Generation Allein

Wir sind eine Generation, die so aussagekräftig ist wie der Senseo-Kaffee, den wir morgens trinken.
Was ist das eigentlich, was unsere Generation ausmacht? Welche Neuerungen haben wir gebracht? Welche Trends gesetzt? Was haben wir erwirkt, das uns unvergesslich für kommende Generationen macht?
So beginnt der Artikel eines Neonlesers und ich finde der folgende Artikel beschreibt unsere Generation sehr treffend, sodass ich den kompletten Artikel hier aufführe:
Man gab uns viele Titel: Generation Doof, Generation Praktikum oder auch, wie ich neuerlich gehört habe,
Generation Prekär.Wir sind eine Generation, die so aussagekräftig ist wie der Senseo-Kaffee, den wir morgens trinken. Wie mit H&M Klamotten auf eine Demo zu gehen, oder am nächsten Tag über nichts anderes zu reden als uns selber.
Mir ist aufgefallen, dass wir nicht wirklich das besitzen, was man eine Identität nennt. Es gibt unter uns viel zu oft das Wort Ich anstatt das Wort Wir. Der Individualismus ist vorangetrieben auf dem Fluss der Wohlstandsgesellschaft, wir haben jedoch eins nicht ganz bemerkt, dass wir direkt auf den Wasserfall der Krise zusteuern, nicht nur einer wirtschaftlichen, sondern auch einer gesellschaftlichen. Wo sind die Köpfe, die Vertreter unserer, wenn man an uns denkt? Sind es die Musiker unserer zahlreichen Subkulturen? Sind es die revolutionären Querdenker, die quasi nicht vertreten erscheinen? Die Mediale Präsenz eines Wir, eines unserer Generation scheint erloschen. Genauso sieht es aus mit unserer Einsatzbereitschaft. Für unsere Pflichten scheinen wir ja ganz gut einzutreten, aber was ist eigentlich mit unseren Rechten. Die Welt ist zumindest für mich ziemlich auf den Kopf gestellt. Wir sind im Grunde genommen eine Generation von Trübsal blasenden, trägen, widerstandslosen Schafen, die alles tut, um ein System und eine Gesellschaft zu retten, die gar nicht mehr existiert. Was ist eigentlich los mit uns?
Denke ich an vorangegangene Generationen, denke ich an Rebellentum, an Umsturz, Veränderungen und eine Jugend, die lebt, was Jugend heißt.
Was sind unsere politischen Ziele, moralischen Ideologien? Welche Partei vertritt uns, und wie definieren wir Freiheit?
Wo sind wir, was sind wir und was machen wir eigentlich Tag für Tag?
Wir verschenken unser Potenzial an eine Wirtschaft, die uns ausbeutet, wählen Politiker, die uns nicht vertreten, haben die Moral einer Sekte und Grundsätze aus dem Mittelalter.
Unser politischer Aktivismus erinnert an den Karneval und hat wohl nicht wirklich viel mit Politik gemein.
Wir sind feige, hoffnungslos und auch noch Hoffnung einer ganzen Nation, die den Generationenvertrag schon lange gebrochen hat.Und was tun wir dagegen? Nichts! Aber ist das der Weg, der jemals in vergangener Zeit was verändert hat? Wir kämpfen nicht, wir schreien nicht, wir flüstern nicht mal wirklich. Alles, was wir tun, ist ignorieren und weitermachen. "Das wird schon!" wäre ein besserer Slogan als "Du bist Deutschland!".
Wir scheinen assimiliert von einem System der scheinbaren Demokratie. Dabei wissen viele nicht mal wirklich, was das heißt - Volksherrschaft. Und jetzt stellt euch selber die Frage: Seid ihr es, die herrschen oder beherrscht werden?
Wer seid ihr? Wo wollt ihr hin? Was sind eure Wünsche und Ziele? Was eure Träume? Was ist für euch Leben und, verdammt noch mal, was tut ihr eigentlich dafür?Was heißt es für euch, Ihr zu sein und nicht Wir zu sein?
Für mich heißt es allein sein.
von Strange0ne
- Quelle: Neon.de
Natürlich stimme ich mit dem Texkt nicht 100% überein, aber er spricht viele Probleme an die auch mich beschäftigen, vorallem als mich jemand fragte: Was macht deine Generation aus? Wie würdest du die beschreiben? Und ich dann bloß rumeiern konnte und irgendwas von der fortschreitenden Individualisierung faseln konnte ohne das aber genauer präzisieren zu können. Natürlich ist das kein wissenschaftlicher soziologischer Text mit Fallbeispielen und Langzeitstudien der mit irgendwelchen Theorien über den Generationenkonflikt fundiert ist, aber ich finde er fängt den Geist der Generation Allein ganz gut ein, es ist ja nicht so, dass sich keiner Gedanken machen würde, es ist bloß so, dass keiner weiß, was man eigentlich machen soll...

den Vergleich zu früher, zu der “wilden” Jugend, die etwas erreichen will, die auf die Straße ging und die Gesellschaft vorantrieb, hab ich auch öfter mal angestellt, denn eine derartige Mentalität ist heute tatsächlich kaum zu erkennen…aber ich denke auch, dass irgendetwas unsere Generation ausmacht, das gegenwärtig aber gar nicht gesehen werden kann, Dinge werden in der Geschichte doch immer erst benannt, wenn sie vorbei sind und wir stecken ja schließlich mitten drin…abwarten würde das heißen, schauen, wie man uns in 10/20 Jahren sieht, es kann bloß dann natürlich auch passieren, dass dann erst mit dem objektiven Blick auf die vergangene Zeit wirklich deutlich wird, wie nutzlos wir eigentlich waren…doch kann man uns das vorwerfen? Gesellschaft entwickelt sich immer weiter, und sie hat sich dahin entwickelt, wo wir stehen, zu dem, wie wir sind, es wird auch wieder anders sein…