Schlatterblog Stuff by schlatterboy

7Mrz/122

Oscarfilme “Bester Film” 1970 – 1979

Nun kommen wir zu den Preisträgern der 70-er, die endlich weniger Musicals und mehr echte Klassiker bereithalten auf die ich mich wirklich gefreut habe.

Die Oscarverleihung 1970 hat mit "Asphalt Cowboy (1969)" einen durchaus interessanten Preisträger. Die Geschichte des Joe Buck (Jon Voight), der mit nichts, als der Kunst der Liebe und einer Cowboymontur, versucht in New York sein Glück zu machen, ist keine typische "vom Tellerwäscher zum Millionär" Story. Ehrlich gesagt ist sie alles andere als typisch, wer dreht schon einen Film über einen Stricher. Angekommen in New York lernt er Rizzo, genial gespielt von Dustin Hoffman, kennen, der ihm auf den harten Straßen zu überleben hilft. Der Film, der durchaus interessante Ansätze hat, der aber mit teils verstörenden Rückblenden und ungeschönter Sexualität nichts für die entspannte Freitagabendunterhaltung ist, schnappt für mich völlig unverdient "Butch Cassidy and the Sundance Kid" die begehrte Trophäe weg. Butch and Sundance wäre wirklich ein verdienter Gewinner gewesen, nicht nur, weil er wohl eins der besten Filmenden aller Zeiten besitzt, sondern auch, weil er zu den Meilensteinen der Filmgeschichte zählt.

Midnight Cowboy

Midnight Cowboy (1969)

Cast: Dustin Hoffman, Jon Voight, Sylvia Miles

Director: John Schlesinger

Writer: James Leo Herlihy, Waldo Salt

Runtime: 113 minutes

Genre: drama

Trailer Midnight Cowboy

Patton ist ein klassischer Hollywoodkriegsfilm, wenn auch einer der besseren, der auf historischen Begebenheiten basiert und von General George S. Patton Wirken im 2. Weltkrieg handelt. Der strahlende, wenn auch starrköpfige, Held wird wirklich überzeugend von George C. Scott verkörpert. Für diese Performance erhielt er auch den Oscar als Hauptdarsteller, diesen lehnte er aber als erster Darsteller überhaupt ab. Die Eingangszene in der man nur den General und die überlebensgroße amerikanische Flagge sieht, ist wohl eine der berühmtesten Eingangsszenen überhaupt und zeigt die Richtung in die der Film geht. Hier wird der Krieg noch als edler Zweikampf zwischen klugen Köpfen gepriesen, vor allem durch die Geschichtsverbundenheit Pattons, der wohl auch zu Hannibals Zeiten ein guter General gewesen wäre, entsteht dieser Eindruck. Man könnte fast denken seine Soldaten ziehen nicht mit dem Panzer sondern mit dem Schlachtross in den Krieg. Aber von der allgegenwärtigen Glorifizierung mal abgesehen, ist es ein wirklich guter Kriegsfilm.

Patton

Patton (1970)

Cast: George C. Scott, Karl Malden, Stephen Young

Director: Franklin J. Schaffner

Writer: Edmund H. North, Francis Ford Coppola

Runtime: 170 minutes

Genre: war, drama, biography

Kommen wir nun zu "French Connection" oder dt.  "Brennpunkt Broklyn", der im Kriminalgenre durchaus Maßstäbe setzte. Gene Hackman als knallharter Polizist, der Dirty Harry Typ war damals wohl schwer in Mode, ermittelt im New Yorker Drogensumpf. Der durchaus spannende, wenn auch von Klischees geprägte, Film wartet am Ende mit einer wirklich legendären Verfolgungsjagd auf. Diese wurde in den folgenden Jahren oft kopiert aber nie erreicht, wie man so schön sagt. Das offenen Ende war wie geschaffen für eine Fortsetzung, sodass French Connection II nahezu vorprogrammiert war.

