitige Verehrung kann nicht wirklich überzeugend gezeigt und weiterentwickelt werden; sie bleibt auf der Stelle stehen, in dem der Professor immer nur die Schönheit seiner Studentin bekundet. Und dennoch ist Elegy ein Film mit besonderem Lebensgefühl, er ist durchaus liebevoll, witzig, auch erotisch und nicht zuletzt tragisch.
___________________________________________________________________________
Ellie Parker (2005)
Cast: Naomi Watts, Rebecca Riggs, Scott Coffey
Director: Scott Coffey
Writer: Scott Coffey
Runtime: 95 minutes
Genre: comedy
Meine Wertung: 6/10
Mal wieder in der Videothek gewesen, mal wieder einen Film geholt, von dem man noch nie vorher etwas gehört hat, mal wieder in den ersten 5 Minuten festgestellt: "Okay, das habe ich jetzt wirklich nicht erwartet!". Wenn man sich jedoch auf Ellie Parker einlässt, gibt der Film sehr interessante und auch abschreckende Einblicke ins Hollywoodleben. Nicht satirischer Art, nicht bunt und aufgedreht, nicht mit massenweise Stars, die sich für den Karriereschub mal eben selbst verkohlen - nein, Ellie Parker ist echt, ist Leben wie es in Hollywood eben ist. Ellie ist mittellose Schauspielerin in L.A., jedenfalls versucht sie es schon lange, eine zu sein. Von einem beschissenem Casting zum nächsten, ein dämlicher Machofreund, eine beste Freundin, die eigentlich auch nur eine der tausenden Konkurrentinnen ist und allerhand andere blöde Sachen, die im Leben nun mal passieren. Der Film ist erschreckend authentisch, vor allem dadurch, dass er wie eine Reportage gedreht wurde, aber auch weil man die Geschichte als komplett echt empfindet. Filmisch umgesetzt ist das Werk weniger gut und auch einige Szenen sind wirklich zu eigenartig (schräger Schauspielunterricht, Therapiestunden, ausgekotztes Schlumpfeis u.ä.), aber das ist das Leben ja auch. Das beste daran ist Naomi Watts: sie spielt einfach extrem gut!
___________________________________________________________________________
Emma (1996)
Cast: Gwyneth Paltrow, James Cosmo, Greta Scacchi
Director: Douglas McGrath, Diarmuid Lawrence
Writer: Douglas McGrath, Jane Austen
Runtime: 121 minutes
Genre: comedy, romance
Meine Wertung: 6/10
Ganz klar: Jane Austen muss man mögen. Wenn man dann tatsächlich etwas mit der Welt voller Missverständnisse, Eitelkeiten, Stolz und Vorurteile rund um Hochzeiten bzw. dem Ziel zu heiraten, anfangen kann, dann wird man auch an Emma Gefallen finden, ein Film der sich nahezu nahtlos in seine Schwesterwerke eingliedert. Auch hier steht eine ganz besondere Frau, mit höherer Intelligenz, im Mittelpunkt und natürlich dreht es sich alles um die richtigen Eheverbindungen. Emma selbst möchte eigentlich nur Gutes tun, indem die Ehen stiftet, doch beschert sie allen damit häufiger Unglück und Chaos als dass sie die richtigen zusammen führt. Manche mögen das anders sehen, jedoch gehört Emma meiner Meinung nach zu den weniger sympathischen Charakteren Austens, wurde aber zugegebenermaßen von Gwyneth Paltrow hervorragend verkörpert. Allgemein ist die englische Gesellschaft von damals, so wie sie von Austen dargestellt wird, schön anzusehen, was den Film schlicht zu einem netten Reigen zwischen sanften Turbulenzen und gesellschaftlichen Empfängen macht - nicht mehr und nicht weniger.
___________________________________________________________________________
He's Just Not That Into You (2009)
Cast: Scarlett Johansson, Ginnifer Goodwin, Justin Long
Director: Ken Kwapis
Writer: Liz Tuccillo, Greg Behrendt
Runtime: 129 minutes
Genre: comedy, drama, romance
Meine Wertung: 6/10 7/10
Den Film fand ich von vorneherin sehr anziehend, allein wegen des großen Staraufgebots: Jennifer Aniston, Ben Affleck, Scarlett Johansson, Jennifer Connelly, Drew Barrymore, Kevin Connolly (der Typ aus Auf Schlimmer und Ewig) und viele andere attraktive Hollywoodmenschen, die hervorragend in einen Beziehungshickhackfilm der modernen Großstadt, mit angeblich modernen, erwachsenen Persönlichkeiten passen. "Angeblich" deshalb, weil: es ist ja alles so kompliziert und man weiß einfach nicht wie man sich in welcher Situation verhalten soll: Ruft er nicht an, weil was passiert ist oder steht er einfach nicht auf mich? Schläft sie nicht mit mir, weil sie emotional noch nicht soweit ist oder steht sie einfach nicht auf mich? Heiratet er mich nicht, weil er tatsächlich gegen das Prinzip der Ehe ist oder steht er einfach nicht auf mich? usw..... Was hier alles sehr stereotyp klingt ist es zwar auch, konnte aber wirklich gut und geradezu Augen öffnend dargestellt werden. Ich konnte bei dem Hin und Her und den "Wer-steht-auf-wen-Spielchen" durchaus mitfühlen und dachte mir einige Male, wie anstrengend denn eigentlich Frauen sind und wie dämlich die Männer?! Am meisten konnte ich aus den Ratschlägen des Welt und Frauen erfahrenen Alex (Justin Long) ziehen, der das Eine um das Andere mal die Sache richtig auf den Punkt gebracht hat. Auch richtig gut und den Bezug zum Stino-Menschen herstellend, waren die Einschübe von Story-Unbeteiligten, die kurz reportagenmäßig aus dem realen Leben sprachen. Aber Gott sei Dank gab es am Ende noch ordentlich Balsam für die Seele, denn schließlich ist das Hollywood und da wollen wir doch gar nicht nur sehen, wie das wahre Leben ist - ein bisschen Heiratsantrag hier und "Endlich Liebe gefunden" da und alles ist wieder gut. Hach...wer will schon das wahre Leben?:)
___________________________________________________________________________
F
Fast & Furious (2009)
Cast: Vin Diesel, Paul Walker, Jordana Brewster
Director: Justin Lin
Writer: Gary Scott Thompson, Chris Morgan
Runtime: 107 minutes
Genre: action
Meine Wertung: 6/10
Popcornkino Deluxe würde ich mal sagen. Denn es hat von der ersten Minute an einfach nur Spaß gemacht! Es wird wieder weniger gelabert, sondern ordentlich gefahren. Die Actionszenen konnten begeistern - das Popcorn wurde nur so in sich hineingeschoben, ohne es überhaupt zu merken. Auch der deutsche Untertitel Neues Modell. Originalteile passt super, denn genau das macht den Film aus, wieder die ganz ursprünglichen Karren (feine rote Chevelles und grüne Torinos) und derbes Gegeneinandergeplautze. Selbstverständlich kann man hier keine hochwertige Story erwarten; die Dialoge und damit auch das Schauspielerische sind ziemlich platt - aber was solls, sowas braucht man hier ja auch gar nicht!
...und Paul Walker - jamjamjam...
___________________________________________________________________________
Festen (1998)
Cast: Ulrich Thomsen, Henning Moritzen, Thomas Bo Larsen
Director: Thomas Vinterberg
Writer: Thomas Vinterberg, Mogens Rukov
Runtime: 105 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 5/10
Manch ein Filmkenner wird nun mit Entsetzen meine Bewertung in Frage stellen, da Das Fest als einmaliges Meisterwerk des Dogmafilms gilt, ich ihm aber nur 5 Punkte zusprechen kann. Ich denke, der Hauptgrund liegt in der Tatsache, dass ich offensichtlich kein Dogma-Fan bin. Mich hat die ewige, qualitativ minderwertige Handkamera schnell angestrengt und die mangelnden Szenenbilder sowie die scheinbar fehlende Struktur der einzelnen Szenen im Ganzen haben mich nur noch genervt. (Hier wird ganz gut zusammengefasst, was Dogma ausmacht (mir aber leider nicht gefällt)). Natürlich waren die Charaktere, die Geschichte und die ganze Umsetzung sehr realistisch und nah am normalen echten Menschen, wobei die Mitglieder der (hervorragend) dargestellten Familie nicht wirklich als normal zu bezeichnen sind - aber da wäre ich wieder beim alten Thema: welche Familie ist schon normal? Wie sehr sie sich davon entfernt und welche furchtbaren Dinge passiert sind, kommt nach und und nach ans Licht und weiß zu bewegen oder gar erdrücken bis alles in einer schon viel früher erwarteten Eskaltaion zu Ende geht. Guter Stoff, glaubwürdig und mit gehöriger Wirkung hervorgebracht...wahrscheinlich war dies so nur mit den Dogma-Techniken möglich, wahrscheinlich tragen diese die volle Verantwortung für das zweifelsfreie Gelingen des Films, aber mögen muss ich das doch nicht, oder?!!
___________________________________________________________________________
Changeling (2008)
Cast: Angelina Jolie, Gattlin Griffith, Michelle Martin
Director: Clint Eastwood
Writer: J. Michael Straczynski
Runtime: 140 minutes
Genre: mystery, drama, crime
Meine Wertung: 8/10
Ein packender, schockierender und authentischer Film! Clint Eastwood hat wieder einmal gezeigt, dass er es als Regisseur echt drauf hat. Angelina Jolie zeigt, dass sie nicht nur die sexy toughe Killerin sein kann, sondern auch sehr tragisch und verzweifelt, wobei ich es so beeindruckend fand, wie man die ganze Zeit über sehen konnte, wie viel in ihrem Charakter steckt. So erstaunlich es ist, man kauft Angelina die leichte Hausfrauenmentaliät ab sowie ihre innere Entwicklung im Laufe des Films. John Malkovich war souverän wie immer und meine große Schauspielerüberraschung war Geoff Person aus Auf Schlimmer und Ewig, der ja gar nicht nur Fernsehcomedy machen muss, sondern auch auf der großen Leinwand überzeugt. Es ist einer dieser Filme, die vollgestopft sind mit Ungerechtigkeit, bei der es einem die ganze Zeit hochkommen könnte. "Sowas geht doch nicht!", "Das können die doch nicht machen!" und "Oh mein Gott!" denkt man sich immer wieder. Aber es ist eine wahre Geschichte, was sich auch Gott sei Dank am Ende des Films zeigt, da er nicht einfach mit "Friede Freude Eierkuchen, die Verbrecher sind hinter Gitter und alles ist vorbei" endet. Denn so ist das Leben nicht, das persönliche Drama geht immer weiter.
___________________________________________________________________________
Frost/Nixon (2008)
Cast: Sam Rockwell, Kevin Bacon, Michael Sheen
Director: Ron Howard
Writer: Peter Morgan
Runtime: 122 minutes
Genre: drama
Mein Wertung: 7/10
Ich habe mich gerade recht viel mit der Watergate-Affäre um Nixon beschäftigt und auch erst vor kurzem Die Unbestechlichen (9/10) gesehen, so dass sich Frost/Nixon da wunderbar einfügt, jedoch ist es (ich nehme an zum Glück der Zuschauer) nicht unebdingt nötig, die ganzen Einzelheiten und Namen des damaligen Skandals zu kennen. Es ist eher ein psychologischer Film, der, aufbauend auf die großartigen schauspielerischen Leistungen, sowohl die Stärken und Schwächen zweier völlig unterschiedlicher Männer als auch deren Konfrontation miteinander darstellt. Der Film verstand es die große Bedeutung des Interviews von Frost mit Nixon darzustellen und beschrieb auch den schwierigen Weg dahin, doch muss man Filme mögen, die sich, ähnlich der Gerichtsfilme oder auch Journalistenfilme (Die Unbestechlichen), an einen Fall klammern und diesen durchweg bearbeiten. Ich mag solche Filme.
Mich hat nur gestört, dass dieser hier pseudo-dokumentarisch angelegt war und zwischendurch fiktive, rückblickende Interviewmitschnitte der Beteiligten zeigte, welche meiner Meinung nach störend und unnötig waren.
___________________________________________________________________________
Breakfast at Tiffany's (1961)
Cast: Audrey Hepburn, George Peppard, Patricia Neal
Director: Blake Edwards
Writer: George Axelrod, Truman Capote
Runtime: 115 minutes
Genre: romance, drama, comedy
Meine Wertung: 8/10
Ich habe Breakfast at Tiffany's das erste Mal wieder gesehen, nach dem ich nun (vor einiger Zeit) das Buch gelesen habe. Der Film ist auf jeden Fall anders als das Buch, vor allem dadurch, dass Capotes Werk eine melancholischere Stimmung hat und die Story im Film hollywoodisiert wurde. Das macht den Film nicht ganz so gut wie seine Vorlage, hat es aber bestimmt erleichtert, das Geschehen zu verfilmen. Und dennoch spielt Audrey Hepurn die schräge, aufgedrehte Möchtegerndiva Holly Golightly, die letztlich doch nur ein kleines ängstliches Mädchen ist, so hervorragend, dass tatsächlich genau der Charakter aus den Buch getroffen wurde. Ich liebe es ihrem Lebensstil zuzusehen, ihre abgedrehte Logik nachzuvollziehen und von jeder neuen Entscheidung und Handlung Hollys überrascht zu werden. Hin und wieder sind richtig gute Bilder eingebaut (Holly im zerstörten Zimmer, im rosa Kleid mit rosa Glitzerdiadem und überall herumfliegende Federn) und es scheint gar nicht so unpassend, dass der Film einen Hollywoodausgang bekommen hat, da die ganze Zeit nach allen Regeln der Kunst darauf hingearbeitet wurde - im Buch hätte das nicht funktioniert. So empfiehlt sich aber beides: den Film zu sehen und das Buch zu lesen.
