Schlatterblog Stuff by schlatterboy

15Mrz/120

Ok Go “Needing/Getting” – die Videoverrückten

Über Videos zu bloggen ist immer ein bisschen sinnlos, da diese heute so schnell geliket und via Facebook und Konsorten so schnell verbreitet werden, dass man kaum mit dem Tippen hinterherkommt. Allerdings will ich euch der Vollständigkeit halber trotzdem auf das folgende Video der Band OK Go aufmerksam machen. Das die Jungs für ihre außergewöhnlichen Videos bekannt sind, ist nichts neues, spätestens seit ihrem Rube-Goldberg-Maschinen-Video sind sie wohl den meisten ein Begriff.

Aber nun zum neuen Video der Band, zum Song Needing/Getting vom Album "Of The Blue Colour Of The Sky" ließen sie sich mal wieder etwas eher ungewöhnliches einfallen. Hier wurde auf einer Strecke von über 3 km verschiedenste Musikinstrumente oder sagen wir lieber Gegenstände die Töne produzieren aufgebaut. Von Klavieren und Gitarren, die man getrost zu den konventionellen Musikinstrumenten zählen darf, über Fässer die mit Drahtseilen bespannt sind, die gemeinhin eher zu den unkonventionellen Musikinstrumenten gezählt werden, bis hin zu einem simplen Holzbrett an dem man mit einem einfachen Stock langfährt, was eher seltener als Musikinstrument Verwendung findet, in allem steckt Musik. Achja, gespielt werden die Instrumente nicht etwa wie man annehmen könnte mit der Hand, sondern mit einem etwas umfunktionierten Chevrolet Sonic. 4 Monate Vorbereitung und 4 Tage Drehzeit nahm das Projekt in Anspruch bei dem ein wirklich außergewöhnliches Musikvideo herauskam. Seht es euch einfach an, wer missen will dem empfehle ich auch noch das zweite Video, dieses bietet ein paar Hintergrundinformationen zu den Dreharbeiten.

P.S: Man kann die Version des Songs sogar kostenlos und legal auf der Facebookseite der Band herunterladen, natürlich muss man sie dafür liken.

11Sep/111

Waters – Die Nachfolger von Port O’Brien

Zu einem der traurigsten Momente gehört es, wenn sich eine Lieblingsband auflöst, wenn es definitiv wird, das kein weiteres Album oder Konzert mehr kommen wird. Umso schöner ist es, wenn der Geist der alten Band in ein neues Projekt gerettet wird und somit weiterlebt, mit seiner neuen Band Waters, die das Nachfolgeprojekt von Port O'Brien ist, gelingt dies Van Pierszalowski. Der ein bisschen an Kurt Cobain erinnerte Frontsänger sammelt ein mal mehr talentierte Musiker um sich und wagt einen weiteren musikalischen Neuanfang. Es durfte wohl als kein gutes Zeichen gewertet werden, das die letztjährige Europatournee Port O'Briens nicht in der Stammbesetzung stattfand, traurige Gewissheit erlangte man als Sie im Mai 2011 auf  ihrer Facebookseite das Ende der Band bekannt gaben, doch da jedes Ende auch ein Anfang ist, war dies der Beginn von Waters.

Auch wenn das Tempo der Songs schneller und die Stimmung etwas chaotischer geworden ist, so fühlt man sich als Port O'Brien Fan in den Waterssongs auf dem großartigen Debutalbum Out in the Light sofort zu Hause und wird so, zumindest ein bisschen, mit der Trennung Port O'Briens versöhnt. Die irgendwo zwischen Nirvana und Coldplay anzusiedelnden Songs nehmen einen einmal mehr mit auf eine musikalische Reise, die von energiegeladenen Rocksongs bis melancholische Singer/Songwriter Balladen alles zu bieten hat was eine moderne Alternative Band ausmacht. Allein der erste Song "For the One" ist ein richtiges Meisterwerk, das mit jedem Hören an Größe gewinnt und das ganze Potential aufzeigt, was in dieser Band steckt, grandioser schnörkelloser Rock getragen von der ausdrucksvollen Stimme Van Pierszalowskis. Natürlich ist Waters nicht Port O'Brien, doch bleiben altbekannte Thematiken wie das Meer, als verbindendes Element zwischen den Bands erhalten, ganz nach dem Motto: "Alles anders und doch gleich". Wer das Album hören will kann dies nach Anmeldung bei Simfy kostenfrei tun oder es einfach bei Amazon erwerben um so die Band unterstützen, damit nicht eine weitere gute Band zum Scheitern verurteilt ist.