The French Connection

The French Connection (1971)

Cast: Gene Hackman, Fernando Rey, Roy Scheider

Director: William Friedkin

Writer: Edward M. Keyes, Howard Hawks

Runtime: 104 minutes

Genre: thriller, drama, crime

Nun kommen wir zum Pate, einem unumstrittenen und unerreichten Film der Filmgeschichte. Kaum ein Gangsterfilm hat wohl so viele Maßstäbe gesetzt wie dieser. Eine grandiose Performance von Marlon Brando, der sich die Wangen mit Taschentüchern ausstopfte um den markanten Tonfall zu erreichen. Eine unglaubliche Storrydichte, ist es ja die Verfilmung eines Romans von Mario Puzo, der auf einem nicht verfilmten Drehbuch basiert. Eine grandiose Filmmusik von Nino Rota. Und zahlreiche andere Superlativen könnte man über diesen Film erzählen. Definitiv ein Film, den man gesehen haben sollte.

The Godfather

The Godfather (1972)

Cast: Marlon Brando, Al Pacino, James Caan

Director: Francis Ford Coppola

Writer: Francis Ford Coppola, Mario Puzo

Runtime: 175 minutes

Genre: thriller, drama

Trailer The Godfather

Kommen wir nun von den Gangstern zu den Gaunern und Trickbetrügern. Robert Redford und Paul Newman unter der Regie von George Roy Hill, das gab es doch schon mal? Richtig und zwar bei Butch Cassidy und Sundance Kid (1969), einem mindestens genauso guten Film und weil das damals schon glänzend funktioniert hat, funktioniert es auch diesmal wieder prächtig. "Der Clou" handelt von zwei Trickbetrüger die einen gemeinsamen Freund rächen wollen und dazu einen Trick im Trick im Trick durchführen. Der Film überrascht einen auf Grund des unerwarteten Ende vor allem beim ersten mal, macht aber auch beim vierten und fünften mal noch Spaß. Der Film hat alles was man für einen guten Ganovenfilm braucht, sympathische Charaktere, eine ausgeklügelte Story, ein paar Bösewichte und viel Witz. Wer bei Inception die Übersicht verloren hat ist hier definitiv falsch, alle anderen können fleißig mitfiebern.

The Sting

The Sting (1973)

Cast: Paul Newman, Robert Redford, Robert Shaw

Director: George Roy Hill

Writer: David S. Ward

Runtime: 129 minutes

Genre: crime, comedy

"Der Pate 2" muss leider ohne Marlon Brando auskommen, kann dafür aber mit Robert de Niro aufwarten. Generell lebt er aber natürlich von allem was im ersten Teil aufgebaut wurde und hat es so recht schwer eigene Akzente zu setzen. Davon abgesehen aknüpft er aber ziemlich nahtlos an den ersten Teil an und setzt die Saga gelungen fort.

The Godfather: Part II

The Godfather: Part II (1974)

Cast: Al Pacino, Robert Duvall, Diane Keaton

Director: Francis Ford Coppola

Writer: Francis Ford Coppola, Mario Puzo

Runtime: 200 minutes

Genre: thriller, drama

Trailer The Godfather: Part II

Weiter im Klassikerprogramm, mit "Einer flog übers Kuckucksnest" reiht sich ein weiterer wirklich grandioser Film in die Reihe der guten Filme der 70-er ein. An Hand des eigentlich gesunden Jack Nicholson, der in die Nervenheilanstalt eingeliefert wird, wird das damalige System in Frage gestellt. Was ist für die Gesellschaft normal, was ist Wahn, wie geht man mit Leuten um, die sich nicht unterordnen wollen? Der Film der wahrlich mehr als genug Denkanstöße liefert wurde zum Teil mit echten Patienten gedreht wurde und besticht durch seine Authentizität. Jack Nicholson liefert eine wirklich grandiose schauspielerische Leistung ab und wird, wie auch seine Gegenspielerin die "böse" Oberschwester Louise Fletcher, zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnet.