___________________________________________________________________________
50 First Dates (2004)
Cast: Adam Sandler, Drew Barrymore, Rob Schneider
Director: Peter Segal
Writer: George Wing
Runtime: 99 minutes
Genre: comedy, romance
Meine Wertung: 6/10
Ganz kurz: besser als ich dachte! 50 erste Dates zeugt durchaus von Kreativität und originellem Witz und ist auch gar nicht zu 100 % vorhersehbar, sondern nur zu vielleicht 80 %!
Lucy (Drew Barrymore) hat durch einen Autounfall ihr Kurzzeitgedächtnis verloren und kann sich an nichts mehr erinnern, was nach dem Unfall passiert ist. Jeden Tag erwacht sie in dem Glauben, es sei der besagte Unglückstag und damit der Geburtstag ihres Vaters, welcher nun schon ein Jahr lang täglich das gleiche Geschenk bekommt und den immer gleichen Kuchen essen muss. Auch als der schwerverliebte Henry (Adam Sandler) in ihr Leben tritt, kann sie sich tagein tagaus nicht daran erinnern, ihn zu kennen. Dies veranlasst Henry erst zu allerhand kreativen Möglichkeiten sie kennen zu lernen und für sich zu gewinnen und nachdem einige Hürden mehr oder weniger erfolgreich überwunden wurden, sich immer neue romatische Dates zu überlegen. Ob sie sich wohl jemals an ihn erinnern wird? Ob die beiden eine normale Beziehung führen können? Ob Lucys dämlicher Bruder die Anibolika aufgibt? Und ob Hernys dämlicher Freund Ula je aufhört Haie für liebenswerte Freunde des Menschen zu halten? Dies und mehr erfahrt ihr in der äußerst süßen und abwechslungsreichen Komödie von Peter Segal.
___________________________________________________________________________
G
Ganz und gar (2003)
Cast: David Rott, Mira Bartuschek, Hanno Koffler
Director: Marco Kreuzpaintner
Writer: Maggie Peren
Runtime: 95 minutes
Genre:
Meine Wertung: 7/10
Gar keine Frage, bei diesem Film bin ich wahnsinnig subjektiv, subjektiver als sonst ohnehin schon. Doch als Herausforderung werde ich mich nun bemühen, Ganz und Gar auf die gleiche Art und Weise zu beurteilen wie die anderen Film auch. Er handelt von einem großen Verlust, von Freundschaft, von harten Zeiten und vom "auf-die-Probestellen" zwischenmenschlicher Beziehungen, aber auch von Liebe, Sommer und einem gutem Gefühl. All dies konnte Marco Kreupaintner in einen wundervollen kleinen deutschen Film packen. Dieser ist authentisch (wie oft denkt man sich "Oh Gott, das ist Deutschland!"), spannend und einfühlsam. Die Charaktere sind richtig gut rübergebracht, vor allem von David Rott als Torge und Mira Bertuschek als seine große Herausforderung Lisa, und die Musik (Max Koffler und Kerosin!) konnte dem Film einiges geben, vor allem eines meiner liebsten schief gesungenen Lieder (Ganz und Gar oder die Filmversion). Oh jee, sehr objektiv klingt das alles jetzt hier doch nicht, aber was kann ich dafür, wenn der Film wirklich gut ist?! ..ich wanderte durch ein Feld voll weißer Rosen, nur die eine, die ich sah, leuchtet rot so ganz und gar...
___________________________________________________________________________
Bring It On (2000)
Cast: Kirsten Dunst, Eliza Dushku, Jesse Bradford
Director: Peyton Reed
Writer: Jessica Bendinger
Runtime: 98 minutes
Genre: comedy
Meine Wertung: 5/10
Man nehme nichtmal eine Hand voll Mädels, einen gemütlichen Abend und Girls United und schon hat man eine Menge Spaß. Klar ist der Film als Teenie-Cheerleader-Spektakel nicht besonders helle, aber das erwartet ja auch keiner von ihm. Auf jeden Fall konnte er zeigen, dass Cheerleading absolut unterschätzt wird - nicht, was die Intelligenz oder die beliebte Stellung der Mädchen (und Jungs!) in der High School betrifft, aber durchaus ihren sportlichen Aspekt, der allen Respekt verdient. Da können wir Normalomädchen, die auf der High School wahrscheinlich weniger beliebt gewesen wären, nur neidisch sein.
Wie gesagt, bei dem Film geht es vor allem um Spaß und dieses Kriterium kann er mit all seinem Zickenterror und großen Dramen voll erfüllen. ...Spirit-Fingeeeeeersss...
___________________________________________________________________________
The Good Night (2007)
Cast: Keith Allen, Steffan Boje, Penélope Cruz
Director: Jake Paltrow
Writer: Jake Paltrow
Runtime: 93 minutes
Genre: romance, fantasy, drama
Meine Wertung: 5/10
Nächtliche Träume bergen so einige Faszination. Beinhalten sie doch eine konfuse, oft undruchschaubare Mischung aus Wünschen, Verarbeitung von Vergangenem, versunkenen Stücken aus dem Unterbewusstsein und wer weiß was noch. Von dieser anderen Welt, die sich im Schlaf auftut, fühlt sich der erfolglose (Werbe-)Musiker Gary immer mehr angezogen, da ihm regelmäßig die wunderschöne Melodia (Penélope Cruz!!!!!) begegnet, die er noch nie zuvor gesehen hat, aber von der er den Blick nicht mehr abwenden will. Er schottet sich von der Umwelt ab, sucht einen Traumdeutungsexperten auf (Danny DeVito), verdunkelt seine Wohnung und macht sie schalldicht, um nur noch zu schlafen. Dadurch geht seine eh schon brüchige Beziehung mit der angenervten Dora (Gwyneth Paltrow) kaputt, sein bester Freund (Simon Pegg) ninmt ihn immer weniger ernst und als er tatsächlich der Melodia aus seinen Träumen in Form von Anna im echten Leben begegnet, wird es natürlich kein wahrgewordener Traum, sondern zerstört eher seine mühsam erschaffene Illusion. Der Film birgt zwar einiges Potential, zumal ich Traumdeutung und das Kontrollieren von Träumen schon immer sehr spannend fand, kann aber durch einige Längen und eine fehlende Struktur nicht wirklich eine passende Atmosphäre aufbauen. Die Schauspieler sind zwar hervorragend und retten einiges an der leider nicht ganz ausgereiften Story, können aber nicht über das aufdringliche Gefühl hinwegtäuschen, dass hier einges an Möglichkeiten verschenkt wurde. Auch die Traumsequenzen Garys sind kaum so traumhaft, um verständlich zu machen, warum er die Illusionswelt am liebsten gegen die reale eintauschen will! Schade.
___________________________________________________________________________
Gran Torino (2008)
Cast: Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang
Director: Clint Eastwood
Writer: Dave Johannson, Nick Schenk
Runtime: 116 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 8/10
Ich wusste ja gar nicht, dass der Film auch so witzig ist! Es kam im Trailer gar nicht rüber, dass man so viel Grund zum Lachen bekommt, aufgrunf der, von Schlatter schon erwähnten, herrlich bissigen Bemerkungen von Clint Eastwoods Walt Kowalski samt der knurrigen "Bulldoggenart".
Father Janovich: Why didn't you call the police?
Walt Kowalski: Well you know, I prayed for them to come but nobody answered.
Kowalski ist zwar ein rassistisches Arschloch (wobei er selbst polnischer Abstammung ist), aber vor allem anfangs kann man es ihm bei seinen nervigen Söhnen, dem anstrengenden Priester und den etwas zu großzügigen Hmong kaum verübeln, dass er einfach mal seine Ruhe haben will. Abermals zeigte sich, dass Eastwood als Regisseur ein Händchen für Charakterentwicklung hat. Da denke ich an Million Dollar Baby, wo sowohl er als Trainer als auch sein Schützling Hillary Swank eine unglaubliche, aber authentische Veränderung hinlegen oder auch die leichte und glaubwürdige Wendung Angelina Jolies in Der fremde Sohn. Auch in Gran Torino ist das neue Aufleben Kowalskis und das Aufblühen Thaos hervorragend dargestellt und umgesetzt. So krass hereinbrechend das Ende auch ist, so unterstützt es nur die bisherige Geschichte und erscheint als die perfekte Lösung. Damit wird ein klasse Film abgerundet, nach dem man ein wenig bedauert, Eastwood nicht noch mal auf der Leinwand zu sehen, jedoch auch zufrieden mit seiner letzten perfekten Darstellung ist.
___________________________________________________________________________
H
Hair (1979)
Cast: John Savage, Treat Williams, Beverly D'Angelo
Director: Milos Forman
Writer: Michael Weller, James Rado
Runtime: 121 minutes
Genre: drama, comedy, musical
Meine Wertung: 7/10
Mit Hair bin ich aufgewachsen, die Musik höre ich seit Jahren und überhaupt ist ja der ganze Hippiekram, Woodstock und die gesamte Ära ein Teil von mir. Somit hat es mir natürlich sehr viel Spaß gemacht, mal wieder den Film zu sehen, denn ich konnte mitsingen und dazu abgehen. Doch wahrswcheinlich kann ich den Film mittlerweile etwas kritischer betrachten als früher. Es ist ein ein recht unkonventionelles Musical, sowohl Gesang, Tanz als auch Texte betreffend. Die Sänger haben alle keine super klaren Stimmen, sie bewegen sich nicht alle in einer synchronen Choreografie und singen vor allem ständig von allen möglichen Drogen. Das alles macht das Musical aber natürlich aus; es versteht durchaus, die Zeit und ihre Stimmung einzufangen (der Film ist ja 1979 entstanden, war also auch gar nicht so weit davon entfernt). In der ersten Hälfte dümpelt die Geschichte leider etwas rum und es ist kein roter Faden zu erkennen, jedoch wird die zweite Hälfte (auch politisch) umso interessanter und sogar tragisch. Man muss nicht Musicals lieben, um den Film zu mögen, jedoch sollte man einiges für die Endsechziger und ihre Musik übrig haben, um wirklich Gefallen und Spaß an Hair zu finden. Ich hatte glatt Lust meine Haare wieder wachsen zu lassen!^^
___________________________________________________________________________
House of Sand and Fog (2003)
Cast: Jennifer Connelly, Ben Kingsley, Ron Eldard
Director: Vadim Perelman
Writer: Shawn Lawrence Otto, Vadim Perelman
Runtime: 126 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 7/10
Kathy (Jennifer Connelly) macht gerade so einiges durch: vom Mann verlassen, mit der Alkoholsucht kämpfend, wird sie auch noch durch einen Fehler des Finanzamtes aus ihrem Haus geworfen, welches billig zwangsversteigert wird. Behrani (Ben Kingsley), ein stolzer und weiser Mann, versucht den Status seiner Familie, den er in seiner iranischen Heimat hatte, auch in Amerika aufrecht zu erhalten bzw. ersteinmal wiederzuerlangen. Ein großer Schritt ist für ihn der Kauf eines zwangsversteigerten Hauses, dass er aufmöbelt und für viermal soviel wieder verkaufen will. Hier prallen die beiden Protagonisten aufeinander, beide haben ihre Träume, ihre Hoffnung, ihre Ansprüche an das Leben und wollen um jeden Preis daran festhalten, so sehr sie dabei auch dramatisch miteinander kollidieren. Die Geschichte ist zunächst simpel, doch umso komplexer erscheinen ihre Charaktere. Vor allem Ben Kingsley ragt mit seiner vielschichtigen Figur heraus: ein respektgewohnter, stolzer Mann des Militärs und doch auch liebend und sanft, versucht seine Familie zu schützen und ihr das Bestmögliche zu bieten. Ganz langsam und ruhig gleitet der Film dahin, zumeist dunkle, vernebelte Bilder sowie die tragische Musik James Horners (Komponist der Titanic Musik!) unterstreichen die Melancholie, bis die unvermeidlichen Konsequenzen geschehen und die Welt aller Beteiligten endgültig zusammenbricht. Ein hervorragend gespieltes und inszeniertes Melodram.
___________________________________________________________________________
Home (2008)
Cast: Isabelle Huppert, Olivier Gourmet, Adélaïde Leroux
Director: Ursula Meier
Writer: Alice Winocour, Raphaëlle Valbrune
Runtime: 95 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 6/10
An Home bin ich mit völlig falschen Erwartungen herangegangen, da der Trailer eine Komödie zeigte, der Film letztendlich eher ein Drama, maximal (aufgrund der lustigen ersten 10/20 Minuten) eine Tragikkomödie, war. Eine fünfköpfige Familie wohnt mitten in der Pampa an einer nicht fertig gebauten Autobahn, die als Spiel- und Parkplatz genutzt wird. Entgegen aller Erwartungen wird diese aber plötzlich vollendet und nun brausen täglich tausende Autos am Familienheim vorbei. Die Lärmbelästigung ist enorm, die Schlaflosigkeit und die nervliche Anspannung nehmen bei allen Familienmitgliedern zu. Vor allem die Mutter (Isabelle Huppert, "8 Frauen") gerät schnell an den Rande des Nervenzusammenbruchs und zieht die ganze Familie mit hinunter. Es bleibt schwer nachvollziehbar, warum sie in dem Haus wohnen bleiben und den Strapazen nicht entfliehen, jedoch ist die immer bedrückendere und krank machende Stimmung extrem gut eingefangen, durch die immer enger und dunkler werdende Szenerie sowie durch die fantastischen Schauspieler (besonders herausragend: der ca. 8 Jahre alte Kecey Mottet Klein). Der Film behandelt die Angst vor der Veränderung und wie zerstörerisch ins Leben einschneidende Dinge sein können, wenn man versucht sie zu ignorieren. Zurück bleibt ein noch lange anhaltendes Gefühl der Beklemmung.