Wer noch mehr Infos zu Waters haben will sollte hier alles bekommen:

2Apr/111

Efterklang “An island” – Online Global Screening eines Meisterwerks

Gestern Abend war ich auf einem der letzten 1178 private-public Screenings des Films "An Island" von Vincent Moon, der mit Hilfe der dänische Band Efterklang eine der besten Musikdokumentationen schuf die ich je gesehen habe.

Im Grunde ist es ein 50 minütiges Musikvideo, ist es doch die Vertonung des Albums Magic Chairs, das scheinbar keine große Handlung, aber doch einen großen Zusammenhang hat: Die Musik. Sie steht im Zentrum und steckt in jedem Detail, egal ob das Geräusch eines Regentropfen oder einer Feder eingefangen wird oder Efterklang mit anderen Musikern ein Lied in einer kleinen Scheune oder in einer Aula singen, die Musik ist das zentrale Element was diesen Film trägt.

Vincent Moon findet genau die richtigen Bilder, die die melancholisch elektronische Musik untermalen und nicht stören. Es ist keine Dokumentation einer Tour mit geheimen Einblicken in den Tourbus oder die Künstlergarderobe, es gibt kein Gekünstel, keine Show, keine Affektiertheit. So rein wie die Musik, so natürlich sind die Bilder und diese audiovisuelle Authentizität zeichnet "An Island" aus. Das perfekte Zusammenspiel aus Ton und Bild nimmt einen mit auf eine Reise in die Kindheit der Band auf der zauberhaften dänischen Insel Als und es erscheint einem wie im Traum. Der Anfangs sehr experimentelle Film findet spät, aber dann doch noch ins Konkrete und sollte so auch nicht so experimentierfreudige Zuschauer ansprechen und sie motivieren durchzuhalten.

The objective was to shoot a film. A film with the same length as an album, and a film full of performances, experiments and collaborations. 
Over an intense period of 4 days Efterklang collaborated with more than 200 local musicians, kids and their own parents, creating new performances and interpretations of songs from their album Magic Chairs (4AD, Rumraket 2010).

Alle, die die Screenings verpasst haben oder die ihn noch einmal sehen wollen, können den Film die nächste Woche auf pitchfork.com noch online sehen. Da der Film aber unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-Share Alike 3.0 License steht, gehe ich davon aus, dass er jetzt, wo die Screenings vorbei sind, bald auch als freier Download bereitgestellt wird und/oder gegen eine kleine Spende auf DVD erworben werden kann.

Für alle die noch mehr wissen wollen, gibt es ein sehr lesenswertes Interview auf detektor.fom. Wen der Teaser auf den Geschmack gebracht hat, kann sich hier nun der ganze Film ansehen, der aber nur eine Woche zu sehen ist:

16Mrz/114

Musik liegt in der Luft – Simfy, das neue Last.fm?

Musik ist für den ein oder anderen ein bisschen mehr als nur das Radio anzuschalten und sich von den immer gleichen Lieder immer und immer wieder bedudeln zu lassen. Manche zelebrieren noch den Akt des Musik hörens und sind dabei immer auf der Suche nach der nächsten guten Band. Wenn das ganze kostenlos und legal von statten gehen sollten, dann war dafür bis jetzt Last.fm gut geeignet, suchte es doch persönliche Empfehlungen auf Grund der bis dato gehörten Lieder heraus und auch bei der Frage, "und was hörst du so ?" konnte man stehts darauf zurückgreifen, was vor allem bei großen Musiksammlungen ein unschätzbarer Vorteil ist. Doch hat der Musikdienst einen entscheidenden Nachteil, wenn ich einfach nur ein Album hören will, wie z.B. den Tron Soundtrack oder das neue Album von R.E.M, dann ist dies nicht möglich. Ich kann zwar meine oder die Musiksammlung eines Freundes zufällig durchhören oder das Künstlerradio einer Band spielen, bei dem aber vornehmliche ähnliche und nicht die gewünschte Band gespielt wird, doch ich kann nicht sagen, ich will jetzt diese eine Band hören. Und dieser Umstand ist es, der mich auf Simfy brachte.

Ja Simfy ist in seinem Funktionsumfang etwas limitierter, gibt es doch nicht die zahlreichen Informationen zum Künstler und umfangreichen Statistiken über die Hörgewohnheiten, allerdings macht Simfy sein Kerngeschäft, das Musik hören, wesentlich besser und natürlich kann man seine Lieder weiterhin an Last.fm scrobbeln und so beide Vorteile nutzen. Simfy funktioniert wirklich wie eine große Online Musikbibliothek, also wenn ich Mando Diao hören will, dann kann ich auch Mando Diao hören und selbst kleinere Bands wie Alin Coen sind vertreten. Man kann Playlisten erstellen, Lieder lieben und vor allem Musik hören. Es gibt einige Premiumfeautres die für knapp 9 € im Monat etwas happig sind, doch außer dass einige Lieder nur für Premiumuser verfügbar sind, Warner Music sei hier "löblich" erwähnt, werden die meisten diese Features, wie z.B. die mobile App, wohl nicht brauchen.

Und auch wenn es klingt, als würde ich für den Artikel bezahlt werden, was ich leider nicht werde, so bin ich doch von Simfy begeistert und nutze es fast täglich.

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14Feb/111

Flattr im realen Leben

Im Internet stellt sich immer die Frage der Bezahlung, Internetauftritte kosten Zeit und Geld und sind doch meist kostenlos abrufbar. Darum ist man als Betreiber einer Webseite immer auf der Suche nach neuen Bezahlmöglichkeiten abseits von aggressiven Layer-ads, eine davon scheint sich mit Flattr gerade zu etablieren.
Die Idee dahinter ist die, das man monatlich einen Betrag bestimmt der geflattert werden soll. Um geflattert zu werden, kann jede Webseite einen Flattrbutton einbinden. Streift man nun durchs World Wide Web und findet etwas das einem hilft ein Problem zu lösen oder das einem gefällt, dann drückt man den Flattrbutton und unterstützt somit diese Seite. Je nachdem wie viele Seiten man in einem Monat geflattert hat, wird der Betrag durch diese Anzahl geteilt. Spendet man monatlich also 2 € und klickt auf 2 verschiedene Button, so ist jeder Klick 1€ wert.
Das Konzept finde ich persönlich sehr gut, ist es doch der allseits bekannte "I Like"-Button, nur mit Sinn, natürlich wird der normale Durchschnittsblogger davon nicht reich werden, aber um die laufenden Kosten zu decken kann es mitunter schon reichen.

Wie das ganze im richtigen Leben aussehen würde haben Agnes Lison (@aaglii) und Marcel-André Casasola Merkle (@zeitweise) in folgendem Projekt illustriert, welches ich passender weise  via Flattr über diesen Artikel fand:

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25Jan/111

Video der Woche: The XX – Crystalised und Gorrillaz Cover

Da ich erst letzte Woche zum ersten mal mit den XX in Berührung gekommen bin, folgt nun zwangsweise das Video mit dem ich auf sie, wie so viele andere vor mir, aufmerksam wurde. Klar sind sie heute nicht mehr so unbekannt wie ich es gerne hätte, um sagen zu können: "Ich habe sie entdeckt und fand sie schon immer toll, aber seit dem sie so ein Kommerzscheiß machen finde ich die nicht mehr toll." Aber auch so kann ich damit ganz gut leben. Sicher sehen sie irgendwie wie 16 Jährige Emo-Psychos aus, denen kurz vorm Videodreh gesagt wurde, dass sie niemals Erfolg haben würden, aber wer braucht schon atemberaubende sexy action Videos, wenn er sich einfach 4 Minuten von einem Beamer anstrahlen lassen kann? Ihr Sound allein reicht um einen auf eine Reise mitzunehmen. Und wenn Shakira auf einem Konzert vor 50 000 Menschen The XX covert oder die Gorrillaz ein Accoustic Cover des Songs machen, dann bin ich schon etwas beeindruckt, vor allem da es sich um das erste Album der Band handelt. Ich hoffe ihr könnt dem vielleicht auch etwas abgewinnen:

20Jan/111

Blogschau: Schnipselfriedhof.de – Behind Kloß und Spinne

Ich habe zwar dieses Weblog und bin bei Facebook, aber eigentlich bin ich sowas von Web 1.0, das gibts gar nicht. (Volker Strübing)

Wer letztens das Video von Kloß und Spinne gesehen hat, konnte dem vielleicht etwas abgewinnen, heute geht es nun um den Mann dahinter. Auf schnipselfriedhof.de erscheinen seit 2006 von Volker Strübing u.a. die formidablen Videos von Kloß und Spinne (jetzt auch als DVD erhältlich), selbst aufgenommene Fotos sowie interessante Geschichten aus dem Alltag. Meist sehr witzig und erfrischend geschrieben macht es Spaß sich durch den Blog des Autors, Filmemacher, Fotografen, Liedermacher und Poetryslammer zu klicken, dabei stolpert man über das ein oder andere interessante Fundstück, wie z.B.:

Vielleicht wird es vorher schon einen Kloß-und-Spinne-Film im Kino geben, ich hab ihn schon ganz genau vor Augen: 137 Minuten, nur eine einzige Einstellung und natürlich in 3D. In den ersten 135 Minuten passiert praktisch nichts. Kloß trinkt sein Bier, Norbert denkt mit geschlossenen Augen über die Welt nach und die Katze atmet. Dann kommt Spinne rein und sie reden noch zwei Minuten darüber, dass Filme heutzutage ja oft viel zu hektisch geschnitten und völlig überfrachtet sind. (Volker Strübing)

Und ich muss sagen, das fände ich mal einen mutigen Film, selten wird man einen so authentisch, wahrhaftig und realistischen Film gesehen haben. Selten wird ein Film mit so wenig so viel ausgedrückt haben, natürlich abgesehen von dem überbordenden 3D und den brutalen Actionsequenzen in denen Kloß todesmutig den Kampf mit dem Bier aufnimmt. Es würde die Filmlandschaft revolutionieren, würde es doch der alltägliche Action-Close-Up-Wahnsinn verdrängen, wer braucht schon Hollywood wenn er Strübywood kriegen kann? Aber genug der Fantasterei, natürlich gibt es auch abseits von Kloß und Spinne viel zu entdecken. Zum Beispiel interessante Einsichten in die Deutsche Bahn:

Bahncard50, die: Plastikkärtchen im Scheckkartenformat, das den besitzer zum Erwerb von Fahrkarten zum regulären Preis berechtigt. Nichtbesitzer zahlen das Doppelte. Sympathisch ist die augenzwinkernde Selbstironie, mit der die Deutsche Bahn darauf beharrt, den doppelten Fahrpreis als normalen und den BC50-Tarif als „halben“ Fahrpreis zu bezeichnen. (Volker Strübing)

Auch nachdenkliches findet sich auf dem Blog, etwa eine Seblstreflektion zum schlechten Gesichtsgedächtnis, das er mit einer krassen Geschichte belegt, die einem fast unglaubhaft vorkommt:

Eines Abends, es war sehr voll und ich drängelte mich fünf Minuten vor Beginn der Show zur Bar durch, um irgendetwas mit dem Licht oder dem Ton zu klären, sprach mich eine Frau an. Sie kam mir vage bekannt vor, aber ich wusste einfach nicht, woher und wie gut ich sie kannte. Ich hatte damals gerade beschlossen, das Problem offensiv anzugehen und in solchen Fällen nachzufragen, statt es durch irgendwelches unverbindliches Rumhalloen und Undwiegehtsgeplapper zu überspielen.

Ich sage also: „Ah hi, ähm … entschuldige … woher kennen wir uns gleich nochmal?“
Die Frau schaut mich mit riesigen Augen an und sagt: „Ich bin deine Schwester!“ (Volker Strübing)

Das er mit mehr als "nur" mit Worten umgehen kann zeigen die folgenden Bilder, diese sind alle auf dem Blog zu finden: