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Serienschau: The Night Manager

tnmThe Night Manager hat alles was eine gute Serie ausmacht. Sex, Guns and Rock’n Roll. Es geht um Waffendealer, Geheimagenten und verschmähte Frauen. Und trotzdem ist The Night Manager keine Actionserie die von Explosionen und dumpfen Sprüchen lebt. Es ist viel mehr wie einer dieser guten alten Agentenfilm, vielleicht etwas langsam, aber die Spannung ist fast immer greifbar. Man könnte fast sagen James Bond meets Mad Men meets Lord of War und das in acht Akten.
Die gelungene Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré erzählt in schönen Bildern an traumhaften Orten davon, wie Tom Hiddelstone in die Welt der Reichen und Schönen eintaucht und vor der Wahl steht, seinen Prinzipien treu zu bleiben oder ein unbeschwertes, wenn auch unmoralisches, Leben in Saus und Braus zu führen. Seine Mission, als britischer Geheimagent die Machenschaften des Waffenhändlers Hugh Laurie zu entlarve, sein Vertrauen zu gewinnen und Beweise für seine Verurteilung zu beschaffen, stellt ihn dabei immer wieder vor folgenschwere Entscheidungen. Die Mini-Serie lebt dabei vor allem von der großartigen Leistung Tom Hiddlestons, der Hugh Laurie dabei locker in den Schatten stellt. Sollte demnächst die Diskussion um den nächsten James Bond Darsteller wieder aufkommen, hiermit hat Tom Hiddelstone eine beeindruckende Bewerbung abgegeben. Wer möchte, kann sich die Serie auf Amazon Prime ansehen.

Meine Wertung: 8/10 (1.Staffel)

The Night Manager (2016)
The Night Manager poster Rating: 8.2/10 (33,966 votes)
Director: N/A
Writer: N/A
Stars: Tom Hiddleston, Hugh Laurie, Elizabeth Debicki, Olivia Colman
Runtime: 60 min
Rated: TV-14
Genre: Crime, Drama, Mystery
Released: 19 Apr 2016
Plot: The night manager of a Cairo hotel is recruited to infiltrate an arms dealer's inner circle.

Serienschau: Mr. Robot

mIn Zeiten von Digitalisierung, NSA-Skandal und Anonymus, sollte man meinen, dass das Thema „Internet“ mittlerweile vollkommen ausgelutscht ist. Doch vielleicht ist grade dadurch, dass die Digitialisierung unaufhaltsam voranschreitet, das Thema nach wie vor präsent. Und so gibt es immer wieder neue Bücher, Filme und Serien die sich um dieses Thema drehen. Eine besonders gelungene davon ist Mr. Robot.

In der Serie geht es um den IT-Security Experten Elliot Alderson (Sam Melik), der bei seiner Arbeit mit dem, sehr an Anonymous erinnernden, Hackerkollektiv Fsociety in Kontakt kommt. Während er Anfangs Jagd auf die Hacker macht, muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er beim Kampf Fsocietys gegen den Konzern Evilcorp steht. Wie so oft ist es dabei ein schmaler Grat zwischen Genie und Wahnsinn und so leicht sich Elliot mit Computern tut, umso schwerer fällt ihm das „normale“ Leben. Und so verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Realität und Wahn, sodass man irgendwann kaum noch sagen kann, was real ist und was nicht. Dabei erzeugt die Serie eine unheimlich packende Atmosphäre, die einen stellenweise nicht los lässt und vollständig einsaugt, sodass Binge watching eigentlich Pflicht ist.

Die Serie wird in eindrucksvollen Bildern erzählt, mit stimmiger Musik unterlegt und vor allem Sam Melik glänzt in der Hauptrolle. Mr. Robot schafft es, sich wirklich authentisch mit dem Hackermilieu zu beschäftigen und gibt einen kleinen Einblick in den Wahnsinn der IT. Während IT-affine bei anderen Serien lediglich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können, wenn der dicke, verpickelte, Kaffeetrinkende „Hacker“ wie wild auf seiner Tastatur rumhämmert und nach 2 Sekunden die Firewall gehackt hat, können Sie sich bei Mr. Robot entspannt zurücklehnen. Hier scheint sich, zur Abwechslung mal, wirklich jemand mit der Thematik beschäftigt zu haben.

Mr. Robot ist eine rundum gelungen Serie, deren Zielgruppe natürlich die Digital Natives sind, doch Mr. Robot ist auch für Nicht-Nerds interessant, die aber ein gewisses Computerwissen mitbringen sollten, um die Serie auch voll zu genießen. Wer die Serie gucken will, kann bei Amazon Prime Video vorbeischauen, dort gibt es die 1. Staffel momentan im Stream.

Meine Wertung: 9/10 (1.Staffel)

Mr. Robot (2015–)
Mr. Robot poster Rating: 8.7/10 (200,036 votes)
Director: N/A
Writer: Sam Esmail
Stars: Rami Malek, Christian Slater, Carly Chaikin, Portia Doubleday
Runtime: 49 min
Rated: TV-MA
Genre: Crime, Drama, Thriller
Released: 24 Jun 2015
Plot: Follows Elliot, a young programmer working as a cyber-security engineer by day, and a vigilante hacker by night.

 

Lieber Slacktivism als gar kein vism

svaKritiker werden sagen Slacktivism (def.: Anteilnahme im Internet ohne großen Aufwand, z.B. Unterzeichnung einer Onlinepetition) beruhigt das Gewissen ohne etwas erreicht zu haben, denn mit einem Like ist noch niemandem geholfen, aus einem Click entsteht keine Revolution sagen sie. Aber man muss sich auch mal die Alternative betrachten. Die wenigstens Menschen gehen wirklich auf die Straße, engagieren sich für Flüchtlinge, zeigen Flagge gegen den xten Ableger von PEGIDA oder retten aktiv die Umwelt. Sicher wäre dies erstrebenswert und sinnvoll, aber so sieht die Realität leider nicht aus. Die Kritiker gehen von einer engstirnigen Definition des Begriffs Activism aus, bei denen der idealisierte Revoluzzer, gegen jeden Misstand auf die Straße geht und durch Sit-ins einen Umbruch herbeiführt. Doch beim Activism geht es auch darum Aufmerksamkeit für ein Problem zu generieren und man mag von Kony 2012 halten was man will, aber dieses Video wurden mehr als 100 Mio. mal angesehen.

Gefühlt verbringen die Generationen U30 222% ihrer Zeit im Internet, je jünger die Menschen desto mehr Zeit. Wie will man diese Generation anders erreichen als über das Internet und was spricht dagegen diese Masse (sinnvoll) zu nutzen? Sicherlich gibt es mehr als genug Beispiele, bei denen außer einem Shitstorm nichts weiter passierte. Doch gibt es auch zahlreiche gelungene Beispiele dafür, dass die Kraft des Internets (sinnvoll) genutzt werden kann. Crowdfunding wäre ein Beispiel, hier bedeutet ein Click oft die Realisierung eines Traumes, das unter den Ideen auch viel Ausschuss dabei ist, das ist halt so. Natürlich ist die ursprüngliche reine Form des Aktivismus richtig und wichtig, aber nicht jeder Slacktivism ist zum scheitern verurteilt oder per se schlecht. Eine zur Zeit empfehlenswerte Kampagne wäre die folgende Baumpflanz-Kampagne von Republic of Change, auch wenn jedem klar sein sollte, das man mit einem Baum nicht die Welt rettet. Aber egal ob nun Slack-, Click-, oder Activism, vielleicht hat es wenigstens ein zwei Menschen mehr dazu gebracht mehr über die (Um)welt nachzudenken, und das ist doch immer noch besser als gar kein vism:

Web

Bildquellen:

  • 1. Bild https://i.ytimg.com/vi/0EQFKKJBjwE/maxresdefault.jpg
  • 2. Bild http://sortable.com/wp-content/uploads/2012/04/The-rise-of-the-Slacktivist_1st-draft-01-1.jpg

Filmschau: Can a Song save your life?

baJa, der Titel klingt schrecklich. Statt dem Originaltitel „Begin again“, der auch nicht originell aber zumindest solide ist, müssen die Deutschen mit dem Titel Can a Song save your life vorlieb nehmen. Aber gut, die mangelnde Kreativität der Filmverleihe soll hier nicht Thema sein. Die Macher von Once (Review hier lesen) haben einmal mehr einen gelungenen Musikfilm gedreht. Der Spagat zwischen Musikern die schauspielern können und Schauspielern die musizieren können ist immer schwierig. Mit Keira Knightley und Mark Ruffalo treffen zwei Schauspieler auf einen Musiker in Person von Adam Levine. Keira Knightley zeigt zwar gute musikalische Ansätze, ob sie allerdings mit der vorgesehenen Scarlett Johansson oder Adele mithalten kann, bleibt zu bezweifeln. Doch was ihr an Musikalität fehlt, macht sie durch schauspielerische Klasse wett und so ist der Film insgesamt eine runde Sache. Doch worum geht es eigentlich?