___________________________________________________________________________
Hot Fuzz (2007)
Cast: Simon Pegg, Martin Freeman, Bill Nighy
Director: Edgar Wright
Writer: Edgar Wright, Simon Pegg
Runtime: 121 minutes
Genre: crime, comedy, action
Meine Wertung: 7/10
Eine absolute Überraschung für mich! Wollte ich doch nie Hot Fuzz gucken, in der Annahme, dass mich nur hirn- und niveauloser Klamauk erwarten wird. Hier und da ist zwar mal jemand kopflos und Klamauk ist es tatsächlich, aber einer der feinen britischen Art vor dem Hintergrund eines amerikanischen Blockbusters. Simon Pegg (Shaun of the Dead, The Good Night) und Nick Frost (Shaun of the Dead, Radio Rock Revolution) liefern eine hervorragend komödiantische Leistung ab und wachsen einem als Polizisten Angel und Butterman mit all ihren schrulligen Macken ans Herz. Es geht rasant und auch manchmal ordentlich brutal zu, doch gibt es immer etwas zu lachen. Hot Fuzz vereint verschiedenste Genres: von Western, zu Horror, von Komödie, zu Thriller und kann auch durch abgefahrene Schnitte, selbst in harmlosesten Situationen, künstlerisches Können beweisen. Auf jeden Fall empfehlenswert!
___________________________________________________________________________
The Hotel New Hampshire (1984)
Cast: Rob Lowe, Jodie Foster, Paul McCrane
Director: Tony Richardson
Writer: Tony Richardson, John Irving
Runtime: 109 minutes
Genre: drama, comedy, romance
Meine Wertung: 7/10
Die Geschichte von Hotel Newhampshire steckt voll skurriler Charaktere, eigenartiger Situationen und tragischer Schicksalsschläge. Die Familie Berry würde man wahrscheinlich als "nicht ganz normal" bezeichnen: 3 Hotels in kürzester Zeit mit dem gleichen Namen, eine starke Liebe zu Bären und toten Hunden, Geschwisterliebe, eine Zwergin mit schriftstellerischen Ambitionen, Freud im engen Freundeskreis...jedoch haben sie alle nur ihre Träume und Wünsche, und schaffen es trotz aller Verfehlungen und Rückschläge immer weiter zu machen, wobei die Anzahl der eigentlichen Familienmitglieder stark verringert wird, dafür aber neue hinzukommen. Besonders hervorragend spielen Jodie Foster als Frannie, Nastassja Kinski als Susie the Bear und Jennifer Dundas als Lilly. Frannie hat eine beeindruckende starke, aber auch abgeklärte Persönlichkeit ohne dabei völlig gefühllos zu wirken und Susie, welche voller Komplexe ist, versteckt sich lieber hinter dem Bären in ihr. Jennifer Dunds war damals gerademal 13 und schafft es ihrer Lilly einen enormen erwachsenen Anstrich und Kultiviertheit zu verleihen, die keinem anderen Familienmitglied innewohnt. John Irvings Roman wurde auf wundervolle Art und Weise verfilmt, wobei man sich oftmals an die Charaktere annähern konnte, um dann gleich wieder einen Abstand zu ihnen zu gewinnen, aufgrund weniger nachvollziehbarer Handlungen und Reaktionen. Jedoch hinterlässt die Geschichte vor allem eine gute Moral: Bleib weg von offenen Fenstern!
"Es ist als ob die Gebrüder Grimm und die Marx Brothers beschlossen hätten, gemeinsam einen draufzumachen." (New York Times)
___________________________________________________________________________
I
Igby Goes Down (2002)
Cast: Kieran Culkin, Claire Danes, Jeff Goldblum
Director: Burr Steers
Writer: Burr Steers
Runtime: 97 minutes
Genre: comedy, drama
Meine Wertung: 6/10
Und hier nun wieder so ein Film der Sorte "unerfüllte Erwartungen". Ich dachte bei Igby an eine skurrile Familiengeschichte, mit viel schwarzem Humor und überdrehten Charakteren - irgendwie kann man das zwar hier und da tatsächlich finden, aber nicht in gewünschtem Maße. Der Charakter des 17jährigen Igbys steht scheinbar leer im Raum, seine altkluge Art, sein Ausreißerinstinkt werden nicht wirklich verständlich, genauso wenig wie die Beziehungen zu seiner Mutter (Susan Sarandon), zu seinem Patenonkel (Jeff Goldblum), oder seinem eiskalten Bruder (Ryan Phillippe). Der Film scheint immer irgendwo "dazwischen" zu schweben, er ist nicht abgefahren genug, um wirklich witzig zu sein, aber auch nicht ernst genug, um Drama zu werden, somit fehlte es mir an Einigem, auch wenn die schauspielerische Leistungen der verschiedensten Charaktere wirkich herausragend gut waren. Das hat wohl leider nicht gereicht, um aus der Story noch etwas herausholen zu können.
___________________________________________________________________________
The International (2009)
Cast: Clive Owen, Remy Auberjonois, Patrick Baladi
Director: Tom Tykwer
Writer: Eric Singer
Runtime: 118 minutes
Genre: thriller, drama
Meine Wertung: 6/10
Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen Film anzusehen - denn man kann zwei Stunden lang den wortkargen, grummligen Clive Owen anhimmeln.
Auch abgesehen davon ist es kein schlechter Film. Er enspricht allen Genreregeln und kann sogar gute Action aufweisen ohne eine große Hollywoodproduktion zu sein, vor allem die Schießerei im Guggenheim Museum ist meiner Meinung nach der Höhepunkt des Films. Jedoch ist die Story, trotz des großen Lobs von allen Seiten für ihre Aktualität, etwas dünn. Klar, sind Banken korrupt und Gelder fließen irgendwo lang, wo sie nicht lang fließen dürften, jedoch scheinen mir die Ausmaße der "grauen" Vorgänge in Banken wesentlich komplexer, als sie in The International dargestellt wurden. Das mal eben vier Leute eine Bank leiten und sich nur in Waffenhandel verwickeln, dass diese vier immer den gleichen Killer anheuern, der Politiker auf Wahlkampfbühnen erschießt und auch die Art und Weise wie Interpol arbeitet scheint mir etwas zu einfach und unglaubwürdig. Aber nichtsdestotrotz, ist der Film spannend, die Schauspieler sind gut (Naomi Watts!) und es gibt viele schöne Bilder von Berlin, Mailand, New York und Istanbul zu sehen. Und das Ende - das ist auch gut. Denn die Korruption in Banken kann nicht mal eben ausgelöscht werden, wenn man einen Bänker vom Sockel holt. Das wird immer weiter gehen.
___________________________________________________________________________
J
Jane Eyre (2006)
Cast: Ruth Wilson, Toby Stephens, Lorraine Ashbourne
Director: Susanna White
Writer: Sandy Welch, Charlotte Brontë
Runtime: 202 minutes
Genre: romance, drama
Meine Wertung: 6/10
Und noch eine der neueren BBC-Verfilmungen, diesmal Charlotte Brontës Jane Eyre. Auch dieses Werk entstammt dem England einer anderen Zeit. Sowohl Buch als auch der (200 Minuten lange) Film sind aber im Gegensatz zu den Jane Austen Romanen wesentlich düsterer, obwohl auch sie Liebe und Heirat thematisieren, jedoch in einem ganz anderen, dunkleren Rahmen. So ist Jane Eyre eine verstossene Waise, die nach harten Zeiten im Heim eine Stellung als Gouvernante auf einem dunklen und einsamen Anwesen antritt. Ihr Herr ist alles andere als ein Gentleman, er ist grob, aber auch geheimnisvoll. Die völlig naive und unerfahrene Jane verliebt sich und bekommt diese Liebe sogar erwidert, jedoch werden die beiden durch ein dunkles Geheimnis getrennt. Der Film weiß eine unheimliche und beklemmende Stimmung heraufzubeschwören, welche nur gelegentlich und nur im zweiten Teil durch lichte, leichtere Momente unterbrochen wird. Vor allem anfangs ist der missglückte Versuch, etwas Künstlerisches zu erschaffen, deutlich zu spüren, wirkt aber sehr ungekonnt und dadurch anstrengend, doch im Laufe des Films wissen die Geschichte und die hervorragenden Schauspieler einen mit ihrer Spannung zu fangen.
___________________________________________________________________________
K
Kama Sutra: A Tale of Love (1996)
Cast: Indira Varma, Sarita Choudhury, Ramon Tikaram
Director: Mira Nair
Writer: Mira Nair, Helena Kriel
Runtime: 117 minutes
Genre: romance, drama, crime
Meine Wertung: 8/10
Ich denke, die meisten Leute denken bei "Kama Sutra" an akrobatische Stellungen und absurde Tier-Mensch-Vergleiche, den wenigsten ist das ganze Ausmaß der jahrtausende alten Liebeskunst, die in dem Werk vereint wurde, bewusst. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau, wie man sie bewältigen oder auch für sich nutzen kann und natürlich auch die Anleitung zu sexuellen Offenbarungen werden in einem Buch (ursprünglich ohne Bilder!) zusammengefasst. Mira Nair greift diese Art von Weisheit auf und verarbeitet sie in einen atmosphärischen Film über Liebe, Lust und Leidenschaft, eingebettet in das 16. Jahrhundert in Indien. Wundervolle Bilder der beeindruckenden Landschaft und der prächtigen Farben dieser bunten Kultur unterlegen die Geschichte Mayas, die als Dienerin und beste Freundin einer Prinzessin aufwächst und versucht von der Gunst ihrer Herrin und ihres Standes unabhängig zu werden. Sie fällt in die Arme einer Lehrmeisterin des Kama Sutras und wird zur Kurtisane des neuen Gemahls der Prinzessin. Zwischen vielen erotischen Aufnahmen entsteht immer mehr Tragik, welche sich bis zum Ende enorm aufzutürmen droht. In diesem Film wird eine aufregende Kultur, verwoben mit großer Leidenschaft gezeigt und so vermag er einen völlig zu entführen ... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt ...
___________________________________________________________________________
Keeping Mum (2005)
Cast: Rowan Atkinson, Kristin Scott Thomas, Maggie Smith
Director: Niall Johnson
Writer: Niall Johnson, Richard Russo
Runtime: 103 minutes
Genre: crime, comedy
Meine Wertung: 6/10
Ein winziges Örtchen in Großbritannien. Im Zentrum steht die Familie des schrulligen Pfarrers Goodfellow (Rowan Atkinson: Mr. Bean, Black Adder), seine Frau ist von ihm und dem Dorf genervt und beginnt eine Affäre mit ihrem schmierigen amerikanischen Golflehrer (Partick Swayze: Dirty Dancing, Ghost), die Tochter geht ihrer ausgeprägten Sexualität nach und der Sohn wird von seinen Mitschülern tyrannisiert. Als die neue Haushälterin Grace eintrifft scheinen sich alle Probleme wie durch Geisterhand zu lösen, angefangen vom ständig kläffenden, nun lahmgelegten Hund bis zum Verschwinden des Golflehrerproblems. Doch nicht nur die Probleme verschwinden, sondern hier und da auch einige Dorfeinwohner. Keeping Mum ist eine nette, schwarzhumorige Komödie, mit liebenswerten Charakteren, allen voran die wunderbare Maggie Smith (Harry Potter Filme) als Grace.
Gloria: You can't just go 'round killing people just because you don't approve of them!
Grace: You know, that's what my doctors used to say. It was the one point we could never agree on.
___________________________________________________________________________
L
Little Children (2006)
Cast: Kate Winslet, Patrick Wilson, Jennifer Connelly
Director: Todd Field
Writer: Todd Field, Tom Perrotta
Runtime: 130 minutes
Genre: romance, drama, crime
Meine Wertung: 8/10
Little Children ist ein eindringliches Drama, dass ganz besondere Gefühle heraufzubeschwören vermag, wie Beklommenheit, Mitgefühl, Einengung, Trauer, manchmal sogar auch Lebensmut und ein Gefühl der Notwendigkeit von Veränderungen im Leben und dies alles durch extreme Spannung oder auch geradezu Anspannung. Genau das ist die Besonderheit des Werkes: ohne wirkliche Aufregung und obwohl lange Zeit nur banale Dinge passieren, wird eine nahezu unerträgliche Spannung aufgebaut. Es herrscht die ganze Zeit eine bedrückende Atmosphäre vor, hervorgerufen durch den Handlungsort einer Kleinstadt, durch die scheinbar auswegslosen eingesperrten Leben der Protagonisten, durch die zwei parallel laufenden tragischen Geschichten, die einer Affäre (Kate Winslet und Patrick Wilson) und die eines aus dem Gefängnis entlassenen Pädophilen, und durch den fast gefühlstoten Erzähler, der vor allem anfangs und am Ende dem Geschehen einen Rahmen gibt. Es scheint manchmal, man sehe sich gerade einen Thriller an, ohne dass thrillertypischen Ereignisse vorkommen. Kate Winslet wurde damals für ihre Rolle als Sarah für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert sowie Jackie Earle Haley für seine Darstellung des Pädophilen Ronnie als bester Nebendarsteller.
___________________________________________________________________________
M
Milk (2008)
Cast: Sean Penn, Emile Hirsch, Josh Brolin
Director: Gus Van Sant
Writer: Dustin Lance Black
Runtime: 128 minutes
Genre: drama, biography, romance
Meine Wertung: 8/10
Ich bin bereits sehr ergriffen an den Film herangegangen, da ich beim Trailer schon immer fast weinen musste. Und Milk ist auch tatsächlich sehr mitreißend und ergreifend. Jeder einzelene Kampf, den Harvey Milk austragen musste, kostete ihn viel und doch gewann er umso mehr. Erst seine eigene Entwicklung von einem heimlichen Schwulen zu einem nach allen Seiten hin geouteten. Dann die vielen Wahlkämpfe für das Amt des Stadtrats in San Francisco. Daraufhin der Kampf gegen ein Gesetz, dass die Diskrimienierung von Schwulen in Arbeits- und Wohnungsfragen sowie deren Unterstützer legalisieren sollte. Die kämpferische und doch ganz sanfte Persönlichkeit, der Mut und die Angst bis hin zur Akzeptanz der schwerwiegenden Konsequenzen wurden wahrlich genial von Sean Penn dargestellt. Ich war nie ein großer Fan von Mr. Penn, aber nun hat er mich überzeugt und der Oscar ist absolut verdient gewesen. Auch der Rest des Ensembles spielt hervorragend, vor allem Emile Hirsch als einer der schwulen Wahlkampfhelfer und Aktivist. Offensichtlich sind die Darsteller sehr nah an den realen Persönlichkeiten dran, wie es im Abspann zu sehen war. Sehr lobenswert ist auch die Regie Gus Van Sants. Die meisten anderen amerikanischen Regisseure hätten aus Milk einen Streifen voller Pathos gemacht, aber so ist es ein sehr künstlerisch gestaltetes Werk geworden; Originalszenen aus den 70er, eigene Szenen im 70er Stil sowie die "ganz normalen" Szenen fügen sich perfekt zusammen und auch die Kamera zeigt ihre ganz eigene, künstlerische Perspektive.
___________________________________________________________________________
Miss Congeniality 2: Armed & Fabulous (2005)
Cast: Sandra Bullock, Regina King, Enrique Murciano
Director: John Pasquin
Writer: Katie Ford, Caryn Lucas
Runtime: 115 minutes
Genre: comedy, crime
Meine Wertung: 3/10
Hier braucht man nicht viel dazu sagen. Der erste Teil von Miss Undercover hatte mir damals echt gut gefallen, aber diese völlig unnötige Fotsetzung kann da bei weitem nicht mithalten. Sowas sollten sich die Produzenten echt verkneifen. Er hatte seine Gags, aber war alles in allem langweilig. Besonders dämlich finde ich es, wenn Teil 1 mit einer Liebesbekennung endet und am Anfang des 2. Teils wird die Hauptperson, von eben diesem Kerl aus dem 1. verlassen, ohne ihn einmal zu zeigen. Tja, Benjamin Bratt wollte bei der Fortsetzung halt nicht mitmachen. Sehr gute Entscheidung!
___________________________________________________________________________
Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran (2003)
Cast: Omar Sharif, Pierre Boulanger, Gilbert Melki
Director: François Dupeyron
Writer: Eric-Emmanuel Schmitt, François Dupeyron
Runtime: 94 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 8/10
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans ist ein ausgesprochen schöner Film. Er sprüht vor Leichtigkeit, Weisheit und Leben und weiß viel zu geben. Dies liegt zum Einen an der Authentizität und der wundervollen Farben und Bilder, zum Anderen an den beiden fabelhaften Hauptdarstellern. Omar Sharif so lebensfroh, samt all seiner Langsamkeit zu sehen passt absolut, man meint, er spielt nicht, sondern ist wahrhaftig diese Person. Und Pierre Boulanger als junger Moses bzw. Momo explodiert nur so vor Charme und Charisma, er vermag sowohl Moses' Traurigkeit als auch sein besonderes Interesse am Leben darzustellen. Wie selbstverständlich und leicht sich die Beziehung der Beiden zueinander dahinspinnt ist einfach wundervoll echt und mitreißend. Interessant finde ich, dass Eric-Emmanuel Schmitt, der die Romanvorlage lieferte, auch Autor und Regisseur bei Odette Toulemonde war, ebenfalls ein Film voller Leichtigkeit, daher bin ich nun richtig gespannt auf sein nächstes Werk: Oscar et la dame rose. Zu den Stärken des Monsieur Ibrahim muss noch der Soundtrack gezählt werden: herrliche 50er Jahre Musik!
___________________________________________________________________________
Music and Lyrics (2007)
Cast: Hugh Grant, Drew Barrymore, Brad Garrett
Director: Marc Lawrence
Writer: Marc Lawrence
Runtime: 95 minutes
Genre: romance, music, comedy
Meine Wertung: 6/10
Schlatter hat diesen Film mit 8 Punkten bewertet, was mich beim Sehen des Filmes einmal mehr überrascht hat. Keine Frage, der Film ist nicht schlecht: er ist witzig, ein bisschen romantisch, nimmt sich und vor allem die Musik der 80er und auch die der heutigen Zeit auf die Schippe und parodiert somit alles mögliche, jedoch kann ich trotzdem nicht behaupten, er wäre unter all den Hollywood-Komödien herausragend gut. Er erfült sozusagen nur alle Kriterien, ist dabei nicht zu dämlich niveaulos, aber richtig rocken kann er leider nicht. Aber schön, Hugh Grant und Drew Barrymore zu sehen, beide süß wie immer...
___________________________________________________________________________
N
Nacht vor Augen (2008)
Cast: Margarita Broich, Bruno Cathomas, Matthias Dietrich
Director: Brigitte Bertele
Writer: Johanna Stuttmann
Runtime: 91 minutes
Genre: drama, thriller, war
Meine Wertung: 7/10
Nacht vor Augen behandelt ein sehr ernstes Thema, das in unserer Gesellschaft viel zu selten eine Rolle spielt. Vor gar nicht so langer Zeit habe ich einen Artikel über die deutschen Bundeswehrheimkehrer gelesen, die oftmals von akuten psychischen Störungen belastet und ohne Hilfe sich selbst überlassen werden. Im Film ist es David, der aus Afghanistan von einem "Friedenseinsatz" zurückkehrt und ein schweres Trauma bewältigen muss. Familie und Freunde feiern ihn als Helden, zeigen aber sonst wenig Interessen an seinen Kriegserlebnissen, die Bundeswehr will vertuschen und David selbst will sich selbst nicht eingestehen, dass er Hilfe braucht. Die schlimmsten Auswirkungen hat das auf die Beziehung zu seinem achtjährigen Halbbruder. Diese Lowbudgetproduktion weiß wirklich zum Nachdenken anzuregen, zu bewegen, wühlt auf und zeigt, wie wichtig es ist, diese Thematik mehr ins Bewusstsein zu rücken, da es nicht gerade wenigen so geht. Man muss nicht die allerschlimmsten Dinge getan haben, manchmal reicht einfach der ständige Druck und die Angst, um einen Menschen völlig kaputt zu machen. All die Versuche ins normale Leben einzusteigen, die grausamen Flashbacks, die Angst und die Wut, die David fertig machen, werden hervorragend von Hanno Koffler (Ganz und Gar, Sommersturm, Hallesche Kometen...) dargestellt. Und auch der kleine Bruder konnte absolut überzeugend von Jona Ruggaber gespielt werden.
___________________________________________________________________________
The Nanny Diaries (2007)
Cast: Scarlett Johansson, Donna Murphy, Alicia Keys
Director: Robert Pulcini, Shari Springer Berman
Writer: Nicola Kraus, Emma McLaughlin
Runtime: 106 minutes
Genre: romance, drama, comedy
Meine Wertung: 6/10
Schön, Scarlett mal wieder in einer anderen Rolle als das verführerische Mädchen, das alle haben wollen, zu sehen. Sie ist hier unsicher, hat Zukunftszweifel und braune Haare. Der Film ist (Gott sei Dank) nicht ganz Hollywoodkomödie, aber bei weitem auch kein Drama oder ähnliches. Er hat was von einem schön verpackten und allgemein eingänglichen Gesellschaftsspiegel, wobei nur eine ganz spezielle Gesellschaft widergespiegelt wird: die der Upper East Side. Diese wird vor allem wundervoll von Laura Linney verkörpert. Sie, als Mrs. X, ist nicht einfach eine sterotype verwöhnte Kontrolltussi, sondern auch nur ein Mensch, der versucht klar zu kommen, dabei aber dummerweise eine paar blöde Eigenschaften entwickelt hat. Wenn wir gerade bei den Schauspielern sind, ist auch noch Alicia Keys zu erwähnen (mit der Synchronstimme von Sally Hawkins als Poppy in Happy-Go-Lucky), die einfach schön anzusehen ist und eine gute Stimmung zu verbreiten vermag. An Nanny Diaries gefiel mir vor allem der Aufzug des "Unternehmens Kindermädchen" als ethnologische Studie, was vor allem am Anfang amüsant umgesetzt wurde, jedoch verliert sich das im Laufe der Story leider, so dass oft doch nur ein netter Hollywoodfilm übrig bleibt, aber ganz und gar nicht einer der anstrengenden Sorte. Und cooler Weise habe ich ja sogar das Buch gewonnen, werde also auch noch einen Literatur-Film-Vergleich nachreichen können.
___________________________________________________________________________
O
Odette Toulemonde (2006)
Cast: Catherine Frot, Albert Dupontel, Jacques Weber
Director: Eric-Emmanuel Schmitt
Writer: Eric-Emmanuel Schmitt
Runtime: 100 minutes
Genre: comedy, drama
Meine Wertung: 7/10
Odette Toulemonde ist ein französischer Film und damit wie zu Erwarten ein bisschen anders. Es geht um die Leichtigkeit im Leben oder vielmehr darum, dass man das Leben leichter nehmen sollte. Auch wird gefragt und gezeigt (?), wie man das schafft. Ein bisschen handelt er von dem Kontrast "intellektuell" oder eben nicht und wie unbedeutend das oftmals ist. Und es geht vor allem auch um das Träumen im Alltag im Leben. Damit ist nicht gemeint, dass man sich seine großen Ziele steckt, diese Art von Träumen, die man verwirklichen will oder auch nicht; sondern ist vielmehr das "vor-sich-hin-träumen" gemeint, eine Zeitbeschäftigung, von der ich sehr viel halte. Mir erschien der Film teilweise etwas zu einfach gestrickt und auch mit den "Schwebeeinlagen" der Protagonistin muss man umzugehen wissen, lässt man sich jedoch erst auf Madame Toulemonde ein, ist das kleine Gefühl der Leichtigkeit nach dem Film garantiert - vielleicht schwebt man ja sogar mal ein paar Millimeter.
___________________________________________________________________________
The 81st Annual Academy Awards (2009)
Cast: Tina Fey, Hugh Jackman, Queen Latifah
Director: Allen P. Haines, Roger Goodman
Writer:
Runtime: 210 minutes
Genre:
An dieser Stelle muss einfach ein Einschub zu der 81. Oscarverleihung folgen, mit der ich die Nacht von Sonntag zu Montag verbracht habe. Eine wundervolle Nacht, gefüllt mit Startrubel und jeder Menge Glamour, nirgendwo Anzeichen von Sparmaßnahmen oder den "schlechten Zeiten", in denen wir ja leben. Herrlich! Die deutsche Übertragung vom roten Teppich war leider nur peinlich aufgrund von Steven Gätjen und der anderen Tante, glücklicherweise wurde noch zur ABC-Berichterstattung vom red carpet geschalten, an der die Stars auch (verständlicherweise) bereitwilliger teilnahmen. Und dann - wow - die Eröffnung! Hugh Jackman ist einfach grandios! Seine Gesangs- und Tanzeinlagen waren klasse, wie er Anne Hathaway auf Armen trägt ...himmlisch...okay, ähm, weiter im Text! Diese perfekte Showeinlage hat einfach richtig Spaß gemacht. Die weiteren Höhepunkte: Die Vergabe des Awards an die besten Haupt- und Nebendarsteller wurde von jeweils 5 ehemaligen Gewinnern der Kategorie übernommen, die zu jedem Nominierten wirklich schöne Reden hielten. Eine klasse Idee! Die zweite Showeinlage von Hugh, diesmal mit Beyoncé: genial! Sehr ergreifend war natürlich die Verleihung des Oscars an Heath Ledger, hier und da liefen in unserer Oscarschauengemeinschaftsgruppe (ca. 14 Leute) bei der Danksagung der Eltern und der Schwester von Heath die Tränen. Ich fand es auch toll, dass Penélope Cruz als beste Nebendarstellerin gewonnen hat und ich liebe es, wie diese wunderschöne Frau Englisch spricht. Für mich persönlich auch wahnsinnig ergreifend war der Sieg Kate Winslets - endlich. Es war wunderbar, diese tolle Frau da oben zu sehen, wie sie es überglücklich gar nicht fassen kann und ihren Vater auffordert mal zu pfeifen, damit sie weiß, wo er sitzt. Kaum jemanden habe ich den Oscar mehr gegönnt. Insgesamt war natürlich der große Gewinner Slumdog Millionaire, dem ich das auch ohne den Film gesehen zu haben sehr gönne, da es klasse ist, dass eine eine britisch/indische Produktion in Hollywood dermaßen bestehen kann. Eine große Überraschung für mich und alle anderen Teeniegebliebenen war der Auftritt Robert Pattinsons als Presenter und er saß dann tatsächlich in der 2. Reihe hinter Mickey Rourke - ist das nicht Wahnsinn?!
