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7Mrz/122

Oscarfilme “Bester Film” 1970 – 1979

Nun kommen wir zu den Preisträgern der 70-er, die endlich weniger Musicals und mehr echte Klassiker bereithalten auf die ich mich wirklich gefreut habe.

Die Oscarverleihung 1970 hat mit "Asphalt Cowboy (1969)" einen durchaus interessanten Preisträger. Die Geschichte des Joe Buck (Jon Voight), der mit nichts, als der Kunst der Liebe und einer Cowboymontur, versucht in New York sein Glück zu machen, ist keine typische "vom Tellerwäscher zum Millionär" Story. Ehrlich gesagt ist sie alles andere als typisch, wer dreht schon einen Film über einen Stricher. Angekommen in New York lernt er Rizzo, genial gespielt von Dustin Hoffman, kennen, der ihm auf den harten Straßen zu überleben hilft. Der Film, der durchaus interessante Ansätze hat, der aber mit teils verstörenden Rückblenden und ungeschönter Sexualität nichts für die entspannte Freitagabendunterhaltung ist, schnappt für mich völlig unverdient "Butch Cassidy and the Sundance Kid" die begehrte Trophäe weg. Butch and Sundance wäre wirklich ein verdienter Gewinner gewesen, nicht nur, weil er wohl eins der besten Filmenden aller Zeiten besitzt, sondern auch, weil er zu den Meilensteinen der Filmgeschichte zählt.

Midnight Cowboy

Midnight Cowboy (1969)

Cast: Dustin Hoffman, Jon Voight, Sylvia Miles

Director: John Schlesinger

Writer: James Leo Herlihy, Waldo Salt

Runtime: 113 minutes

Genre: drama

Trailer Midnight Cowboy

Patton ist ein klassischer Hollywoodkriegsfilm, wenn auch einer der besseren, der auf historischen Begebenheiten basiert und von General George S. Patton Wirken im 2. Weltkrieg handelt. Der strahlende, wenn auch starrköpfige, Held wird wirklich überzeugend von George C. Scott verkörpert. Für diese Performance erhielt er auch den Oscar als Hauptdarsteller, diesen lehnte er aber als erster Darsteller überhaupt ab. Die Eingangszene in der man nur den General und die überlebensgroße amerikanische Flagge sieht, ist wohl eine der berühmtesten Eingangsszenen überhaupt und zeigt die Richtung in die der Film geht. Hier wird der Krieg noch als edler Zweikampf zwischen klugen Köpfen gepriesen, vor allem durch die Geschichtsverbundenheit Pattons, der wohl auch zu Hannibals Zeiten ein guter General gewesen wäre, entsteht dieser Eindruck. Man könnte fast denken seine Soldaten ziehen nicht mit dem Panzer sondern mit dem Schlachtross in den Krieg. Aber von der allgegenwärtigen Glorifizierung mal abgesehen, ist es ein wirklich guter Kriegsfilm.

Patton

Patton (1970)

Cast: George C. Scott, Karl Malden, Stephen Young

Director: Franklin J. Schaffner

Writer: Edmund H. North, Francis Ford Coppola

Runtime: 170 minutes

Genre: war, drama, biography

Kommen wir nun zu "French Connection" oder dt.  "Brennpunkt Broklyn", der im Kriminalgenre durchaus Maßstäbe setzte. Gene Hackman als knallharter Polizist, der Dirty Harry Typ war damals wohl schwer in Mode, ermittelt im New Yorker Drogensumpf. Der durchaus spannende, wenn auch von Klischees geprägte, Film wartet am Ende mit einer wirklich legendären Verfolgungsjagd auf. Diese wurde in den folgenden Jahren oft kopiert aber nie erreicht, wie man so schön sagt. Das offenen Ende war wie geschaffen für eine Fortsetzung, sodass French Connection II nahezu vorprogrammiert war.

The French Connection

The French Connection (1971)

Cast: Gene Hackman, Fernando Rey, Roy Scheider

Director: William Friedkin

Writer: Edward M. Keyes, Howard Hawks

Runtime: 104 minutes

Genre: thriller, drama, crime

Nun kommen wir zum Pate, einem unumstrittenen und unerreichten Film der Filmgeschichte. Kaum ein Gangsterfilm hat wohl so viele Maßstäbe gesetzt wie dieser. Eine grandiose Performance von Marlon Brando, der sich die Wangen mit Taschentüchern ausstopfte um den markanten Tonfall zu erreichen. Eine unglaubliche Storrydichte, ist es ja die Verfilmung eines Romans von Mario Puzo, der auf einem nicht verfilmten Drehbuch basiert. Eine grandiose Filmmusik von Nino Rota. Und zahlreiche andere Superlativen könnte man über diesen Film erzählen. Definitiv ein Film, den man gesehen haben sollte.

The Godfather

The Godfather (1972)

Cast: Marlon Brando, Al Pacino, James Caan

Director: Francis Ford Coppola

Writer: Francis Ford Coppola, Mario Puzo

Runtime: 175 minutes

Genre: thriller, drama

Trailer The Godfather

Kommen wir nun von den Gangstern zu den Gaunern und Trickbetrügern. Robert Redford und Paul Newman unter der Regie von George Roy Hill, das gab es doch schon mal? Richtig und zwar bei Butch Cassidy und Sundance Kid (1969), einem mindestens genauso guten Film und weil das damals schon glänzend funktioniert hat, funktioniert es auch diesmal wieder prächtig. "Der Clou" handelt von zwei Trickbetrüger die einen gemeinsamen Freund rächen wollen und dazu einen Trick im Trick im Trick durchführen. Der Film überrascht einen auf Grund des unerwarteten Ende vor allem beim ersten mal, macht aber auch beim vierten und fünften mal noch Spaß. Der Film hat alles was man für einen guten Ganovenfilm braucht, sympathische Charaktere, eine ausgeklügelte Story, ein paar Bösewichte und viel Witz. Wer bei Inception die Übersicht verloren hat ist hier definitiv falsch, alle anderen können fleißig mitfiebern.

The Sting

The Sting (1973)

Cast: Paul Newman, Robert Redford, Robert Shaw

Director: George Roy Hill

Writer: David S. Ward

Runtime: 129 minutes

Genre: crime, comedy

"Der Pate 2" muss leider ohne Marlon Brando auskommen, kann dafür aber mit Robert de Niro aufwarten. Generell lebt er aber natürlich von allem was im ersten Teil aufgebaut wurde und hat es so recht schwer eigene Akzente zu setzen. Davon abgesehen aknüpft er aber ziemlich nahtlos an den ersten Teil an und setzt die Saga gelungen fort.

The Godfather: Part II

The Godfather: Part II (1974)

Cast: Al Pacino, Robert Duvall, Diane Keaton

Director: Francis Ford Coppola

Writer: Francis Ford Coppola, Mario Puzo

Runtime: 200 minutes

Genre: thriller, drama

Trailer The Godfather: Part II

Weiter im Klassikerprogramm, mit "Einer flog übers Kuckucksnest" reiht sich ein weiterer wirklich grandioser Film in die Reihe der guten Filme der 70-er ein. An Hand des eigentlich gesunden Jack Nicholson, der in die Nervenheilanstalt eingeliefert wird, wird das damalige System in Frage gestellt. Was ist für die Gesellschaft normal, was ist Wahn, wie geht man mit Leuten um, die sich nicht unterordnen wollen? Der Film der wahrlich mehr als genug Denkanstöße liefert wurde zum Teil mit echten Patienten gedreht wurde und besticht durch seine Authentizität. Jack Nicholson liefert eine wirklich grandiose schauspielerische Leistung ab und wird, wie auch seine Gegenspielerin die "böse" Oberschwester Louise Fletcher, zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnet.

One Flew Over the Cuckoo's Nest

One Flew Over the Cuckoo's Nest (1975)

Cast: Jack Nicholson, Louise Fletcher, William Redfield

Director: Milos Forman

Writer: Dale Wasserman, Ken Kesey

Runtime: 133 minutes

Genre: drama

Trailer One Flew Over the Cuckoo's Nest

Mit "Rocky" schrieb sich Sylvester Stallone die Rolle seines Lebens quasi selbst auf den Leib. Ein abgehalfterter Boxer, der zum Boxweltmeister wird, die Neuverfilmung des American Dream traf definitiv den Nerv der Zeit. Eine gute Mileustudie, die mit durchaus witzigen Dialogen, und einigen fliegenden Fäusten punkten kann, aber mit etwas viel Pathos beladen ist. Nichtsdestotrotz ein solides Sportlerdrama, wobei man auf einige Fortsetzungen durchaus hätte verzichten können.

Rocky

Rocky (1976)

Cast: Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young

Director: John G. Avildsen

Writer: Sylvester Stallone

Runtime: 119 minutes

Genre: sport, romance, drama

Trailer Rocky

Nun zum "Stadtneurotiker" von und wie soll es anders sein mit Woody Allen. Ich möchte voran schicken, dass ich generell kein Freund von nervigen Erzählern aus dem Off bin, nervigen überspannten Frauenzimmern kann ich auch nichts abgewinnen und ich mag eher selten Woody Allen Filme. Von daher hatte es der Film von Anfang an etwas schwer und bestätigte leider nur meine Erwartung. Wer Woody Allen Filme mag, wird auch diesen mögen, wer nicht, wird auch diesen nicht mögen.

Annie Hall

Annie Hall (1977)

Cast: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts

Director: Woody Allen

Writer: Marshall Brickman, Woody Allen

Runtime: 93 minutes

Genre: romance, comedy

Trailer Annie Hall

Beim letzten Film der Dekade "Die durch die Hölle gehen (1978)" spielt Robert de Niro großartig zusammen mit Christopher Walken und anderen Stars in diesem wirklich eindrücklichen Antikriegsfilm. An Hand der Freunde die sich in den Vietnamkrieg aufmachen um das Abenteuer Krieg hautnah zu erleben, wird das Lebensgefühl der damaligen Zeit, die Kriegsbegeisterung sowie die darauf folgende Desillusionierung, gut eingefangen. Ein Film der zwar nicht ganz an Apocalypse Now herankommt, der aber durchaus seine Momente hat.

The Deer Hunter

The Deer Hunter (1978)

Cast: Robert De Niro, John Cazale, John Savage

Director: Michael Cimino

Writer: Quinn K. Redeker, Deric Washburn

Runtime: 182 minutes

Genre: war, drama

Trailer The Deer Hunter

Damit wären die 70-er abgeschlossen, endlich ein paar wirkliche Klassiker, die auch heute nichts von ihrer Klasse verloren haben und deren Auswirkungen noch heute deutlich zu sehen sind. Wer die Übersicht über alle Oscarfilme sehen will, der sei an meinen ersten Beitrag verwiesen, die Punkte werden dort auch ab und zu aktualisiert.

Jahr Deutscher Titel Originaltitel Regisseur IMDB SP
1970 Asphalt-Cowboy Midnight Cowboy J. Schlesinger 8.0 4
1971 Patton - Rebell in Uniform Patton F. J. Schaffner 8.0 7
1972 Brennpunkt Brooklyn The French Connection W. Friedkin 7.9 8
1973 Der Pate The Godfather F.F. Coppola 9.2 9
1974 Der Clou The Sting G. R. Hill 8.4 9
1975 Der Pate - Teil 2 The Godfather Part 2 F. F. Coppola 9.0 7
1976 Einer flog über das Kuckucksnest One Flew over the Cuckoo's Nest M. Forman 8.8 9
1977 Rocky Rocky J. G. Avildsen 8.1 6
1978 Der Stadtneurotiker Annie Hall W. Allen 8.2 3
1979 Die durch die Hölle gehen The Deer Hunter M. Cimino 8.2 7

*SP = SchlatterPunkte

(Bild: Leo Reynolds via Flicker)

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Tags: , veröffentlicht unter: Filme, Oscar Kommentar schreiben
Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Mal was anderes: Ich würde es ja super bueno toll finden, wenn du mal GastautorInnen auf deinem Blog posten lässt. Im Moment denke ich da an JS, die sicherlich einiges zu berichten hat über ein schönes Land in den Bergen des Himalayahs….

  2. Ich werde die Frage weiterreichen, bis jetzt stieß so ein Vorschlag aber auf wenig Gegenliebe…


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