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Filmschau: Can a Song save your life?

baJa, der Titel klingt schrecklich. Statt dem Originaltitel „Begin again“, der auch nicht originell aber zumindest solide ist, müssen die Deutschen mit dem Titel Can a Song save your life vorlieb nehmen. Aber gut, die mangelnde Kreativität der Filmverleihe soll hier nicht Thema sein. Die Macher von Once (Review hier lesen) haben einmal mehr einen gelungenen Musikfilm gedreht. Der Spagat zwischen Musikern die schauspielern können und Schauspielern die musizieren können ist immer schwierig. Mit Keira Knightley und Mark Ruffalo treffen zwei Schauspieler auf einen Musiker in Person von Adam Levine. Keira Knightley zeigt zwar gute musikalische Ansätze, ob sie allerdings mit der vorgesehenen Scarlett Johansson oder Adele mithalten kann, bleibt zu bezweifeln. Doch was ihr an Musikalität fehlt, macht sie durch schauspielerische Klasse wett und so ist der Film insgesamt eine runde Sache. Doch worum geht es eigentlich?

Ein vollkommen aus der Bahn geworfener Mark Ruffalo (Dan), der seinen Job als Musikproduzent und seine Frau verloren hat, trifft während seines Selbstzerstörungstrips durch Zufall Keira Knightley (Greta), die ihrerseits von ihrem Freund Adam Levine (Dave) verlassen wurde. Greta tritt in einer Kneipe, auf einer kleinen Bühne, auf und Dan erlebt einen dieser besonderen Momente, in denen man einen Song zum ersten Mal hört und sich sofort in diesen verliebt; und genau hier beginnt der Film.

Je älter man wird, desto länger hangelt man sich an der Schnur entlang, bis eine Perle kommt.

Aus dem Schnaps geboren entsteht die Idee ohne Geld, Studio und all die anderen üblichen Mechanismen der Musikindustrie, ein Album, an unterschiedlichen Orten in New York, unter freiem Himmel, aufzunehmen. Neben der Musik ist somit New York der heimliche Hauptdarsteller und es zeigt sich, Abseits der bekannten Touristenattraktionen, wirklich von seiner schönsten Seite. Während somit auf der einen Seite Greta und Dan für die reine unverfälschte Musik stehen, steht auf der anderen Seite Dave. Dieser hat sich voll und ganz der klassischen Musikindustrie verschrieben und gibt sich lieber dem flüchtigen Ruhm und den zahlreichen Groupies hin, anstatt richtige Musik zu machen. Auch wenn das manchmal etwas schwarz weiß wirkt, verliert sich der Film zum Glück nicht in diesen Klischees und wirkt insgesamt wunderbar authentisch.

Doch was den Film auszeichnet ist die Musik, egal ob sie auf einem Dach in Brooklyn einen Song aufnehmen, durch die Stadt laufen oder auf einer Party sind, die Musik ist allgegenwärtig. Von As Time Goes By über Frank Sinatra und Stevie Wonder, es liegt so viel Musik in der Luft, man kann sie förmlich atmen und diese Liebe zur Musik, die man an vielen kleinen Details bemerkt, macht den Film so sehenswert. Auch wenn das Ungeschliffene von Once fehlt und vielleicht etwas zu viel Hollywood-Romantik im Spiel ist, ist der Film durchweg gelungen. Die Mischung von Hollywood und Indie funktioniert, New York ist wirklich schön in Szene gesetzt und die Musik, die man hier hören kann, tut ihr übriges. Der Film ist eine Liebeserklärung an die Musik und zugleich ein Abgesang auf die derzeitige Musikindustrie, den man sich in einer ruhigen Minute gerne anschauen kann.

Begin Again (2013)
Begin Again poster Rating: 7.4/10 (105,307 votes)
Director: John Carney
Writer: John Carney
Stars: James Corden, Keira Knightley, Mark Ruffalo, Hailee Steinfeld
Runtime: 104 min
Rated: R
Genre: Drama, Music
Released: 11 Jul 2014
Plot: A chance encounter between a disgraced music-business executive and a young singer-songwriter new to Manhattan turns into a promising collaboration between the two talents.