Wobei leider auch die Deppen von High School Musical mehrmals vertreten waren. Nun muss ich aber auch noch erwähnen, dass auch ich der große Gewinner des Abends war.
Wir haben vorher in 20 Kategorien getippt, wer gewinnt und ich habe mit 16/20 haushoch gewonnen (und sogar eine DVD bekommen). Ich bin einfach ein Tipptalent. And the Oscar for best anticipation goes to...
___________________________________________________________________________
P
Penelope (2006)
Cast: Christina Ricci, James McAvoy, Catherine O'Hara
Director: Mark Palansky
Writer: Leslie Caveny
Runtime: 101 minutes
Genre: comedy, fantasy, drama
Meine Wertung: 7/10
Penelope ist eine wunderschöne Fabel, ein modernes Märchen, so wie ich es liebe (à la Edward mit den Scherenhänden (der noch besser ist!), Big Fish (ca. gleiches Niveau, aber ganz anders), Verwünscht (der wunderbar überdreht, aber nicht ganz so gut ist). Auf der adligen Familie Wilhern lastet der Fluch, dass das nächste Mädchen, dass geboren wird, die Nase eines Schweins haben wird und nur die wahre Liebe von einem ihres eigenen Blutes kann sie erlösen. Betroffenes Mädchen ist Penelope (wundervoll: Christina Ricci), deren Mutter (wunderbar: Chathrine O'Hara) alles daran setzt ihre Tochter vor der Außenwelt zu verstecken und mit fragwürdigen Methoden einen geeigneten Bräutigam zu finden. Penelope lässt so einiges über sich ergehen bis sie eines Tages ausbricht und in die große Stadt entflieht. Verfolgt von Reportern, gesucht von ihren Eltern, findet sie Freunde (schön: Produzentin des Films Reese Witherspoon) und lernt das Leben "draußen" zu schätzen. ...und dann ist da noch Max (James McAvoy...schmacht), ein spielsüchtiger Looser, der ganz und gar nicht "ihres Blutes" ist. Das arme schweinsgesichtige Mädchen ist trotzallem sehr charakterstark und hat weniger ein Problem mit ihrem Aussehen als alle anderen. Sie will ihren eigenen Weg gehen, sozusagen immer der Nase nach.
Es ist wundervoll anzusehen, wie Magie und Realität ganz selbstverständlich miteinander verschmelzen. Die Kulissen und Kostüme bewegen sich auf dem schmalen Grat genau dazwischen, schwanken mal zur einen, mal zu anderen Seite und erschaffen eine ganz eigene, wunderschöne Atmosphäre. Und jede Fabel hat eine Moral, hier ist sie ganz einfach: liebe dich selbst!
___________________________________________________________________________
Persepolis (2007)
Cast: Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Danielle Darrieux
Director: Marjane Satrapi, Vincent Paronnaud
Writer: Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi
Runtime: 95 minutes
Genre: comedy, animation, drama
Meine Wertung: 7/10
Es ist beeindruckend, wie mit so wenigen Mitteln und dieser schlichten Art und Weise eine solche Geschichte so bewegend dargestellt werden kann. Trotz des einfachen schwarz/weiß Trickfilms erhält man fast das Gefühl von Authentizität und kann sich ganz in dem Geschehen und auch in den Gefühlen der Protagonistin wieder finden. Auch zu loben ist allein die Idee, ein so wichtiges Stück Geschichte, das Schicksal eines Landes und einer einzelnen Frau überhaupt in der westlichen Welt zu verbreiten und durch den Zeichentrick richtig eingänglich zu machen. Marjane Satrapis Comic weiß Spannung, Psychologie, Geschichte, Schicksal, Humor, Gefühle und vieles mehr zu vereinen. Sehr empfehlenswert.
___________________________________________________________________________
L'instinct de mort (2008)
Cast: Vincent Cassel, Cécile De France, Gérard Depardieu
Director: Jean-François Richet
Writer: Jacques Mesrine, Abdel Raouf Dafri
Runtime: 113 minutes
Genre: action, biography, crime
Meine Wertung: 8/10
Ich finde es absolut spannend wie Filme es schaffen, dass man mit riesengroßen Arschlöchern, mit Mördern, mit vollkommen brutalen Menschen mitfühlen kann; sie werden so einfach zum Helden ihrer Geschichte gemacht und plötzlich findet man sich auf ihrer Seite wieder. Eschreckend gut ist dies in Public Enemy No.1 - Mordinstinkt gelungen. Es ist die wahre Geschichte eines echten Staatsfeindes in Frankreich und Kanada der 60er und 70er Jahre. Vincent Cassel spielt (absolut genial!) Jacques Mesrine, der in den 50ern lange in Algerien im Krieg war und nach seiner Rückkehr seine im Ausland ausgelebte brutale Ader schnell zu vermissen schien. Er gerät auf die sogenannte schiefe Bahn (ein Gangsterboss klasse gespielt von Gérard Derpardieu), doch im Gegensatz zu manch anderen Kriminellen, will er auch nach Heirat und mit Kindern nicht wirklich aufhören und verstrickt sich immer mehr in immer skrupelloseren Verbrechen. In Frankreich verfolgt, von der Frau verlassen, die Kinder bei den Großeltern abgegeben, flieht er mit seiner neuen Gangsterbraut nach Kanada, nach dortigen Taten weiter in die USA, wo er schließlich geschnappt und an Kanada ausgeliefert wird. Den unmenschlichten Bedingungen im Hochsicherheitsgefängnis ausgesetzt beschließt er die unmögliche Flucht und kommt tatsächlich durch. Doch all dies ist nur der Anfang, denn in bereits drei Wochen startet Teil 2 Public Enemy No.1 - Todestrieb in den Kinos. Mesrine ist ein getriebener Mensch, er kann und will keine Ruhe finden, er meint selbst, er tut das alles für Geld, doch kann man ihm das nicht ganz glauben. Vielleicht steckt das ganz tief in ihm drin, vielleicht hat der Krieg das aus ihm gemacht. Der Film wirkt völlig authentisch, macht aber große Sprünge zwischen verschiedenen Ereignissen, höchstwahrscheinlich weil kaum alle furchtbaren Taten Mesrines in zwei Filme passen. Gerade die Authentizität und das Wissen um die Echtheit des Charakters machen Mordinstinkt extrem spannend und beeindruckend. Und möchte man manche seiner Greueltaten gar nicht sehen und ihm schon gar nicht verzeihen, so bleibt man doch immer ganz nah an Mesrine dran, nicht zuletzt aufgrund Vincent Cassels unglaublicher Präsenz und faszinierender Ausstrahlung.
___________________________________________________________________________
Q
R
The Boat That Rocked (2009)
Cast: Bill Nighy, Kenneth Branagh, Philip Seymour Hoffman
Director: Richard Curtis
Writer: Richard Curtis
Runtime: 129 minutes
Genre: romance, music, drama
Meine Wertung: 9/10
Wo gibt's denn noch sowas: Zwei Stunden lang ein dickes, fettes Grinsen im Gesicht, häufiges Kichern, genauso häufige Lachanfälle und ein richtig gutes Gefühl im Kopf, im Herzen und im Magen! Sowas gibt es auf dem Radio Rock Boot! Die grundlegende Story ist schnell erzählt: 1966 in England, BBC spielt so gut wie keine Pop- und Rockmusik, deswegen gibt es den "Piratensender" Radio Rock, der 24 Stunden täglich von der Nordsee aus in alle Haushalte sendet und es kräftig krachen lässt. Der Regierung ein Dorn im Auge, will eben diese dem schrägen Sender das Garaus machen! Darum herum spinnen sich massenweise Sub-Plots: der 18jährige Carl (der supersüße Tom Sturridge) kommt noch grün hinter den Ohren auf das frauenlose (mal abgesehen von der lesbischen Köchin) Schiff und wird so in eine Runde skurriler, lauter, stiller, unattraktiver, sexy, intelligenter, langsamerer, begabter, stilvoller, abgewrackter und was weiß ich nicht noch alles DJs geschmissen, die alle eins gemeinsam haben: ihre Leidenschaft für gute Musik! Natürlich geht es drunter und drüber, vor allem wenn jeden zweiten Samstag Mädels an Bord gebracht werden. Es soll nicht zu viel verraten werden, aber es ist die tollste und bewegendste Schiffskatastrophe seit Titanic, wobei hier noch eine Menge echter Witz und gute Laune hinzu kommt. Ein wundervolles Kinoerlebnis und ein geiler Soundtrack!
___________________________________________________________________________
Religulous (2008)
Cast: Bill Maher, Steve Burg, George Coyne
Director: Larry Charles
Writer: Bill Maher
Runtime: 101 minutes
Genre: documentary
Meine Wertung: 4/10
Es ist nicht so leicht Religulous einzuschätzen, aber kurz gesagt: ich hatte mehr erwartet oder sogar erhofft. Der Regisseur von Borat Larry Charles und der in den USA mittlerweile recht verpönte Komiker Bill Maher tun sich zusammen, um in dieser Dokumentation Lächerlichkeit und auch Gefahr von Religion aufzudecken. Dabei entsteht durchaus ein gewisses Entertainment, allein durch die unfassbaren, dämlichen, wirklich lächerlichen Aussagen einiger Vertreter des Christentums, des Islams und des Judentums. Schönstes Beispiel:
Maher: Die Welt wurde in sechs Tagen erschaffen, sprechende Schlangen - BITTE?!?
Amerikanischer Senator (überzeugter Christ): Du musst keinen IQ-Test bestehen, um in den Senat zu kommen.
Erst kurzes Lachen, dann verwirrter Blick, als ob er merkt, dass er von sich selbst spricht.
Perversitäten werden aufgedeckt, wie der Freizeitpark in Florida "The Holy Land" mit Kreuzigungsschauspiel u.ä.. Auch kommt die Doku manchmal sogar lehrreich daher, so wurden z.B. die Geschichten von Göttern vorchristlicher Zeit (Ägypten, Indien) mit der von Jesus Christus verglichen - und siehe da, sie sind nahezu gleich, also erscheint Jesus Geschichte wie eine Kopie. Jedoch verliert der dokumentarische Versuch an seinem Fundament, in dem Maher nur mit Klischees arbeitet und argumentiert: Christen sind alle schrullig verrückt (und amerikanisch), Juden sind reich und arbeiten nicht und Muslime töten wegen jeder Kleinigkeit. Fertig. Da machen sie es sich aber etwas zu leicht. Auch passt mir die "Draufhau-Mentalität aus Prinzip" nicht. Es wurden z.B. nicht die verschiedenen Seiten der Thematik beleuchtet. Zum Einen kann man meinen, dass die zu radikale Darstellung notwendig ist, um überhaupt etwas in den Köpfen zu bewegen, andererseits wird aber den Amerikanern und vielen anderen, die den Film sehen, noch mehr der terroristische Islam, der nur töten will, gezeigt, was wohl kaum zu mehr Toleranz und Frieden führen kann. Obwohl der Film den absoluten Atheismus predigt, scheint doch immerwieder Mahers Einstellung als Zweifler durch, welche ich als Herangehensweise an dieses Thema für geeigneter halte...sage ich so als Agnostiker.
___________________________________________________________________________
Richy Guitar (1985)
Cast: Farin Urlaub, Bela B. Felsenheimer, Hans Runge
Director: Michael Laux
Writer: Michael Laux
Runtime: 90 minutes
Genre: music
Meine Wertung: 5/10
Sehhhr kultig! Man kann das hier ganz kurz machen: der Film ist nicht unbedingt wahnsinnig gut, die Schauspieler auch nicht, aber Farin und Bela zu sehen, wie sie 1984 waren, zu sehen, wie es vielleicht auch in ihrer Bandgeschichte ganz am Anfang aussah und überhaupt dieses Westberlin in den 80ern - das hat einfach was. Somit ist Richy Guitar eine Art Zeitzeugnis: Jugend- und Elterngeneration, Wohnverhältnisse, Arbeitsverhältnisse, Musikvorlieben, Aussehen der Autos und vieles mehr damals jenseits der Mauer - über all dies kann man in dem Film ordentlich was lernen. Und übrigens waren die beiden Ärztejungs nicht die schlechtestes Schauspieler, vor allem Farin hat das echt gut gemacht; und sie waren ja damals sooo süß!