One Flew Over the Cuckoo's Nest

One Flew Over the Cuckoo's Nest (1975)

Cast: Jack Nicholson, Louise Fletcher, William Redfield

Director: Milos Forman

Writer: Dale Wasserman, Ken Kesey

Runtime: 133 minutes

Genre: drama

Trailer One Flew Over the Cuckoo's Nest

Mit "Rocky" schrieb sich Sylvester Stallone die Rolle seines Lebens quasi selbst auf den Leib. Ein abgehalfterter Boxer, der zum Boxweltmeister wird, die Neuverfilmung des American Dream traf definitiv den Nerv der Zeit. Eine gute Mileustudie, die mit durchaus witzigen Dialogen, und einigen fliegenden Fäusten punkten kann, aber mit etwas viel Pathos beladen ist. Nichtsdestotrotz ein solides Sportlerdrama, wobei man auf einige Fortsetzungen durchaus hätte verzichten können.

Rocky

Rocky (1976)

Cast: Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young

Director: John G. Avildsen

Writer: Sylvester Stallone

Runtime: 119 minutes

Genre: sport, romance, drama

Trailer Rocky

Nun zum "Stadtneurotiker" von und wie soll es anders sein mit Woody Allen. Ich möchte voran schicken, dass ich generell kein Freund von nervigen Erzählern aus dem Off bin, nervigen überspannten Frauenzimmern kann ich auch nichts abgewinnen und ich mag eher selten Woody Allen Filme. Von daher hatte es der Film von Anfang an etwas schwer und bestätigte leider nur meine Erwartung. Wer Woody Allen Filme mag, wird auch diesen mögen, wer nicht, wird auch diesen nicht mögen.

Annie Hall

Annie Hall (1977)

Cast: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts

Director: Woody Allen

Writer: Marshall Brickman, Woody Allen

Runtime: 93 minutes

Genre: romance, comedy

Trailer Annie Hall

Beim letzten Film der Dekade "Die durch die Hölle gehen (1978)" spielt Robert de Niro großartig zusammen mit Christopher Walken und anderen Stars in diesem wirklich eindrücklichen Antikriegsfilm. An Hand der Freunde die sich in den Vietnamkrieg aufmachen um das Abenteuer Krieg hautnah zu erleben, wird das Lebensgefühl der damaligen Zeit, die Kriegsbegeisterung sowie die darauf folgende Desillusionierung, gut eingefangen. Ein Film der zwar nicht ganz an Apocalypse Now herankommt, der aber durchaus seine Momente hat.

The Deer Hunter

The Deer Hunter (1978)

Cast: Robert De Niro, John Cazale, John Savage

Director: Michael Cimino

Writer: Quinn K. Redeker, Deric Washburn

Runtime: 182 minutes

Genre: war, drama

Trailer The Deer Hunter

Damit wären die 70-er abgeschlossen, endlich ein paar wirkliche Klassiker, die auch heute nichts von ihrer Klasse verloren haben und deren Auswirkungen noch heute deutlich zu sehen sind. Wer die Übersicht über alle Oscarfilme sehen will, der sei an meinen ersten Beitrag verwiesen, die Punkte werden dort auch ab und zu aktualisiert.

Jahr Deutscher Titel Originaltitel Regisseur IMDB SP
1970 Asphalt-Cowboy Midnight Cowboy J. Schlesinger 8.0 4
1971 Patton - Rebell in Uniform Patton F. J. Schaffner 8.0 7
1972 Brennpunkt Brooklyn The French Connection W. Friedkin 7.9 8
1973 Der Pate The Godfather F.F. Coppola 9.2 9
1974 Der Clou The Sting G. R. Hill 8.4 9
1975 Der Pate - Teil 2 The Godfather Part 2 F. F. Coppola 9.0 7
1976 Einer flog über das Kuckucksnest One Flew over the Cuckoo's Nest M. Forman 8.8 9
1977 Rocky Rocky J. G. Avildsen 8.1 6
1978 Der Stadtneurotiker Annie Hall W. Allen 8.2 3
1979 Die durch die Hölle gehen The Deer Hunter M. Cimino 8.2 7

*SP = SchlatterPunkte

(Bild: Leo Reynolds via Flicker)

Tags: , veröffentlicht unter: Filme, Oscar 2 Kommentare
13Jul/112

Oscarfilme “Bester Film” 1960 – 1969

Mitunter ist es anstrengend sich durch die Oscarjahre zu kämpfen, die 60-er zählen mit seinen zahlreichen Musicals nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmzeiten, aber der Reihe nach. Da ich nicht jedem Film einen eigenen Blogeintrag widmen werde, wird es Zusammenfassungen von ca. 10 Jahren geben, deswegen reiche ich die zwei fehlenden Filme der 50-er jetzt noch nach.

"Die Brücke am Kwai" (1957)  war ein beeindruckender und spannender Film über britische Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg, die in einem japanischen Arbeitslager inhaftiert waren und eine Brücke bauten, die sie später wieder sprengen sollten, zumindest war das in meiner Erinnerung so. Der Inhalt des Antikriegsfilms blieb zwar der Gleiche, aber leider war er in Wahrheit wesentlich langatmiger und weit weniger spannend als in meiner Erinnerung, auch wenn es in der 2. Hälfte des 2 Stunden Films etwas besser wurde, doch wirklich überzeugen konnte mich der Film diesmal  nicht.

The Bridge on the River Kwai

The Bridge on the River Kwai (1957)

Cast: William Holden, Jack Hawkins, Alec Guinness

Director: David Lean

Writer: Carl Foreman, Michael Wilson

Runtime: 161 minutes

Genre: war, drama, adventure

"Gigi" (1958), der den Oscar im Jahre 1959 gewann, war dagegen besser als erwartet. Musicals haben es bei mir traditionell etwas schwerer, umso geringer sind meine Erwartung, ich mag einfach keine Musicals. Der Film ist eine Mischung aus Familienfilm und Musical, der im Paris um 1900 spielt und das Erwachsenwerden der jungen Gigi thematisiert. Ohne groß sentimental involviert zu werden, plätschert der Film so dahin und hat weder richtige Höhe-, noch richtige Tiefpunkte. Der Film vergisst einfach den Zuschauer mitzunehmen, und die locker leichte Grundstimmung, auch wenn die Pariser Welt um 1900 hübsch dargestellt ist, überträgt sich nicht auf den Zuschauer.

Gigi

Gigi (1958)

Cast: Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan

Director: Vincente Minnelli, Charles Walters

Writer: Colette, Alan Jay Lerner

Runtime: 116 minutes

Genre: romance, musical, comedy

Trailer Gigi

Damit wären wir bei in den 60-ern mit seinen Historien- und Monumentalfilmen sowie zahlreichen Musicals angelangt, ein Zeitalter, was mir nicht ganz so liegt.

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5Jul/116

Kleine wahre Lügen – Eine Ode an die Freundschaft

Kleine wahre Lügen ist eine Ode an die Freundschaft, dreht sich doch der ganze Film um dieses Thema. Am Anfang steht ein Unfall einer der zentralen Figuren des Freundeskreises, der diesen vor die Wahl stellt, entweder in den alljährlichen Strandurlaub zu fahren oder am Krankenbett des Freundes zu bleiben. Sie entscheiden sich für den Urlaub.

So unbelastet steht der Urlaub unter keinem guten Stern und die Nerven liegen bei dem einen oder anderen durchaus blank, sodass auch mal mit der Axt die Wand zerschlagen wird. Doch der französische Film, der äußerst unfranzösisch daherkommt, bietet wesentlich mehr, als diese plumpe Rahmenhandlung vermuten lässt. Die Schauspieler, allen voran Marion Cotillard, liefern eine großartige Leistung und die Charaktere sind allesamt sehr gut gezeichnet, was auch an den witzigen Dialogen liegt. So fühlt man durchaus mit, wenn zwei Protagonisten 600 km nach Paris fahren, um ihre jeweilige Liebe zurückzuholen und einer davon vom Fenstersims seine schlafenden Ex-Freundin betrachtet und sich bewusst wird, dass er es so richtig verbockt hat. Doch trotzt dieser und noch anderer Dramen, hat der Film einen heiteren Grundton und ist durchaus witzig, wobei es meist die normalen Alltagssituation sind, die einen zum Lachen bringen. Der Soundtrack ist ein sehr stimmiger, auch wenn die meisten Lieder so klingen, als wären genau diese schon in zig anderen Soundtracks aufgetaucht, was aber einen gewissen Wiedererkennungswert liefert und das ändert auch nichts an der guten Qualität der Songs.

Fazit: Ein sehr sehenswerter Film, der von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt alles dabei hat, was man für einen guten Film braucht. Kleine Wahre Lügen Webseite

21Mai/118

Oscarfilme von Gestern im Heute sehen

Vor einiger Zeit habe ich mir, mit einer guten Freundin, vorgenommen alle Oscarfilme, die in der Kategorie "Bester Film" gewonnen haben, zu gucken. Sicher sind einige Klassiker wie Psycho, Es war einmal in Amerika oder Spiel mir das Lied vom Tod überhaupt nicht mit einem Oscar ausgezeichnet worden, doch das soll uns an dieser Stelle nicht beschäftigen. Aber da dieser Filmpreis seit nun mehr 82 Jahren vergeben wird, sind auch ohne fehlende Meisterwerke einige zusammengekommen.

Die Filme querbeet zu gucken verbat sich schon allein deshalb, um die technische Entwicklung besser nachvollziehen zu können, darum werden die Filme natürlich in chronologischer Reihenfolge geguckt. Es gab mal eine sehr gute, weil kompakte, Übersicht auf IMDB über alle Gewinner, aber auch die wurde im Zuge des neuen Designs wegrationalisiert. Auf der Suche nach einer neuen Liste stolperte ich über diesen Blogeintrag, der von dieser wirklich genialen Liste schrieb, die man sich downloaden und an die Wand hängen kann, und wenn man noch diese Liste () mit einbezieht, sollte man eigentlich alles gesehen haben. Allerdings war mir damit nicht wirklich geholfen und ich nahm die Liste von hier, hier und hier und hab sie etwas bearbeitet, die Liste findet sich am Ende des Beitrags wieder. Es gibt kleine Abweichung in der Zählweise, manche fangen mit 1928, andere mit 1929 ich nehme 1929, da dies das erste Jahr war in dem der Oscar verliehen wurde.

Ziel war es eigentlich schon alle Filme zu gucken, doch der technischen Umsetzung geschuldet, haben wir mit den Filmen ab 1951 angefangen, sind aber aus Gründen nur bis 1956 gekommen, damit dieses Projekt nicht ganz einschläft, habe ich nun vor es wieder aufzunehmen und in unregelmäßigen Abständen darüber zu bloggen. Die ersten Filme werde ich bloß kurz aus dem Gedächtnis zusammenfassen, bei den anderen wird es dann vielleicht etwas ausführlicher, zum Glück habe ich letztens das Buch"Die Oscar Filme" geschenkt bekommen, das mir sicher dabei helfen wird.

Angefangen haben wir also mit dem Jahr 1951 und "Alles über Eva", ein nicht ganz so dramatisches Drama mit 50er Jahre wohlfühl Atmosphäre, Bette Davis und einer Marylin Monroe in einer ihrer üblichen Blödchenrollen, bei der man sich wirklich fragt, wie sie es geschafft hat, so eine Ikone zu werden. Gefolgt wurde der Film von "Ein Amerikaner in Paris", ein typisches Musical mit viel Gesang und Tanz (beides nicht mein Fall), mit Gene Kelly in der Hauptrolle, der gerne mal zu Gershwins Musik eine 15 minütige Balletteinlage gibt, ich glaube man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat, außer man steht halt auf Musical. Weiter ging es mit "Die größte Schau der Welt" ein Familienfilm mit Charlton Heston und Betty Hutton, der sich wohl als Ziel genommen hatte, sämtliche Attraktionen des Circus in langen 152 Minuten ausführlich zu würdigen, auch kein Film den man nochmal sehen muss. Somit wären wir schon beim Jahr 1954 mit "Verdammt in alle Ewigkeit" angekommen, der wohl einen der legendärsten Filmküsse Hollywoods zu bieten hat. Der Film hat wirklich alles was man sich von einem Kriegsfilm mit Starbesetzung (Burt Lancaster, Deborah Kerr und Frank Sinatra) erwartet, echte Männerfreundschaften, packende (Faust-)Kämpfe, pathetische Ansprachen, lustige Saufgelage und natürlich Romantik, wahrlich ein Meisterwerk. Nun kommen wir zu Marlon Brando, der die Hauptrolle in "Die Faust im Nacken" als typischen Einzelgänger spielt, der am Ende doch für die gute Sache einsteht. Der äußerst authentische Film hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Mit "Marty" endete erst einmal unsere Filmguckerei, ein Film in dem es Ernest Borgnine schafft seine üblichen Nebenrollen hinter sich zu lassen und überzeugend die Hauptrolle in einer, bis dato Hollywood unüblichen, Liebesgeschichte zu spielen, allerdings kommt der Film im Großen und Ganzen doch etwas bieder daher.

Mit "In 80 Tagen um die Welt" knüpfe ich nun wieder an und versuche länger durchzuhalten, der Film beginnt mit dem Rückblick in 35mm auf eine frühere Verfilmung und zoomt dann erst auf die tatsächliche Filmgröße, was vorallem für die damalige Zeit einen beeindruckenden Effekt erzielt. Der Film der mit zahlreichen Stars gespickt ist (David Niven, Shirley MacLaine, Marlene Dietrich, Charles Coburn, Buster Keaton, Frank Sinatra, Peter Lorre) nimmt einen mit auf eine atemberaubende Reise quer um den Globus. Mitunter hat man fast das Gefühl in den 182 Minuten von den opulenten Bildern und den Ereignissen überrollt zu werden, doch schafft es der Film, im letzten Moment, wieder locker, leicht und fröhlich daher zukommen und ist somit ein schöner Reise-Abenteuerfilm, auch wenn er natürlich unheimlich von Jules Verne Vorlage profitiert.

Damit erreiche ich das Ende dieser Abschweifung und kann nur sagen, das es insgesamt im immer-schneller-immer-lauter-Zeitalter wahrlich eine Wohltat ist, sich ab und zu etwas zurückzulehnen und in vergangene Zeiten einzutauchen. Man nahm sich in den Filmen früher einfach viel mehr Zeit, allein ein 5 minütiger Vorspann, geschweige denn ein klassischer Aufbau mit Ouvertüre, Intermezzo und Finale, ist heutzutage ja undenkbar und würde die MTV-Generation wahrscheinlich einschläfern.

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2Apr/111

Efterklang “An island” – Online Global Screening eines Meisterwerks

Gestern Abend war ich auf einem der letzten 1178 private-public Screenings des Films "An Island" von Vincent Moon, der mit Hilfe der dänische Band Efterklang eine der besten Musikdokumentationen schuf die ich je gesehen habe.

Im Grunde ist es ein 50 minütiges Musikvideo, ist es doch die Vertonung des Albums Magic Chairs, das scheinbar keine große Handlung, aber doch einen großen Zusammenhang hat: Die Musik. Sie steht im Zentrum und steckt in jedem Detail, egal ob das Geräusch eines Regentropfen oder einer Feder eingefangen wird oder Efterklang mit anderen Musikern ein Lied in einer kleinen Scheune oder in einer Aula singen, die Musik ist das zentrale Element was diesen Film trägt.

Vincent Moon findet genau die richtigen Bilder, die die melancholisch elektronische Musik untermalen und nicht stören. Es ist keine Dokumentation einer Tour mit geheimen Einblicken in den Tourbus oder die Künstlergarderobe, es gibt kein Gekünstel, keine Show, keine Affektiertheit. So rein wie die Musik, so natürlich sind die Bilder und diese audiovisuelle Authentizität zeichnet "An Island" aus. Das perfekte Zusammenspiel aus Ton und Bild nimmt einen mit auf eine Reise in die Kindheit der Band auf der zauberhaften dänischen Insel Als und es erscheint einem wie im Traum. Der Anfangs sehr experimentelle Film findet spät, aber dann doch noch ins Konkrete und sollte so auch nicht so experimentierfreudige Zuschauer ansprechen und sie motivieren durchzuhalten.

The objective was to shoot a film. A film with the same length as an album, and a film full of performances, experiments and collaborations. 
Over an intense period of 4 days Efterklang collaborated with more than 200 local musicians, kids and their own parents, creating new performances and interpretations of songs from their album Magic Chairs (4AD, Rumraket 2010).

Alle, die die Screenings verpasst haben oder die ihn noch einmal sehen wollen, können den Film die nächste Woche auf pitchfork.com noch online sehen. Da der Film aber unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-Share Alike 3.0 License steht, gehe ich davon aus, dass er jetzt, wo die Screenings vorbei sind, bald auch als freier Download bereitgestellt wird und/oder gegen eine kleine Spende auf DVD erworben werden kann.

Für alle die noch mehr wissen wollen, gibt es ein sehr lesenswertes Interview auf detektor.fom. Wen der Teaser auf den Geschmack gebracht hat, kann sich hier nun der ganze Film ansehen, der aber nur eine Woche zu sehen ist:

11Jul/100

Video der Woche: Referees at work – Respekt für die Schiedsrichter

Jetzt wo es mit dem Fußball zu Ende ist, werden viele aufatmen aber einige werden auch gar nicht wissen, was sie denn nun eigentlich mit ihrer ganzen Freizeit anfangen sollen. Für die, die noch immer nicht genug haben, habe ich hier eine Filmempfehlung, die einen anderen Blick auf den Rasen wirft. Wurden in der, meiner Meinung nach eher mäßigen Dokumentation von Sönke Wortmanns ein Blick in die Spielerkabine geworfen, werden nun die Schiedsrichter näher begutachtet. Die Dokumentation gibt einen guten Einblick, in die Welt der oft kritisierten Schiedsrichter und zeigt, das auch sie nur Menschen sind die Fehler machen, die Fehler machen dürfen. Besonders interessant ist, das Howard Webb, der den Zorn der polnischen Bevölkerung mit einer regulären Elfmeterentscheidung auf sich zog gestern das WM-Finale 2010 pfiff, hier ein Artikel darüber.

Hier geht's zum gesamten Film den man online kostenlos in ganzer Länge sehen kann: Referees at work oder hier kaufen kann:

Dank an Marcel und Roy die mich beide auf die Dokumentation aufmerksam gemacht haben.

16Jun/103

Once – Ein Film über Musik zum verlieben

Auch wenn die Überschrift etwas kitschig daherkommt und der Film von der Liebe zur Musik handelt, ist der Film alles andere als kitschig. Selten habe ich einen so authentischen Film gesehen, der höchstens noch mit Before Sunrise/Sunset zu vergleichen ist, aber sonst fallen mir kaum Vergleiche ein.

Worum geht es: Der Film handelt von einem Straßenmusiker (Glen Hansard) und seiner Begegnung mit einer Pianistin (Markéta Irglovázu). Die beiden Namenlosen, im Abspann lediglich als "The Guy" und "The Girl" bezeichnet, sind zwar durch ihre Vergangenheit an andere Menschen gebunden, verleben einen wunderbare Zeit zusammen. Stück für Stück erhält man immer mehr Einblicke in das jeweilige Leben der Beiden und die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, auch unterstützt durch die gute schauspielerische Leistung der Protagonisten. Es ist weder wichtig, wo die Charaktere herkommen, noch wie sie heißen, wichtig ist nur, dass sie zu dieser Zeit an diesem Ort sind.

Once

Once (2006)

Cast: Glen Hansard, Markéta Irglová, Hugh Walsh

Director: John Carney

Writer: John Carney

Runtime: 85 minutes

Genre: romance, music, drama

Trailer Once

Meine Wertung: 9/10

Worum geht es wirklich: In Dogmamanier entstand nur mit Handkamera und natürlichem Licht einer der wunderbarsten und natürlichsten (Musik/Liebes-)Filme der letzten Jahre, der vorallem von (der Liebe zur wirklich wunderbaren) Musik lebt, die von den beiden Hauptdarstellern, meist Glen Hansard, selbst geschrieben wurde. Außerdem geht es darum, dass man manchmal Menschen trifft die einen im Leben weiterbringen und sei es dadurch, das sie einem dabei helfen sich irgendwann seiner Vergangenheit zu stellen um weitermachen zu können

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