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16Mai/113

Digitaler Tempowechsel

Früher habe ich einfach drauf los geschrieben, habe Videos der Woche, Bilder oder Gutscheine gepostet, doch das will ich momentan nicht tun. Denn ich stelle mir immer öfter die Frage, ob es sich wirklich lohnt über eine Sache zu schreiben und ob das wirklich jemanden interessiert. Ich finde, dass sich diese Frage heutzutage viel zu wenig Leute stellen. Abgesehen vom täglichen Spam, an den man sich schon gewöhnt hat, bleibt man in Zeiten des digitalen Überinformationszeitalters von nervigen Statusmeldungen seiner "digitalen" Freunde auf Facebook, Studivz, [dein soziales Netzwerk hier] oder Twitter nicht verschont. Das das meiste von dem, was da in das weltweite Netz (auch www genannt) hinaus geschickt  wird, eigentlich gar keinen interessiert, ist dabei Nebensache. Musste man früher noch einen Leserbrief an eine Zeitung schreiben um Gehör zu finden, ist die Hemmschwelle um seine Meinung kundzutun heutzutage faktisch nicht existent. Hinz und Kunz haben ihren eigenen Blog und haben in Sekundenschnelle ihre Meinung zum Thema X/Y veröffentlicht und jeder der will kann twittern, das er sich grade auf dem Klo befindet. Machten sich früher Eltern darüber Gedanken, was ihre Kinder donwloadeten haben sie heute eher Angst vor dem, was sie uploaden, denn noch nie war es so einfach sinnlosen Scheiß mit der Welt zu teilen.

Ich spreche dem sozialen Netz nicht seinen Nutzen oder gar seine Daseinsberechtigung ab, macht es doch einfach Spaß sich mit Freunden über die vergangene Party auszutauschen, Sachen zu liken und miteinander im Kontakt zu bleiben, allein das exzessive unreflektierte Nutzungsverhalten gibt mir zu denken. Natürlich ist niemand gezwungen an dieser digitalen scheinheilo Welt teilzunehmen und hat jederzeit die Möglichkeit sich auszuklinken aus diesem digitalen Stress, doch fällt es in der zunehmenden Digitalisierung der Welt immer schwerer. Jeder hat seine Art um mit diesem Überangebot an Informationen umzugehen, eine radikale gibt es hier nachzulesen, wobei ich nicht finde, dass die Smartphones die Wurzel des Übels sind. Sicher geht es mit einem modernen mobilen Endgerät bedeutend schneller an der digitalen Müllhalde mitzuarbeiten, doch bedient noch immer der Benutzer das Handy und nicht andersherum.

Jedenfalls bleibt festzuhalten, das jeder sein digitales Tempo finden muss und selber für sich entscheiden muss, mit wem er was zu welchem Zeitpunkt teilen will.

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