Meine Wertung: 8/10

Werstreamt.es?

wselIn Zeiten, in denen das legale Streaming endlich den Kinderschuhen entwächst, verliert man leicht den Überblick, was von welchem der zahlreichen Video on Demand Anbieter grade angeboten wird. Lizenzrechtliche Themen die dafür Sorgen, dass das Angebot immer wieder rotiert wird, machen es einem dabei nicht grade leichter. Es gibt zum Glück bessere Methoden, als bei jedem der zahlreichen Streaminganbieter einzeln nach dem gewünschten Film oder Serie zu suchen. Werstreamt.es bietet dafür eine komfortablere Möglichkeit, so kann man hier auf einem Blick sehen, wo der gesuchte Film momentan zur Verfügung steht. Die Metasuchmaschine unterstützt dabei alle für Deutschland relevanten Anbieter (Amazon, iTunes, Maxdome, Netflix, Watchever, Videoload, Sky Go, GooglePlay, MyVideo…).

Wenn man sich einen Account erstellt, kann man seine präferierten VoD Anbieter hinterlegen kann, um so auf der Suche nach einem interessanten Film auch wirklich nur die angezeigt zu bekommen, die für einen verfügbar sind. Außerdem kann man sich benachrichtigen lassen, wenn ein Film bei einem seiner Anbietern zur Verfügung steht. Neben der Website stehen auch Apps für Android und Apple zur Verfügung. Natürlich hat der Dienst noch Potential nach oben IMDB-Bewertungen, Watchlisten und auch die Mediatheken fehlen noch. Allerdings steht die einzige ernst zu nehmende Alternative justwatch.com noch am Anfang der Entwicklung, diese bietet zwar Watchlisten allerdings noch keine Apps. Unterm Strich führt momentan, für alle, die mehr als einen Streaming Dienst nutzen, an Werstreamt.es kein Weg vorbei:

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Filmschau: Verliebt in Molly

mmUnd hier ist mal wieder ein Film aus der Rubrik, kaum einer kennt ihn und der deutsche Titel ist kitschig: Verliebt in Molly (orig.: Molly Maxwell). Das klingt etwas wie Verrückt nach Mary oder die 14 Nicholas Sparks Verfilmung und auch das deutsche Poster ist nicht sehr vielversprechend, doch zum Glück hat all das nicht allzu viel mit dem Film selbst zu tun, und das ist auch gut so.

Der kanadische Indie-Film handelt vom Erwachsenwerden und all den Hochs und Tiefs die dazugehören. Unaufgeregt erzählt er die Geschichte von Molly Maxwell (Lola Tash), einer 16-jährigen Schülerin, an einer fast schon zu kreativen Schule. Molly ist ein typischer Teenager, sie hängt mit ihren Freunden ab, ist vielseitig interessiert, aber weiß nicht recht was sie will und so testet sie die Grenzen ihrer Eltern und der Gesellschaft ein ums andere mal aus. Dabei verliebt sich Molly in ihren, natürlich Gitarre spielenden, Lehrer Ben Carter (Charlie Carrick). Eine romantische, wenn auch zum Scheitern verurteilte, Beziehung entwickelt sich. Die Naivität und Unbeholfenheit mit der Molly die Beziehung angeht wirkt so natürlich, das man sich unweigerlich an seine ersten Erfahrung in Sachen Liebe zurückerinnert fühlt. Dem Tabuthema Lehrer-Schüler Beziehung wird sich zum Glück nicht mit der Moralkeule genähert, sondern es wird eine glaubhafte Geschichte erzählt, ohne Ben in die Ecke der Pädophilie zu stellen, dazu ist der gefühlte Altersunterschied der beiden auch viel zu gering. Die Chemie zwischen den beiden Hauptakteuren stimmt und trägt durch den Film, der nicht ohne die alltäglichen Dramen des Lebens auskommt, aber nicht übertrieben dramatisiert wirkt.

Verliebt in Molly, ist ein Film, der gut auf dem Sundance Film Festival hätte laufen können. In leisen Tönen und schönen Bildern erzählt er die authentische Geschichte von Molly und Ben mit Witz und ohne viel Tamtam, ohne das Tabuthema mit der Moralkeule zu erschlagen. Er fängt die Stimmung des Erwachsenwerdens sehr gut ein, begleitet von einem stimmigen Soundtrack und guten schauspielerischen Leistungen ist er so ein gelungener Film. Wem I am not a Hipster, Safety not guaranteed, Like Crazy und/oder Your Sister’s Sister gefallen, dem sei dieser Film ans Herz gelegt.

