Schlatterblog Stuff by schlatterboy

13Jul/112

Oscarfilme “Bester Film” 1960 – 1969

Mitunter ist es anstrengend sich durch die Oscarjahre zu kämpfen, die 60-er zählen mit seinen zahlreichen Musicals nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmzeiten, aber der Reihe nach. Da ich nicht jedem Film einen eigenen Blogeintrag widmen werde, wird es Zusammenfassungen von ca. 10 Jahren geben, deswegen reiche ich die zwei fehlenden Filme der 50-er jetzt noch nach.

"Die Brücke am Kwai" (1957)  war ein beeindruckender und spannender Film über britische Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg, die in einem japanischen Arbeitslager inhaftiert waren und eine Brücke bauten, die sie später wieder sprengen sollten, zumindest war das in meiner Erinnerung so. Der Inhalt des Antikriegsfilms blieb zwar der Gleiche, aber leider war er in Wahrheit wesentlich langatmiger und weit weniger spannend als in meiner Erinnerung, auch wenn es in der 2. Hälfte des 2 Stunden Films etwas besser wurde, doch wirklich überzeugen konnte mich der Film diesmal  nicht.

The Bridge on the River Kwai

The Bridge on the River Kwai (1957)

Cast: William Holden, Jack Hawkins, Alec Guinness

Director: David Lean

Writer: Carl Foreman, Michael Wilson

Runtime: 161 minutes

Genre: war, drama, adventure

"Gigi" (1958), der den Oscar im Jahre 1959 gewann, war dagegen besser als erwartet. Musicals haben es bei mir traditionell etwas schwerer, umso geringer sind meine Erwartung, ich mag einfach keine Musicals. Der Film ist eine Mischung aus Familienfilm und Musical, der im Paris um 1900 spielt und das Erwachsenwerden der jungen Gigi thematisiert. Ohne groß sentimental involviert zu werden, plätschert der Film so dahin und hat weder richtige Höhe-, noch richtige Tiefpunkte. Der Film vergisst einfach den Zuschauer mitzunehmen, und die locker leichte Grundstimmung, auch wenn die Pariser Welt um 1900 hübsch dargestellt ist, überträgt sich nicht auf den Zuschauer.

Gigi

Gigi (1958)

Cast: Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan

Director: Vincente Minnelli, Charles Walters

Writer: Colette, Alan Jay Lerner

Runtime: 116 minutes

Genre: romance, musical, comedy

Trailer Gigi

Damit wären wir bei in den 60-ern mit seinen Historien- und Monumentalfilmen sowie zahlreichen Musicals angelangt, ein Zeitalter, was mir nicht ganz so liegt.

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5Jul/116

Kleine wahre Lügen – Eine Ode an die Freundschaft

Kleine wahre Lügen ist eine Ode an die Freundschaft, dreht sich doch der ganze Film um dieses Thema. Am Anfang steht ein Unfall einer der zentralen Figuren des Freundeskreises, der diesen vor die Wahl stellt, entweder in den alljährlichen Strandurlaub zu fahren oder am Krankenbett des Freundes zu bleiben. Sie entscheiden sich für den Urlaub.

So unbelastet steht der Urlaub unter keinem guten Stern und die Nerven liegen bei dem einen oder anderen durchaus blank, sodass auch mal mit der Axt die Wand zerschlagen wird. Doch der französische Film, der äußerst unfranzösisch daherkommt, bietet wesentlich mehr, als diese plumpe Rahmenhandlung vermuten lässt. Die Schauspieler, allen voran Marion Cotillard, liefern eine großartige Leistung und die Charaktere sind allesamt sehr gut gezeichnet, was auch an den witzigen Dialogen liegt. So fühlt man durchaus mit, wenn zwei Protagonisten 600 km nach Paris fahren, um ihre jeweilige Liebe zurückzuholen und einer davon vom Fenstersims seine schlafenden Ex-Freundin betrachtet und sich bewusst wird, dass er es so richtig verbockt hat. Doch trotzt dieser und noch anderer Dramen, hat der Film einen heiteren Grundton und ist durchaus witzig, wobei es meist die normalen Alltagssituation sind, die einen zum Lachen bringen. Der Soundtrack ist ein sehr stimmiger, auch wenn die meisten Lieder so klingen, als wären genau diese schon in zig anderen Soundtracks aufgetaucht, was aber einen gewissen Wiedererkennungswert liefert und das ändert auch nichts an der guten Qualität der Songs.

