Video der Woche: The XX – Crystalised und Gorrillaz Cover
Da ich erst letzte Woche zum ersten mal mit den XX in Berührung gekommen bin, folgt nun zwangsweise das Video mit dem ich auf sie, wie so viele andere vor mir, aufmerksam wurde. Klar sind sie heute nicht mehr so unbekannt wie ich es gerne hätte, um sagen zu können: "Ich habe sie entdeckt und fand sie schon immer toll, aber seit dem sie so ein Kommerzscheiß machen finde ich die nicht mehr toll." Aber auch so kann ich damit ganz gut leben. Sicher sehen sie irgendwie wie 16 Jährige Emo-Psychos aus, denen kurz vorm Videodreh gesagt wurde, dass sie niemals Erfolg haben würden, aber wer braucht schon atemberaubende sexy action Videos, wenn er sich einfach 4 Minuten von einem Beamer anstrahlen lassen kann? Ihr Sound allein reicht um einen auf eine Reise mitzunehmen. Und wenn Shakira auf einem Konzert vor 50 000 Menschen The XX covert oder die Gorrillaz ein Accoustic Cover des Songs machen, dann bin ich schon etwas beeindruckt, vor allem da es sich um das erste Album der Band handelt. Ich hoffe ihr könnt dem vielleicht auch etwas abgewinnen:
Blogschau: Schnipselfriedhof.de – Behind Kloß und Spinne
Ich habe zwar dieses Weblog und bin bei Facebook, aber eigentlich bin ich sowas von Web 1.0, das gibts gar nicht. (Volker Strübing)
Wer letztens das Video von Kloß und Spinne gesehen hat, konnte dem vielleicht etwas abgewinnen, heute geht es nun um den Mann dahinter. Auf schnipselfriedhof.de erscheinen seit 2006 von Volker Strübing u.a. die formidablen Videos von Kloß und Spinne (jetzt auch als DVD erhältlich), selbst aufgenommene Fotos sowie interessante Geschichten aus dem Alltag. Meist sehr witzig und erfrischend geschrieben macht es Spaß sich durch den Blog des Autors, Filmemacher, Fotografen, Liedermacher und Poetryslammer zu klicken, dabei stolpert man über das ein oder andere interessante Fundstück, wie z.B.:
Vielleicht wird es vorher schon einen Kloß-und-Spinne-Film im Kino geben, ich hab ihn schon ganz genau vor Augen: 137 Minuten, nur eine einzige Einstellung und natürlich in 3D. In den ersten 135 Minuten passiert praktisch nichts. Kloß trinkt sein Bier, Norbert denkt mit geschlossenen Augen über die Welt nach und die Katze atmet. Dann kommt Spinne rein und sie reden noch zwei Minuten darüber, dass Filme heutzutage ja oft viel zu hektisch geschnitten und völlig überfrachtet sind. (Volker Strübing)
Und ich muss sagen, das fände ich mal einen mutigen Film, selten wird man einen so authentisch, wahrhaftig und realistischen Film gesehen haben. Selten wird ein Film mit so wenig so viel ausgedrückt haben, natürlich abgesehen von dem überbordenden 3D und den brutalen Actionsequenzen in denen Kloß todesmutig den Kampf mit dem Bier aufnimmt. Es würde die Filmlandschaft revolutionieren, würde es doch der alltägliche Action-Close-Up-Wahnsinn verdrängen, wer braucht schon Hollywood wenn er Strübywood kriegen kann? Aber genug der Fantasterei, natürlich gibt es auch abseits von Kloß und Spinne viel zu entdecken. Zum Beispiel interessante Einsichten in die Deutsche Bahn:
Bahncard50, die: Plastikkärtchen im Scheckkartenformat, das den besitzer zum Erwerb von Fahrkarten zum regulären Preis berechtigt. Nichtbesitzer zahlen das Doppelte. Sympathisch ist die augenzwinkernde Selbstironie, mit der die Deutsche Bahn darauf beharrt, den doppelten Fahrpreis als normalen und den BC50-Tarif als „halben“ Fahrpreis zu bezeichnen. (Volker Strübing)
Auch nachdenkliches findet sich auf dem Blog, etwa eine Seblstreflektion zum schlechten Gesichtsgedächtnis, das er mit einer krassen Geschichte belegt, die einem fast unglaubhaft vorkommt:
Eines Abends, es war sehr voll und ich drängelte mich fünf Minuten vor Beginn der Show zur Bar durch, um irgendetwas mit dem Licht oder dem Ton zu klären, sprach mich eine Frau an. Sie kam mir vage bekannt vor, aber ich wusste einfach nicht, woher und wie gut ich sie kannte. Ich hatte damals gerade beschlossen, das Problem offensiv anzugehen und in solchen Fällen nachzufragen, statt es durch irgendwelches unverbindliches Rumhalloen und Undwiegehtsgeplapper zu überspielen.
