Eigenharp – Ein Musikinstrument und der Spagat zwischen Kunst und Technik
Ich persönlich bin kein großer Freund von elektronischer Musik, aber ein neuartige Musikinstrument verwischt die Grenzen zwischen Musik und Technik völlig. War ein klassischer Musiker noch auf sein eines Musikinstrument beschränkt, was er zwar in Perfektion beherrschen konnte, aber ein Gitarrist konnte eben nicht zur gleichen Zeit Gitarre und Schlagzeug spielen, ist dies heute mit einem Computer ohne weiteres machbar. Doch finde ich es nicht grade sehr künstlerisch sich sein Lied am Computer zusammenzuklicken. Ok dabei kommen auch mitunter schöne Sachen raus, aber für mich ist es immer noch etwas anderes ein Instrument zu beherrschen als lediglich den Computer zu beherrschen. Doch die Eigenharp ist eine gelungene Mischung aus beiden:
httpv://www.youtube.com/watch?v=zcVqJh0qEMc
Das 1,23 Meter lange Instrument sieht aus wie der verlängerte Hals einer elektrische Gitarre ohne Klangkörper, der bei der E-Gitarre ohnehin nur ästhetischen Wert besitzt. Allerdings besitzt die Eigenharp keine Saiten sondern 120 berührungsempfindliche Tasten, 12 Perkussion Tasten und 2 Kontaktleisten, ein Mundstück und verschiedenste Fußteile. Es gibt zwei Arten des Instruments:
Mit diesen kann man eine unendliche Vielzahl von Instrumenten spielen, z.B.: Cello, Klarinette, Gitarre oder Schlagzeug, desweiteren kann man seine eigenen Soundfiles draufladen und somit jedes nur vorstellbare Instrument spielen. Man kann aber nicht nur die verschiedenen Instrumente spielen, mann kann auch mit wenigen Klicks das Instrument, die Tonhöhe, die Tonart, das Tempo, die Stimmung, ja einfach alles verändern. Natürlich kann man auch Loops aufzeichnen und abspielen und was man mit so einem elektronischen Gerät nicht alles machen kann. Kurzum man erhält mit der Eigenharp eine voll funktionsfähige Einmannband. Allerdings ist ein Computer pflicht, momentan wird nur Mac OS (ab Tiger) unterstützt, aber Windows soll ab Januar 2010 unterstützt werden und einen weiteren Beitrag zu Verbreitung des Instruments leisten.
httpv://www.youtube.com/watch?v=LUnhET6e2Zs
Das Instrument wurde von der 2001 eigens dafür gegründeten Firma Eigenlabs entwickelt und erreichte erst dieses Jahr Marktreife. Und ja die haben sich wirklich einfach zusammengesetzt und gesagt: so, wir entwickeln jetzt mal ein neues Musikinstrument. Der Quellcode für die eingesetzte Software hinter dem Gerät wird laut heise bald Open Source. Der Preis für die Alpha beträgt läppische £3,950 also umgerechnet ca. 4 350€, der Preis für die Pico ist mit £349 also rund 380€ geradezu preiswert.
Ein ausführlicheres Video gibt es hier:
httpv://www.youtube.com/watch?v=qJhiY3oQRIk
Natürlich gibt es auch hier wie so oft andere Erfindungen die um die Gunst der Käufer werben, aber mir persönlich gefällt die Eigenharp sehr gut, hier eine Alternative die Harpejji:
httpv://www.youtube.com/watch?v=0SIWLifpv_I
Am Ende bliebt die Frage, wie viel ist Technik und wie viel Kunst. Natürlich ist es mit all seinen blinkenden Tasten und elektronischen Klänge 100% Technik und am Ende nich viel mehr als ein verbesserter Midi-Synthesizer, doch hat es auch viel von einem Instrument das man erstmal erlernen und wirklich spielen können muss. Es bleibt abzuwarten, ob es wirklich das Instrument der Zukunft wird und alle klassischen Instrumente vertreibt oder ein Nischendasein fristen wird.
Weiterführende Links:
Offizielle Homepage von Eigenlabs
Eintrag im englischen Wikipedia
Youtube


Dezember 3rd, 2009
wie noch keine Kommentare? Anscheinend ist es für andere nicht so faszinierend, wie für mich, dass ganz neue Musikinstrumente erfunden werden. Gut, du hast recht, es ist extrem viel Technik und weniger gefeilte Baukunst, und doch in der Machart einzigartig und lernen muss man es auch. Ich denke das ist wichtig, denn für mich darf Kunst nicht Alltag sein, es muss besonders sein und nur von einigen beherrscht werden. Sonst ist es nur Spielzeug für Jedermann. Leider macht hier der Preis das ganze zum “Spiel- Zeug” für niemanden, denn ganz ehrlich- wer kauft sich als Unbedarfter so ein Ding?
Dezember 3rd, 2009
Doch… ich wollte mit einem Trackback antworten, war bis jetzt aber zufaul ^^
Im Prinzip ist das ne nette Sache, aber kann man sich nicht einfach an seinen PC setzen und dort das gleiche kostenlos machen? Man brauch sowieso (noch) einen Mac dafür, aber wer sich nen Mac kauft, hat sicher auch genug Geld für so ne Spielerrei…