Schlatterblog Stuff by schlatterboy

11Sep/111

Waters – Die Nachfolger von Port O’Brien

Zu einem der traurigsten Momente gehört es, wenn sich eine Lieblingsband auflöst, wenn es definitiv wird, das kein weiteres Album oder Konzert mehr kommen wird. Umso schöner ist es, wenn der Geist der alten Band in ein neues Projekt gerettet wird und somit weiterlebt, mit seiner neuen Band Waters, die das Nachfolgeprojekt von Port O'Brien ist, gelingt dies Van Pierszalowski. Der ein bisschen an Kurt Cobain erinnerte Frontsänger sammelt ein mal mehr talentierte Musiker um sich und wagt einen weiteren musikalischen Neuanfang. Es durfte wohl als kein gutes Zeichen gewertet werden, das die letztjährige Europatournee Port O'Briens nicht in der Stammbesetzung stattfand, traurige Gewissheit erlangte man als Sie im Mai 2011 auf  ihrer Facebookseite das Ende der Band bekannt gaben, doch da jedes Ende auch ein Anfang ist, war dies der Beginn von Waters.

Auch wenn das Tempo der Songs schneller und die Stimmung etwas chaotischer geworden ist, so fühlt man sich als Port O'Brien Fan in den Waterssongs auf dem großartigen Debutalbum Out in the Light sofort zu Hause und wird so, zumindest ein bisschen, mit der Trennung Port O'Briens versöhnt. Die irgendwo zwischen Nirvana und Coldplay anzusiedelnden Songs nehmen einen einmal mehr mit auf eine musikalische Reise, die von energiegeladenen Rocksongs bis melancholische Singer/Songwriter Balladen alles zu bieten hat was eine moderne Alternative Band ausmacht. Allein der erste Song "For the One" ist ein richtiges Meisterwerk, das mit jedem Hören an Größe gewinnt und das ganze Potential aufzeigt, was in dieser Band steckt, grandioser schnörkelloser Rock getragen von der ausdrucksvollen Stimme Van Pierszalowskis. Natürlich ist Waters nicht Port O'Brien, doch bleiben altbekannte Thematiken wie das Meer, als verbindendes Element zwischen den Bands erhalten, ganz nach dem Motto: "Alles anders und doch gleich". Wer das Album hören will kann dies nach Anmeldung bei Simfy kostenfrei tun oder es einfach bei Amazon erwerben um so die Band unterstützen, damit nicht eine weitere gute Band zum Scheitern verurteilt ist.

Wer noch mehr Infos zu Waters haben will sollte hier alles bekommen:

2Apr/111

Efterklang “An island” – Online Global Screening eines Meisterwerks

Gestern Abend war ich auf einem der letzten 1178 private-public Screenings des Films "An Island" von Vincent Moon, der mit Hilfe der dänische Band Efterklang eine der besten Musikdokumentationen schuf die ich je gesehen habe.

Im Grunde ist es ein 50 minütiges Musikvideo, ist es doch die Vertonung des Albums Magic Chairs, das scheinbar keine große Handlung, aber doch einen großen Zusammenhang hat: Die Musik. Sie steht im Zentrum und steckt in jedem Detail, egal ob das Geräusch eines Regentropfen oder einer Feder eingefangen wird oder Efterklang mit anderen Musikern ein Lied in einer kleinen Scheune oder in einer Aula singen, die Musik ist das zentrale Element was diesen Film trägt.

Vincent Moon findet genau die richtigen Bilder, die die melancholisch elektronische Musik untermalen und nicht stören. Es ist keine Dokumentation einer Tour mit geheimen Einblicken in den Tourbus oder die Künstlergarderobe, es gibt kein Gekünstel, keine Show, keine Affektiertheit. So rein wie die Musik, so natürlich sind die Bilder und diese audiovisuelle Authentizität zeichnet "An Island" aus. Das perfekte Zusammenspiel aus Ton und Bild nimmt einen mit auf eine Reise in die Kindheit der Band auf der zauberhaften dänischen Insel Als und es erscheint einem wie im Traum. Der Anfangs sehr experimentelle Film findet spät, aber dann doch noch ins Konkrete und sollte so auch nicht so experimentierfreudige Zuschauer ansprechen und sie motivieren durchzuhalten.

The objective was to shoot a film. A film with the same length as an album, and a film full of performances, experiments and collaborations. 
Over an intense period of 4 days Efterklang collaborated with more than 200 local musicians, kids and their own parents, creating new performances and interpretations of songs from their album Magic Chairs (4AD, Rumraket 2010).

Alle, die die Screenings verpasst haben oder die ihn noch einmal sehen wollen, können den Film die nächste Woche auf pitchfork.com noch online sehen. Da der Film aber unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-Share Alike 3.0 License steht, gehe ich davon aus, dass er jetzt, wo die Screenings vorbei sind, bald auch als freier Download bereitgestellt wird und/oder gegen eine kleine Spende auf DVD erworben werden kann.

