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13Jul/112

Oscarfilme “Bester Film” 1960 – 1969

Mitunter ist es anstrengend sich durch die Oscarjahre zu kämpfen, die 60-er zählen mit seinen zahlreichen Musicals nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmzeiten, aber der Reihe nach. Da ich nicht jedem Film einen eigenen Blogeintrag widmen werde, wird es Zusammenfassungen von ca. 10 Jahren geben, deswegen reiche ich die zwei fehlenden Filme der 50-er jetzt noch nach.

"Die Brücke am Kwai" (1957)  war ein beeindruckender und spannender Film über britische Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg, die in einem japanischen Arbeitslager inhaftiert waren und eine Brücke bauten, die sie später wieder sprengen sollten, zumindest war das in meiner Erinnerung so. Der Inhalt des Antikriegsfilms blieb zwar der Gleiche, aber leider war er in Wahrheit wesentlich langatmiger und weit weniger spannend als in meiner Erinnerung, auch wenn es in der 2. Hälfte des 2 Stunden Films etwas besser wurde, doch wirklich überzeugen konnte mich der Film diesmal  nicht.

The Bridge on the River Kwai

The Bridge on the River Kwai (1957)

Cast: William Holden, Jack Hawkins, Alec Guinness

Director: David Lean

Writer: Carl Foreman, Michael Wilson

Runtime: 161 minutes

Genre: war, drama, adventure

"Gigi" (1958), der den Oscar im Jahre 1959 gewann, war dagegen besser als erwartet. Musicals haben es bei mir traditionell etwas schwerer, umso geringer sind meine Erwartung, ich mag einfach keine Musicals. Der Film ist eine Mischung aus Familienfilm und Musical, der im Paris um 1900 spielt und das Erwachsenwerden der jungen Gigi thematisiert. Ohne groß sentimental involviert zu werden, plätschert der Film so dahin und hat weder richtige Höhe-, noch richtige Tiefpunkte. Der Film vergisst einfach den Zuschauer mitzunehmen, und die locker leichte Grundstimmung, auch wenn die Pariser Welt um 1900 hübsch dargestellt ist, überträgt sich nicht auf den Zuschauer.

Gigi

Gigi (1958)

Cast: Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan

Director: Vincente Minnelli, Charles Walters

Writer: Colette, Alan Jay Lerner

Runtime: 116 minutes

Genre: romance, musical, comedy

Trailer Gigi

Damit wären wir bei in den 60-ern mit seinen Historien- und Monumentalfilmen sowie zahlreichen Musicals angelangt, ein Zeitalter, was mir nicht ganz so liegt.

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21Mai/118

Oscarfilme von Gestern im Heute sehen

Vor einiger Zeit habe ich mir, mit einer guten Freundin, vorgenommen alle Oscarfilme, die in der Kategorie "Bester Film" gewonnen haben, zu gucken. Sicher sind einige Klassiker wie Psycho, Es war einmal in Amerika oder Spiel mir das Lied vom Tod überhaupt nicht mit einem Oscar ausgezeichnet worden, doch das soll uns an dieser Stelle nicht beschäftigen. Aber da dieser Filmpreis seit nun mehr 82 Jahren vergeben wird, sind auch ohne fehlende Meisterwerke einige zusammengekommen.

Die Filme querbeet zu gucken verbat sich schon allein deshalb, um die technische Entwicklung besser nachvollziehen zu können, darum werden die Filme natürlich in chronologischer Reihenfolge geguckt. Es gab mal eine sehr gute, weil kompakte, Übersicht auf IMDB über alle Gewinner, aber auch die wurde im Zuge des neuen Designs wegrationalisiert. Auf der Suche nach einer neuen Liste stolperte ich über diesen Blogeintrag, der von dieser wirklich genialen Liste schrieb, die man sich downloaden und an die Wand hängen kann, und wenn man noch diese Liste () mit einbezieht, sollte man eigentlich alles gesehen haben. Allerdings war mir damit nicht wirklich geholfen und ich nahm die Liste von hier, hier und hier und hab sie etwas bearbeitet, die Liste findet sich am Ende des Beitrags wieder. Es gibt kleine Abweichung in der Zählweise, manche fangen mit 1928, andere mit 1929 ich nehme 1929, da dies das erste Jahr war in dem der Oscar verliehen wurde.

Ziel war es eigentlich schon alle Filme zu gucken, doch der technischen Umsetzung geschuldet, haben wir mit den Filmen ab 1951 angefangen, sind aber aus Gründen nur bis 1956 gekommen, damit dieses Projekt nicht ganz einschläft, habe ich nun vor es wieder aufzunehmen und in unregelmäßigen Abständen darüber zu bloggen. Die ersten Filme werde ich bloß kurz aus dem Gedächtnis zusammenfassen, bei den anderen wird es dann vielleicht etwas ausführlicher, zum Glück habe ich letztens das Buch"Die Oscar Filme" geschenkt bekommen, das mir sicher dabei helfen wird.

Angefangen haben wir also mit dem Jahr 1951 und "Alles über Eva", ein nicht ganz so dramatisches Drama mit 50er Jahre wohlfühl Atmosphäre, Bette Davis und einer Marylin Monroe in einer ihrer üblichen Blödchenrollen, bei der man sich wirklich fragt, wie sie es geschafft hat, so eine Ikone zu werden. Gefolgt wurde der Film von "Ein Amerikaner in Paris", ein typisches Musical mit viel Gesang und Tanz (beides nicht mein Fall), mit Gene Kelly in der Hauptrolle, der gerne mal zu Gershwins Musik eine 15 minütige Balletteinlage gibt, ich glaube man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat, außer man steht halt auf Musical. Weiter ging es mit "Die größte Schau der Welt" ein Familienfilm mit Charlton Heston und Betty Hutton, der sich wohl als Ziel genommen hatte, sämtliche Attraktionen des Circus in langen 152 Minuten ausführlich zu würdigen, auch kein Film den man nochmal sehen muss. Somit wären wir schon beim Jahr 1954 mit "Verdammt in alle Ewigkeit" angekommen, der wohl einen der legendärsten Filmküsse Hollywoods zu bieten hat. Der Film hat wirklich alles was man sich von einem Kriegsfilm mit Starbesetzung (Burt Lancaster, Deborah Kerr und Frank Sinatra) erwartet, echte Männerfreundschaften, packende (Faust-)Kämpfe, pathetische Ansprachen, lustige Saufgelage und natürlich Romantik, wahrlich ein Meisterwerk. Nun kommen wir zu Marlon Brando, der die Hauptrolle in "Die Faust im Nacken" als typischen Einzelgänger spielt, der am Ende doch für die gute Sache einsteht. Der äußerst authentische Film hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Mit "Marty" endete erst einmal unsere Filmguckerei, ein Film in dem es Ernest Borgnine schafft seine üblichen Nebenrollen hinter sich zu lassen und überzeugend die Hauptrolle in einer, bis dato Hollywood unüblichen, Liebesgeschichte zu spielen, allerdings kommt der Film im Großen und Ganzen doch etwas bieder daher.

Mit "In 80 Tagen um die Welt" knüpfe ich nun wieder an und versuche länger durchzuhalten, der Film beginnt mit dem Rückblick in 35mm auf eine frühere Verfilmung und zoomt dann erst auf die tatsächliche Filmgröße, was vorallem für die damalige Zeit einen beeindruckenden Effekt erzielt. Der Film der mit zahlreichen Stars gespickt ist (David Niven, Shirley MacLaine, Marlene Dietrich, Charles Coburn, Buster Keaton, Frank Sinatra, Peter Lorre) nimmt einen mit auf eine atemberaubende Reise quer um den Globus. Mitunter hat man fast das Gefühl in den 182 Minuten von den opulenten Bildern und den Ereignissen überrollt zu werden, doch schafft es der Film, im letzten Moment, wieder locker, leicht und fröhlich daher zukommen und ist somit ein schöner Reise-Abenteuerfilm, auch wenn er natürlich unheimlich von Jules Verne Vorlage profitiert.

Damit erreiche ich das Ende dieser Abschweifung und kann nur sagen, das es insgesamt im immer-schneller-immer-lauter-Zeitalter wahrlich eine Wohltat ist, sich ab und zu etwas zurückzulehnen und in vergangene Zeiten einzutauchen. Man nahm sich in den Filmen früher einfach viel mehr Zeit, allein ein 5 minütiger Vorspann, geschweige denn ein klassischer Aufbau mit Ouvertüre, Intermezzo und Finale, ist heutzutage ja undenkbar und würde die MTV-Generation wahrscheinlich einschläfern.

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