Fazit: Ein sehr sehenswerter Film, der von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt alles dabei hat, was man für einen guten Film braucht. Kleine Wahre Lügen Webseite

21Mai/118

Oscarfilme von Gestern im Heute sehen

Vor einiger Zeit habe ich mir, mit einer guten Freundin, vorgenommen alle Oscarfilme, die in der Kategorie "Bester Film" gewonnen haben, zu gucken. Sicher sind einige Klassiker wie Psycho, Es war einmal in Amerika oder Spiel mir das Lied vom Tod überhaupt nicht mit einem Oscar ausgezeichnet worden, doch das soll uns an dieser Stelle nicht beschäftigen. Aber da dieser Filmpreis seit nun mehr 82 Jahren vergeben wird, sind auch ohne fehlende Meisterwerke einige zusammengekommen.

Die Filme querbeet zu gucken verbat sich schon allein deshalb, um die technische Entwicklung besser nachvollziehen zu können, darum werden die Filme natürlich in chronologischer Reihenfolge geguckt. Es gab mal eine sehr gute, weil kompakte, Übersicht auf IMDB über alle Gewinner, aber auch die wurde im Zuge des neuen Designs wegrationalisiert. Auf der Suche nach einer neuen Liste stolperte ich über diesen Blogeintrag, der von dieser wirklich genialen Liste schrieb, die man sich downloaden und an die Wand hängen kann, und wenn man noch diese Liste () mit einbezieht, sollte man eigentlich alles gesehen haben. Allerdings war mir damit nicht wirklich geholfen und ich nahm die Liste von hier, hier und hier und hab sie etwas bearbeitet, die Liste findet sich am Ende des Beitrags wieder. Es gibt kleine Abweichung in der Zählweise, manche fangen mit 1928, andere mit 1929 ich nehme 1929, da dies das erste Jahr war in dem der Oscar verliehen wurde.

Ziel war es eigentlich schon alle Filme zu gucken, doch der technischen Umsetzung geschuldet, haben wir mit den Filmen ab 1951 angefangen, sind aber aus Gründen nur bis 1956 gekommen, damit dieses Projekt nicht ganz einschläft, habe ich nun vor es wieder aufzunehmen und in unregelmäßigen Abständen darüber zu bloggen. Die ersten Filme werde ich bloß kurz aus dem Gedächtnis zusammenfassen, bei den anderen wird es dann vielleicht etwas ausführlicher, zum Glück habe ich letztens das Buch"Die Oscar Filme" geschenkt bekommen, das mir sicher dabei helfen wird.

Angefangen haben wir also mit dem Jahr 1951 und "Alles über Eva", ein nicht ganz so dramatisches Drama mit 50er Jahre wohlfühl Atmosphäre, Bette Davis und einer Marylin Monroe in einer ihrer üblichen Blödchenrollen, bei der man sich wirklich fragt, wie sie es geschafft hat, so eine Ikone zu werden. Gefolgt wurde der Film von "Ein Amerikaner in Paris", ein typisches Musical mit viel Gesang und Tanz (beides nicht mein Fall), mit Gene Kelly in der Hauptrolle, der gerne mal zu Gershwins Musik eine 15 minütige Balletteinlage gibt, ich glaube man hat nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat, außer man steht halt auf Musical. Weiter ging es mit "Die größte Schau der Welt" ein Familienfilm mit Charlton Heston und Betty Hutton, der sich wohl als Ziel genommen hatte, sämtliche Attraktionen des Circus in langen 152 Minuten ausführlich zu würdigen, auch kein Film den man nochmal sehen muss. Somit wären wir schon beim Jahr 1954 mit "Verdammt in alle Ewigkeit" angekommen, der wohl einen der legendärsten Filmküsse Hollywoods zu bieten hat. Der Film hat wirklich alles was man sich von einem Kriegsfilm mit Starbesetzung (Burt Lancaster, Deborah Kerr und Frank Sinatra) erwartet, echte Männerfreundschaften, packende (Faust-)Kämpfe, pathetische Ansprachen, lustige Saufgelage und natürlich Romantik, wahrlich ein Meisterwerk. Nun kommen wir zu Marlon Brando, der die Hauptrolle in "Die Faust im Nacken" als typischen Einzelgänger spielt, der am Ende doch für die gute Sache einsteht. Der äußerst authentische Film hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck. Mit "Marty" endete erst einmal unsere Filmguckerei, ein Film in dem es Ernest Borgnine schafft seine üblichen Nebenrollen hinter sich zu lassen und überzeugend die Hauptrolle in einer, bis dato Hollywood unüblichen, Liebesgeschichte zu spielen, allerdings kommt der Film im Großen und Ganzen doch etwas bieder daher.

Mit "In 80 Tagen um die Welt" knüpfe ich nun wieder an und versuche länger durchzuhalten, der Film beginnt mit dem Rückblick in 35mm auf eine frühere Verfilmung und zoomt dann erst auf die tatsächliche Filmgröße, was vorallem für die damalige Zeit einen beeindruckenden Effekt erzielt. Der Film der mit zahlreichen Stars gespickt ist (David Niven, Shirley MacLaine, Marlene Dietrich, Charles Coburn, Buster Keaton, Frank Sinatra, Peter Lorre) nimmt einen mit auf eine atemberaubende Reise quer um den Globus. Mitunter hat man fast das Gefühl in den 182 Minuten von den opulenten Bildern und den Ereignissen überrollt zu werden, doch schafft es der Film, im letzten Moment, wieder locker, leicht und fröhlich daher zukommen und ist somit ein schöner Reise-Abenteuerfilm, auch wenn er natürlich unheimlich von Jules Verne Vorlage profitiert.

Damit erreiche ich das Ende dieser Abschweifung und kann nur sagen, das es insgesamt im immer-schneller-immer-lauter-Zeitalter wahrlich eine Wohltat ist, sich ab und zu etwas zurückzulehnen und in vergangene Zeiten einzutauchen. Man nahm sich in den Filmen früher einfach viel mehr Zeit, allein ein 5 minütiger Vorspann, geschweige denn ein klassischer Aufbau mit Ouvertüre, Intermezzo und Finale, ist heutzutage ja undenkbar und würde die MTV-Generation wahrscheinlich einschläfern.

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2Apr/111

Efterklang “An island” – Online Global Screening eines Meisterwerks

Gestern Abend war ich auf einem der letzten 1178 private-public Screenings des Films "An Island" von Vincent Moon, der mit Hilfe der dänische Band Efterklang eine der besten Musikdokumentationen schuf die ich je gesehen habe.

Im Grunde ist es ein 50 minütiges Musikvideo, ist es doch die Vertonung des Albums Magic Chairs, das scheinbar keine große Handlung, aber doch einen großen Zusammenhang hat: Die Musik. Sie steht im Zentrum und steckt in jedem Detail, egal ob das Geräusch eines Regentropfen oder einer Feder eingefangen wird oder Efterklang mit anderen Musikern ein Lied in einer kleinen Scheune oder in einer Aula singen, die Musik ist das zentrale Element was diesen Film trägt.

Vincent Moon findet genau die richtigen Bilder, die die melancholisch elektronische Musik untermalen und nicht stören. Es ist keine Dokumentation einer Tour mit geheimen Einblicken in den Tourbus oder die Künstlergarderobe, es gibt kein Gekünstel, keine Show, keine Affektiertheit. So rein wie die Musik, so natürlich sind die Bilder und diese audiovisuelle Authentizität zeichnet "An Island" aus. Das perfekte Zusammenspiel aus Ton und Bild nimmt einen mit auf eine Reise in die Kindheit der Band auf der zauberhaften dänischen Insel Als und es erscheint einem wie im Traum. Der Anfangs sehr experimentelle Film findet spät, aber dann doch noch ins Konkrete und sollte so auch nicht so experimentierfreudige Zuschauer ansprechen und sie motivieren durchzuhalten.

The objective was to shoot a film. A film with the same length as an album, and a film full of performances, experiments and collaborations. 
Over an intense period of 4 days Efterklang collaborated with more than 200 local musicians, kids and their own parents, creating new performances and interpretations of songs from their album Magic Chairs (4AD, Rumraket 2010).

Alle, die die Screenings verpasst haben oder die ihn noch einmal sehen wollen, können den Film die nächste Woche auf pitchfork.com noch online sehen. Da der Film aber unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-Share Alike 3.0 License steht, gehe ich davon aus, dass er jetzt, wo die Screenings vorbei sind, bald auch als freier Download bereitgestellt wird und/oder gegen eine kleine Spende auf DVD erworben werden kann.

Für alle die noch mehr wissen wollen, gibt es ein sehr lesenswertes Interview auf detektor.fom. Wen der Teaser auf den Geschmack gebracht hat, kann sich hier nun der ganze Film ansehen, der aber nur eine Woche zu sehen ist:

30Dez/101

Gegen “Leistungsschutzrecht für Verleger” – Für “@Sixtus statt Böller”

Es ist eine verrückte Idee. Und wahrscheinlich wird es nicht klappen. Doch wenn wir alle verrückten Ideen direkt begraben würden, dann führen wir heute wohl noch immer mit Postkutschen durch die Gegend. Diese Idee ist kleiner. Weniger bedeutend. Aber gelänge ihre Umsetzung, wäre sie ein deutliches Signal.

So schreibt Thomas Knüwer auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache, er bezieht sich damit auf die momentan laufende Diskussion um ein Leistungsschutzrecht für Verleger und verweist auf einen auf Carta veröffentlichten offenen Brief von Mario Sixtus der einige Wellen geschlagen hat und den man sich auf jeden Fall zu Gemüte führen sollte.

Für alle die mit dem Thema Leistungsschutzrecht nichts anfangen können, denn auch an mir ist die Diskussion bis jetzt unbemerkt vorübergegangen, kurz ein paar Fakten. Ein Leistungsschutzrecht ist dem Urheberrecht sehr ähnlich und dreht sich in diesem speziellen Fall darum, dass die Bürger für die frei im Internet erhältlichen Inhalte der Presse eine Gebühr entrichten sollen, da

„sich die Presseunternehmen gegen eine unentgeltliche Ausnutzung ihrer Angebote im Internet zur Wehr setzen müssten.“ (siehe Wikipedia)

Das sie diese Angebote natürlich auch einfach gebührenpflichtig schützen könnten, steht dabei gar nicht zur Debatte. Das Prinzip ist folgendes: geht man zu einem Zeitungsladen und kauft eine Zeitung, bezahlt man diese. Im Internet läuft das Ganze momentan so, dass man die Zeitung, zwar mit Werbung vollgestopft, aber kostenfrei kriegt. Nun soll damit Schluss sein, schließlich will man ja auch Geld verdienen. Damit hätte ich an sich kein Problem, wenn sie das in einem der mehr oder weniger erprobten Bezahlsystemen machen würden, die manche Onlineangebote versuchen, aber nicht, wenn es um eine verbindliche Gebühr geht, für Angebote, die ich gar nicht nutze. So eine "Verleger-GEZ", wie Sixtus schreibt, finde ich absurd, haben doch die Verlage selbst ihre Inhalte unentgeltlich zur Verfügung gestellt und steht es ihnen doch frei sie gebührenpflichtig zu schützen, aber bitte nicht in Form einer gesetzlich verpflichtenden Gebühr.  Außerdem sollen Suchmaschinen wie Google, von denen die Onlineangebote viele Besucher kriegen, dafür bezahlen, dass sie auf die Seite verlinken,

das ist in etwa so, als würde ein Restaurantbesitzer Geld von den Taxifahrern verlangen, die ihnen Gäste bringen. (siehe Sixtus offener Brief)

2009 haben CDU und FDP das Leistungsschutzrecht für Verleger in ihren Koalitionsvertrag geschrieben und so einmal mehr ihre exorbitante Medienkompetenz bewiesen. Das so etwas Gesetz werden soll, zeigt das Unwissen der Politiker, was den technischen Fortschritt betrifft, aber was will man erwarten, wenn die Politiker die heute an der Macht sind, die im Gestern aufgewachsen sind und über das Morgen entscheiden, ohne das Heute überhaupt zu kennen. Das Ganze ist frei nach dem Motto "Es bleibet dabei, die Gedanken sind frei! - Näheres regelt ein Bundesgesetz." wie @aprica im Twitter schreibt, nach dem temporär gescheiterten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ist das der nächste Versuch das Internet kontrollieren zu wollen, anstatt es verstehen zu wollen.

Diese Gebühr ist eigentlich nur das Eingeständnis der Verlagshäuser, das sie mit den veralteten Geschäftsmodellen im digitalen Zeitalter nicht mehr weiterkommen. Die Rettung des sogenannten Qualitätsjournalismus, der mittlerweile nur allzu oft darin besteht, aus dem Internet zu kopieren, ohne die Quellen zu nennen oder diese auf Vertrauenswürdigkeit zu prüfen,  ist sicherlich von Nöten, wird so aber wohl nicht erreicht, hier soll einfach nur doppelt abkassiert werden.

Die Öffentlich-Rechtlichen sind aufgrund ihrer Gebührenfinanzierung eure erklärten Todfeinde, andererseits wollt ihr euch in gebührenfinanzierte Verleger verwandeln? Ja habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?

Und nun zu "Sixtus statt Böller", seien wir mal ehrlich, wer beteiligt sich an den Diskussionen im Internet, wer hält sich über solche technopolitischen Themen wie Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, Vorratsdatenspeicherung oder eben jetzt das Leistungsschutzrecht auf dem laufenden? Es ist nur ein kleiner Teil und es sind sicher nicht die Politiker die am Ende darüber entscheiden, ob dieses Leistungsschutzrecht in Kraft tritt. Um eben diese "Offliner" zu erreichen und um ein Zeichen zu setzen sammelt Martin Ötting Geld für eine Zeitungsanzeige und Thomas Knüwer plädiert dafür Geld zu spenden anstatt Böller zu kaufen. Doch warum grade eine Zeitungsanzeige?

Nun kann ich verstehen, wenn es Menschen gibt, die jene Idee ungut finden. Schließlich finanziert man so jene, die kritisiert werden sollen. Das Argument ist stichhaltig. Aber: Ich wünsche mir ja, dass der Journalismus weiter existiert. Verlage an sich sind nicht das Böse – sie werden nur absurd schlecht gemanagt. Jene Köpfe in den Verlagen, aber auch viele Journalisten, scheren sich nicht darum, was im Internet so steht. Eine Print-Anzeige im eigenen Blatt (oder einem respektierten anderen Medium) wäre ein Aha-Effekt.

Das trifft auch auf die andere Zielgruppe zu, die ich sehe: die Politik. Für die meisten Volksvertreter sind digitale Medien nicht vertrauenswürdig – oder, noch wahrscheinlicher, nicht auf dem Radarschirm. Das ist traurig, aber wahr. Auch hier würde eine Print-Anzeige einen Überraschungseffekt auslösen. (Thomas Knüwer)

Ob denn so eine Seitenanzeige, die mit 30 000€ wirklich nicht billig ist, funktioniert, sei nun dahingestellt, allerdings finde ich es allemal besser, als nicht zu tun. Natürlich wird man so die Politik nicht revolutionieren können, aber es ist nichtsdestotrotz eine schöne Aktion. Und heißt nicht genau das Demokratie zu leben? Also wer spenden will kann dies auf betterplace.org gerne tun.

Wer mehr zu der Problematik wissen will, kann sich seit dem auf der Seite der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (IGEL) informieren und die folgenden Links lesen, vorallem der Brief von Sixtus sei nochmal empfohlen:

25Dez/107

Der freie Wille contra Naturwissenschaft

Grade zur Winter- und Weihnachtszeit wird man ja gemeinhin etwas nachdenklicher und besinnlicher und so widme ich mich, angeregt durch diesen guten Artikel, mal einem Thema, welches mir schon Stoff für zahlreiche Diskussionen geliefert hat. Seit der Geburt der Philosophie, in der Antike, ist der freie Wille Stein des Anstoßes, immer wieder wurde darüber diskutiert, was das denn sei und ob es ihn überhaupt gibt. Und genau das ist das Problem, man kann den freien Willen schwer bis gar nicht definieren, jeder versteht etwas anderes darunter und so ist es fraglich, ob das ganze jemals zu einem Ergebnis führen wird, sind die Grenzen zwischen Willen- und Handlungsfreiheit doch genauso fließend wie die zwischen der Determiniertheit durch Gene und Sozialisierung und Individualität.

Die Frage ist doch, ob der Mensch überhaupt freie Entscheidungen treffen kann, die nicht durch irgendetwas von Außen determiniert sind.

Wenn ein Mensch an eine Wegkreuzung kommt und der Weg sich nach links und rechts teilt, dann muss er eine Entscheidung treffen. Angenommen die beiden Wege sind wirklich identisch, bis auf die Richtung, wie entscheidet man wo man lang geht? Auf Erfahrung durch Sozialisierung und Erziehung kann man ebenso wenig  zurückgreifen wie auf meinetwegen Google Maps. Also wäre es, egal welche Entscheidung man trifft, eine freie. Natürlich kann man so nicht die Existenz des freien Willens beweisen, genauso wie man sie auch nicht nicht beweisen kann. Doch kann man diese unbedingte Willensfreiheit wohl nicht erreichen. Man könnte das Beispiel aber weiter treiben, angenommen man steht an dieser Kreuzung und die Eltern hätten einem eingetrichtert im Zweifelsfall immer nach rechts zu gehen, dann hätte man doch die Wahl, auf Grund des freien Willen, einfach nach links zu gehen, wobei hier die Kritik ansetzten würde, das diese Entscheidung keine freie mehr wäre, sondern eine (un)bewusste Trotzreaktion. Aber genau das ist für mich freier Wille, nicht das nicht existieren von äußeren Einflüssen, dafür ist der Mensch zu sehr Gesellschaftstier, sondern das Reflektieren und das bewusste Auseinandersetzen mit diesen, es ist also nur eine bedingte Willensfreiheit.

Aber was bleibt denn, wenn man den Menschen auf das Grundlegendste reduziert, wenn man alle Äußerlichkeiten außen vor lässt? Der freie Wille. Er ist die letzte Bastion die uns davon abhält vollkommen durchzudrehen. Nachdem die Aufklärung dem Menschen die Religion nahm, versucht die Naturwissenschaft das gleiche mit dem freien Willen. Die Hohepriester der Aufklärung 2.0 erklären ihn immer wieder für tot und bezeichnen ihn als ein soziales Phänomen das es so nicht gibt, alles sei durch die Gene determiniert, man ist was man ist von Geburt an und wird auch nie etwas anderes sein. Ob diese These nun stimmt oder nicht, ist zu diesem Zeitpunkt erstmal egal, doch greift es den uralten Konflikt zwischen Wissen und Glauben wieder auf. Ich spreche nicht vom Glauben im kirchlich oktroyierten, sondern von glauben im ursprünglichen Sinne, also von einer Sache überzeugt zu sein, ohne Beweise zu haben. Denn auch das vermeintliche naturwissenschaftliche Wissen ist nicht der Wahrheit letzter Schluss, war doch die Erde einst eine Scheibe, natürlich hat sich seit Galileo viel getan, doch stieg mit dem Wissen auch gleichzeitig die Arroganz der Wissensträger nahezu exponentiell. Und so bleibt es am Ende eine Frage des Glaubens.

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5Aug/102

Ein Blumenkübel geht um die Twelt

Was kann man mit Twitter nicht alles wunderbares machen. Man kann an geistreichen Gedanken andere Menschen teilhaben, allein zu Hause vor dem Computer sitzen und das Gefühl haben mittendrin zu sein, wenn alle über den Eurovision Song Contest, die Fußballweltmeisterschaft oder was auch immer berichten, man ist stets topinformiert noch ehe es die traditionellen Medien aufgreifen wie z.B: die H&M Geiselnahme in Leipzig zeigte. Und damit man sieht, was in der Welt so passiert gibt es die "Trendy Topics" bei der die Wörter aufgelistet werden die am meisten auf Zwitter geschrieben werden, diese Topics sind naturgemäß meist in englisch, aber auch ein paar deutsche Wörter haben es geschaft wie z.B. "Lena hat gewonnen" nach ihrem Eurovisionsieg. Allerdings gibt es auch sehr viel triviales auf Twitter zu lesen was keiner lesen will a la "Ich geh jetzt Kaffee kochen", interessanter wird es aber natürlich erst, wenn der Kaffee den Verdauungstrakt passiert hat und einem der Nutzer auch daran teilhaben lässt.
Ein Beispiel wie eine wirklich belanglose Begebenheit, zumindest die deutsche Twitterwelt bewegt ist ein zerstörter Blumenkübel aus Neuenkirchen, der wohl bald ein Synonym für den Sack Reis werden wird. Aus dem belanglosen Artikel einer frisch eingestellten Journalistin der Münsterschen Zeitung ist dank Twitter eine große Story geworden die es so gar unter die Trendy Topics schaffte und wohl noch einige Tage und Wochen durchs Internet geistern wird. Hier der Artikel der Münsterschen Zeitung in dem eigentlich alles Wissenswerte erwähnt wird. Und mit dem Hashtag #blumenkuebel kann man sich alle Nachrichten auf Twitter zum Thema ansehen.

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