Für alle die noch mehr wissen wollen, gibt es ein sehr lesenswertes Interview auf detektor.fom. Wen der Teaser auf den Geschmack gebracht hat, kann sich hier nun der ganze Film ansehen, der aber nur eine Woche zu sehen ist:

16Mrz/114

Musik liegt in der Luft – Simfy, das neue Last.fm?

Musik ist für den ein oder anderen ein bisschen mehr als nur das Radio anzuschalten und sich von den immer gleichen Lieder immer und immer wieder bedudeln zu lassen. Manche zelebrieren noch den Akt des Musik hörens und sind dabei immer auf der Suche nach der nächsten guten Band. Wenn das ganze kostenlos und legal von statten gehen sollten, dann war dafür bis jetzt Last.fm gut geeignet, suchte es doch persönliche Empfehlungen auf Grund der bis dato gehörten Lieder heraus und auch bei der Frage, "und was hörst du so ?" konnte man stehts darauf zurückgreifen, was vor allem bei großen Musiksammlungen ein unschätzbarer Vorteil ist. Doch hat der Musikdienst einen entscheidenden Nachteil, wenn ich einfach nur ein Album hören will, wie z.B. den Tron Soundtrack oder das neue Album von R.E.M, dann ist dies nicht möglich. Ich kann zwar meine oder die Musiksammlung eines Freundes zufällig durchhören oder das Künstlerradio einer Band spielen, bei dem aber vornehmliche ähnliche und nicht die gewünschte Band gespielt wird, doch ich kann nicht sagen, ich will jetzt diese eine Band hören. Und dieser Umstand ist es, der mich auf Simfy brachte.

Ja Simfy ist in seinem Funktionsumfang etwas limitierter, gibt es doch nicht die zahlreichen Informationen zum Künstler und umfangreichen Statistiken über die Hörgewohnheiten, allerdings macht Simfy sein Kerngeschäft, das Musik hören, wesentlich besser und natürlich kann man seine Lieder weiterhin an Last.fm scrobbeln und so beide Vorteile nutzen. Simfy funktioniert wirklich wie eine große Online Musikbibliothek, also wenn ich Mando Diao hören will, dann kann ich auch Mando Diao hören und selbst kleinere Bands wie Alin Coen sind vertreten. Man kann Playlisten erstellen, Lieder lieben und vor allem Musik hören. Es gibt einige Premiumfeautres die für knapp 9 € im Monat etwas happig sind, doch außer dass einige Lieder nur für Premiumuser verfügbar sind, Warner Music sei hier "löblich" erwähnt, werden die meisten diese Features, wie z.B. die mobile App, wohl nicht brauchen.

Und auch wenn es klingt, als würde ich für den Artikel bezahlt werden, was ich leider nicht werde, so bin ich doch von Simfy begeistert und nutze es fast täglich.

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25Jan/111

Video der Woche: The XX – Crystalised und Gorrillaz Cover

Da ich erst letzte Woche zum ersten mal mit den XX in Berührung gekommen bin, folgt nun zwangsweise das Video mit dem ich auf sie, wie so viele andere vor mir, aufmerksam wurde. Klar sind sie heute nicht mehr so unbekannt wie ich es gerne hätte, um sagen zu können: "Ich habe sie entdeckt und fand sie schon immer toll, aber seit dem sie so ein Kommerzscheiß machen finde ich die nicht mehr toll." Aber auch so kann ich damit ganz gut leben. Sicher sehen sie irgendwie wie 16 Jährige Emo-Psychos aus, denen kurz vorm Videodreh gesagt wurde, dass sie niemals Erfolg haben würden, aber wer braucht schon atemberaubende sexy action Videos, wenn er sich einfach 4 Minuten von einem Beamer anstrahlen lassen kann? Ihr Sound allein reicht um einen auf eine Reise mitzunehmen. Und wenn Shakira auf einem Konzert vor 50 000 Menschen The XX covert oder die Gorrillaz ein Accoustic Cover des Songs machen, dann bin ich schon etwas beeindruckt, vor allem da es sich um das erste Album der Band handelt. Ich hoffe ihr könnt dem vielleicht auch etwas abgewinnen:

10Okt/102

Video der Woche: WTF-Collection – Jon Lajoie

Jon Lajoie ist für einige sehr witzige Videos bekannt, von denen sicherlich das ein oder andere auch noch seinen Weg hier her finden wird, hier ist eins in dem er über einige Rapper und deren Image herzieht:

(via Meta)

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6Sep/100

Two Wooden Stones: “A Genesis” – Record Release Livekonzert

Es passiert nicht oft, dass man das Gefühl hat zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, meist ist eher das Gegenteil der Fall, doch letzten Samstagabend war einer dieser Momente, an denen man froh war genau jetzt, hier an diesem Ort zu sein, es war einer dieser Abende, den man wohl nicht so schnell vergisst und ich denke ich spreche für die meisten Anwesenden, wenn ich mich für den grandiosen Auftritt bei der Band Two Wooden Stones bedanke.

So schrieb ich am 08. Juni 2009 über den ersten Auftritt den ich von Two Wooden Stones sah und auch diesmal will ich wieder so beginnen. Es hat sich viel getan in diesem Jahr für Two Wooden Stone, denn es wurde das erste Album "A Genesis", das man bei den Auftritten und demnächst auch Online erwerben kann, zelebriert. Und auch der Auftritt der am 04.09.2010 im Horns Erben in Leipzig stattfand, war wiedermal ein großartiger. Die Folk und Accoustic Band die mittlerweile mit zahlreiche Auftritte in Leipzig, z.B. auf dem "LE City Crash Festival" oder in Berlin im "Schokoladen" begeisterte und sich eine solide Fanbasis erspielte, steckt voller Energie, die einen bei den ergreifenden Liveauftritten mitreißt und auch auf dem Album, das zwar insgesamt etwas ruhiger ist, sehr gut rüberkommt. Der musikalischen Schublade entzieht sich die Band gekonnt, ist ihre Stilrichtung doch etwas schwierig zu beschreiben, so prägen sie ihren sehr eigenen Stil, Analogsoul versuchte das in Worte zu fassen:

irgendwo zwischen soul und akustikrock, irgendwo zwischen singersongwriter und blues. immer unglaublich erdig und warm. tolle stimme, tolle arrangements. (Analogsoul)

Die internationale Band die aus dem gebürtigen Franzosen Shélhôm (Gesang, Gitarre), dem Deutschen Jochen Eberle (Schlagzeug), dem Italiener Matteo Roggero (Kontrabass) und mittlerweile dem Deutschen Torsten Schroth (Melodica) besteht, was bei der LVZ für einige Verwirrung sorgte, und in Leipzig gegründet wurde, lebt so von den zahlreichen Einflüssen der verschiedenen Kulturen. So finden sich z.B. klassischen Texte englischer Literatur des 18. und 19. Jh. in ihren Texten sowie sehr Jazz- , Rock- und Poplastige Lieder nebeneinander wieder, doch statt zerstückelt zu wirken ergibt alles ein großes Ganzes mit einem sehr stimmigen Sound, der von der außergewöhnlichen Stimme des Frontmannes Shélhôms getragen und von virtuosem Instrumentalspiel untermalt wird. Die hölzernen Steine haben mit den Framebrothers einen aufstrebenden Medienpartner an ihrer Seite, die z.B. durch ihr Video Membrain Aufmerksamkeit erregten und u.a. einige Videoclips für die Band produzierte und auch den Auftritt per Ustream live in alle Welt übertrugen, sodass man sich den Auftritt auch jetzt noch ansehen kann und ich kann allen nur empfehlen dies zu tun, die Qualität ist nicht wirklich atemberaubend aber es kommt doch zumindest ein Teil der guten Stimmung rüber. Kann ich nur empfehlen.

16Jun/103

Once – Ein Film über Musik zum verlieben

Auch wenn die Überschrift etwas kitschig daherkommt und der Film von der Liebe zur Musik handelt, ist der Film alles andere als kitschig. Selten habe ich einen so authentischen Film gesehen, der höchstens noch mit Before Sunrise/Sunset zu vergleichen ist, aber sonst fallen mir kaum Vergleiche ein.

Worum geht es: Der Film handelt von einem Straßenmusiker (Glen Hansard) und seiner Begegnung mit einer Pianistin (Markéta Irglovázu). Die beiden Namenlosen, im Abspann lediglich als "The Guy" und "The Girl" bezeichnet, sind zwar durch ihre Vergangenheit an andere Menschen gebunden, verleben einen wunderbare Zeit zusammen. Stück für Stück erhält man immer mehr Einblicke in das jeweilige Leben der Beiden und die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, auch unterstützt durch die gute schauspielerische Leistung der Protagonisten. Es ist weder wichtig, wo die Charaktere herkommen, noch wie sie heißen, wichtig ist nur, dass sie zu dieser Zeit an diesem Ort sind.

Once

Once (2006)

Cast: Glen Hansard, Markéta Irglová, Hugh Walsh

Director: John Carney

Writer: John Carney

Runtime: 85 minutes

Genre: romance, music, drama

Trailer Once

Meine Wertung: 9/10

Worum geht es wirklich: In Dogmamanier entstand nur mit Handkamera und natürlichem Licht einer der wunderbarsten und natürlichsten (Musik/Liebes-)Filme der letzten Jahre, der vorallem von (der Liebe zur wirklich wunderbaren) Musik lebt, die von den beiden Hauptdarstellern, meist Glen Hansard, selbst geschrieben wurde. Außerdem geht es darum, dass man manchmal Menschen trifft die einen im Leben weiterbringen und sei es dadurch, das sie einem dabei helfen sich irgendwann seiner Vergangenheit zu stellen um weitermachen zu können

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