Oscarfilme “Bester Film” 1960 – 1969
Mitunter ist es anstrengend sich durch die Oscarjahre zu kämpfen, die 60-er zählen mit seinen zahlreichen Musicals nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmzeiten, aber der Reihe nach. Da ich nicht jedem Film einen eigenen Blogeintrag widmen werde, wird es Zusammenfassungen von ca. 10 Jahren geben, deswegen reiche ich die zwei fehlenden Filme der 50-er jetzt noch nach.
"Die Brücke am Kwai" (1957) war ein beeindruckender und spannender Film über britische Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg, die in einem japanischen Arbeitslager inhaftiert waren und eine Brücke bauten, die sie später wieder sprengen sollten, zumindest war das in meiner Erinnerung so. Der Inhalt des Antikriegsfilms blieb zwar der Gleiche, aber leider war er in Wahrheit wesentlich langatmiger und weit weniger spannend als in meiner Erinnerung, auch wenn es in der 2. Hälfte des 2 Stunden Films etwas besser wurde, doch wirklich überzeugen konnte mich der Film diesmal nicht.
The Bridge on the River Kwai (1957)
Cast: William Holden, Jack Hawkins, Alec Guinness
Director: David Lean
Writer: Carl Foreman, Michael Wilson
Runtime: 161 minutes
Genre: war, drama, adventure
"Gigi" (1958), der den Oscar im Jahre 1959 gewann, war dagegen besser als erwartet. Musicals haben es bei mir traditionell etwas schwerer, umso geringer sind meine Erwartung, ich mag einfach keine Musicals. Der Film ist eine Mischung aus Familienfilm und Musical, der im Paris um 1900 spielt und das Erwachsenwerden der jungen Gigi thematisiert. Ohne groß sentimental involviert zu werden, plätschert der Film so dahin und hat weder richtige Höhe-, noch richtige Tiefpunkte. Der Film vergisst einfach den Zuschauer mitzunehmen, und die locker leichte Grundstimmung, auch wenn die Pariser Welt um 1900 hübsch dargestellt ist, überträgt sich nicht auf den Zuschauer.
Gigi (1958)
Cast: Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan
Director: Vincente Minnelli, Charles Walters
Writer: Colette, Alan Jay Lerner
Runtime: 116 minutes
Genre: romance, musical, comedy
Damit wären wir bei in den 60-ern mit seinen Historien- und Monumentalfilmen sowie zahlreichen Musicals angelangt, ein Zeitalter, was mir nicht ganz so liegt.
Kleine wahre Lügen – Eine Ode an die Freundschaft
Kleine wahre Lügen ist eine Ode an die Freundschaft, dreht sich doch der ganze Film um dieses Thema. Am Anfang steht ein Unfall einer der zentralen Figuren des Freundeskreises, der diesen vor die Wahl stellt, entweder in den alljährlichen Strandurlaub zu fahren oder am Krankenbett des Freundes zu bleiben. Sie entscheiden sich für den Urlaub.
So unbelastet steht der Urlaub unter keinem guten Stern und die Nerven liegen bei dem einen oder anderen durchaus blank, sodass auch mal mit der Axt die Wand zerschlagen wird. Doch der französische Film, der äußerst unfranzösisch daherkommt, bietet wesentlich mehr, als diese plumpe Rahmenhandlung vermuten lässt. Die Schauspieler, allen voran Marion Cotillard, liefern eine großartige Leistung und die Charaktere sind allesamt sehr gut gezeichnet, was auch an den witzigen Dialogen liegt. So fühlt man durchaus mit, wenn zwei Protagonisten 600 km nach Paris fahren, um ihre jeweilige Liebe zurückzuholen und einer davon vom Fenstersims seine schlafenden Ex-Freundin betrachtet und sich bewusst wird, dass er es so richtig verbockt hat. Doch trotzt dieser und noch anderer Dramen, hat der Film einen heiteren Grundton und ist durchaus witzig, wobei es meist die normalen Alltagssituation sind, die einen zum Lachen bringen. Der Soundtrack ist ein sehr stimmiger, auch wenn die meisten Lieder so klingen, als wären genau diese schon in zig anderen Soundtracks aufgetaucht, was aber einen gewissen Wiedererkennungswert liefert und das ändert auch nichts an der guten Qualität der Songs.
Fazit: Ein sehr sehenswerter Film, der von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt alles dabei hat, was man für einen guten Film braucht. Kleine Wahre Lügen Webseite
Oscarfilme von Gestern im Heute sehen
Vor einiger Zeit habe ich mir, mit einer guten Freundin, vorgenommen alle Oscarfilme, die in der Kategorie "Bester Film" gewonnen haben, zu gucken. Sicher sind einige Klassiker wie Psycho, Es war einmal in Amerika oder Spiel mir das Lied vom Tod überhaupt nicht mit einem Oscar ausgezeichnet worden, doch das soll uns an dieser Stelle nicht beschäftigen. Aber da dieser Filmpreis seit nun mehr 82 Jahren vergeben wird, sind auch ohne fehlende Meisterwerke einige zusammengekommen.
Die Filme querbeet zu gucken verbat sich schon allein deshalb, um die technische Entwicklung besser nachvollziehen zu können, darum werden die Filme natürlich in chronologischer Reihenfolge geguckt. Es gab mal eine sehr gute, weil kompakte, Übersicht auf IMDB über alle Gewinner, aber auch die wurde im Zuge des neuen Designs wegrationalisiert. Auf der Suche nach einer neuen Liste stolperte ich über diesen Blogeintrag, der von dieser wirklich genialen Liste schrieb, die man sich downloaden und an die Wand hängen kann, und wenn man noch diese Liste (
) mit einbezieht, sollte man eigentlich alles gesehen haben. Allerdings war mir damit nicht wirklich geholfen und ich nahm die Liste von hier, hier und hier und hab sie etwas bearbeitet, die Liste findet sich am Ende des Beitrags wieder. Es gibt kleine Abweichung in der Zählweise, manche fangen mit 1928, andere mit 1929 ich nehme 1929, da dies das erste Jahr war in dem der Oscar verliehen wurde.
Ziel war es eigentlich schon alle Filme zu gucken, doch der technischen Umsetzung geschuldet, haben wir mit den Filmen ab 1951 angefangen, sind aber aus Gründen nur bis 1956 gekommen, damit dieses Projekt nicht ganz einschläft, habe ich nun vor es wieder aufzunehmen und in unregelmäßigen Abständen darüber zu bloggen. Die ersten Filme werde ich bloß kurz aus dem Gedächtnis zusammenfassen, bei den anderen wird es dann vielleicht etwas ausführlicher, zum Glück habe ich letztens das Buch"Die Oscar Filme" geschenkt bekommen, das mir sicher dabei helfen wird.
Angefangen haben wir also mit dem Jahr 1951 und "Alles über Eva", ein nicht ganz so dramatisches Drama mit 50er Jahre wohlfühl Atmosphäre, Bette Davis und einer Marylin Monroe in einer ihrer üblichen Blödchenrollen, bei der man sich wirklich fragt, wie sie es geschafft hat, so eine Ikone zu werden. Gefolgt wurde der Film von "Ein Amerikaner in Paris", ein typisches Musical mit viel Gesang und Tanz (beides nicht mein Fall), mit Gene Kelly in der Hauptrolle, der gerne mal zu Gershwins Musik eine 15 minütige Balletteinlage gibt, ich glaube man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat, außer man steht halt auf Musical. Weiter ging es mit "Die größte Schau der Welt" ein Familienfilm mit Charlton Heston und Betty Hutton, der sich wohl als Ziel genommen hatte, sämtliche Attraktionen des Circus in langen 152 Minuten ausführlich zu würdigen, auch kein Film den man nochmal sehen muss. Somit wären wir schon beim Jahr 1954 mit "Verdammt in alle Ewigkeit" angekommen, der wohl einen der legendärsten Filmküsse Hollywoods zu bieten hat. Der Film hat wirklich alles was man sich von einem Kriegsfilm mit Starbesetzung (Burt Lancaster, Deborah Kerr und Frank Sinatra) erwartet, echte Männerfreundschaften, packende (Faust-)Kämpfe, pathetische Ansprachen, lustige Saufgelage und natürlich Romantik, wahrlich ein Meisterwerk. Nun kommen wir zu Marlon Brando, der die Hauptrolle in "Die Faust im Nacken" als typischen Einzelgänger spielt, der am Ende doch für die gute Sache einsteht. Der äußerst authentische Film hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Mit "Marty" endete erst einmal unsere Filmguckerei, ein Film in dem es Ernest Borgnine schafft seine üblichen Nebenrollen hinter sich zu lassen und überzeugend die Hauptrolle in einer, bis dato Hollywood unüblichen, Liebesgeschichte zu spielen, allerdings kommt der Film im Großen und Ganzen doch etwas bieder daher.