___________________________________________________________________________
RocknRolla (2008)
Cast: Gerard Butler, Tom Wilkinson, Thandie Newton
Director: Guy Ritchie
Writer: Guy Ritchie
Runtime: 114 minutes
Genre: crime, comedy, action
Meine Wertung: 7/10
Wenn man liest "Guy Ritchie wieder in Bestform" und dann macht auch noch Gerard Butler mit - da kann man ja nur allerhöchste Erwartungen haben. Leider wurden die nicht 100 %ig erfüllt, zumindest nicht in der ersten Hälfte des Films. Es fehlte die Schnelligkeit, das zack-zack-zack und die richtig schrägen Charaktere seiner Meisterwerke Snatch und Bube, Dame, König, Gras. Doch mit dem zweiten 7-Millionen-Euro-Raub kamen der ordentlich schwarze Humor, der durchgeknallte Junkie Johnny (super gespielt von Toby Kebbell, aber bei weitem keine Brad-Pitt-á-la-Mickey-O'Neil-in-Snatch-oder-auch-Tyler-Durden-in-Fight-Club-Leistung) und hübsche kleine Verwirrungen hinzu, wenn jeder jedem hinterherjagt, ein "Glücksgemälde" die große Runde macht und die Russen einfach nicht kaputt zu kriegen sind. Souverän kann man dazu sagen, nicht meisterhaft, aber durchaus unterhaltend und auch ausreichend, um sich auf den angekündigten zweiten Teil The Real Rock'n'Rolla zu freuen.
___________________________________________________________________________
The Royal Tenenbaums (2001)
Cast: Gene Hackman, Anjelica Huston, Gwyneth Paltrow
Director: Wes Anderson
Writer: Wes Anderson, Owen Wilson
Runtime: 109 minutes
Genre: comedy, drama
Meine Wertung: 7/10
The Royal Tenenbaums war der Durchbruch des Meisters der Skurrilitäten und der bunten Tragik: Wes Anderson. Und wieder einmal geht es um reiche Familien, die auf die eine oder andere Art und Weise scheiterten und nun versuchen einiges umzukrempeln. So möchte Familienvater Royal Tenenbaum (Gene Hackman) zurück in seine vor 20 Jahren verlassen Familie, Mutter Etheline Tenenbaum (Anjelica Huston) entschließt sich zur Hochzeit mit ihrem Steuerberater, Sohn Chas (Ben Stiller) setzt alles daran seine beiden Jungs vor jeder noch so kleinen "Gefahr" zu schützen, Adoptivtochter Margot (Gwyneth Paltrow) will einfach in Ruhe heimlich rauchen und Richie (Luke Wilson) die Liebe zu seiner Schwester in den Griff bekommen. Und dann ist da noch der schräge Cowboy-Familienfreund Eli (Owen Wilson) und der indische Hausdiener, ehemals Kopfgeldjäger, Pagoda. Kurz: ein Haufen verrückter Figuren inmitten einer geradezu hinmodellierten Szenerie, die einer Theaterbühne gleicht, so dass alles einen artifiziellen Anstrich bekommt. Dies wird nochmals durch die völlig überzeichneten Charaktere unterstützt, die einstmals Genies waren (Chas gründete seine erste Firma in der Grundschule und verklagte noch minderjährig seinen Vater, Margot schrieb Theatestücke für die ganz großen Bühnen und Richie war schon in jungen Jahren ein Tennis-Ass), nun aber nur noch zurück nach hause in den Schoß der Familie wollen. Es ist die eindeutige Anderson Handschrift sowie seine abermals exzellente Musikauswahl die den Film zu etwas Besonderem macht, wobei man seinen speziellen Humor und die außergewöhnliche Erzählweise mögen muss. An Wes Andersons letztes Werk, The Darjeeling Limited, kommt The Royal Tenenbaums jedoch nicht heran.
___________________________________________________________________________
S
Sense and Sensibility (2008)
Cast: Wendy Albiston, Linda Bassett, Leo Bill
Director: John Alexander
Writer: Andrew Davies, Jane Austen
Runtime: 180 minutes
Genre: drama
Meine Wertng: 6/10
BBC gibt sich ja schon seit jeher Mühe regelmäßig alle Jane Austen Romane sowie andere inhaltlich und zeitlich ähnliche Werke zu verfilmen, so gibt es einige, nach meinem Empfinden sehr schlechte, Versionen aus den 80ern, in den letzten zehn/fünfzehn Jahren folgten diverse Hollywood-Varianten (bspw. das Oscar-prämierte "Sinn und Sinnlichkeit" mit Kate Winslet, Emma Thompson und Hugh Grant) und nun ist BBC dabei ihr altes Projekt zu wiederholen und besser zu machen. Der aus drei einstündigen Teilen bestehende Film hält sich nah an die Vorlage und entnimmt sowohl die Charaktere mit all ihren Eigenschaften als auch die Atmosphäre komplett dem Buch, man könnte fast meinen aus Austens Vorstellung. Besonders beachtenswert sind die wunderschönen Bilder der einerseits rauen, andererseits so zarten englischen Landschaft, genauso verschieden wie die Figuren. Die beiden Schwestern, deren "Leidensweg" gezeigt wird, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch eng miteinander verbunden; sie werden sehr einfühlsam von den beiden britischen Theaterschaupspielerinnen Hattie Morahan und Charity Wakefield dargestellt. Diese Mini-Serie liefert genau das, was man sich erhofft, wenn man in Jane Austens Zeit und deren Verwirrungen in Sachen Liebe, Heirat und gesellschaftliche Konventionen eintauchen will.
___________________________________________________________________________
Slumdog Millionaire (2008)
Cast: Dev Patel, Freida Pinto, Anil Kapoor
Director: Loveleen Tandan, Danny Boyle
Writer: Vikas Swarup, Simon Beaufoy
Runtime: 120 minutes
Genre: romance, drama, crime
Meine Wertung: 9/10
Viel brauch ich zu diesem wahnsinnig guten Film nicht mehr sagen, dass hat Schlatter schon getan. Mir bleibt nur zu bestätigen, dass es ein sehr mitreißender, eindrucksvoller Film ist. Trotz dem ganzen Kram wie Liebe und Schicksal zerläuft er niemals im Kitsch und man hat tatsächlich das Gefühl, soweit ich das beurteilen kann, ein Stück Indien eingefangen zu haben. Slumdog Millionaire scheint mir authentisch und dadurch umso beeindurckender. Es macht Spaß zuzusehen, es macht traurig, es ruft Entsetzen hervor und bleibt die ganze Zeit spannend. Ich finde finde es wundervoll, dass ein Film wie dieser, bei der diesjährigen Oscarverleihung so abräumen konnte. Danny Boyle hat überraschenderweise ein Meisterwerk abgeliefert, das im starken Kontrast zu Trainspotting steht. Nur der künstlerische Aspekt der beiden Filme ist ähnlich: die eigentümlichen Kameraeinstellungen, die Schnitte, das Spielen mit den Möglichkeiten; dies ist eine ganz eigene Art des Filmemachens - gut, dass es sie gibt.
___________________________________________________________________________
St. Trinian's (2007)
Cast: Talulah Riley, Rupert Everett, Jodie Whittaker
Director: Barnaby Thompson , Oliver Parker
Writer: Jonathan M. Stern, Ronald Searle
Runtime: 97 minutes
Genre: comedy
Meine Wertung: 6/10
Wenn man von einer privaten Mädchenschule in Großbritannien hört, denkt man eher an eine strenge Disziplinarinstitution. Ganz anders aber ist St.Trinian - denn St.Trinian ROCKT! Vor allem die erste Hälfte des Film weiß durchaus zu begeistern, denn hier werden in eher unwichtiger Reihenfolge Szenen aneinander gereiht, die denn wilden und grausamen Alltag an der Schule beschreiben. In vielen Momenten gleicht es den Stellen in einem Horrorfilm kurz bevor das Blut sprizt. Die Gruselerscheinung der verwüsteten Erstklässer, die einsam scheinenden Gänge des nachts und auch die herrlich ironische Darstellung der verschiedenen Teeniestilrichtungen (Snobs, Prolls, Gothics, Nerds usw.) sind nur der Auftakt eines wunderbaren Spektakels: da werden schnonmal kleine Mädchen vom Balkon geworfen oder im Aquarium ertränkt, es wird der eigene, absolut unverträgliche Schnaps gebrannt und Unterrichtsstunden gegeben, die die besten Wege der Kriminalität beinhalten. Hier dreht sich nichts um Jungs und Schminke, hier gehts um harte Realität und Individualität, natürlich alles mit einem Augenzwinkern und viel Liebe zum grausamen Detail. In der zweiten Hälfte wurde dann leider doch noch ein Teeniefilm draus gemacht, jedoch hat sich der Film schon für seinen Anfang gelohnt. Besonders erwähnenswert wären noch Rupert Everetts Rollen: zum einen spielt er die laszive Direktorin des Internats, zum anderen auch deren versnobten Bruder: welch amüsante Show. Auch dabei sind Colin Firth (Bridget Jones, Das Mädchen mit dem Perlenohrring) als spießiger Minister und Gemma Arterton (James Bond: Ein Quantum Trost) als sexy und stilsichere Schulsprecherin. Insgesamt ein kurzweiliger, aber bösartiger Spaß.
___________________________________________________________________________
Starter for 10 (2006)
Cast: Joseph Friend, James Gaddas, Catherine Tate
Director: Tom Vaughan
Writer: David Nicholls
Runtime: 92 minutes
Genre: romance, drama, comedy
Meine Wertung: 7/10
Ein Film voll mit Cure-Musik, ein Protagonist mit einem The Graduate Poster an der Wand und dann noch wahnsinnig süß gespielt von James McAvoy - das kann ja nur passen! Und tatsächlich steckte der Film voller wahrer Details des Lebens, zeigte Situationen, die man nur allzugut nach empfinden kann und blieb dabei so herrlich britisch und ganz im 80er Stil! Brian kommt aus einer einfachen Familie vom Dorf und es war schon immer sein größtes Ziel richtig viel zu wissen; weswegen er sich massenweise Informationen aneignet, um am Studentenfernsehquiz teilzunehmen. Aber einmal an der Uni, kommen natürlich ganze andere und neue Dinge auf ihn zu: schräge Mitbewohner, eine Traumfrau, ein verrückter Quizteamkapitän, eine 24-Stunden-Aktivistin und auch mal die Eltern der Freundin nachts nackt in der Küche...kann ja mal passieren. Genau so verhält es sich mit dem ganzen Film, alles wirkt echt, ehrlich, authentisch und wie auch immer man es nennen möchte. Allen voran geben James MyAvoy und Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona) eine wunderbare, ansteckende Vorstellung ab.
___________________________________________________________________________
Pride and Prejudice (1995)
Cast: Jennifer Ehle, Colin Firth, Susannah Harker
Director: Simon Langton
Writer: Andrew Davies, Jane Austen
Runtime: 300 minutes
Genre: drama, romance
Meine Wertung: 7/10
300 Minuten Jane Austen pur! Diese BBC Stolz und Vorurteil Verfilmung von 1995 lässt keinen Moment der Romanvorlage aus und bleibt auch in Sachen Charaktere, Zeit, Stil und anderem komplett beim Buch. Mit der neueren Verfilmung mit Keira Knightley ist diese Version kaum zu vergleichen, hat erstere doch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben und wollte eher eine gute Zusammenfassung des Stoffes vorlegen. Das Erstaunliche an der vorliegenden BBC-Produktion ist, dass es nie langweilig wurde, selbst wenn man wie ich die Story sehr gut kennt. Zugebenermaße wäre so mancher Kerl nach den ersten zehn Minuten eingeschlafen.
Aber die zarten Bilder der englischen Landschaft, die feinen Verwicklungen und die wunderbaren Darsteller gaben einer immernoch bezaubernden Geschichte viel Leben. Vor allem Jennifer Ehle als Elisabeth Bennet konnte nicht passender für diese Rolle sein und Colin Firth's Part als Mr. Darcy liegt ihm bekantermaßen sowieso perfekt, spielt er ihn doch immer wieder (z.B.bei Bridget Jones).
___________________________________________________________________________
Sunshine Cleaning (2008)
Cast: Amy Adams, Emily Blunt, Alan Arkin
Director: Christine Jeffs
Writer: Megan Holley
Runtime: 102 minutes
Genre: crime, comedy
Meine Wertung: 8/10
Ein Film über putzen war doch schon längst überfällig! Diese völlig unterschätzte Tätigkeit wird häufig leichtfertig abgetan und doch ist sie so unausweichlich notwendig und praktisch. Vor allem in ganz speziellen (Drecks-)Fällen. Schon mal überlegt, wer einen Tatort sauber macht? Das ganze Blut von den Wänden wischt, Gehirn vom Boden krazt oder auch die Messihaushalte von einsamen Verstorbenen von Maden und anderen Unzumutbarkeiten befreit? Rose (meine geliebte Amy Adams) und (unfreiwillig mit eingespannt) ihre Schwester Norah (Emily Blunt) tun dies, denn das schnelle Geld lies mit dem normalen Putzfrauenjob auf sich warten. Aus der anfänglichen Notwendigkeit entwickelt sich bald ein stolzes Unternehmen, dass der alleinerziehenden, in eine Affäre verstrickten Rose ans Herz wächst. Unterstützt von ihrem unternehmungslustigen Vater (Alan Arkin) und dem einarmigen Typen aus dem Laden mit Putzmitteln und -geräten aller Art, stürzt sie sich in ihr Geschäft "Sunshine Cleaning". Amy Adams ist dabei so wundervoll nah und echt, liebenswert und ehrgeizig, sie füllt die Leinwand aus und könnte doch jemand ganz normales sein, der im Nachbarkinosessel sitzt. An ihrer Seite Emily Blunt, für mich auch eine wunderbare Neuentdeckung, die ihre ganz eigenen komischen und tragischen Seiten entwickeln konnte. Der Film wirft Fragen über das Leben auf und lässt sie nicht ganz unbeantwortet, so bleibt doch ein "Sunshine-Gefühl" ganz tief drin noch weit über den Kinobesuch hinaus bestehen. Und es ist erstaunlich, wie der Satz "Ich kann Ihnen den Blaubeerkuchen empfehlen!" kräftig Tränen fließen lässt. So lustig, so traurig, so schön.
___________________________________________________________________________
T
Love Actually (2003)
Cast: Colin Firth, Keira Knightley, Hugh Grant
Director: Richard Curtis
Writer: Richard Curtis
Runtime: 135 minutes
Genre: romance, drama, comedy
Meine Wertung: 6/10
Tatsächliche Liebe ist britisch - das ist schon mal gut. Gute Schauspieler hat der Film auch vorzuweisen - wunderbar (Lura Linney, Hugh Grant, Colin Firth, Emma Thompson, Keira Knightley, Heike Makatsch, Alan Rickman...). Genauso stimmt auch der Soundtrack. Leider sind dessen Songs die einzigen wirklichen Brücken, die zwischen den einzelnen Sequenzen, den Geschichten der unterschiedlichsten Leute, geschlagen wird und somit das Ganze zusammenhält. Im Einzelnen sind diese Stücke aus dem Leben verschiedener Leute zwar interessant bis sehr süß, aber sie wollen einfach kein angenehmes Ganzes ergeben. Störend war aber vor allem, dass alles unter dem Weihnachtsstern stehen musste. Warum Weihnachten? Das blöde "Weil doch Weihnachten ist!" und "Wann, wenn nicht Weihnachten?" hätte man sich echt sparen können, wahrscheinlich wäre das für die Story echt besser gewesen. Aber immerhin hab ich mal wieder ein paar Portiönchen Romantik und Kitsch und auch eingen Witz bekommen - das ist ja immerhin etwas.
___________________________________________________________________________
The Devil Wears Prada (2006)
Cast: Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt
Director: David Frankel
Writer: Aline Brosh McKenna, Don Roos
Runtime: 109 minutes
Genre: comedy, drama
Meine Wertung: 5/10
Ganz kurz lässt sich sagen, das Beste waren die Outtakes, denn die waren mindestens zehnmal lustiger als der gesamte Film! Kennt man die Grundstory schon aus Verliebt in Berlin oder Ugly Betty kommt hier nicht wirklich etwas Neues hinzu, wobei mehr echte Designermarken, mehr Glamour und bessere Schauspieler vorzuweisen sind. Meryl Streep und Anne Hathaway sind zwei wundervolle Powerfrauen, die man immer wieder gerne sieht, zumal ich auch meinen Spaß daran habe, sie mir in dieser überkandidelten Modewelt New Yorks anzuschauen. Jedoch gibt es leider keine wirklichen Charakterentwicklungen (die nicht 100 % vorhersehbar sind), die Witze sind recht abgegriffen und irgendwann nervt die immer gleiche Chose der Horrorchefin, der panischen Vorzimmerdame (die eigentlich so tolle Emily Blunt (Sunshine Cleaning)) und der Aschenputtel-/Cinderellawandlung. Die Behandlung des Vorurteils "Mode = oberflächlich & dumm" fand ich jedoch streckenweise recht gelungen, da doch so viel mehr dahinter steht; Dinge wie Leidenschaft, Talent oder der feste Halt durch einen geliebten Beruf (oder ein geliebtes Hobby) werden bei allen möglichen kreativen Betätigungen anerkannt, bei Mode jedoch oft abgetan. Für mehr "Ernstnehmen" der Pradawelt!
___________________________________________________________________________
Titanic (1997)
Cast: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Billy Zane
Director: James Cameron
Writer: James Cameron
Runtime: 194 minutes
Genre: action, romance, drama
Meine Wertung: 10/10
Was könnte ein besserer Einstieg sein als dieser Meilenstein der Filmgeschichte, den ich letzten Montag (da beginne ich meinen Bericht, da ich an diesem Tag das Angebot für diesen Blogteil erhalten habe) zum ca. 12. mal gesehen habe, fast exakt 12 Jahre nach dem 1. Mal. Man kann sagen, was man will, sich wundern, dass er auf meiner zugegebenermaßen langen Lieblingsfilmliste steht - und trotzdem: Titanic ist ein verdammt guter Film! Er vereint wundervolle Bilder, ein bisschen Humor, beeindruckende technische Umsetzung, viel zum Schmachten und natürlich eine ganze Menge Tragik. Zwar kam mir dieses Mal der Gedanke, warum man sich 1,5-2 Stunden lang ansieht, wie 1500 Menschen ertrinken, erschossen werden, gegen Schiffsschrauben knallen und das Deck hinunter in den Tod rutschen, jedoch ist all dies so packend und mitreißen inszeniert, dass aus ganz tief drinnen die großen Gefühle hochkochen. Und was will man denn mehr als große Gefühle?! Na, Jungs?
___________________________________________________________________________
U
Cold Mountain (2003)
Cast: Jude Law, Nicole Kidman, Renée Zellweger
Director: Anthony Minghella
Writer: Anthony Minghella, Charles Frazier
Runtime: 152 minutes
Genre: romance, drama, war
Meine Wertung: 7/10
Ich habe ein klassisches Südstaatenepos mit Bürgerkrieg und einer gewaltigen Menge an Kitsch erwartet, jedoch kam der Film ernster und einfach besser daher als gedacht. Zwar birgt die Grundgeschichte durchaus kitschige Züge - Südstaatenschönheit verliebt sich in einfachen Mann, der sich in sie, muss aber in den Krieg, sie sagt, sie wird warten -dennoch gelang es Anthony Minghella dies packend und dramatisch einzubetten ohne einen rosaroten Schleier davorzuziehen. Die Erlebnisse des dessertierten Inmans (wundervoll: Jude Law) gehen unter die Haut und auch die beiden Frauen daheim (Nicole Kidman (souverän wie immer) bekommt Gesellschaft von Renée Zellweger (wirklich hervorragend)) kämpfen hart ums Überleben. Mich haben vor allem verschiedene Darsteller überrascht, die im Laufe der Geschichte auftauchten, mit denen ich nicht gerechnet hatte: Philip Seymour Hoffman, Natalie Portman und sogar Jack White von den White Stripes. Es ist kein Überfilm, aber durchaus sehenswert!
___________________________________________________________________________
V
The Virgin Suicides (1999)
Cast: James Woods, Kathleen Turner, Kirsten Dunst
Director: Sofia Coppola
Writer: Sofia Coppola, Jeffrey Eugenides
Runtime: 97 minutes
Genre: mystery, drama
Meine Wertung: 6/10
Als Teenie ist man schon wirklich arm dran, ich glaube das können wir alle noch ganz gut beurteilen. Sehr eingeschränkt in ihrem Leben, klassischer Jugendfreuden und -abenteuer beraubt und aus- bzw. vielmehr eingeschlossen wachsen die 5 Töchter der Lisbons auf. Genug Gründe, unglücklich zu sein - und offensichtlich auch genug, um sich das Leben zu nehmen. Dem folgt zuerst die Jüngste (13) der Mädchen, woraufhin die Eltern versuchen liberaler in ihrer Erziehung zu werden. Die nunmehr 4 blonden Schönheiten umweht eine mystische, unnahbare Aura, von der die Nachbarjungen, welche die Geschichte der Virgin Suicides erzählen, völlig besessen sind. Sofia Coppola schuf einen sehr sanften Film trotz der tragischen Thematik; sie arbeitet mit zarten Bildern und schöner, leichter Musik. Jedoch lässt wahrscheinlich genau diese locker-schwebende Herangehensweise keine wirkliche Identifikation oder auch nur Verständnis zu, nicht für die Eltern und eigenartigerweise noch weniger für die Töchter. Mir persönlich erschien erstens die Beziehung der Schwestern untereinander unrealistisch, so völlige Harmonie, selbst wenn alle bestraft werden, wenn nur eine "etwas verbrochen" hat, kann nicht Wirklichkeit in einem Haushalt voller Teeniemädels sein. Und auch die Konsequenz, die sie ziehen, bleibt mir eine Art Rätsel - schließlich waren sie alle nur noch 1 bis 4 Jahre von der Volljährigkeit und damit selbstständiger Freiheit entfernt. Andererseits ist es wohl genau das, was die Geschichte so mystisch macht. Des Weiteren mangelte es mir auch an tatsächlicher Handlung, nur atmopsphärische Bilder reichen einfach nicht aus. Die schauspielerische Leistungen der Jungschauspieler, aber auch der Eltern hingegen ist zu loben.
___________________________________________________________________________
The Reader (2008)
Cast: Ralph Fiennes, Kate Winslet, David Kross
Director: Stephen Daldry
Writer: Bernhard Schlink, David Hare
Runtime: 124 minutes
Genre: romance, drama
Meine Wertung: 8/10
Meiner Meinung nach, ist es schon eine sehr gute Idee, das grandiose Buch von Bernhard Schlink nicht nur von Deutschen, aber auch nicht nur von Hollywood verfilmen zu lassen. Eine deutsche Variante wäre zu "typisch-deutsche-Geschichtsaufarbeitung" geworden, ein Hollywoodfilm wäre viel zu pathetisch - die Mischung aus beiden hat einen dem Buch würdigen Film emtstehen lassen. Die Figuren sind hervorragend getroffen, die Szenerie ist authentisch und - das wichtigste - die große Problematik der Schuld, des Schams, der inneren Verletztheit wird absolut verdeutlicht und bildlich umgesetzt. Im Buch hat die erste Hälfte etwas mehr Schwung, mehr Erotik und Leichtigkeit (wobei die Szenen zwischen Hanna und Michael im Film auch total raumfüllend und ergreifend waren). Die zweite Hälfte ist im Film emotionaler dargestellt, die Unwissenheit, Verletztheit und Naivität kommt zum Ausdruck, wobei dies im Buch eher faktisch abgehandelt wurde. Ansonsten war die Verfilmung immer nah an Schlinks Werk dran, konnte aber auch eine ganz eigene Dynamik entwickeln. Und ist es nicht Wahnsinn, wie dieser gerade mal 18 jährige David Kross auf diese Art und Weise mit der wundervollen Kate Winslet spielt?!
___________________________________________________________________________
W
Walk the Line (2005)
Cast: Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon, Ginnifer Goodwin
Director: James Mangold
Writer: James Mangold, Gill Dennis
Runtime: 136 minutes
Genre: romance, drama, music
Meine Wertung: 8/10
Johnny Cashs Weg war ein steiniger. Einst ein unbedeutender Junge vom Land, überrannte ihn der schnelle Erfolg und zog ihn wieder hinab, noch viel weiter, als er es sich je hätte vorzustellen gewagt. Seine nahezu antagonistische Beziehung zum Ruhm, seine frühe "Vernunfts-Ehe" (weil man das damals eben so machte) und vor allem die Drogen zerrten und rissen an ihm. Ob er wohl noch zu dem souveränen Entertainer der Musik-Fernsehshows der 70er und 80er Jahre geworden wäre, wenn nicht die starke June Carter an seiner Seite gewesen wäre. In Walk the Line werden nur der schnelle Aufstieg und der harte Fall des Johnny Cash beleuchtet, wahrscheinlich wäre sein "Sich-wieder-Fangen" auch nicht interessant genug gewesen. All die Zerrissenheit, die Tragik, die Liebe dieser Kultfigur der Musikgeschichte wird einmalig genial von Joaquin Phoenix verkörpert, der in diese Rolle geradezu eingenäht zu sein scheint. An seiner Seite die nie so gut gewesene Reese Witherspoon, die nicht nur die fröhliche Bühnen-Seite der June Carter vermittelt, sondern all ihre Stärke, ihr Zweifeln und auch ihre Liebe exzellent darzustellen weiß. Alles in allem ein Biopic der ganz besonderen Art: die Widerspiegelung einer bewegten Zeit, die hochgradig vielschichtigen Charaktere und nicht zuletzt die geniale Musik lassen einen hervorragenden Film entstehen.
___________________________________________________________________________
White Oleander (2002)
Cast: Alison Lohman, Michelle Pfeiffer, Robin Wright Penn
Director: Peter Kosminsky
Writer: Janet Fitch, Mary Agnes Donoghue
Runtime: 109 minutes
Genre: drama
Meine Wertung: 7/10
Ich habe es endlich geschafft, diesen Film zu gucken, nachdem ich vor Jahren das Buch gelesen habe, das ich sehr, sehr gut fand. Weißer Oleander erzählt die Geschichte von Astrid, deren exzentrische Künstlermutter zu 35 Jahren Haft verurteilt wird, da sie ihren Ex-Geliebten mit Oleandergift umgebracht hat. Ihre Tochter, die weiterhin unter dem großen Einfluss ihrer Mutter steht, muss nun ständig ihre Koffer bereit halten - verschiedene Pflegefamilien und immer wieder das Jugendheim reihen sich aneinander. Es geht vor allem um den Prozess der Loslösung von ihrer Mutter, die sich und ihre Tochte über alle anderen Menschen stellt und eine menschenfeindliche Einstellung vermittelt hat. Astrid möchte ihren eigenen Weg finden, doch die grandios spielende Michelle Pfeiffer als ihre Mutter mischt sich selbst aus dem Knast immer wieder ein und kann sogar das Leben von Menschen zerstören, die Astrid nun nahe stehen. Weißer Oleander behandelt auch die "Verrücktheit" von Beziehungen zwischen Mann und Frau, zeigt wie viel im Leben davon abhängt und wie viel dadurch kauptt gehen kann. Auch Einsamkeit und die Notwendigkeit von Schutzmauern sind filmisch umgesetzt worden, vor allem unterstützt durch die großartigen Zeichunungen, die Astrid von den Leuten in ihrer Umgebung anfertigt. Der Film hat sich nah an die Buchvorlage gehalten und ist deswegen auch gut geworden, dennoch konnte im Buch noch mehr dieser besonderen Atmosphäre verströmt werden. Sowohl Buch als auch (anschließend) Film sind sehr empfehlenswert.
___________________________________________________________________________
How to Marry a Millionaire (1953)
Cast: Betty Grable, Marilyn Monroe, Lauren Bacall
Director: Jean Negulesco
Writer: Katherine Albert, Dale Eunson
Runtime: 95 minutes
Genre: romance, drama, comedy
Meine Wertung: 5/10
Monroe-Film No. 2 des Abends begann schonmal vielversprechender, denn die Grundidee ist gar nicht mal schlecht: 3 Frauen tun sich zusammen, erschwindeln sich ein teures Appartment in New York, aus dem sie das gesamte Inventar verkaufen, um so an reiche Männer ranzukommen. Das Trio besteht aus Marilyn Monroe, Betty Grable (die hier ausnahmsweise mal dümmer erscheint als Monroe) und Lauren Bacall, die dem Ganzen durchaus Klasse zu verleihen weiß. Leider verliert sich die Handlung in verschiedenen wenig nachvollziehbaren Strängen. Schade auch, dass damals den jungen Frauen durch Filme wie diesen nur zwei Dinge vermittelt wurden: es gibt nichts wichtigeres als Heiraten und dein Bräutigam muss stinkreich sein. Eine Einstellung, die zur toughen Rolle von Bacall überhaupt nicht passt. Monroe hat hier eigentlich noch weniger Charaktereigenschaften als in Blondinen bevorzugt: hier ist sie einfach nur fast blind und zu eitel, eine Brille aufzusetzen (weil Männer von Frauen mit Brillen ja nichs halten), jedoch ist ihre Rolle hier auch kleiner angelegt als in Bb. Wahrlich amüsant ist das Ende des Films, an dem die Männer triumphieren, da sie alles viel lockerer und weniger geldversessen angehen - aber die haben ja in einer Gesellschaft wie der damaligen auch gut reden...
___________________________________________________________________________
Wild Child (2008)
Cast: Emma Roberts, Lexi Ainsworth, Shelby Young
Director: Nick Moore
Writer: Lucy Dahl
Runtime: 98 minutes
Genre: romance, drama
Meine Wertung: 3/10
Okay, kommen wir mal wieder zu einem etwas peinlicheren Film, aber ich kann nur wiederholen, dass ich ja bemüht bin, eine weite Bandbreite abzudecken.
Eigentlich ist es traurig, dass ich nicht die Zielgruppe bin, denn für das Alter von 10 bis 15 gibt der Film bestimmt Einiges her. Er ist bunt und flippig, schick und stylisch, beinhaltet massenweise Mädchenthemen des Alters und moderne Chartsmusik und ich kann mir auch vorstellen, dass ein 12jähriges Mädchenherz bestimmt beim Anblick des einzigen Kerls des Films höher schlägt, so eklig schleimisch ich den auch fand. Aber "leider" bin ich nicht mehr 12 und leider hat die Story so viele Ungereimtheiten und kommt manchmal einfach dämlich daher. Jedoch kann ich die drei Punkte vor allem den Darstellern geben; die Mädels waren alle sehr süß, haben wirklich gut gespielt und man sieht ihnen den Spaß, den sie beim Dreh hatten an, was dem Ganzen schon ein bisschen Schwung verpasst.
___________________________________________________________________________
Die Wilden Hühner und das Leben (2009)
Cast: Michelle von Treuberg, Lucie Hollmann, Sonja Gerhardt
Director: Vivian Naefe
Writer: Thomas Schmid, Uschi Reich
Runtime: n/a
Genre: comedy
Meine Wertung: 5/10
An dieser Stelle werden wohl so einige ihren Kopf schütteln und sich fragen, was die sich denn für einen Mist ansieht, aber wir wollen hier in diesem Blog doch ein ordentlich ausgeglichenes und breitgefächertes Programm haben, nicht wahr?!
Man soll Filme ja als das betrachten, was sie sein sollen oder wollen und als Mädchenfilm für 5 bis 15 Jährige über eben deren Problemchen, funktionieren Die wilden Hühner ganz gut. Reicht aber eben auch nur für 5 Punkte, denn da hab ich auch schon bessere gesehen (Angus, Thongs and Perfect Snogging 7/10). Er ist ganz süß anzusehen, die Jungschauspieler sind gar nicht mal schlecht (vor allem Lucie Hollmann) und ein bisschen fängt man auch mal wieder an, an die alten Klassenfahrtzeiten zu denken. Jedoch war vor allem eine Sache damals anders bei uns: unsere Lehrer waren nicht so cool und locker drauf - und auch nicht so jung und verliebt ineinander (Jessica Schwarz und Benno Führmann!).
___________________________________________________________________________
The Wrestler (2008)
Cast: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood
Director: Darren Aronofsky
Writer: Robert D. Siegel
Runtime: 109 minutes
Genre: sport, drama
Meine Wertung: 6/10
Man könnte sich fragen, wie es möglich ist dem oscarnominierten Wrestler genauso viele weniger Punkte zu geben wie als dem Hollywoodfilmchen He's just not that into you - aber hey, 1. bin ich Mondkaktus und 2. ist das ja eh subjektiv und es geht darum, was der jeweilige Film mir geben konnte. The Wrestler ist ein sehr gut gemachtes, authentisches Werk, mit sehr guten Schauspielern und eindrucksvollen Bildern (wobei ich nicht so scharf darauf bin noch mal Wrestlingkämpfe zu sehen!). Gerade die Authentizität macht den Film so gut, denn man zweifelt nicht einmal daran, dass es tatsächlich so in der Wrestlingwelt zu geht und viel mehr, dass es einem abgewrackten Wrestlinghelden, dessen Zeit definitiv vorbei ist, so gehen könnte. Unverschönte, graue Himmel und hässliche Wohnwagensiedlungen sowie die ständige Handkamera, die oftmals nur hinterher laufen kann, tun das Ihrige dazu. Und dennoch: der Film konnte mich nicht richtig packen, bei all meinem Mitleid für Randy "Ram" konnte sich nicht das richtige "Mitgehen" einstellen. Die Oscarnominierung hat Mickey Rourke aber auf jeden Fall verdient.
___________________________________________________________________________
X
X-Men Origins: Wolverine (2009)
Cast: Hugh Jackman, Liev Schreiber, Danny Huston
Director: Gavin Hood
Writer: Skip Woods, David Benioff
Runtime: 107 minutes
Genre: thriller, sf, action
Meine Wertung: 7/10
X-Men Origins: Wolverine hat mir, obwohl ich die anderen Teile nicht kenne, ausgesprochen gut gefallen und das lag nicht nur am wahnsinnig heißen Supermutanten Hugh Jackman! Natürlich kann man nicht behaupten, der Film wäre realistisch, aber im Vergleich zu so manchem Schwachsinn, der demnächst ins Kino kommt (Transformers 2 oder Terminator 4), hat Wolverine wesentlich mehr Nähe zu echten, normalen Menschen - Menschen, die eben nur eine kleine Mutation bei der Geburt mitbekommen haben. Ein wenig hat mich das an Heroes erinnert, jeder hat seine eigene ganz besondere Eigenschaft mit der er leben muss. Wolverine selbst würde zu gerne seine loswerden und mit ihr all die Brutalität und Morde, die sein Leben bestimmt haben, aber er kann ihr nicht entkommen. Durch den Tod seiner Freundin kommt das Tier in ihm wieder zum Vorschein und er beginnt seinen eigenen Bruder (genial gruslig gespielt von Liev Schreiber) zu jagen. Es stört mich zwar ein wenig, dass solche Geschichten immmer nur mit Rachegedanken gespickt sind, so dass es mir scheint, als ob Rache eines der fundamentalsten menschlichen Gefühle ist, darüber kann aber an anderer Stelle diskutiert werden. Alles in allem erhält man ordentlich Action, ein bisschen Gefühl, natürlich auch Fantasy und einen heißen Kerl; das alles aber auf einer soliden, angenehmen und teilweise sogar mitreißenden Basis.
___________________________________________________________________________
Y
Z
Malèna (2000)
Cast: Monica Bellucci, Giuseppe Sulfaro, Luciano Federico
Director: Giuseppe Tornatore
Writer: Luciano Vincenzoni, Giuseppe Tornatore
Runtime: 109 minutes
Genre: war, romance, drama
Meine Wertung: 7/10
Gestern noch Vincent Cassel und heute seine wunderschöne Ehefrau Monica Bellucci, die genau weiß wie sie den titelgebenden Zauber auf die Leinwand bringt. Der Zauber von Malena ist eine Geschichte über die dunkle Seite von Schönheit, über Einsamkeit, Verlangen, Phantasie und auch über das Erwachsenwerden, doch für mich hebt sich vor allem die Darstellung der unrationalen Grausamkeit und Unmenschlichkeit der Menschen hervor. Ihr Mann ist im Krieg (2. WK), sie allein im sizilianischen Heimatort. Malena wird von allen Männern begehrt, als zu unterwerfendes Objekt betrachtet, von den Frauen wird sie hingegen gehasst und zutiefst gedemütigt - all diese Leute drängen sie immer mehr in die Ecke und zerstören sie. Nur der Junge Renato scheint Malena wirklich zu kennen, ohne auch je ein Wort mit ihr gewechselt zu haben. Doch helfen kann er ihr auch nicht. Der Film gibt sich zunächst leicht und angereichert mit den Phantasien des Jungen, wid aber immer ernster und tragischer. Er vermag es eine Zeit, samt ihrer gesellschaftlichen Konventionen zu zeigen, immer vor der schönen Kulisse des italienischen Küstenortes. Zurück bleibt eine gewisse Traurigkeit, so eine Art hilfloses Kopfschütteln über das Wesen der Menschen.
__________________________________________________________________________
The Wizard of Oz (1939)
Cast: Judy Garland, Frank Morgan, Ray Bolger
Director: King Vidor, Richard Thorpe
Writer: Sid Silvers, Florence Ryerson
Runtime: 101 minutes
Genre: musical, fantasy, family
Meine Wertung: 7/10
Diese wundervolle und originale Verfilmung des Zauberers von Oz sprüht nur so vor Charme. Eine kunterbunte Pappmachéwelt, auf Leinwand gemalte Landschaftsbilder als Szenerie, schrille Stimmchen in quietschbunt klingenden Liedern - man könnte sagen, das sei alles viel zu viel, aber genau das macht den Film ja aus. Judy Garland spielt herrlich naiv und herzallerliebst und um sie reihen sich massenweise Broadway- und Slapstickstars der damaligen Zeit. Der Regisseur Victor Fleming schien einfach zu wissen, was die Amerikaner wollen, wie es sich auch später mit Vom Winde verweht oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde zeigte. Ich persönlich kenne die Geschichte des Landes "somwhere over the rainbow" auch schon sehr lange und bin mit ihr aufgewachsen, jedoch nicht in der originalen Variante von Frank Baum, sondern der Neu- und fortführenden Fassung von Wolkow: "Der Zauberer der Smaragdenstadt" mit Elli, sozusagen die "Ostvariante", deren direkte Verfilmung bestimmt weniger bunt ausgesehen hätte. Flemings Version ist jedoch zweifelsohne ein Klassiker.
___________________________________________________________________________
Train de vie (1998)
Cast: Lionel Abelanski, Rufus, Clément Harari
Director: Radu Mihaileanu
Writer: Radu Mihaileanu, Moni Ovadia
Runtime: 103 minutes
Genre: comedy, romance, drama
Meine Wertung: 8/10
Zug des Lebens konnte mich absolut begeistern! Es ist ein wunderbar leichter Film, trotz seiner düsteren Thematik. Er steht damit ganz in der Tradition von Das Leben ist schön, einer der besten Filme überhaupt. Die jiddischen Dorfbewohner, die sich in den Kopf gesetzt haben mit Hilfe eines falschen Deportationszug vor den Nazis nach Palästina zu fliehen, sind herrlich schrullig, naiv und herzensgut. Sie scheinen alle ein wenig den Verstand zu verlieren, können plötzlich ihre eigenen Verwandten, die ausgewählt wurden, die Nazis zu spielen, nicht mehr leiden, eben weil es ja jetzt Nazis sind; sie haben mit einer aufkeimenden Kommunistengruppe in ihren eigenen Reihe zu kämpfen, ahnen aber gar nicht, wie oft sie knapp dem Unheil entkamen, z.B. als eine handvoll Kommunisten versuchten den vermeintlichen Deportationszug zu sprengen oder der Zug des Nachts von echten Nazis angehalten wurde. Das ganze Treiben wird perfekt, als sie auf eine andere gespielte Nazigruppe treffen: ein ganzer Haufen Zigeuner, die die gleiche Idee hatten. Nur der Verrückte des Dorfes scheint der einzige normal Denkende zu sein. Die ganze Zeit über kann man sich wunderbar amüsieren, erst in der allerletzten Szene bleibt einem das Lachen schmerzlich im Halse stecken.
___________________________________________________________________________