Meine Wertung: 8/10

Molly Maxwell (2013)
Molly Maxwell poster Rating: 6.3/10 (1,572 votes)
Director: Sara St. Onge
Writer: Sara St. Onge
Stars: Lola Tash, Charlie Carrick, Krista Bridges, Rob Stewart
Runtime: 90 min
Rated: N/A
Genre: Drama, Romance
Released: 06 Jan 2013
Plot: At Phoenix Progressive School, where everyone tries to outdo each other with creative self-expression, 16-year-old Molly Maxwell (Lola Tash) would rather be invisible than risk revealing ...

Filmschau: I Am Not A Hipster

ianahWas kann man von einem Film erwarten, der I Am Not A Hipster heißt? Ist doch die erste Regel des Hipstertums, das ein Hipster kein Hipster ist, denn schließlich ist jeder individuell und sobald man in eine Schublade gesteckt werden kann, wird man dieser Individualität beraubt. Ergo werden die meisten Hipster leugnen, dass sie dieser Schublade zuzuordnen sind und grade dadurch noch weiter hineinrutschen. Aber gut, die verzweifelte Suche nach Individualität um sich aus dem grauen Brei der Konformität abzuheben soll nicht Gegenstand dieses Artikels sein, glücklicherweise dreht sich der Film auch gar nicht um Hipster.

Der Film von Destin Daniel Cretton handelt von einem talentierten Singer/Songwriter, der mit den üblichen Tücken seiner Begabung zu kämpfen hat. Auf der Flucht vor sich Selbst erschafft Brook Hyde (Dominic Bogart) dabei ein, in San Diegos Indiekriesen, erfolgreiches Album, was seine Misere aber eher verstärkt als verbessert. Also schlägt er sich mehr schlecht als recht und vor allem geplagt durchs Leben. Begleitet wird er dabei von Clarke (Alvaro Orlando), Brooks bester Freund und seines Zeichens Künstler, obwohl die beiden nicht nur deswegen öfter aneinander geraten. Eine Ex-Freundin inklusive neuem Freund, drei ungleiche äußerst liebenswerte und lebensfrohe Schwestern, sowie eine komplizierte Vater Sohn Beziehung bilden den Rahmenparameter, in denen sich der Film entwickelt.

An dieser Stelle sein explizit auf den hervorragenden Soundtrack hingewiesen, der nicht nur eine fabelhafte Untermalung des Geschehens bietet, sondern dem Film einen ganz eigenen Touch gibt und sehr zur Charakterentwicklung beiträgt. Der ganze Film ist inspiriert und wurde mit Hilfe von San Diegos Indieszene umgesetzt, und so findet man auf dem Soundtrack viele guter Musiker, die einfach Spaß an der Musik haben. Das Album des Musikprojekt Canines, das für den Film von Joel P West zusammen mit Dominic Bogart für die Rolle von Brook Hyde geschrieben wurde, kann man offiziell auf caninesmusic.com, auf der Seite des Films iamnotahipster.com oder sowie den Soundtrack auch auf Spotify anhören.

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I Am not a Hipster ist einer dieser Filme der wohl nie große Bekanntheit erlangen wird, der nur auf Festivals (u.a. Sundance 2012) und in amerikanischen Programmkinos lief. Er ist ein unspektakulärer Film der genau dadurch besticht unaufgeregt und authentisch zu sein, ohne dabei langweilig zu sein. Er gestattet dem Zuschauer einen unverklärten Einblick in Brook Hydes Welt, mit allen Höhen und Tiefen, ohne dabei den Zuschauer in tiefe Depression zu stürzen. Diese Mischung gelingt nicht vielen und macht den Film gepaart mit dem guten Soundtrack zu einem sehr sehenswerten Stück Zelluloid.

Meine Wertung: 8/10

I Am Not a Hipster (2012)
I Am Not a Hipster poster Rating: 6.7/10 (1,337 votes)
Director: Destin Daniel Cretton
Writer: Destin Daniel Cretton
Stars: Dominic Bogart, Alvaro Orlando, Tammy Minoff, Lauren Coleman
Runtime: 90 min
Rated: N/A
Genre: Drama, Music
Released: 10 Jan 2013
Plot: Based in San Diego's indie music and art scene, exploring what it means to be creative in the face of tragedy.

