Schlatterblog Stuff by schlatterboy

7Feb/096

Ein kleiner Nachtspaziergang

Also manchmal kann es ganz schön nervig sein auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein.

Ein Beispiel:

Gehen wir mal davon aus, man verbringt einen schönen Abend mit Freunden in der Fregestraße, im Waldstraßenviertel Leipzigs. Gehen wir weiter davon aus, man macht sich an einem Freitagabend 23:14 auf den Weg. Die Erste Haltestelle der Reise, wäre die Haltestelle der Linie 4 in der Feuerbachstraße. Dort würde die erste kleine Enttäuschung folgen, die Bahn fuhr 23:15, die nächste erst wieder in 30 Minuten. Gut würde man sich denken, das ist ja nicht so schlimm, am Waldplatz fahren ja noch 3 andere Bahnen.
Auf dem Weg zum Waldplatz, die Straße führt leider gerade drauf zu, würde man erst eine, dann zwei und ja, man mag es kaum glauben, auch die 3. Bahn einem vor der Nase wegfahren sehen. Ein Blick auf die Anzeigetafel würde einem verraten, in 25 Minuten kommt die nächste Bahn Richtung Heimat und man sieht würde sich fragen, warum kommen die Bahnen an einem Freitagabend im 30 Minutentakt und dann im 2 Minutenabstand zu einander? Gut würde man sich denken, dann läuft man halt bis zum Goerdelerring, dort müsste man bloß in die 9 steigen und nachhause fahren.
Gesagt getan, allerdings würde man, angekommen am Goerdelerring, an der Anzeigetafel sehen, dass diese erst in 20 Minuten kommen würde. Man würde also quer durch die Stadt zum Wilhelm-Leuschner-Platz laufen und auf 10 oder 11 hoffen, allerdings fährt die 10 zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. So würde in einem langsam die Erkenntnis reifen, vielleicht lauf ich ja den ganzen Weg, würde diese aber als absurd abtun.
Am Leuschner-Platz angekommen würde man sehen, dass die 11 leider auch erst in 17 Minuten kommt, die 9 sogar schon in 16 Minuten. Allerdings hätte man immer noch keine Musik, der Mp3-Player würde zuhause liegen, oder etwas zu lesen, wer nimmt schon ein Buch zum Spieleabend mit, dabei um sich die Zeit zu verkürzen, nicht mal das neue Handy nützt einem was, hat es doch ab Werk kein einziges Spiel drauf, sowas gehört verboten.
Gut würde man sich denken, dann kann man ja auch noch zum Bayerischen Bahnhof laufen. Dort angekommen würde man sehen, dass die 9 immer noch 11 Minuten braucht. Gut würde man sich denken, jetzt bin ich soweit gekommen, dann lauf ich den Rest auch nocht. Gesagt getan und man wäre vor der Bahn, in einer Laufzeit von unter einer Stunde endlich zu Hause.

Alles in allem wäre so ein kurzer Abendspaziergang nicht das schlechteste, man würde etwas von Leipzig bei Nacht sehen, immer wieder ein Anblick wert. Man hätte viel Zeit seine Gedanken schweifen zu lassen, allerdings würde man wohl ziemlich oft denken, warum bin ich eigentlich nicht mit dem Rad gefahren?

p.S.: Wer Rechenfehler findet kann sie behalten, es ist spät und ich bin aufgebracht...

Mein Irrweg:


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Kommentare (6) Trackbacks (0)
  1. Au ja, ein klassischer Nachhauseweg in Leipzig des nachts. Wundervoll! So geht es mir schon allein deswegen andauernd,weil wenn ich von der Abreit komme, schaffe ich es nie so Schluss zu haben, dass ich irgendeine Bahn erwische! Aber ich hab auch generell was zu lesen mit – aber da sind wir ja sowieso klar im Vorteil, denn ohne bedenklich große Tasche verlassen wir eh nie das Haus! :) Solltest deine Freundin mal fragen, ob sie dir auch so feine kleine Straßenbahnpläne macht. Dann kannst du entweder rechtzeitig zur Haltestelle gehen oder dich gleich darauf einstellen zu laufen!

  2. Aber, warum fährst du dann nicht gleich mit dem Rad, wenn du’s doch scheinbar von anfang an weißt?

  3. Solltest deine Freundin mal fragen, ob sie dir auch so feine kleine Straßenbahnpläne macht.

    Bei hängen die Pläne, hätte er drauf gucken können ;) oder meinst du kleine die man immer mit hat? Dann ist es wesentlich cooler die auf dem Handy zuhaben ;)

    Armer (schlatter) (hug) – Rad fahren…

  4. Ja, ich meine kleine, die man immer dabei hat und bei dir hängen doch auch gar nicht die von den Anschlussbahnen, oder? Und ich fahre im Winter halt kein Rad…jaja, da könnt ihr ech jetzt wieder drüber aufregen und lustig machen, aber so ist das nun mal! ;)

  5. ich fahr im winter auch kein rad.
    ab märz bin ich aber (endlich) wieder ein freier mensch… irgendwann gehen einem die vielen leute und die unflexibilät auf den senkel!

  6. Ja, ich werde wohl demnächst auch wieder öfter zum Rad greifen, dann bleibt mir so was erspart…


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