Abzocke 2.0 durch Facebook und Zynga

Wie heise berichtet werden Facebook und Zynga nun für eine interessante Gewinnerzielungsmaßnahme, wie ich es mal nennen möchte, in mehr als 100.000 Fällen verklagt. Es sind diese kleinen kleinen Minigames die einem kurzweilig die Arbeits-, Frei- oder Lebenszeit u.a. auf Facebook vertreiben, z.b. MafiaWars oder Farmville. Die von Zynga
entwickelten Spiele sind an sich sind kostenlos und simpel gestrickt, je mehr Zeit und Klicks man investiert desto besser wird man im Spiel, an sich also typische Browsergames und nicht mal besonders originell gemacht. Wie in fast jedem Browsergame kann man sich auch hier gegen echtes Geld virtuelles Geld kaufen um sich einen Vorteil zu verschaffen. Soweit so gut. Allerdings gab es noch eine weitere Möglichkeit an diese virtuelle Währung zu kommen, in dem man sich z.B. bei Partnerwebseiten registriert. Ein Beispiel:
(Der) Klassiker ist der sogenannte IQ Test: Nimmt der Spieler daran teil, bekommt er ein paar simple Fragen gestellt. Am Ende kommt dann der Hinweis, dass man per SMS einen PIN-Code auf das Handy geschickt bekommt, weshalb man seine Mobilnummer angeben müsse. Gibt der Nutzer diesen Code dann im Test-Interface ein, hat er – ohne es sofort zu wissen – gerade ein Abonnement für einen nutzlosen SMS-Dienst abgeschlossen, das ihn mehrere Dollar im Monat kostet. Abkassiert wird über die Mobilfunkrechnung. Die Kläger rechnen nun vor, dass Zynga bis zu 84 Millionen Dollar pro Jahr über solche "Sonderaktionen" einnehmen könnte. Und Facebook, heißt es in der Klageschrift, generiere schätzungsweise 10 bis 20 Prozent des Jahresumsatzes von 500 Millionen Dollar über eingebundene Zynga-Games. Welchen Marktwert das Geschäft mit Social Games in der Branche hat, offenbarte zuletzt EA: Der Spiele-Publisher zahlt für den kleineren Zynga-Konkurrenten Playfish bis zu 400 Millionen Dollar.
Die Möglichkeit die Spielwährung durch solche Partnerprogramme zu erwerben wurde nach der Bekanntgabe der Sammelklage schnell entfernt. Ein sehr interessanter Fakt wie ich finde.
tja wenn man nicht aufpasst… mir ists noch nicht passiert und ich wage mal zu behaupten, dass dies so bleiben wird, aber man weiß ja nie…
Hallihallo,
dass Browsergames, wie die oben beschriebenen unter Facebook, oder auch das wohl altbekannte Ogame sich großer Beliebtheit erfreuen ist nun seit einigen Jahren bekannt und spiegelt sich auch in der großen Anzahl dieser Spiele und Spieler wieder. Von der eigenen Farm bis zum eigenen Universum oder Mafia-Clan ist so ziemlich alles möglich und das kostenlos. Allerdings hat wahrscheinlich jeder, der schon einmal an einem solchen Spiel teilnahm schnell herausgefunden, dass man als normaler Spieler, ohne echtes Geld zu investieren, schlechter abschneidet oder eben länger braucht um einen gewissen Spielstand zu erreichen. Die oben beschriebene ‘Abzock-Methode’, ist doch aber gar nicht so verschieden zu den abertausenden dieser Angebote, die sich zum Teil sogar bei Ebay finden, wenn man Interesse an einem Motorroller, 2 Handys, einem neuen Mac und dem passenden Eigenheim dazu hat und nebenbei bereit ist den kleingedruckten Vertrag einzugehen. Vielleicht ist es nicht auf den ersten Blick erkenntlich, doch kenne ich auch den besagten IQ-Test und wenn man genau hinschaut, kann man die Klausel über den SMS-Dienst bei der Abfrage der Handynummer lesen. Dies ist doch nur ein weiteres Bsp. für die Tricks mit dem berühmten Kleingedruckten, das kennt man seit bestimmt über 20 Jahren und wer heute noch darauf hereinfällt hat es vielleicht nicht anders verdient. Selbstverständlich stellen diese Spiele eine Einnahmequelle für die benannten Internetseiten, wie Facebook oder diverse Anbieter von Browsergames, dar. Aber man kann denke ich, nicht davon ausgehen, dass der Service von Facebook oder irgendwelchen Internetspielen heute noch kostenlos zur Verfügung steht. Neben dem Fakt das diese Seiten sich selbst finanzieren müssen und auch die Arbeit an diesen Spielen bezahlt werden muss ist diese Sparte heutzutage ein anerkannter Wirtschaftszweig, nicht umsonst sind diese Unternehmen oft millionenschwer. Selbstverständlich ist die beschriebene Abzocke nicht die feine englische Art, doch wer heutzutage seine Handynummer im Internet bei einem IQ-Test angibt um dann einen Zugangscode zu erhalten, nimmt schon mindestens den erhöhten SMS Preis in kauf und zeigt verantwortungslosen Umgang mit persönlichen Daten. Da braucht sich dann auch keiner Mehr über nervige Handywerbung oder Spammails zu beschweren. Grundsätzlich ist diese Geschäftsidee, die auf der Unachtsamkeit von Spielern, Usern, wem auch immer, basiert moralisch gewiss fragwürdig, doch kann man es den genannten Unternehmen meiner Meinung nach nicht ankreiden, es sei denn es gab tatsächlich Angebote, ähnlich dem IQ-Test bei denen tatsächlich keine Informationen über das Zustandekommen eines Vertrages vorhanden waren. Genausogut ist es aber auch kein Grund sich übermäßig aufzuregen. Wir leben in einer Welt der Werbung und des Geldes, wo ich mir wahrscheinlich in naher Zukunft die Türklingel meines Nachbarn aufs Handy laden kann, wenn ich dafür bezahle. Das ist nicht schön, aber anscheinend sind immer noch genug Menschen gewillt all diese Angebote zu nutzen, sonst würde es sie nicht geben, auch wenn wir wahrscheinlich alle niemanden kennen der das gut findet und wir würden es alle niemals tun.
Grüße
Ich danke Tobsen für diesen überaus interessanten Beitrag.
Natürlich ist die beschrieben Masche keine neue, schon seit Jahren gibt es die Fälle von Angeboten im Internet mit versteckten Fallen im Kleingedruckten, das einzige was man daraus lernen kann ist, das nichts auf der Welt kostenlos ist, der ein oder andere hat dies wohl auch schmerzlich erfahren müssen, und man mit seinen Daten vorsichtig umgehen sollte. Was mich nur wunderte ist, das es immer noch versucht wird und anscheinend auch erfolgreich seitens der Unternehmen praktiziert wird.
Gruß
Ich gehöre zu der Sparte der “Internetreinfaller”! Klar, hab ich noch nie bei einem IO-Test meine Handy-Nummer angegeben und mache auch bei keinem der genannten Spiele mit aber naive Nutzer wie mch kann man durch etwas Geschick leicht in die Tasche stecken – das muss ich zugeben, so traurig das auch ist! Nach dreimaligen “Reinfallen”, hoffe ich endlich etwas daraus gelernt zu haben! Aber seid nicht so hart, mit den “armen Dummen”!