Ein vollkommen aus der Bahn geworfener Mark Ruffalo (Dan), der seinen Job als Musikproduzent und seine Frau verloren hat, trifft während seines Selbstzerstörungstrips durch Zufall Keira Knightley (Greta), die ihrerseits von ihrem Freund Adam Levine (Dave) verlassen wurde. Greta tritt in einer Kneipe, auf einer kleinen Bühne, auf und Dan erlebt einen dieser besonderen Momente, in denen man einen Song zum ersten Mal hört und sich sofort in diesen verliebt; und genau hier beginnt der Film.

Je älter man wird, desto länger hangelt man sich an der Schnur entlang, bis eine Perle kommt.

Aus dem Schnaps geboren entsteht die Idee ohne Geld, Studio und all die anderen üblichen Mechanismen der Musikindustrie, ein Album, an unterschiedlichen Orten in New York, unter freiem Himmel, aufzunehmen. Neben der Musik ist somit New York der heimliche Hauptdarsteller und es zeigt sich, Abseits der bekannten Touristenattraktionen, wirklich von seiner schönsten Seite. Während somit auf der einen Seite Greta und Dan für die reine unverfälschte Musik stehen, steht auf der anderen Seite Dave. Dieser hat sich voll und ganz der klassischen Musikindustrie verschrieben und gibt sich lieber dem flüchtigen Ruhm und den zahlreichen Groupies hin, anstatt richtige Musik zu machen. Auch wenn das manchmal etwas schwarz weiß wirkt, verliert sich der Film zum Glück nicht in diesen Klischees und wirkt insgesamt wunderbar authentisch.

Doch was den Film auszeichnet ist die Musik, egal ob sie auf einem Dach in Brooklyn einen Song aufnehmen, durch die Stadt laufen oder auf einer Party sind, die Musik ist allgegenwärtig. Von As Time Goes By über Frank Sinatra und Stevie Wonder, es liegt so viel Musik in der Luft, man kann sie förmlich atmen und diese Liebe zur Musik, die man an vielen kleinen Details bemerkt, macht den Film so sehenswert. Auch wenn das Ungeschliffene von Once fehlt und vielleicht etwas zu viel Hollywood-Romantik im Spiel ist, ist der Film durchweg gelungen. Die Mischung von Hollywood und Indie funktioniert, New York ist wirklich schön in Szene gesetzt und die Musik, die man hier hören kann, tut ihr übriges. Der Film ist eine Liebeserklärung an die Musik und zugleich ein Abgesang auf die derzeitige Musikindustrie, den man sich in einer ruhigen Minute gerne anschauen kann.

Begin Again (2013)
Begin Again poster Rating: 7.4/10 (105,307 votes)
Director: John Carney
Writer: John Carney
Stars: James Corden, Keira Knightley, Mark Ruffalo, Hailee Steinfeld
Runtime: 104 min
Rated: R
Genre: Drama, Music
Released: 11 Jul 2014
Plot: A chance encounter between a disgraced music-business executive and a young singer-songwriter new to Manhattan turns into a promising collaboration between the two talents.

Meine Wertung: 8/10

Serienschau: Bloodline

nbIn letzter Zeit hört man immer wieder, dass Serien die neuen Filme sind. Waren Serienproduktionen früher von der Komplexität, Ausstattung und eigentlich allem, einfach nicht mit „richtigen“ Filmen zu vergleichen, hat sich das, nicht nur durch Netflix und Amazon, mittlerweile geändert und es werden bei Serien, fast schon höhere Gagen als beim Filmen gezahlt. Und auch die Art der Serienerzählung hat sich geändert, der Zuschauer erhält immer seltener Woche für Woche eine neue Geschichte, sondern in immer mehr Fällen eine durchgehende Geschichte, vergleichbar mit einem mehrteiligen Film.

Dazu beigetragen hat natürlich auch eine neue Form des Serienguckens. Während das traditionelle Serienformat die Erzählung zerstückelt, in dem man Woche für Woche eine Folge ausstrahlt, hat man beim Online Streaming die Möglichkeit ganze Staffeln an einem Tag durchzugucken, neudeutsch heißt das Bingewatching. Dementsprechend kann man natürlich wesentlich komplexeren Geschichten erzählen und Spannungsbögen über mehrere Episoden ziehen. Netflix ist hier sicherlich ein Vorreiter, der seine selbst produzierten Serien (House of CardsMarco Polo, Daredevil) beim Staffelstart komplett ins Netz stellt und so bei Hardcoreserienjunkies für schlaflose Nächte sorgt.

Mit Bloodline hat Netflix nun eine weiter sehenswerte Serie produziert. Eine Familiengeschichte, die damit beginnt, dass das schwarze Schaf der Familie nach Hause kommt und eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen in Gang setzt. Als Kulisse dienen die Florida Keys in denen die Familie Rayburn ein malerisches Feriendomizil besitzt. Eigentlich sieht alles paradiesisch aus weiße Strände, Blaues Meer, aber natürlich trügt der erste Schein. Die Familie verbindet ein dunkles Ereignis aus der Vergangenheit, das im Laufe der Serie durch Rückblenden erzählt wird. Und wie das so ist mit Sachen aus der Vergangenheit die am liebsten alle vergessen würden, es wird nie darüber gesprochen, alle fühlen sich schuldig und am Ende eskaliert es. Aber, wer will auch schon eine Serie über eine glückliche Familie an idyllischen Stränden sehen? Denn genau von diesem Gegensatz, zwischen malerischer Kulisse und zerrissenem Familienglück, lebt die Serie. Es gelingt ihr eine ähnlich dichte Atmosphäre wie bei True Detective zu schaffen, bei der man das Gefühl hat, das die Hitze, die über den Florida Keys liegt, nicht am Bildschirmrand aufhört. Man wird hineingezogen in einen Mix aus Krimi, Thriller und Familiendrama, bei dem die Katastrophe vorprogrammiert, weil unausweichlich, scheint. Aber gut, ich möchte hier nicht zu viel verraten, außer, dass Bloodline in eindrucksvollen Bildern eine spannende Geschichte erzählt, bei der man mehr als einmal mit seinen Sympathien zwischen den Charakteren hin und her schwankt.

Meine Wertung: 8/10 (1.Staffel)

Bloodline (2015–)
Bloodline poster Rating: 8.2/10 (27,760 votes)
Director: N/A
Writer: Glenn Kessler, Todd A. Kessler, Daniel Zelman
Stars: Kyle Chandler, Linda Cardellini, Norbert Leo Butz, Jacinda Barrett
Runtime: 60 min
Rated: TV-MA
Genre: Drama, Thriller
Released: 20 Mar 2015
Plot: A family of adult siblings find that their past secrets and scars are revealed when their black sheep of a brother returns home.

Einer der wenigen Wermutstropfen, wenn man denn unbedingt ein Haar in der Suppe suchen will, ist, das es eine schwedische Serie gibt, die eine ziemlich ähnliche Thematik hat, diese heißt Blutsbande (orig.: Tjockare än vatten, eng.: Thicker Than Water). Gut bei den Amerikanern gibt es 4 Geschwister, bei den Schweden nur 3. Aber beide haben ein Familenhotel, ein Erbe um das es sich zu streiten lohnt, verlorene Söhne, schreckliche Mütter und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit. Leider findet man zu den Ähnlichkeiten der beiden Serien im Netz nicht viel. Ich gehe davon aus, dass die meisten Amerikaner nicht mal wissen, dass es Schweden überhaupt gibt und so ist auch nicht mit Sicherheit zu sagen, wer hier von wem sich hat inspirieren lassen. Doch zumindest die Daten der Erstausstrahlung (Bloodline: 20.03.2015, Blutsbande: 27.01.2014) legen Nahe, das die amerikanischen Serienschöpfer die schwedische Serie als Vorlage genommen haben. Das wäre ja auch nicht das erste Mal, siehe z.B. Homeland, dass eine Neuauflage der israelischen Serie Hatufim ist, und es bedeutet ja auch nicht, das die Kopie deswegen künstlerisch weniger wertvoll ist, oft ist diese ja sogar besser als das Original. Aber es bleibt ein fader Beigeschmack, der die Begeisterung etwas trübt, vor allem weil es nirgendwo einen Verweis auf das vermeintliche Original gibt.

Thicker Than Water (2014–)
Thicker Than Water poster Rating: 7.1/10 (269 votes)
Director: N/A
Writer: Henrik Jansson-Schweizer
Stars: Joel Spira, Björn Bengtsson, Aliette Opheim, Jessica Grabowsky
Runtime: 58 min
Rated: N/A
Genre: Drama
Released: 27 Jan 2014
Plot: N/A

weiterführende Links: