Ein Blumenkübel geht um die Twelt
Was kann man mit Twitter nicht alles wunderbares machen. Man kann an geistreichen Gedanken andere Menschen teilhaben, allein zu Hause vor dem Computer sitzen und das Gefühl haben mittendrin zu sein, wenn alle über den Eurovision Song Contest, die Fußballweltmeisterschaft oder was auch immer berichten, man ist stets topinformiert noch ehe es die traditionellen Medien aufgreifen wie z.B: die H&M Geiselnahme in Leipzig zeigte. Und damit man sieht, was in der Welt so passiert gibt es die "Trendy Topics" bei der die Wörter aufgelistet werden die am meisten auf Zwitter geschrieben werden, diese Topics sind naturgemäß meist in englisch, aber auch ein paar deutsche Wörter haben es geschaft wie z.B. "Lena hat gewonnen" nach ihrem Eurovisionsieg. Allerdings gibt es auch sehr viel triviales auf Twitter zu lesen was keiner lesen will a la "Ich geh jetzt Kaffee kochen", interessanter wird es aber natürlich erst, wenn der Kaffee den Verdauungstrakt passiert hat und einem der Nutzer auch daran teilhaben lässt.
Ein Beispiel wie eine wirklich belanglose Begebenheit, zumindest die deutsche Twitterwelt bewegt ist ein zerstörter Blumenkübel aus Neuenkirchen, der wohl bald ein Synonym für den Sack Reis werden wird. Aus dem belanglosen Artikel einer frisch eingestellten Journalistin der Münsterschen Zeitung ist dank Twitter eine große Story geworden die es so gar unter die Trendy Topics schaffte und wohl noch einige Tage und Wochen durchs Internet geistern wird. Hier der Artikel der Münsterschen Zeitung in dem eigentlich alles Wissenswerte erwähnt wird. Und mit dem Hashtag #blumenkuebel kann man sich alle Nachrichten auf Twitter zum Thema ansehen.
Video der Woche: Referees at work – Respekt für die Schiedsrichter
Jetzt wo es mit dem Fußball zu Ende ist, werden viele aufatmen aber einige werden auch gar nicht wissen, was sie denn nun eigentlich mit ihrer ganzen Freizeit anfangen sollen. Für die, die noch immer nicht genug haben, habe ich hier eine Filmempfehlung, die einen anderen Blick auf den Rasen wirft. Wurden in der, meiner Meinung nach eher mäßigen Dokumentation von Sönke Wortmanns ein Blick in die Spielerkabine geworfen, werden nun die Schiedsrichter näher begutachtet. Die Dokumentation gibt einen guten Einblick, in die Welt der oft kritisierten Schiedsrichter und zeigt, das auch sie nur Menschen sind die Fehler machen, die Fehler machen dürfen. Besonders interessant ist, das Howard Webb, der den Zorn der polnischen Bevölkerung mit einer regulären Elfmeterentscheidung auf sich zog gestern das WM-Finale 2010 pfiff, hier ein Artikel darüber.
Hier geht's zum gesamten Film den man online kostenlos in ganzer Länge sehen kann: Referees at work oder hier kaufen kann:
Dank an Marcel und Roy die mich beide auf die Dokumentation aufmerksam gemacht haben.
Once – Ein Film über Musik zum verlieben
Auch wenn die Überschrift etwas kitschig daherkommt und der Film von der Liebe zur Musik handelt, ist der Film alles andere als kitschig. Selten habe ich einen so authentischen Film gesehen, der höchstens noch mit Before Sunrise/Sunset zu vergleichen ist, aber sonst fallen mir kaum Vergleiche ein.
Worum geht es: Der Film handelt von einem Straßenmusiker (Glen Hansard) und seiner Begegnung mit einer Pianistin (Markéta Irglovázu). Die beiden Namenlosen, im Abspann lediglich als "The Guy" und "The Girl" bezeichnet, sind zwar durch ihre Vergangenheit an andere Menschen gebunden, verleben einen wunderbare Zeit zusammen. Stück für Stück erhält man immer mehr Einblicke in das jeweilige Leben der Beiden und die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, auch unterstützt durch die gute schauspielerische Leistung der Protagonisten. Es ist weder wichtig, wo die Charaktere herkommen, noch wie sie heißen, wichtig ist nur, dass sie zu dieser Zeit an diesem Ort sind.
Once (2006)
Cast: Glen Hansard, Markéta Irglová, Hugh Walsh
Director: John Carney
Writer: John Carney
Runtime: 85 minutes
Genre: romance, music, drama
Meine Wertung: 9/10
Worum geht es wirklich: In Dogmamanier entstand nur mit Handkamera und natürlichem Licht einer der wunderbarsten und natürlichsten (Musik/Liebes-)Filme der letzten Jahre, der vorallem von (der Liebe zur wirklich wunderbaren) Musik lebt, die von den beiden Hauptdarstellern, meist Glen Hansard, selbst geschrieben wurde. Außerdem geht es darum, dass man manchmal Menschen trifft die einen im Leben weiterbringen und sei es dadurch, das sie einem dabei helfen sich irgendwann seiner Vergangenheit zu stellen um weitermachen zu können
30 Tage Film Mem Zusammenfassung
Da ist es vollbracht, die 30 Tage sind um und es ist geschafft. Ich habe versucht jeden Tag einem neuen Film eine Chance zu geben und hoffe, das ist mir gelungen. Ich bedanke mich bei allen die durch ihre zahlreichen Kommentare und positiven Rückmeldungen dazu beigetragen haben, das ich das durchgezogen habe. Es war eine sehr interessante Erfahrung und sehr schöne Diskussionen in den Kommentaren, stellenweise war es wirklich nervig sich jeden Tag hinzusetzen und sich was aus den Fingern zu saugen, manchmal fehlte auch einfach die Zeit einen angemessenen Artikel zu schreiben und es tut mir leid für die betreffende Kategorie, aber ich hoffe, ich konnte euch trotzdem dazu motivieren den ein oder anderen Film zu entdecken oder mal wieder anzusehen und es hat euch ebenso viel Spaß gemacht wie mir.
Außerdem bedanke ich mich bei IMDb für die Funktion Filme zu bewerten und seine Bewertungen nach verschiedensten Kategorien zu sortieren, auch wenn die Sortierung mitunter fragwürdig war hat es mir doch sehr geholfen mich zu erinnern, den ohne die Vote History hätte sich meine Filmauswahl doch nur auf einige wenige beschränkt, allein aus Mangel an Gedächtnis. Hier gibts meine komplette Vote History.
Desweiteren bedanke ich mich bei Youtube, die freundlicherweise die Trailer bereitstellten, selbst von Filmen von 1938(!), das muss man sich mal vorstellen, solange gibt es die schon. Ich glaube, wenn ich die gleichen Fragen jetzt nochmal beantworten müsste, dann würde das Ergebnis zwar nicht komplett anders, aber schon etwas verschieden sein. Und hier sind nochmal alle Gewinner im Überblick:
Tag 30 – Dein absoluter Lieblingsfilm
Heute ist es nun soweit, der letzte der 30 Tage ist angebrochen. Wer hätte gedacht, das ich es nahezu unterbrechungsfrei schaffe jeden Tag einem Film zu widmen, aber die große Zeit der Reminiszenz ist erst morgen, vielleicht schaut ihr dann ja nochmal vorbei. Also zum Thema, in den letzten Tage habt ihr ja schon einen kleinen Einblick in meine Filmvorlieben erhalten, sodass es heute nicht wirklich viel neues gibt, aber lasst euch überraschen. Hier sind nun die Filme die ich wirklich liebe.
Da wären zum einen "Der Blutige Pfad Gottes", der mit fabelhaften Wortwitz, guter Action und einem genialen Willem Dafoe punktete, "Brügge sehen und sterben" der von einem ähnlichen Kaliber war, wenn auch weitaus schwarzer vom Humor, trauriger, lustiger und abgedrehter, man denke nur an die geniale Schlussszene, noch ein Film wäre "Bube, Dame, König, Gras" oder "Kiss Kiss Bang Bang", allesamt vergleichbar mit "Pulp Fiction", sehr gute Actionfilme mit viel Witz und etwas unkonventionell. Leider hat keiner dieser Filme gewonnen, was sehr schade ist, aber nun auch nicht mehr zu ändern ist. Außerdem wären da natürlich noch der geniale erste Teil von "Matrix", sowie die Comicverfilmungen "The Dark Knight" und "V wie Vendetta", da möchte ich eigentlich keinen herausheben, allesamt mehr als nur sehenswert, wie übrigens alle heute erwähnten Filme.
Desweiteren gibt es da noch "Before Sunrise" und "Before Sunset" die einfach wunderbar authentisch mit Ethan Hawke und July Delpy daherkommen und mit ihrer Einfachheit punkten, die Liebesgeschichte mutet an als wäre sie direkt aus dem Leben der zwei entsprungen, "500 Days of Summer" ist der etwas jugendlichere Filme zu selben Thematik, der nicht ganz so schlicht ist und etwas mehr mit filmischen Mitteln spielt, aber auch nicht zu verachten war, etwas kitschiger geht es mit "Tatsächlich Liebe" zu, aber auch das braucht man ab und zu. Nicht ganz so kitschige, aber sehr ruhige Töne schlägt "Lost in Translation" an, das vorallem durch Scarlett Johansson bezauberte und wunderbar das Thema Einsamkeit behandelt.
Dann gibt es natürlich noch die Klassiker rund um "Butch Cassidy und Sundance Kid", ein unvergesslicher Film der die wunderbare Leichtigkeit des Seins vermittelt auch wenn er unsagbar traurig endet, aber so werden Legenden geboren, andere Klassiker wären z.B. "Casablanca", in dem Humphrey Bogart erklärt er sei Trinker und damit Weltbürger oder auch "Schindlers Liste", das sehr stimmig eins der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte behandelt.
Nicht zu vergessen die hervorragenden Animationsfilme "Findet Nemo", "Wall-E" und "Die Rotkäppchenverschwörung" die alle wesentlich mehr als süße Kinderfilme sind und fabelhaft der Menschheit einen Spiegel vorhalten, auch wenn das manche einfach nicht sehen wollen.
Und so viele andere großartige Filme wie "Arlington Road", der das Thema Terrorismus gut aufgreift ohne es amerikatypisch zu heroisieren, "Lammbock" und "Das Experiment" beide mit dem herausragenden Moritz Bleibtreu, "Schwerkraft" mit Jürgen Vogel, "Knocking on Heavens Door", "Equilibrium", "Memento", "Das Letzte Stück Himmel" und wie sie nicht alle heißen. Ich könnte hier noch Seiten füllen, doch mein absoluter Lieblingsfilm an den bis heute kein anderer Film herangekommen ist ist:
Tag 29 – Ein Film aus deiner Kindheit (Alles gute zum Kindertag)
Heute bietet sich einmal mehr Gelegenheit für den Nostalgiker in mir umso passender, das dies am Kindertag passiert. Was gab es früher nicht für tolle Filme, Filme die einen durch die Kindheit begleitet haben, damals war natürlich alles besser, das Gras war grüner, der Himmel blauer und alles irgendwie größer, aber in seiner Kindheit war man einfach noch richtig gefesselt von dem, was da in Fernseher passierte, man hatte noch richtig Angst oder begann zu weinen und konnte deswegen den Film nicht zu Ende sehen. Das waren noch Emotionen die da im Spiel waren, nicht wie heute wo man alles schon gesehen hat, wo alles schon mal dagewesen ist und einen kaum noch etwas berühren oder schockieren kann, da es einfach an der Schutzschicht abprallt die wir um uns herum aufgebaut haben, umso höher ist es einzuschätzen, wenn uns Filme heute noch berühren, auch wenn viel davon abhängt, in welcher Stimmung man wo und mit wem den Film guckt.
Leider hatte ich damals noch kein IMDb das mir dabei hilft mich zu erinnern, aber zum Thema: Ivanhoe (1952) war definitiv ein Film meiner Kindheit, sowie viele andere Abenteuerfilme wie z.B. Die Abenteuer des Robin Hood (1938), Errol Flyn ist für mich bis heute der einzig wahre Robin Hood, und wenn ich mir vorstelle, das da ein verkleideter Gladiator als Robin rumläuft, dann wird mir ganz anders, "40 Wagen Westwärts" ist natürlich auch ein Film aus meiner Kindheit der hier schon zu seinen Ehren gekommen ist. Ich habe zahlreiche Western gesehen, viele mit John Wayne, zweifelsohne ein Held meiner Kindheit, z.B. Red River, der hier aber nur stellvertretend für all die anderen Western stehen soll an die ich mich, außer an "High Noon", "Winchester '73" und "Die Glorreichen 7", leider namentlich nicht mehr erinnern kann. Ich habe es einfach geliebt, wenn die Kavallerie anrückte und die Bösewichte vertrieb, wobei mir eigentlich eher die coolen starken Helden zugesagt haben. Jetzt hätte ich doch fast Winnetou Teil 1 bis 256 vergessen, die ich natürlich auch etliche Male gesehen habe. Das Gleiche Dilemma habe ich bei Seefahrer- und Piratenfilmen wo mir gerade nur "Des Königs Admiral" (1951), bzw. Horatio Hornblower einfällt. Außerdem habe ich zahlreiche Kriegsfilme wie "Schlacht um Midway", "Die Luftschlacht um England", "Verdammt in alle Ewigkeit" und "Tora! Tora! Tora!" gesehen, wobei der letztere eigentlich "Pearl Harbor" heißen müsste, geht es schließlich den Großteil um den Angriff und wird dieser doch weitaus authentischer und realistischer dargestellt als in irgendwelchen dahergelaufenen "Hollywood ich schieß zu zweit alle Japaner vom Himmel und zeuge dabei 5 Kinder mit der Freundin meines besten Freundin" Filmen, schrecklich. Die Olsenbande war in meiner Kindheit natürlich auch präsent und immer für einen Lacher gut, in gewisser Weise waren sie das dänische A-Team und vor allem die Szene als sie sich durch die Oper sprengen, hatte wirklich Kultcharakter. Ebenso wie die Marx Brothers, die bei mir mehr als einmal Lachanfälle auslösten, z.B. mit Die Marx Brothers in der Oper, im Zirkus oder im Kaufhaus, alle samt wunderbare Filme zum totlachen, schade das ich sie nicht bei den witzigsten Filmen erwähnte, sie während mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gute Kandidaten gewesen. Außerdem gab es noch "Der Mann der Sherlock Holmes war" (1973), "Die Feuerzangenbowle" und Indian Jones, Asterix und Oberlix sowie "König der Löwen" waren natürlich auch vertreten. Ich hoffe ich habe jetzt alle wichtigen Filme genannt, wenn nicht, dann kann ich es auch nicht ändern. Aber vielleicht ist euch aufgefallen, das es keine Filme wie "Richie Rich" oder "Kevin allein zuhaus" sind, die mich prägten und das finde ich auch gut so.
Es ist gar nicht so leicht sich nun zu entscheiden, haben sie mich doch alle geprägt und teilweise bis heute begleitet und mir viele schöne Stunden beschert, aber der Film meiner Kindheit ist wohl: