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Serienschau: Mr. Robot

mIn Zeiten von Digitalisierung, NSA-Skandal und Anonymus, sollte man meinen, dass das Thema „Internet“ mittlerweile vollkommen ausgelutscht ist. Doch vielleicht ist grade dadurch, dass die Digitialisierung unaufhaltsam voranschreitet, das Thema nach wie vor präsent. Und so gibt es immer wieder neue Bücher, Filme und Serien die sich um dieses Thema drehen. Eine besonders gelungene davon ist Mr. Robot.

In der Serie geht es um den IT-Security Experten Elliot Alderson (Sam Melik), der bei seiner Arbeit mit dem, sehr an Anonymous erinnernden, Hackerkollektiv Fsociety in Kontakt kommt. Während er Anfangs Jagd auf die Hacker macht, muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er beim Kampf Fsocietys gegen den Konzern Evilcorp steht. Wie so oft ist es dabei ein schmaler Grat zwischen Genie und Wahnsinn und so leicht sich Elliot mit Computern tut, umso schwerer fällt ihm das „normale“ Leben. Und so verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Realität und Wahn, sodass man irgendwann kaum noch sagen kann, was real ist und was nicht. Dabei erzeugt die Serie eine unheimlich packende Atmosphäre, die einen stellenweise nicht los lässt und vollständig einsaugt, sodass Binge watching eigentlich Pflicht ist.

Die Serie wird in eindrucksvollen Bildern erzählt, mit stimmiger Musik unterlegt und vor allem Sam Melik glänzt in der Hauptrolle. Mr. Robot schafft es, sich wirklich authentisch mit dem Hackermilieu zu beschäftigen und gibt einen kleinen Einblick in den Wahnsinn der IT. Während IT-affine bei anderen Serien lediglich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können, wenn der dicke, verpickelte, Kaffeetrinkende „Hacker“ wie wild auf seiner Tastatur rumhämmert und nach 2 Sekunden die Firewall gehackt hat, können Sie sich bei Mr. Robot entspannt zurücklehnen. Hier scheint sich, zur Abwechslung mal, wirklich jemand mit der Thematik beschäftigt zu haben.

Mr. Robot ist eine rundum gelungen Serie, deren Zielgruppe natürlich die Digital Natives sind, doch Mr. Robot ist auch für Nicht-Nerds interessant, die aber ein gewisses Computerwissen mitbringen sollten, um die Serie auch voll zu genießen. Wer die Serie gucken will, kann bei Amazon Prime Video vorbeischauen, dort gibt es die 1. Staffel momentan im Stream.

Meine Wertung: 9/10 (1.Staffel)

Mr. Robot (2015–)
Mr. Robot poster Rating: 8.7/10 (200,036 votes)
Director: N/A
Writer: Sam Esmail
Stars: Rami Malek, Christian Slater, Carly Chaikin, Portia Doubleday
Runtime: 49 min
Rated: TV-MA
Genre: Crime, Drama, Thriller
Released: 24 Jun 2015
Plot: Follows Elliot, a young programmer working as a cyber-security engineer by day, and a vigilante hacker by night.

 

Lieber Slacktivism als gar kein vism

svaKritiker werden sagen Slacktivism (def.: Anteilnahme im Internet ohne großen Aufwand, z.B. Unterzeichnung einer Onlinepetition) beruhigt das Gewissen ohne etwas erreicht zu haben, denn mit einem Like ist noch niemandem geholfen, aus einem Click entsteht keine Revolution sagen sie. Aber man muss sich auch mal die Alternative betrachten. Die wenigstens Menschen gehen wirklich auf die Straße, engagieren sich für Flüchtlinge, zeigen Flagge gegen den xten Ableger von PEGIDA oder retten aktiv die Umwelt. Sicher wäre dies erstrebenswert und sinnvoll, aber so sieht die Realität leider nicht aus. Die Kritiker gehen von einer engstirnigen Definition des Begriffs Activism aus, bei denen der idealisierte Revoluzzer, gegen jeden Misstand auf die Straße geht und durch Sit-ins einen Umbruch herbeiführt. Doch beim Activism geht es auch darum Aufmerksamkeit für ein Problem zu generieren und man mag von Kony 2012 halten was man will, aber dieses Video wurden mehr als 100 Mio. mal angesehen.

Gefühlt verbringen die Generationen U30 222% ihrer Zeit im Internet, je jünger die Menschen desto mehr Zeit. Wie will man diese Generation anders erreichen als über das Internet und was spricht dagegen diese Masse (sinnvoll) zu nutzen? Sicherlich gibt es mehr als genug Beispiele, bei denen außer einem Shitstorm nichts weiter passierte. Doch gibt es auch zahlreiche gelungene Beispiele dafür, dass die Kraft des Internets (sinnvoll) genutzt werden kann. Crowdfunding wäre ein Beispiel, hier bedeutet ein Click oft die Realisierung eines Traumes, das unter den Ideen auch viel Ausschuss dabei ist, das ist halt so. Natürlich ist die ursprüngliche reine Form des Aktivismus richtig und wichtig, aber nicht jeder Slacktivism ist zum scheitern verurteilt oder per se schlecht. Eine zur Zeit empfehlenswerte Kampagne wäre die folgende Baumpflanz-Kampagne von Republic of Change, auch wenn jedem klar sein sollte, das man mit einem Baum nicht die Welt rettet. Aber egal ob nun Slack-, Click-, oder Activism, vielleicht hat es wenigstens ein zwei Menschen mehr dazu gebracht mehr über die (Um)welt nachzudenken, und das ist doch immer noch besser als gar kein vism:

Web

Bildquellen:

  • 1. Bild https://i.ytimg.com/vi/0EQFKKJBjwE/maxresdefault.jpg
  • 2. Bild http://sortable.com/wp-content/uploads/2012/04/The-rise-of-the-Slacktivist_1st-draft-01-1.jpg

Crowdfunding wird erwachsen

cf3„Noch nie war es so einfach an Geld zu kommen“, hört man immer wieder. Was Spammer schon vor langer Zeit für sich genutzt haben, entdecken nun auch immer mehr „Gründer“ für sich. Musste man früher auf die langwierige Suche nach Investoren quasi von Tür zu Tür gehen, und noch früher bei einer Bank Kredit beantragen, liegt heutzutage das Geld auf der Straße, genauer auf der Datenautobahn. Crowdfunding heißt das auf Neudeutsch, das liegt grad voll im Trend und mittlerweile hat bestimmt jeder mal davon gehört.

Man kann so ziemlich alles Crowdfunden: von KartoffelsalatSmartwatches, veganer Mode, über Filme, soziale Projekte, bis hin zu einem Projekt, das Crowdfunding noch bekannter machen will. Wie immer gibt es auf den Plattformen wie KickstarterIndiegogo oder Startnext nichts, was es nicht gibt. Es funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Jemand hat eine Idee, stellt diese auf einer Plattform vor, dabei legt er ein Finanzierungsziel fest und hofft, dass das Ziel in einem bestimmten Zeitraum erreicht wird. Wenn genug Menschen das Projekt finanziell unterstützen und so das Ziel erreicht wird, wird die Idee auch in die Tat umgesetzt, sonst nicht. Natürlich macht der Mensch nichts umsonst. Als Dankeschön für die Unterstützung das Projekts kriegt er eine Belohnung. Je nachdem, wie schnell und wie viel er spendet, reichen diese von einem einfachen Dankeschön der Entwickler per Mail, über das (verbilligte) Produkt selbst, bis hin zu einem 10er Pack der SuperPremiumDeluxePlatinVersion des Produkts inklusive Führung durch das Büro und anschließendem Candelightdinner mit den Gründern.

cf2Dabei spricht Crowdfunding gleich mehrere Grundbedürfnisse des Menschen an. Da wären zum einen das Schnäppchenjägergen: die ersten Unterstützer eines Projekts, sogenannte Early Birds, erhalten z.B. die neue Smartwatch zum halben Preis. Lediglich eine begrenzte Anzahl solcher Early Bird Angebote gibt es, sodass man bei besonders gefragten Projekten schnell sein muss „Nur solange der Vorrat reicht“. Wenn diese Angebote vergriffen sind, wird es schrittweise teurer. Zum anderen wird an das Gewissen appelliert oder das Gefühl erzeugt, wenn man das Projekt jetzt nicht unterstützt, dann wird es nie realisiert. Dementsprechend gibt es auch immer die Möglichkeit, die Projekte ganz ohne Gegenleistung zu unterstützen, einfach nur weil man daran glaubt und möchte, dass es realisiert wird. Doch egal aus welcher Motivationen man zu einem Unterstützer wird und egal mit was für einem kleinen Beitrag, das Gefühl an etwas großem Teilzuhaben und unter Umständen wirklich einen Unterschied zu machen, das kann einem keiner nehmen, und das ist der größte Trumpf des Crowdfundings.

Das klingt von der Theorie her wirklich alles super, denn es lassen sich so Sachen umsetzen, für die sich nie ein traditioneller Sponsor gefunden hätte. Doch in der Praxis funktioniert das natürlich nicht immer so einfach. Wenn man nicht grade wie Pebble mit seiner Smartwatch Rekorde bricht und in den ersten 49 Minuten 1 Millionen US$ Unterstützung erhält, besteht die Gefahr in der Vielzahl von Projekten unterzugehen. Wie so oft reicht eine gute Idee allein nicht aus. Gefühlt ist es das wichtigste ein gutes Produktvideo zu machen, bei dem 1-3 Gründer über das beste Projekt aller Zeiten sprechen und 1-2 Techniker kurz ihren Text aufsagen dürfen, das Ganze unterlegt mit einem emotional aufgeladenen Soundtrack, noch ein bisschen Videobearbeitung und fertig ist das „Bitte unterstützt uns Video“. Wenn das Projekt dann noch was mit IT zu tun hat, hat man eigentlich schon gewonnen, weil hier die Affinität zum crowdfunden wesentlich höher ist als bei Oma Gertrud, für die Internet noch Neuland ist. Hier zwei Beispielvideos:

Ist Crowdfunding also gut für alle? Wenn die eigene Kampagne erfolgreich ist eventuell. Man erhält alleine durch die Crowdfundingkampange eine gute Marketingkampagne, man kann mit einer garantierte Mindestabnahmemenge rechnen, erreicht neue Käuferschichten und die Kunden freuen sich über ihr Produkt, von dem sie selbst ein Teil sind. Allerdings gibt es auch genug Nachteile. Längst nicht jedes Projekt erreicht sein Finanzierungsziel und selbst wenn, eventuell verkalkuliert man sich und das Geld reicht doch nicht, außerdem wird nicht sofort an die Firmen ausgezahlt und die Plattform verlangt natürlich auch Gebühren, Verzögerungen in der Produktion und im Versand sind nahezu an der Tagesordnung, eine erfolgreiche Kampagne bietet keine Garantie auf reibungslose Abwicklung. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob er die Möglichkeiten des Crowdfunden nutzen will oder nicht.

Und weil man nicht über Crowdfunden schreiben kann, ohne etwas Werbung für ein paar laufender Kampagnen (Stand: 06.06.2015) zu machen, hier noch eine kleine sehr subjektive Auswahl an Projekten die ich momentan interessant finde:

Quellen:

Werstreamt.es?

wselIn Zeiten, in denen das legale Streaming endlich den Kinderschuhen entwächst, verliert man leicht den Überblick, was von welchem der zahlreichen Video on Demand Anbieter grade angeboten wird. Lizenzrechtliche Themen die dafür Sorgen, dass das Angebot immer wieder rotiert wird, machen es einem dabei nicht grade leichter. Es gibt zum Glück bessere Methoden, als bei jedem der zahlreichen Streaminganbieter einzeln nach dem gewünschten Film oder Serie zu suchen. Werstreamt.es bietet dafür eine komfortablere Möglichkeit, so kann man hier auf einem Blick sehen, wo der gesuchte Film momentan zur Verfügung steht. Die Metasuchmaschine unterstützt dabei alle für Deutschland relevanten Anbieter (Amazon, iTunes, Maxdome, Netflix, Watchever, Videoload, Sky Go, GooglePlay, MyVideo…).

Wenn man sich einen Account erstellt, kann man seine präferierten VoD Anbieter hinterlegen kann, um so auf der Suche nach einem interessanten Film auch wirklich nur die angezeigt zu bekommen, die für einen verfügbar sind. Außerdem kann man sich benachrichtigen lassen, wenn ein Film bei einem seiner Anbietern zur Verfügung steht. Neben der Website stehen auch Apps für Android und Apple zur Verfügung. Natürlich hat der Dienst noch Potential nach oben IMDB-Bewertungen, Watchlisten und auch die Mediatheken fehlen noch. Allerdings steht die einzige ernst zu nehmende Alternative justwatch.com noch am Anfang der Entwicklung, diese bietet zwar Watchlisten allerdings noch keine Apps. Unterm Strich führt momentan, für alle, die mehr als einen Streaming Dienst nutzen, an Werstreamt.es kein Weg vorbei:

wse

 

Konsumroboter wo man hinschaut

Ich möchte hier kein Pamphlet gegen Technik im allgemeinen oder Apple im speziellen halten. Jeder soll sich der Technik so hingeben wie er es für richtig hält, der eine mehr, der andere weniger. Doch hin und wieder ist es gut kurz innezuhalten und, wenn auch nur für einen kleine Augenblick, darüber zu reflektieren, was man mit der Technik oder Sie mit einem macht.

Zum Thema gibt es hier diesmal keine lange pseudowissenschaftliche Abhandlung, lediglich ein kurzes Video soll hier als Spiegel dienen. Das in diesem der Mensch durch Roboter dargestellt wird, das hat sicher nichts zu bedeuten. Es ist ja schließlich nicht so, als würden wir durch die Technik, die eigentlich uns immer ähnlicher werden sollte, selbst immer mehr zu Robotern. Und bitte hängt euch jetzt nicht an dem angebissenen Apfel auf, da könnte genauso gut ein Fenster, Pinguin oder <Symbol-hier-einfügen> stehen, aber das Wortspiel mit dem i funktioniert halt am besten.

 

(via stadt-bremerhaven.de)