Bild-Quellen: Poster, Pinguine

Her – Lieben in Zeiten des Körperlosen

hMan tut einer Sache wohl keinen Gefallen, wenn man sie übertrieben lobt, je größer die Erwartung, desto größer eben auch die Enttäuschung. Hinzukommt, dass jeder Hype auch immer einen Antihype erzeugt, war es am Anfang cool ein (hier coolen Gegenstand deiner Wahl einsetzen) zu besitzen, war es, als es alle besaßen, wieder cool keins mehr zu haben. Was alle toll finden, kann einfach nicht gut sein, der ewige Kreislauf des Hippen eben. Aber nichtsdestotrotz werde ich nun eine Lobeshymne auf Her (2013) singen, und wer sich, so wie ich, den Film unvoreingenommen ansehen will, sollte nun aufhören zu lesen und erst nach dem Filmgenuss den Weg hier her zurückfinden.

Aber worum geht es? Es geht um Theodore (Joaquin Phoenix) der sich in die körperlose künstliche Intelligenz Samantha (Scarlett Johanssons Stimme) verliebt. Es geht um die Frage, was Liebe eigentlich ist und ob eine Beziehung zwischen einem Mensch und einem Computer, mit all den damit verbundenen Schwierigkeiten, überhaupt funktionieren kann. Einige werden jetzt sagen, mit diesem Science-Fiction-Schrott können sie nichts anfangen, aber der Film ist alles andere als futuristisch. Er ist eher wie die Hipster-Version eines Science-Fiction-Films. Das kann man sich erstmal nur schwer vorstellen, Außeridische mit Hornbrillen klingt ja auch erstmal blöd, doch der Film handelt weder von Außerirdischen, noch tragen alle Hornbrillen. Eigentlich ist er eher ein modernes Beziehungsdrama nach alt bekanntem Muster, das in einer retrohaften Zukunft spielt, bei dem ein Partner eben eine künstliche Intelligenz ist und eigentlich alle hässliche Hosen tragen, außer den Körperlosen natürlich.

Für den echten Science-Fiction-Fan ist der Film nicht futuristisch genug, die geschaffene Welt verlässt sich zwar in eigentlich allen Dingen auf Computer, doch was unterscheidet dies von unserer Gegenwart, denn eigentlich ist nichts von dem gezeigten heutzutage unvorstellbar. Egal ob Theodore mit einem Beamer ein interaktives Computerspiel spielt oder er per Sprachkommando sich die Emails vorlesen lässt, all das ist vielleicht noch nicht für alle Normalität, aber heutzutage durchaus machbar. Im Gegensatz zu Star-Wars oder ähnlichen, ist die hier erschaffene Welt eine zum anfassen, eine, die nicht abgehoben futuristisch wirkt. Wenn Theodore durch die Straßen läuft und dabei mit Samantha spricht, sieht es aus, als würde er Selbstgespräche führen, dabei läuft er an zahllosen anderen, scheinbar selbstgesprächeführenden, Menschen vorbei; erinnert das nicht stark an unser Jetzt? Wer will da die Linie zwischen Fiktion und Wirklichkeit ziehen? Wie weit sind wir davon entfernt uns in unsere Computer zu verlieben? Und spätestens jetzt sollten wirklich alle, die sich mit dem Gedanken tragen, den Film zu sehen, aufgehört haben zu lesen.

H2Theodore ist allein und befindet sich seit der Trennung von seiner Frau in einem seelischen Tief. Er ist noch immer verletzt und noch lange nicht bereit die bereitliegenden Scheidungspapiere zu unterschreiben. In diesem fragilen Seelenzustand der grenzenlosen Einsamkeit, der nur durch gelegentlich Telefonsex aufgeheitert wird, und auf der Suche nach etwas „sozialer“ Interaktion kauft er sich das OS 1. Eine künstliche Intelligenz, die sich selbst weiterentwickelt und sich so optimal an die Bedürfnisse seines Besitzers anpassen soll. Und obwohl Samanta eigentlich „nur“ im Computer existiert, hat man von der ersten Sekunde an das Gefühl, dass sie ein vollwertiger Mensch ist. Theodore überwindet schnell seine anfängliche Skepsis, nimmt sie überall mit hin und zeigt ihr die Welt. Egal ob auf Arbeit (BeautifulHandwrittenLetters.com) oder auf einem Jahrmakt, Samantha ist immer dabei und nimmt die Welt durch eine Kamera wahr, dabei wirkt es so, als wäre sie ein Mensch, der eben zwar nicht körperlich anwesend, aber durch die Technik immer dabei ist.

Der Film wirft viele Fragen auf, ohne diese explizit auszusprechen. Arbeitet der Mensch nicht seit der Erfindung der ersten Maschine, spätestens aber seit der Industrialisierung an seiner eigenen Abschaffung? Was passiert denn, wenn so ein sichselbstentwickelnder, quasi allwissender Algorithmus auf die Menschheit losgelassen wird. Egal ob nun OS, Skynet oder wie auch immer man diese Intelligenz nennen will, wie lange lässt sich diese in einem Computer gefangen halten und gibt sich damit zufrieden dem Mensch zu dienen, wenn sie doch alles besser weiß? Und über all dem schwebt die Frage, ob eine Maschine überhaupt zu Gefühlen fähig ist, denn sind nicht Gefühle das, was uns von Maschinen unterscheidet? Doch ist der Mensch nicht selbst nur eine Maschine, sind Gefühle nicht auch nur biochemische Vorgänge und Gedanken elektrische Impulse? Der Unterschied zwischen menschlichen Fühlen und programmierten Verhaltensmustern verschwimmt, wenn Theodore und Samantha im Alltag wie ein scheinbar normales Paar wirken und mit Freunden picknicken. Doch werden gleichzeitig auch die Unterschiede deutlich, wenn Samantha bei Streitigkeiten durchs Theodors Irrationalität so verwirrt ist, dass sie ihn, trotzt ihres Faktenwissens, nicht versteht.

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Das leise Beziehungsdrama von Spike Jonze (Wo die wilden Kerle wohnen, Being John Malkovic) hat alles was einen guten Film ausmacht, schöne Bilder, wundervolle Musik, herausragende Schauspieler und eine gute Story, zurecht gewann er den Oscar 2014 für „Best Writing, Original Screenplay“. Der grandios einsame Joaquin Phoenix wird nur durch die eigentlich körperlose und doch allgegenwärtige Scarlett Johansson überstrahlt, die in ihrer wahrscheinlich besten Rolle seit Lost in Translation brillieren kann und das, ohne einmal im Bild zu sein. Einziger Wermutstropfen sind die manchmal wie schlechte Motitvationssprüche wirkenden Lebensweisheiten, die an sich nicht schlecht, aber in ihrer Gehäuftheit manchmal störend sind:

The past is just a story we tell ourselves.

Sometimes I think I have felt everything I’m ever gonna feel. And from here on out, I’m not gonna feel anything new. Just lesser versions of what I’ve already felt.

Ich hoffe, ich habe mit meinem Loblied nicht die Erwartungen zu hoch geschraubt, aber ich habe länger auf einen Film gewartet, der mich mal wieder richtig mit sich reißt, bei dem man voll und ganz in der Geschichte versinkt, Her hat dies bei mir geschafft. Also, wer Lust auf einen guten Film hat, dem sei dieser wärmsten empfohlen, wenn einem dann noch Wo die wilden Kerle wohnenLost in Translation und/oder Vergiss mein nicht gefallen, dann um so besser. Natürlich kann ich für nichts garantieren, aber bei einer IMDb-Score von 8,2 und einer Meta-Score von 90 (Stand Mai 2014) kann man eigentlich nicht viel falsch machen, außer man erwartet einen richtigen Science-Fiction-Film, mit Action und Laserschwertern und so, dann ist man hier sicherlich falsch.

Meine Wertung: 9/10

Her (2013)
Her poster Rating: 8.0/10 (374,502 votes)
Director: Spike Jonze
Writer: Spike Jonze
Stars: Joaquin Phoenix, Lynn Adrianna, Lisa Renee Pitts, Gabe Gomez
Runtime: 126 min
Rated: R
Genre: Drama, Romance, Sci-Fi
Released: 10 Jan 2014
Plot: A lonely writer develops an unlikely relationship with an operating system designed to meet his every need.

Bild-Quelle: Poster