Ich sage also: „Ah hi, ähm … entschuldige … woher kennen wir uns gleich nochmal?“
Die Frau schaut mich mit riesigen Augen an und sagt: „Ich bin deine Schwester!“ (Volker Strübing)
Das er mit mehr als "nur" mit Worten umgehen kann zeigen die folgenden Bilder, diese sind alle auf dem Blog zu finden:
Video der Woche: Kloß und Spinne “Gehacktes”
Wenn man aus Baumrinde und irgendwelchen Pilzen Erdbeeraroma herstellen kann, was erdbeeriger als Erdberren schmeckt, wer braucht dann noch Erdberen? (Spinne)
Sicher wird den Bioverfechtern die Logik des folgenden Trickfilms nicht ganz so gefallen, doch sollte man das Kommende eher als Parodie verstehen. Zugegeben, bei mir hat es auch ein bisschen gedauert, bis ich mich mit Kloß und Spinne angefreundet hatte, um genauer zu sein, hat mich ein lieber Mondkaktus schon vor einiger Zeit auf die Beiden aufmerksam gemacht, doch erst beim 2. Anlauf konnte ich dem etwas abgewinnen. Aber nun finde ich den immer griesgrämigen Kloß und den immer gut gelaunten Spinne, sowie den allwissenden Norbert einfach zum schießen. Ob die folgenden Statements denn nun alle so haltbar sind, sei mal dahingestellt, auf jeden Fall sind sie witzig und als Diskussionsanregung sehr geeignet:
- "Biopropaganda ist Intelligenznegierung" (Spinne)
- "Es geht um die armen Tiere die im Tier-KZ leben müssen, damit du billige Knetmännchen aus ihnen basteln kannst kannst." (Klos)
- Ich ess jedenfalls nur Fleisch aus Massentierhaltung, ich finds nämlich total fies glückliche Tiere zu schlachten. (Spinne)
- Fleisch ist so ne Art Getreidekonzentrat. (Norbert)
Video der Woche: Lachanfall von Hans-Rudolf Merz im schweizer Bundesrat
Jeder kennt das wohl, manchmal findet man irgendwelche belanglosen Sachen urkomisch und kriegt sich für eine gewisse Zeit einfach nicht mehr ein und hat einen Lachflash, normalerweise gucken einen die Mitmenschen etwas komisch an, aber dann ist es vergessen. In bestimmten seriösen Positionen wird das aber nicht so schnell vergessen und nicht ohne Grund erfreuen sich solche Videos, in denen diese Narichtensprecher oder Politiker einen Lachanfall bekommen, einer gewissen Beliebtheit. Hier nun ein weiterer Beweis dafür, dass Politiker auch nur Menschen sind und das wahre Freude wirklich ansteckend ist. Hans-Rudolf Merz verlas eine Verordnung im Schweizer Bundesrat über Gewürze und Fleisch und kann sich zwischenzeitlich kaum vor Lachen halten:
Heidi, das schielende Opossum oder auch Knut 2.0
Die älteren unter euch werden sich noch an das Jahr 2007 erinnern und an einen bestimmten Knut, das Eisbärenbaby aus dem Berliner Zoo, doch da die generelle Aufmerksamkeitsspanne in den Medien die obligatorischen 15 Minuten selten überschreitet, ist dieser Hype mittlerweile längst abgeklungen, wen interessiert auch ein ausgewachsener Eisbär? Aber bis heute verstehe ich nicht, was Knut von anderen bis dato geborenen Eisbärenbabys hervorhob, sicher war er süß und knuffig, aber das waren andere Tierbabys auch, aber dem Berliner Zoo wird es herzlich egal gewesen sein. Der Nürnberger Zoo versuchte mit Flocke an diese Erfolgsgeschichte anzuknüpfen, doch schien es nur wie ein billiger Abklatsch, zu groß waren die Ähnlichkeiten, doch nun gibt es einen neuen Star am Zoohimmel und er hört auf den Namen Heidi.
Heidi ist so ziemlich das Gegenteil von Knut, zum einen ist sie übergewichtig, was dem natürlichen Bedürfnis der Beutelratte zu klettern etwas im Wege steht, sodass sie jetzt erst mal eine Diät machen muss, zum anderen wuchs sie wohl als Findelkind in North Carolina (USA) auf und kam erst über den Umwege Dänemark nach Leipzig. Aber das hervorstechendste Merkmal sind wohl ihre schielenden Augen, die ihr anscheinend zu weltweitem Ruhm verhelfen. Bestaunen kann man Heidi ab 01. Juli 2011 im neuen "Gondwanaland" im Leipziger Zoo, wer nicht so lange warten kann, kann der Facebookgruppe beitreten, die mittlerweile 65 000 Mitglieder hat, oder sich schon bald ein Heidi Plüschtier kaufen und auch ein Lied ist wohl in Arbeit. Bis jetzt scheint es noch keinen Wikipedia-Eintrag zu geben, aber das wird sich sicher bald ändern, man kann also gespannt sein.
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