Mit "In 80 Tagen um die Welt" knüpfe ich nun wieder an und versuche länger durchzuhalten, der Film beginnt mit dem Rückblick in 35mm auf eine frühere Verfilmung und zoomt dann erst auf die tatsächliche Filmgröße, was vorallem für die damalige Zeit einen beeindruckenden Effekt erzielt. Der Film der mit zahlreichen Stars gespickt ist (David Niven, Shirley MacLaine, Marlene Dietrich, Charles Coburn, Buster Keaton, Frank Sinatra, Peter Lorre) nimmt einen mit auf eine atemberaubende Reise quer um den Globus. Mitunter hat man fast das Gefühl in den 182 Minuten von den opulenten Bildern und den Ereignissen überrollt zu werden, doch schafft es der Film, im letzten Moment, wieder locker, leicht und fröhlich daher zukommen und ist somit ein schöner Reise-Abenteuerfilm, auch wenn er natürlich unheimlich von Jules Verne Vorlage profitiert.
Damit erreiche ich das Ende dieser Abschweifung und kann nur sagen, das es insgesamt im immer-schneller-immer-lauter-Zeitalter wahrlich eine Wohltat ist, sich ab und zu etwas zurückzulehnen und in vergangene Zeiten einzutauchen. Man nahm sich in den Filmen früher einfach viel mehr Zeit, allein ein 5 minütiger Vorspann, geschweige denn ein klassischer Aufbau mit Ouvertüre, Intermezzo und Finale, ist heutzutage ja undenkbar und würde die MTV-Generation wahrscheinlich einschläfern.
Efterklang “An island” – Online Global Screening eines Meisterwerks
Gestern Abend war ich auf einem der letzten 1178 private-public Screenings des Films "An Island" von Vincent Moon, der mit Hilfe der dänische Band Efterklang eine der besten Musikdokumentationen schuf die ich je gesehen habe.
Im Grunde ist es ein 50 minütiges Musikvideo, ist es doch die Vertonung des Albums Magic Chairs, das scheinbar keine große Handlung, aber doch einen großen Zusammenhang hat: Die Musik. Sie steht im Zentrum und steckt in jedem Detail, egal ob das Geräusch eines Regentropfen oder einer Feder eingefangen wird oder Efterklang mit anderen Musikern ein Lied in einer kleinen Scheune oder in einer Aula singen, die Musik ist das zentrale Element was diesen Film trägt.
Vincent Moon findet genau die richtigen Bilder, die die melancholisch elektronische Musik untermalen und nicht stören. Es ist keine Dokumentation einer Tour mit geheimen Einblicken in den Tourbus oder die Künstlergarderobe, es gibt kein Gekünstel, keine Show, keine Affektiertheit. So rein wie die Musik, so natürlich sind die Bilder und diese audiovisuelle Authentizität zeichnet "An Island" aus. Das perfekte Zusammenspiel aus Ton und Bild nimmt einen mit auf eine Reise in die Kindheit der Band auf der zauberhaften dänischen Insel Als und es erscheint einem wie im Traum. Der Anfangs sehr experimentelle Film findet spät, aber dann doch noch ins Konkrete und sollte so auch nicht so experimentierfreudige Zuschauer ansprechen und sie motivieren durchzuhalten.
The objective was to shoot a film. A film with the same length as an album, and a film full of performances, experiments and collaborations. Over an intense period of 4 days Efterklang collaborated with more than 200 local musicians, kids and their own parents, creating new performances and interpretations of songs from their album Magic Chairs (4AD, Rumraket 2010).
Alle, die die Screenings verpasst haben oder die ihn noch einmal sehen wollen, können den Film die nächste Woche auf pitchfork.com noch online sehen. Da der Film aber unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-Share Alike 3.0 License steht, gehe ich davon aus, dass er jetzt, wo die Screenings vorbei sind, bald auch als freier Download bereitgestellt wird und/oder gegen eine kleine Spende auf DVD erworben werden kann.
Für alle die noch mehr wissen wollen, gibt es ein sehr lesenswertes Interview auf detektor.fom. Wen der Teaser auf den Geschmack gebracht hat, kann sich hier nun der ganze Film ansehen, der aber nur eine Woche zu sehen ist:
Video der Woche: Referees at work – Respekt für die Schiedsrichter
Jetzt wo es mit dem Fußball zu Ende ist, werden viele aufatmen aber einige werden auch gar nicht wissen, was sie denn nun eigentlich mit ihrer ganzen Freizeit anfangen sollen. Für die, die noch immer nicht genug haben, habe ich hier eine Filmempfehlung, die einen anderen Blick auf den Rasen wirft. Wurden in der, meiner Meinung nach eher mäßigen Dokumentation von Sönke Wortmanns ein Blick in die Spielerkabine geworfen, werden nun die Schiedsrichter näher begutachtet. Die Dokumentation gibt einen guten Einblick, in die Welt der oft kritisierten Schiedsrichter und zeigt, das auch sie nur Menschen sind die Fehler machen, die Fehler machen dürfen. Besonders interessant ist, das Howard Webb, der den Zorn der polnischen Bevölkerung mit einer regulären Elfmeterentscheidung auf sich zog gestern das WM-Finale 2010 pfiff, hier ein Artikel darüber.
