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15Nov/092

Fifa ein Killerspiel(!) zumindest laut der SZ

Fifa09

Ich habe mich ja weitestgehend aus der gesamten Killerspielproblematik rausgehalten, u.a. weil ich keine objektiven Aussagen darüber treffen kann. Allerdings gibt es selbst bei diesem ausgelutschten Thema hin und wieder interessante Aspekte die bis dahin keinem aufgefallen sind. In der Ausgabe vom 13.11.2009 deckte die Süddeutsche Zeitung endlich ein bis dahin vollkommen vernachlässigtes Spiel auf:

An diesem Freitag Abend treffen sich Profispieler in der Tonhalle zur Bundesliga, um sich in umstrittenen Spielen wie 'Counterstrike' oder 'FIFA 09' zu messen

Zur Erinnerung für diejenigen nicht ganz so versierten Gamer unter uns, FIFA 09 ist eins der wohl unrealistischsten, blutrünstigsten und abartigsten Spiele  überhaupt. Zwei Teams von je 11 Mann stehen sich bis an die Zähne bewaffnet in einer abgegrenzten Arena gegenüber und versuchen sich in einem Zeitlimit von zweimal 45 Minuten mit so vielen unfairen Aktionen wir nur möglich auszuschalten. Ziel dieses abscheulichen Spiels ist es den Gegner kampfunfähig zu machen, benutzt wird dabei ein sogenanntes FIFA-Gerät mit dem man sich gegenseitig beschießt, ein besonders guter "Schuss" wird als "Bombenschuss", "Granate", "Hammer" oder "Rakete" bezeichnet. Je gröber das Foul desto höher die Punktzahl die man erreicht, Bonuspunkte gibt es wenn man den sogenannten "Schiedsrichter" abschießt. Und wer als erster alle gegnerischen Spieler verletzt oder getötet hat gewinnt.

Diese so erschreckende Nachricht erreichte mich über chip.de, ein besorgter User schrieb dazu:

Leider begnügen sich einige durchgeknallte gamer nicht mehr mit der Virtualität sondern spielen die Extrem-Szenen aus FIFA real nach, und zwar in beeindruckenden Ausmaßen. Ignoriert von weiten Teilen von Politik und Bevölkerung wird hier "in real life" "gekickt" (so der Szenejargon). Völlig abartig ist dabei dass besonders erfolgreiche "Fußballer" (Szenejargon) dafür sogar Geld bekommen, und vor einem johlenden Publikum ihre abartigen "Kunststücke" vorführen.

Was kommt als nächstes? Fußballmeisterschaften? In jeder Stadt ein Stadion? Live-Übertragungen im Fernsehen?

Besorgnisseregendes konnte ich auch an deutschen Schulen feststellen, in denen schon unsere Kleinsten zum FIFA spielen im realen Leben angehalten wurden, Folgen davon waren zerschossene Scheiben, zahlreiche Verletzungen wie Blaue Flecke, gemeingefährliche Grasflecken an den Sachen und laute "Mama"-Rufe. Wir können nur hoffen, dass sich die Politik diesem seit langem unbeachtetem Thema zuwendet und etwas unternehmen.

Zum Glück haben die Spieleentwickler schon darauf reagiert und bringen dieses Jahr endlich eine jugendfreie Version von FIFA heraus, diese nennt sich FIFA10 und soll ganz ohne Fouls oder vulgäre Nacktszenen wie Trikottauschen auskommen, hoffen wir das Beste, sonst müssen wir wohl zu dem harmloseren Proevo2010 oder zu den wirklich ungefährlichen Spielen wie Counterstrike oder Call of Duty greifen.

Vielen Dank an die Süddeutsche Zeitung für diesen qualitativ hochwertigen Bericht ohne den wir dieses vollkommen vernachlässigte Spiel ganz vergessen hätten.

Beweisfoto

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Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. (LMAO) das ist das Lustigste, was ich seit langem von dir gelesen hab…

  2. sehr schön geschrieben, sehr unterhaltsam  (y) (lol)


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