Hier geht's zum gesamten Film den man online kostenlos in ganzer Länge sehen kann: Referees at work oder hier kaufen kann:
Dank an Marcel und Roy die mich beide auf die Dokumentation aufmerksam gemacht haben.
Once – Ein Film über Musik zum verlieben
Auch wenn die Überschrift etwas kitschig daherkommt und der Film von der Liebe zur Musik handelt, ist der Film alles andere als kitschig. Selten habe ich einen so authentischen Film gesehen, der höchstens noch mit Before Sunrise/Sunset zu vergleichen ist, aber sonst fallen mir kaum Vergleiche ein.
Worum geht es: Der Film handelt von einem Straßenmusiker (Glen Hansard) und seiner Begegnung mit einer Pianistin (Markéta Irglovázu). Die beiden Namenlosen, im Abspann lediglich als "The Guy" und "The Girl" bezeichnet, sind zwar durch ihre Vergangenheit an andere Menschen gebunden, verleben einen wunderbare Zeit zusammen. Stück für Stück erhält man immer mehr Einblicke in das jeweilige Leben der Beiden und die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, auch unterstützt durch die gute schauspielerische Leistung der Protagonisten. Es ist weder wichtig, wo die Charaktere herkommen, noch wie sie heißen, wichtig ist nur, dass sie zu dieser Zeit an diesem Ort sind.
Once (2006)
Cast: Glen Hansard, Markéta Irglová, Hugh Walsh
Director: John Carney
Writer: John Carney
Runtime: 85 minutes
Genre: romance, music, drama
Meine Wertung: 9/10
Worum geht es wirklich: In Dogmamanier entstand nur mit Handkamera und natürlichem Licht einer der wunderbarsten und natürlichsten (Musik/Liebes-)Filme der letzten Jahre, der vorallem von (der Liebe zur wirklich wunderbaren) Musik lebt, die von den beiden Hauptdarstellern, meist Glen Hansard, selbst geschrieben wurde. Außerdem geht es darum, dass man manchmal Menschen trifft die einen im Leben weiterbringen und sei es dadurch, das sie einem dabei helfen sich irgendwann seiner Vergangenheit zu stellen um weitermachen zu können
30 Tage Film Mem Zusammenfassung
Da ist es vollbracht, die 30 Tage sind um und es ist geschafft. Ich habe versucht jeden Tag einem neuen Film eine Chance zu geben und hoffe, das ist mir gelungen. Ich bedanke mich bei allen die durch ihre zahlreichen Kommentare und positiven Rückmeldungen dazu beigetragen haben, das ich das durchgezogen habe. Es war eine sehr interessante Erfahrung und sehr schöne Diskussionen in den Kommentaren, stellenweise war es wirklich nervig sich jeden Tag hinzusetzen und sich was aus den Fingern zu saugen, manchmal fehlte auch einfach die Zeit einen angemessenen Artikel zu schreiben und es tut mir leid für die betreffende Kategorie, aber ich hoffe, ich konnte euch trotzdem dazu motivieren den ein oder anderen Film zu entdecken oder mal wieder anzusehen und es hat euch ebenso viel Spaß gemacht wie mir.
Außerdem bedanke ich mich bei IMDb für die Funktion Filme zu bewerten und seine Bewertungen nach verschiedensten Kategorien zu sortieren, auch wenn die Sortierung mitunter fragwürdig war hat es mir doch sehr geholfen mich zu erinnern, den ohne die Vote History hätte sich meine Filmauswahl doch nur auf einige wenige beschränkt, allein aus Mangel an Gedächtnis. Hier gibts meine komplette Vote History.
Desweiteren bedanke ich mich bei Youtube, die freundlicherweise die Trailer bereitstellten, selbst von Filmen von 1938(!), das muss man sich mal vorstellen, solange gibt es die schon. Ich glaube, wenn ich die gleichen Fragen jetzt nochmal beantworten müsste, dann würde das Ergebnis zwar nicht komplett anders, aber schon etwas verschieden sein. Und hier sind nochmal alle Gewinner im Überblick: